Unfaire Chefin

    Hallo,


    vielleicht ein paar Worte zur Vorgeschichte: ich bin bei uns in der Abteilung der Leistungsträger.

    Ich habe mir bereits einen neuen Job gesucht, weil ich nicht möchte verheizt zu werden.

    Leider ist meine Kündigungsfrist so doof, dass ich ohne Aufhebungsvertrag nicht von dieser ungesunden Arbeitsstelle wegkomme.


    Soweit so gut: Wechsel angekündigt, mündliche Zusage für Aufhebungsvertrag bekommen. Das Ganze ist eine Woche her.


    Gestern die Chefin total aufbrausend, zu keinem Gespräch bereit, wirft mir über dritte vor, meine Arbeit nicht machen zu wollen. Habe ohne Erfolg auch versucht das direkte Gespräch zu suchen.


    Ich finde es total unfair. Auf der einen Seite soll ich liefern, auf der anderen wird mir (bildlich gesprochen) das Messer in den Rücken gerammt.


    Ich finde es nicht schlimm, einen Fehler zu machen, den kann ich noch ausbügeln, aber von einer Führungskraft hinten herum zu Motzen, finde ich total daneben und entspricht nicht den Tatsachen.

    Die Frage ist was machen? Ich bin darauf angewiesen, dass mich meine Chefin früher als geplant gehen lässt.


    Auf der anderen Seite kann ich mir nicht Untätigkeit vorwerfen (oder vor dem Team demontieren) lassen, vor allem dann wenn ich noch ein ordentliches Arbeitszeugnis möchte.


    Leider geht die Gesprächsbereitschaft meiner Chefin gegen 0.


    Wenn es doof kommt, habe ich die verbleibenden Monate, unverständlicher Weise die A*karte gezogen 8-(

    Wie ist denn eure Meinung?

  • 21 Antworten

    Gefühle mal beiseite schieben und sachlich, nüchtern denken.


    Du willst vor der Kündigungsfrist gehen , bist auf deine Chefin angewiesen - also bleibt dir nichts anderes übrig als nicht weiter Öl ins Feuer zu gießen.


    Ist doch egal was sie denkt und sagt - du bist eh bald weg.


    Versetzt dich in ihre Lage: du willst weg, vielleicht ärgert sie das , da sind also auch Gefühle , sie ist verletzt und da schafft es nicht jeder sachlich zu bleiben. Ja und auch Führungskräft sind nicht immer bilderbuchmäßig - warum auch , sind doch auch ganz normale Menschen


    Wenn du jetzt ihr Ärger machst, ihr nachweist , dass sie etwas nicht richtig gemacht hast, wird sie noch mehr sauer und lässt dich nicht eher gehen.


    Also lass die Bälle ins Haus gehen, sieh dein Ziel und handele klug.

    Man muss auch mal was wegstecken können.

    Danke, ich lasse es mir durch den Kopf gehen. Letztendlich möchte ich mich am Tagesende in den Spiegel sehen (können).


    Ich konnte jetzt mal eine Nacht drüber schlafen. Wenn es so weiter geht, wird es für uns beide hässlich enden.

    Alias 973298 schrieb:

    Leider ist meine Kündigungsfrist so doof, dass ich ohne Aufhebungsvertrag nicht von dieser ungesunden Arbeitsstelle wegkomme.

    Es wid doch wohl eine gesetzliche Kündigungsfrist geben? Du bist dort ja nicht Sklave. Und die wirst Du wohl aushalten müssen. Die ganze Situation ist ja nciht über Nacht vom Himmel gefallen.

    Alias 973298 schrieb:

    Die Frage ist was machen? Ich bin darauf angewiesen, dass mich meine Chefin früher als geplant gehen lässt.

    Meiner Meinung nach schlechte Planung von Dir. Du glaubst, nur weil Du der Leistungsträger bist läßt man Dich einfach so ziehen?

