überfordert im neuen job?

    hallo,

    ich habe seit ca. 2 wochen einen neuen job in einem digital-unternehmen.

    ich bin aber fachfremd und fange kommenden herbst ein studium in dem bereich an und werde dann als studentische mitarbeiterin während des studiums dort arbeiten.

    eigentlich gefällt es mir ganz gut, auch wenn die materie neu für mich und relativ komplex ist.

    mein chef möchte anscheinend von mir, dass ich möglichst viele aufgaben parallel erledigen kann, denn immer wieder kommt er mit neuen Ideen, die aber doch recht viel zeit in anspruch nehmen würden, wie beispielsweise eine überarbeitung eines 100-seitigen handbuchs, daneben soll ich noch andere fachfremde aufgaben erledigen. der chef bemüht sich, mir viel zu erklären, fordert aber auch viel (z.B. dass ich mich in der freizeit in eine programmiersprache einarbeite, gewisse begrifflichkeiten lerne usw.).

    mein problem ist derzeit folgendes: ich komm einfach nicht mehr mit bei den meetings und besprechungen der neuen produkte, soll aber ein protokoll anfertigen, die ideen strukturiert aufschreiben / abstrahieren usw.

    ich tu mir aber noch schwer damit, da ich die softwareprodukte noch nicht so gut kenne wie mein chef und z.B. eine kollegin, die seit mehreren tagen in der kundenbetreuung arbeitet.

    komischerweise kann ich den erklärungen meines chefs kaum folgen, irgendwie schalte ich ab und weiß dann nicht mehr was gesagt wurde und was zu tun ist.

    ich vermute, sowas hat sich durch das bossing meiner damaligen chefin bei meinem alten arbeitgeber entwickelt.

    ist das ein psychisches problem bzw. ein konzentrationsproblem?


    freue mich auf eure antworten...

  • 35 Antworten

    kläre mit deinem chef: was sind die aufgaben, wie sind diese priorisiert? wann ist die deadline.


    du brauchst stuktur in deinem tagesablauf


    sag deinem Chef höflich, dass du an der materie interessiert bist, aber mehr zeit für das fachliche verständnis benötigst.


    wenn er nicht gerade von einem anderen Planeten kommt, wird er deine Sorgen verstehen. er hat dich eingestellt und kennt deine qualifikationen, entwicklungspotential

    • Neu
    Zitat

    ich habe seit ca. 2 wochen einen neuen job in einem digital-unternehmen.

    Was erwartest du nach 2 Wochen?


    Das du fachfremd bist, weiß dein Chef, trotzdem hat er dich eingestellt und zwar wahrscheinlich, weil er dich perspektivisch als Werkstudenten haben möchte.


    Es gefällt dir gut und du bemühst dich.


    Das der Chef dir höchstpersönlich viel erklärt, spricht für ihn. Das er was fordert ist logisch, aber vielleicht kannst du das, was du jetzt schon lernst, fürs Studium auch gebrauchen.


    Wenn du ein Problem mit dem Arbeitspensum hast und die Aufgaben für dein Empfinden nur unzureichend erledigen kannst, dann sag ihm das. Wenn er dir was erklärt, macht es vielleicht Sinn kurz mitzuschreiben, damit du den Faden nicht verlierst.


    Und ohne dir den Wind aus den Segeln nehmen zu wollen: Wenn du bis Herbst merkst, dass das auch nicht das Richtige für dich ist und du daran kein Interesse hast oder es langweilig findest, dann wird das mit abgeschlossenem Studium wahrscheinlich auch nicht besser. Du verstehst sicher, was ich meine.

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    nicht das Richtige

    es geht auch darum dich durch zu beissen und dich zu beweisen.


    mit dem chef zu reden ist noch immer die bessere lösung, als im selbstmitleid zu versinken und denken, wie ungerecht doch die welt zu mir ist


    Zitat

    digital-unternehmen.

    das problem an technik-studiengängen ist, dass die leute einfach keinen langen atem haben. abbrecherquoten liegen bei 2/3.


    man braucht neugierde, biss, leistungsbereitschaft in dem bereich fuss zu fassen. wenn du erstmal die erfahrung hast, macht dir keiner so schnell was vor.


    was ist deine strategie für die nächsten monate? hinschmeissen?

    • Neu

    Habe ich zuerst bei meinen Job auch gedacht. Dann habe ich gedacht: Ok, früher oder später merken sie sowieso, dass du total überfordert bist und feuern dich. Bis dahin versuche ich mich irgendwie so gut durchzutricksen und zu mogeln wie es geht.


    Jetzt 2 Jahre später bin ich immer noch in diesem Job :=o

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    ich habe bereits davor eine ausbildung abgeschlossen bzw. kenntnisse, die zum unternehmen passen. der chef hat mir gesagt, dass ich vor allem jetzt eher einstiegs- bzw. hilfstätigkeiten machen werde. ich habe aber auch grad das gefühl, dass ich projekte, die bereits vor jahren niemand zu ende bringen wollte, ich jetzt durchziehen und abschließen muss. aber so etwas kommt wahrscheinlich in jedem unternehmen vor.

    zumindest hat er mir heute nicht den kopf abgerissen, sondern war gut drauf und hat mir sogar gesagt, dass die derzeitige aufgabe recht anspruchsvoll und komplex ist und ich mich auch nicht scheuen soll, kollegen etc. zu fragen.

    also im grunde kann ich sagen, dass er trotz allem auch sehr menschlich ist.

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    gestern warst du überfordert und heute ist alles gut ":/


    woher kommt diese sprunghaftigkeit? arbeitest du aktiv an einer dauerhaften Lösung oder vertraust du einfach darauf, dass deine Kollegen dir wohlgesonnen sind?

