(Traum)Studium oder lebenswerte Existenz?

    Mein Ziel war es, später etwas zu studieren. Was genau, weiß ich noch nicht. Vielleicht Germanistik. Und überhaupt muss ich ohnehin vorher noch meine Matura (Abitur) nachholen.


    Leider merke ich, wie schrecklich unglücklich ich mit meinem Leben bin. Der finanzielle Aspekt spielt eine große Rolle, da ich derzeit als 'arbeitsunfähig' gelte und vom Staat lebe. Ich hätte gerne eine eigene Wohnung, würde reisen und generell mehr meine Ziele verfolgen können.


    Gleichzeitig würde ich gerne meinen Traumjob ausüben und so schnell wie möglich studieren. Das war in meinem Leben immer oberste Priorität. Überhaupt passt ein spätes Studium nicht wirklich in meine Lebensplanung. Dafür würde mir allerdings auch das Geld fehlen, da ich die Kosten für einen höheren Bildungsabschluss selbst tragen muss. Bedeutet: Jahre voller Entbehrungen.


    Ich dachte daran, ev. eine Ausbildung zu machen, deren Kosten übernommen werden würden. Vielleicht etwas mit Rechnungswesen, auch wenn ich das in der Schule immer gehasst habe.


    Aber wäre das die richtige Entscheidung? Unglücklich mit meinem Job, aber insgesamt zufrieden(er) mit meinem Leben? Oder besser etwas länger unglücklich sein und später den richtigen Beruf haben?

  • 5 Antworten

    hallo, erstmal musst du auf die beine kommen, es hat bestimmt gründe weshalb du gerade erwerbsunfähig bist.


    du solltest auch was machen was dich später glücklich macht, wenn du z.b. noch 30 jahre zu arbeiten hast.


    ausbildung und studium können sich gut ergänzen und aufeinander bauen, gibt ja auch duale studiengänge.


    wünsche dir alles gute @:)

    Suche die für Dich optimale Möglichkeit, eine Studienberechtigung zu bekommen. Das kann eine Schule sein oder eine Lehre, die Dich als beruflich Qualifizierter an die Hochschule bringt. Oder eine Fachschule, z.B. Erzieher(in), die Dir ebenfalls die FH-Reife bringt, zumindest in Deutschland. Erkundige Dich nach den Möglichkeiten für Österreich.

    Lovaniensia schrieb:

    Aber wäre das die richtige Entscheidung?

    Was sind denn realistisch betrachtet deine aktuellen Möglichkeiten? Inwiefern bist du arbeitsunfähig, wärst du denn jetzt überhaupt in der Lage eine Ausbildung oder Abi/Uni durchzuziehen? Hast du nach der Schule schon irgendwas gemacht?

    Abi und Studium sind nicht mal eben schnell gemacht und da wartet am Ende auch kein garantierter Traumjob, schon gar nicht wenn du Geisteswissenschaften studieren willst.

    Was wäre denn überhaupt dein Traumjob?

    Wenn es eine Ausbildung sein soll würde ich nicht gerade einen verhassten Bereich wählen. Es gibt bestimmt auch Ausbildungsberufe in denen du nicht zwangsläufig unglücklich sein müsstest.

    Aber vor allem steht da die Frage - was geht? Was kannst du stemmen, was kannst du finanzieren, was ist in deiner Region überhaupt zu kriegen, wie mobil bist du etc...

    Ich hab zB Anfang der 2000er Jahre das Abi hier in Berlin auf einem Kolleg nachgeholt, dafür gab elternunabhängiges Bafög. Ich musste aber trotzdem ziemlich viel arbeiten damit es zum Leben reicht. Wie auch das ganze Studium hindurch. Es war anstrengend aber auch eine wahnsinnig tolle aufregende Zeit :-) (Ich weiß allerdings nicht wie die Leute heute studieren und arbeiten, bei unseren Studiengängen war das damals leichter zu kombinieren) Wenn du Eltern hast die dich unterstützen wird natürlich alles etwas leichter.

    Es gibt immer tausend Möglichkeiten aber nur ein Bruchteil davon passt zur eigenen Lebenssituation. Also finde erstmal raus was aktuell deine Optionen sind und dann wähle eine davon. Das Abi zu machen wäre vielleicht kein schlechter Anfang, das geht nahezu überall, du hättest erstmal ein überschaubares Ziel und noch etwas Zeit zur Selbstfindung.

  • Hyperion

    Hat den Titel des Themas von „(Traum)Studium oder“ zu „(Traum)Studium oder lebenswerte Existenz?“ geändert.

    TimFaber


    Zitat

    hallo, erstmal musst du auf die beine kommen, es hat bestimmt gründe weshalb du gerade erwerbsunfähig bist.

