Welche Nähmaschine als Anfänger?

    Hallo zusammen!


    Ich würde gerne mit dem Nähen anfangen und würde mir dafür auch gerne eine eigene Nähmaschine zulegen.

    Ich bin recht blutige Anfängerin. Ich habe in der Vergangenheit nur Vorhänge gekürzt, Kissenbezüge oder mal eine Windeltasche genäht. Dafür habe ich die Nähmaschine meiner Mutter verwendet (ist eine normale Nähmaschine).


    Perspektivisch würde ich gerne vorallem Baby- und Kleinkindkleidung nähen und dabei auch gerne Jersey-Stoffe verarbeiten, sodass wahrscheinlich eine Overlock-Maschine sinnvoll wäre oder lässt sich Jersey auch mit einer normalen Maschine nähen? ":/


    Ich könnte mir auch vorstellen, für mich Kleidung zu nähen.


    Macht es Sinn sich gleich eine hochwertige Maschine anzuschaffen? Kann man Nähmaschinen auch gut gebraucht erwerben oder hat man damit eher Ärger?


    Könnt ihr mir eine Maschine empfehlen?

  • 84 Antworten

    Ich habe mir eine Brother CS 10 gekauft als erste Maschine und bin zufrieden da recht einfach zu bedienen. Und ja, auch Jersey kann damit verarbeitet werden.

    Für Jersey brauchst Du eine Maschine mit verstellbarem Nähfußdruck und am besten einen Obertransport. Ich mag die Pfaff Ambition, da bist Du aber bei 600 Euro aufwärts dabei. Vorher hatte ich eine Brother Innovis 30, mit der habe ich auch grundsätzlich sehr gerne genäht, aber die konnte und wollte keinen Jersey nähen. Aber auch da gibt es Maschinen mit verstellbarem Nähfußdruck, da bist Du dann auch im Segment 500 Euro nach oben, und einen Obertransport, den man zusätzlich anbringen kann. Ansonsten hatte ich noch Juki oder Elna im Auge. Singer habe ich für mich persönlich ausgeschlossen, W6 Wertarbeit (gibt es ausschließlich online, kannst Du sonst mal googeln) auch, und alle Billigmaschinen vom Discounter will ich auch nicht. Bernina sprengt leider meine Finanzen, ist aber großartig. Mit einer Janome kannst Du eigentlich auch nichts falsch machen, ich finde die sehr ähnlich wie Brother, was Funktionalität, Qualität und Preis angeht.


    Am idealsten für Jersey ist natürlich eine Overlock, aber eine Overlock als einzige Maschine reicht nicht, es gibt immer ein paar Nähte am Stück, für die Du eine normale Nähmaschine brauchst. Bei einer Overlock würde ich sagen, dass eine günstige von Brother (so 250 bis 300 Euro) durchaus reicht, wenn Du sie mit einer guten Nähmaschine, die Jersey kann, ergänzt.


    Und bitte guck bei der Nähmaschine nicht so auf den Preis. Hättest Du jetzt gesagt, Du willst in erster Linie Baumwolle für Taschen und Kissen vernähen, würde ich Dir zu einer robusten guten mechanischen wie Elna Sew Fun raten, die für gut 200 Euro zu bekommen ist (Elna ist wirklich eine gute Marke). Aber bei Jersey sind Deine Stichworte Obertransport und verstellbarer Nähfußdruck, und bitte, nimm mindestens 500 Euro in die Hand, gerne auch mehr, Du wirst sonst keinen Spaß haben.


    Wenn Geld weniger die Rolle spielt, dann nimm ruhig auch bei der Overlock was Tolles, zum Beispiel eine Babylock.

    Ach, Du hattest auch nach gebraucht gefragt. Kannst Du nach gucken, lohnt sich meiner Ansicht nach nicht. Und wenn, dann bezahlst Du anstelle von 600 Euro für die neue vielleicht 550 für eine gebrauchte, die ein Jahr alt ist und vom Händler noch mal generalüberholt wurde.

    eine overlock schneidet ja die seiten immer gleich mit weg, ist daher als einzige maschine nicht geeignet, find ich. hosen reparieren, einsätze einnähen, das geht alles nicht mit overlock. als zusatz zu einer normalen ist es natürlich praktisch. :-)


    gebraucht würde ich eine alte maschine kaufen. die alten haben den vorteil, daß meistens viel hochwertigere materialien verwendet wurden, und bei nämaschinen- reperaturwerkstätten gibts normalerweise auch noch die ersatzteile. oft verkaufen solche läden auch alte, hergerichtete maschinen- da hätt ich auch das vertrauen darauf, daß die gut gewartet wurden. ich hab die alte maschine von meiner oma geerbt (aus den frühen 1970ern schätz ich) und finde, die macht ihre sache gut. kann halt nicht viel "schnickschnack", sondern mehr die basis-stiche, aber mehr brauch ich eh nicht. dafür sind die dinger unverwüstlich, noch vor der erfindung der geplanten obsoleszenz gebaut :-)

    Der Nähmaschinenreparaturservice, bei dem meine Pfaff, 600 €, gerade in der Reparatur ist rät zu Maschinen ab 1000 €. Und zu Brother.