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    das ist ja auch das, was ich mich frage.

    ich habe die aufgabe so weit erledigt, wie ich konnte und auch meine kollegen ins boot geholt.

    ich glaube, ich werde sehr schnell panisch und steigere mich in etwas rein, seitdem ich das bossing durchgemacht habe.

    daher auch meine konzentrationsschwäche.

    • Neu
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    Habe ich zuerst bei meinen Job auch gedacht. Dann habe ich gedacht: Ok, früher oder später merken sie sowieso, dass du total überfordert bist und feuern dich. Bis dahin versuche ich mich irgendwie so gut durchzutricksen und zu mogeln wie es geht.

    Ich glaube das ist auch die beste Strategie. Wenn man gar zu viel falsch macht, steht man eh wieder auf der Straße. Ansonsten wirds schon irgendwie passen.

    Solange man nicht morgens hingeht und denkt: "Och nee, schon wieder der Mist", und nach und nach am Ende noch in eine Depression abrutscht, sollte das eigentlich funktionieren mit dem "Durchmogeln". Irgendwann glaubt man dann auch mal, dass das, was man da macht richtig ist.

    Zitat

    das ist ja auch das, was ich mich frage.

    ich habe die aufgabe so weit erledigt, wie ich konnte und auch meine kollegen ins boot geholt.

    ich glaube, ich werde sehr schnell panisch und steigere mich in etwas rein, seitdem ich das bossing durchgemacht habe.

    daher auch meine konzentrationsschwäche.

    Das ist normal. Es ist alles neu. Es strömt alles auf einmal auf einen ein. Das macht einen wuschig. Nach 2 Wochen ist viel gewonnen, wenn es menschlich passt. Und du musst bedenken, dass du für dieses Unternehmen dein Studium erst noch vor dir hast. Auch wenn du aus der anderen abgeschlossenen Ausbildung schon was mitbringen kannst.

    Wichtig ist erstmal, dass du mit der Aufgabe zurechtkommst und die Arbeit an sich was für dich ist. (Das klang im Eingangspost nicht so, scheint aber doch zu passen.) Mach nicht deinen beruflichen Weg von den Menschen um dich herum abhängig. Deppen gibts überall. Und die wenigsten arbeiten ihr Leben lang mit den gleichen Menschen zusammen. Die Arbeitsstelle kann man als angestellter Arbeitnehmer perspektivisch wechseln, wenn grundsätzlich der Job an sich passt. Da fragt dann keiner nach den alten Kollegen, sondern danach, was du dort geleistet hast.

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    Deppen gibts überall.

    davon kann ich ein lied singen und die TE sicherlich auch.


    es gibt ignoranten, denunzianten, mobber, choleriker, psychos, etc.


    Zitat

    was du dort geleistet hast.

    das muss für dich oberstes ziel sein, erfahrung sammeln, wissen vertiefen.


    wenn du eine egoistin bist, dann kann dir bei einem jobwechsel nichts passieren.


    machst du aber nur das was man von dir verlangt, gewöhnen sich die leute daran, bekommst auch ungeliebte aufgaben und landest fachlich auf dem Abstellgleis.

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    wenn du eine egoistin bist, dann kann dir bei einem jobwechsel nichts passieren.


    machst du aber nur das was man von dir verlangt, gewöhnen sich die leute daran, bekommst auch ungeliebte aufgaben und landest fachlich auf dem Abstellgleis.

    Kannst du den Zusammenhang mal erklären? Das erschließt sich mir so gar nicht.


    Ich habe eher die Erfahrung gemacht, dass wenn man viel Einsatz zeigt, alles Mögliche auf dem eigenen Tisch landet. Wenn man wesentlich mehr macht als verlangt, läuft man eben auch Gefahr, dass andere immer mehr verlangen.

    Und um meine fachliche Qualifikation muss ich mich schon auch selber kümmern. Aber da kann auch was von oben kommen, wenn der Arbeitgeber an meiner Arbeitskraft interessiert ist.

    Da gilt es in meinen Augen ein gutes Maß zu finden für Eigeninitiative - im eigenen Interesse für sich selbst.

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    Kannst du den Zusammenhang mal erklären?

    klar. ich habe lange zeit in einer kleinen firma gearbeitet.


    nun war es so, dass ich beim jahresgespräch gesagt habe, ich möchte mehr webdesign machen, dann hieß es, ja können wir machen, wenn das neue system da ist.


    dann wurde ich für die Updates dieses Systems abgestellt, Kommunikation mit Kunden, Dienstleister, etc.


    dann kam irgendwann Benutzerhandbuch schreiben hierzu.


    alles Aufgaben die keiner machen wollte oder ungeliebt waren. habe Dienst nach Vorschrift gemacht.


    Jahre später habe ich mir gedacht, was ist aus dem Webdesign geworden, habe ich mich fachlich weiterentwickelt?


    unter den gegebenen Umständen natürlich nicht. deshalb bin ich dazu über gegangen, was kann ich für mich mitnehmen und nicht was drückt mir die firma gerade auf‘s auge?


    klar diplomatisch natürlich, aber im hinterkopf schwirrt rum, kann und habe ich mich weiterentwickelt?

    • Neu
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    kann und habe ich mich weiterentwickelt?

    dann ist auch ein stellenwechsel leichter zu bewältigen, wenn man auf seine Erfahrung vertrauen und aufbauen kann.


    hat man dennoch nicht im Blick, sich weiter zu bilden und entwickeln, bleibt man fachlich auf der Strecke und macht sich abhängig vom ungeliebten arbeitgeber