    Nun, der Amtsarzt hat es mir bescheinigt. Für wirklich problematisch halte ich allerdings nur meine sozialen Ängste. Aber mit denen werde ich mich ohnehin früher oder später konfrontieren müssen.


    Zitat

    du solltest auch was machen was dich später glücklich macht, wenn du z.b. noch 30 jahre zu arbeiten hast.

    Das sagt sich so einfach. Natürlich soll der Job Spaß machen. Aber muss es unbedingt der ideale Traumjob sein, um ein erfülltes Leben zu führen?




    criecharlie


    Zitat

    Suche die für Dich optimale Möglichkeit, eine Studienberechtigung zu bekommen. Das kann eine Schule sein oder eine Lehre, die Dich als beruflich Qualifizierter an die Hochschule bringt.

    Dafür müsste ich überhaupt wissen, was ich studieren möchte und welche Studiengänge mir die optimalen Möglichkeiten bieten würden. Das ist gar nicht so einfach.




    Sweet Fanny Adams


    Zitat

    Was sind denn realistisch betrachtet deine aktuellen Möglichkeiten? Inwiefern bist du arbeitsunfähig, wärst du denn jetzt überhaupt in der Lage eine Ausbildung oder Abi/Uni durchzuziehen? Hast du nach der Schule schon irgendwas gemacht?

    Käme immer darauf an. Eine Schule könnte ich nicht besuchen; eine geringe Anzahl von Abendkursen wäre machbar.


    Ich bin gerade in Behandlung um meine Probleme zu aufzuarbeiten. In ein bis zwei Jahren wäre ein Studium also sicher auch möglich.


    Zitat

    Was wäre denn überhaupt dein Traumjob?

    Abenteurerin! Oder Storylinerin. Jedenfalls ein abwechslungsreicher und kreativer Job.


    Zitat

    Wenn es eine Ausbildung sein soll würde ich nicht gerade einen verhassten Bereich wählen. Es gibt bestimmt auch Ausbildungsberufe in denen du nicht zwangsläufig unglücklich sein müsstest.

    Ich habe sogar schon zwei Ausbildungen in zwei verhassten Bereichen!

    Zur Debatte stünde eine relativ kurze Spezialausbildung, um mehr zu verdienen und bessere Chancen am Arbeitsmarkt zu haben.


    Zitat

    Aber vor allem steht da die Frage - was geht? Was kannst du stemmen, was kannst du finanzieren, was ist in deiner Region überhaupt zu kriegen, wie mobil bist du etc...


    [...]


    Es gibt immer tausend Möglichkeiten aber nur ein Bruchteil davon passt zur eigenen Lebenssituation. Also finde erstmal raus was aktuell deine Optionen sind und dann wähle eine davon. Das Abi zu machen wäre vielleicht kein schlechter Anfang, das geht nahezu überall, du hättest erstmal ein überschaubares Ziel und noch etwas Zeit zur Selbstfindung.

    So wie ich das sehe, habe ich zwei konkrete Möglichkeiten.


    Die Studienberechtigungsprüfung: Allerdings müsste ich mir dann sehr sicher sein, was ich studieren möchte.


    Die Berufsreifeprüfung: Kostenaufwändig und könnte daher noch mehrere Jahre dauern.


    Aber wäre es wirklich klug, erst Mitte 20 zu studieren zu beginnen? Andere sind dann bereits fertig und bauen sich ein Leben auf. Ich möchte meine Jugend auch genießen können.

    Zitat

    Die Berufsreifeprüfung: Kostenaufwändig und könnte daher noch mehrere Jahre dauern.

    Was ist denn eine Berufsreifeprüfung? Realschulabschluss? Oder Fachabi?


    Jedenfalls klingt das bis zu einem Studium nach einem langen Weg, den du ja erstmal gehen musst, wenn du jetzt momentan gar nicht zum Schulbesuch fähig bist (wenn man mal so guckt, was alles an komischen Jugendlichen eine Schule besucht, dann musst du da schon ein ziemlich großes gesundheitliches Problem mit dir rumtragen momentan), dann musst du erstmal wieder dazu fähig werden, sonst brauchst du an Studium und Ausbildung gar nicht denken, denn beides ist quasi mit Schulbesuch verbunden, nur härter...


    Was du studieren willst, findest du meiner Meinung nach eh erst wirklich raus, wenn du Abi machst, weil vorher die Vorstellung davon bei den meisten ziemlich begrenzt ist (außer vielleicht bei den Leuten, die auch schon eine komplette Ausbildung gemacht haben und dabei entsprechend Lebenserfahrung gesammelt haben).