    Wenn Dein Entschluß so fest steht, dass Du schon einen neuen Job hast dann ist das Entgegenkommen des AG ein Zeichen seines guten Willens. Und wenn er nicht will hast Du Pech.

    Alias 973298 schrieb:

    Wenn es doof kommt, habe ich die verbleibenden Monate, unverständlicher Weise die A*karte gezogen 8-(

    ja, ist so. Meiner Meinung nach war das nach Deiner kurzen Schilderung doch abzusehen.

    ja, gebe ich dir Recht, schlechte Planung. Allerdings ist das Kind schon vor einem Jahr in den Brunnen gefallen.



    Überraschend kommt die neue Arbeitsstelle nicht.

    Alias 973298 schrieb:

    Leider ist meine Kündigungsfrist so doof, dass ich ohne Aufhebungsvertrag nicht von dieser ungesunden Arbeitsstelle wegkomme.

    Wieso solltest du denn gar nicht davon wegkommen? Werden doch kaum zwölf Monate Kündigungsfrist sein.


    Hast du diese Fristen anwaltlich prüfen lassen?


    Ich würde ihr Verhalten komplett ignorieren und schriftlich mitteilen, dass mündlich bestätigte einzufordern. Sobald sie darauf antwortet, bist du fast schon raus.

    Verhueter schrieb:
    Alias 973298 schrieb:

    Leider ist meine Kündigungsfrist so doof, dass ich ohne Aufhebungsvertrag nicht von dieser ungesunden Arbeitsstelle wegkomme.

    Wieso solltest du denn gar nicht davon wegkommen? Werden doch kaum zwölf Monate Kündigungsfrist sein.

    Ich kann seine Sorge zumindest nachvollziehen.


    Meine erster Job nachm Studium hatte 6 Monate Kündigungsfrist. Wenn man anfängt sich nach anderen Jobs umzusehen, bekommt man sehr schnell das Gefühl, dass das irgendwie unmöglich ist. Andre Firmen suchen "ab sofort", immer superdringend, natürlich warten sie für "den besten Kandidaten" dann auch den ein oder anderen Monat, aber 6 Monate ist heftig.


    In meinem Fall kam dann etwas Glück dazu, als ich wirklich gehen wollte wurde sehr viel in der Firma umstrukturiert und ich bekam angeboten, dass ich bleiben aber wenn ich was anderes habe bekomme ich nen Aufhebungsvertrag.


    Natürlich ist das viel Kopfsache und wenn es nur Jobs gibt die "ab sofort" Suchen gibts theoretisch auch die Möglichkeit, ohne Alternative zu Kündigen und dann zu späterem Zeitpunkt etwas zu suchen / zu bekommen. Allerdings ist das sehr Riskant und nicht in jedem Beruf oder Situation zu empfehlen.


    Zitat

    Hast du diese Fristen anwaltlich prüfen lassen?


    Ja das kann/sollte man aufjedenfall machen, es gibt gesetzlich schon Grenzen wie lange eine Kündigugnsfrist sein soll. Ich hab damals gelesen, dass ein Gericht eine 18 Monate Kündigungsfrist für akzeptabel hielt, allerdings gings da um eine leitende Position. Sowas ist ja immer sehr kontextabhängig, bei einem normalen Angestellten ohne Personalverantwortung sieht das bestimmt anders aus. Es muss ja Argumente für so eine lange Frist geben.

    Wie lange ist denn Deine Kündigungsfrist?


    Hast Du den neuen Vertrag schon unterschrieben, ohne das vorher mit dem aktuellen AG zu klären?


    War der neue Job nur für Dich nicht aus dem Himmel oder war das auch Deiner Chefin klar?


    Und wie viele Monate (vor der geregelten Kündigungsfrist) möchtest Du gehen?

    zum Quartalsende plus vier weitere Monate.


    den neuen Vertrag habe ich noch nicht unterschrieben.