    Ich ärgere mich scheißschwarz, dass ich mal 600 € für etwas ausgegeben habe, was mir langfristig nur Ärger einbringt. Das Geld hätte ich besser investieren sollen in was Robusteres.


    Billig wird, wie schon so oft, irgendwann noch teurer.

    Im Idealfall soll die Nähmaschine bzw. die Nähmaschinen mich einige Jahre oder Jahrzehnte begleiten, deshalb tendiere ich dazu, eher mehr Geld in die Hand zu nehmen. 1.000 Euro wäre mein Limit.


    Wobei ich dann wohl auch erstmal eine normale Nähmaschine, die Jersey nähen kann, anschaffen würde und dann erstmal schaue, ob ich die Overlock-Maschine tatsächlich brauche. Da hängt es wohl davon ab, ob ich viel zum Nähen komme, was ich genau gerne Nähe und ob es tatsächlich eine Leidenschaft wird.


    Danke schon mal für die vielen Empfehlungen!

    Wenn Du Kinderkleidung aus Jersey nähen willst, also so Pumphosen, Shirts und für Dich vielleicht auch mal ein Shirt oder Kleid oder Jogginghose, dann gönn Dir zur guten Nähmaschine gleich noch eine meinetwegen günstige Overlock dazu. Die großen Seitennähte hast Du damit ratzfatz genäht, und zwar viel schneller, stabiler und sauberer, als wenn Du diese mit der normalen Nähmaschine nähst.

    In der Innenstadt bei uns gibt es einen Nähmaschinen-Laden, der alle von euch genannten Hersteller im Programm hat. Ich werde mich da mal beraten lassen.

    Nähkurse bietet der Laden praktischerweise auch an :-)

    Wenn die Nähkurse an dort vorhandenen Maschinen anbieten, kannst Du eventuell auch zuerst einen Kurs machen, ein bestimmtes kleines Nähstück dort fertigen (z.B. Pumphose für Baby/Kleinkind oder einfaches Shirt) und gucken, wie Dir die dort genutzten Maschinen zusagen. Ich finde es auch wichtig, dass sich das Nähen selber gut anfühlt. Ich weiß aber nicht, ob es in absehbarer Zeit wieder sowas wie Nähkurse gibt.

    Zitat

    Perspektivisch würde ich gerne vorallem Baby- und Kleinkindkleidung nähen und dabei auch gerne Jersey-Stoffe verarbeiten, sodass wahrscheinlich eine Overlock-Maschine sinnvoll wäre oder lässt sich Jersey auch mit einer normalen Maschine nähen? s41.gif

    Ich könnte mir auch vorstellen, für mich Kleidung zu nähen.


    Macht es Sinn sich gleich eine hochwertige Maschine anzuschaffen? Kann man Nähmaschinen auch gut gebraucht erwerben oder hat man damit eher Ärger?

    Könnt ihr mir eine Maschine empfehlen?

    Ich habe eine Carina Classic seit über 10 Jahren. Hier im Haushalt ist noch eine Carina Premium. Die hat zig Funktionen. Aber Freunde werden wir in diesem Leben nicht mehr. Die Premium ist aber teurer als die Classic. Carina ist keine große Marke. Meine Theorie ist, dass man bei preisgünstigeren Marken lieber eine Maschine mit wenig Funktionen nehmen sollte. Will heißen: Von einer Discountermaschine mit hunderten Stichfunktionen würde ich die Finger lassen. Eine mit wenig Komfort kann durchaus gut nähen.

    Immer gut fährst du denke ich mit den gängigen, aber auch teureren Marken Janome, Juki, Elna, Pfaff...


    Ich besitze eine Janome Overlock. Die näht super. Vorher hatte ich eine Singer Overlock. Auch die nähte gut. Aber die Nähte der Janome sind noch besser. Auch der Bedienkomfort ist bequemer. Die Singer kam um die 300 Euro, die Janome 500 Euro. Es lohnt sich also auf jeden Fall nicht zu günstig zu kaufen.


    Jersey kannst du theoretisch auch mit der normalen Nähmaschine nähen. Habe ich selber lange getan. Wenn du aber perspektivisch viel Kleidung nähen willst und damit wahrscheinlich vor allem bei Kinderkleidung viel Jersey verarbeiten wirst, macht eine Overlock auf jeden Fall Sinn. Auch zum Zusammennähen von dünnen Stoffen und zum Versäubern vor dem Zusammennähen ist die toll. Die Nähte der Overlock sind um Längen besser als die dehnbaren Nähte der Nähmaschine. Bei deinem Budget sind durchaus beide Maschinen drin. Das kommt auch ein bisschen drauf an, welche Anforderungen du an die normale Nähmaschine hast.

    Ich kann nur für mich sprechen, aber ich sitze deutlich öfter an der Overlock als an der normalen Nähmaschine. Stretchige Stoffe sowieso nur mit der Overlock, dünne werden auch damit zusammengenäht. Schnitteile, die ich später mit der normalen Nähmaschine zusammennähe, werden vorher mit der Overlock versäubert. Die normale Nähmaschine nutze ich für die Dinge, die die Overlock eben nun mal nicht kann.


    Gebrauchte Maschinen können durchaus Sinn machen. Idealerweise kauft man die bei einem Nähmaschinenmechaniker. Da du ja einen Nähmaschinen-Laden vor Ort hast, kannst du dort vielleicht mal fragen, ob die auch reparieren und dementsprechend gebrauchte Maschinen haben. Die gängige Meinung ist, dass gebrauchte Maschinen schon mal eingenäht sind und daher gut funktionieren. Ich selber bin aber noch nicht in die Verlegenheit gekommen, dass anzutesten.

    Zitat

    Da hängt es wohl davon ab, ob ich viel zum Nähen komme, was ich genau gerne Nähe und ob es tatsächlich eine Leidenschaft wird.

    Da würde ich mir keine Sorgen machen. Ich habe wirklich noch nie gelesen, dass jemand dieses Hobby wieder gänzlich aufgegeben hat. Es ufert eher gerade Anfang schnell mal etwas aus.

    Auch auf die Gefahr hin, dass du wenig nähst, würde ich trotzdem zu einer wertigen Maschine raten. Wenn du dich von Anfang an nur ärgerst, weil die Maschine nicht gut näht, dann hörst du vielleicht doch wieder auf, obwohl es dir eigentlich Spaß machen könnte.

    Ich hatte auch beim örtlichen Händler mal nach gebrauchten Maschinen gefragt. Wirklich gute kommen nur selten rein, und für die kann man sich auf eine Warteliste setzen lassen... Und wie gesagt, der Preisunterschied zu einer neuen war mir dann nicht groß genug. Ich hatte mal kurzzeitig wegen Bernina überlegt und da auch den Gedanken gehabt, wenn man ein Modell, das neu z.B. 1.300 kostet, gebraucht für 700 kriegen könnte, wäre das vielleicht was, aber tatsächlich hat man da erst mal die Warteliste (wer sich so eine Maschine gönnt, behält sie in der Regel lange Jahre), das, was gebraucht rein kommt, ist dann schon um die 5 bis 10 Jahre alt (und so alt will ich es dann doch nicht), und der Preisunterschied ist nicht so eklatant, wie ich es gehofft hatte, sondern das würde man dann gebraucht für z.B. 1000 kriegen. Und ganz ehrlich, ich leg doch keinen 1000er hin für eine Maschine, die über mehrere Jahre gebraucht wurde.

    Es gibt (gerade natürlich nicht) Nähkursen. Dort kannst du Maschinen ausprobieren.


    Sonst guck zweiten Hand - spart eine Menge Geld und du kriegst eine besseren Maschine für weniger Geld.


    Stark elastische Stöffe sind extrem schwierig für Anfänger. Sie verziehen sich leicht und man kriegt Klumpen. Das braucht Übung.


    Taste dir langsam hoch. Ich habe für der Vater meiner Kinder einen Anzug genäht und schnell gelernt, dass ich den falschen Stoff gewählt habe.


    Was auch nützlich sein kann - eine womit man einfach dickeren Stöffe und auch Leder nähen kann. Man kann dann Gürteln und Taschen nähen und reparieren. Leder verzeiht viel.

    Also als Anfänger, wenn ich noch nicht weiß, ob ich das länger machen will oder vielleicht doch nach der dritten Pumphose die Lust verliere, würde ich wohl keine 1000 Euro ausgeben. Also vielleicht, wenn Geld wirklich keine Rolle spielt, aber sonst nicht.


    Ich weiß, sie werden von vielen belächelt, aber W6 baut überraschend solide gleichzeitig günstige Maschinen. Ich habe seit einigen Jahren die 5000er, nähe recht viel und bin damit zufrieden. Mit Obertransportfuß näht sie auch elastischen Kram. Zusätzlich habe ich allerdings eine Overlock. Erst die Gritzner788 (ich hatte mich damals in der Preisklasse gegen Brother und W6 entschieden) und inzwischen eine Babylock.


    Was noch dafür spricht, erstmal nicht das allerteuerste zu kaufen: Vielleicht stellst du fest, dass deine Ansprüche sich ändern. Ich habe mit einer günstigen Discounter-Maschine angefangen und bin dann auf eine sehr robuste und alte Pfaff umgestiegen. Zu dem Zeitpunkt habe ich viel Hundezubehör genäht, also mehrere Lagen Leder, Gurtband und so. Irgendwann hat sich das aber zu Kleidung verlagert und meine Wünsche änderten sich. Ich wollte mehr Schnickschnack, Zierstiche und solche Dinge. Also zog die W6 ein.


    Ich persönlich würde also erstmal in einem moderaten Preissegment anfangen, ausprobieren, gucken, wo du hinwillst und dann Geld in die Hand nehmen, um eine Maschine zu kaufen, die wirklich zu deinen Ansprüchen passt, wenn du sie dann ausgemacht hast.

    Würdet ihr bei einem Budget von 600-1.000 Euro eher eine mechanische oder eine elektronische (ist das das Gegenstück zur mechanischen?) Maschine empfehlen?