    Es war absehbar dass ich gehe.


    Vier Monate noch hier.

    ich lese hier ganz viel Angst. Die Angst führt dich total in deinen Kopf, du phantasierst und bist fast unfähig, Leichtigkeit und Lösungen zu erkennen.

    Denk mal an 3 schöne Situationen in deinem Leben, vielleicht in der Kindheit! Was waren die Gefühle, die Gedanken über dich und das Leben und deine Möglichkeiten? Fühl dich da mal hinein und gehe mal eine Runde spazieren damit! Atme dabei bewusst tief und lautlos (sanft) in den Bauch. Mach das regelmässig. Das wird dich wieder zu dir selbst führen. Dann kannst du wieder Lösungen sehen und Möglichkeiten.


    Diejenigen, die hier geantwortet haben, bestätigen dich in deiner Angst. Weil sie nur deine Schilderung haben.


    Meinen Gedanken freien lauf lassend:

    Du kannst jetzt bereits ein Zwischenzeugnis verlangen. Dann weißt du, was dich erwartet.

    Und du kannst dann anhand des Zwischenzeugnisses sehen, ob sie dich realistisch einschätzt. Das kannst du auch mit ihr diskutieten, den Betriebsrat einschalten, dich an höhere Vorgesetzte wenden, ankündigen, deine Arbeit an das Zeugnis anzupassen, wenn es nicht realistisch geschrieben wird, den Anwalt bemühen.

    Zu guter letzt kannst du dich auch krank schreiben lassen.

    Ein Arbeitnehmer, der gehen will, den lässt man auch gehen. Denn man braucht Mitarbeiter, die gern hier sind.


    Wenn du dein Zwischenzeugnis hast, fällt es dir evtl leichter, dich entgegenkommend zu zeigen. Du kannst deiner chefin ja auch anbieten, ihr bei Resturlaub etc entgegenzukommen! Vielleicht gibt es noch andere Bereiche, wo du ihr entgegenkommen kannst?


    Liebe Grüße

    Alias 973298 schrieb:

    Vier Monate noch hier.

    Das klappt nicht. Wenn du tatsächlich zu Ende Q1/2020 gekündigt hast, wärst du noch bis 07/2020 da, sprich 2,5 Monate. Wenn du zu Ende Q2/2020 gekündigt hast, wärst du noch bis 10/2020 dort, sprich 5,5 Monate.

    Alias 973298 schrieb:

    zum Quartalsende plus vier weitere Monate.

    Das würde ich definitiv prüfen lassen.

    WurzelimLiebesraum schrieb:

    und bist fast unfähig, Leichtigkeit und Lösungen zu erkennen

    Man kann da zwar zum Teil Recht geben, der Fragesteller ist vielleicht etwas nervöser als er sein müsste, aber:


    Zitat

    Und du kannst dann anhand des Zwischenzeugnisses sehen, ob sie dich realistisch einschätzt. Das kannst du auch mit ihr diskutieten, den Betriebsrat einschalten, dich an höhere Vorgesetzte wenden, ankündigen, deine Arbeit an das Zeugnis anzupassen, wenn es nicht realistisch geschrieben wird, den Anwalt bemühen

    Das ist doch etwas zu einfach gesehen. Das ist eine Einstellung die man haben kann, wenn man einen Beruf hat wo man eh überall was findet, in einem Konzern arbeiten und viel Geld verdient. Das wissen wir aber alles nicht über den TE.


    Ob es bei ihm einen Betriebsrat gibt, ob er eine Rechtschutzsversicherung hat ... zumindest letzteres Bezweifel ich sonst würde er bei der Versicherung fragen und nicht hier.


    Daher ist es schon nicht ganz ungerechtfertigt, sich zu ein paar Details Gedanken zu machen. Natürlich sollte man versuchen, das im Rahmen zu halten und keine Ängste vor Dingen haben die kein Problem werden können.