Wer von Euch hat sich schon einmal coachen lassen?

    Hallo, ich würde gern wissen, wer von euch bei Problemen schon einmal ein Coaching in Anspruch genommen hat?

  • 13 Antworten

    Hi,

    da ich leider länger Mal arbeitslos war, würde mir vom Jobcenter so ein Coaching angeboten, das habe ich dankend angenommen, das hätte ich mir aber sparen können. Ich glaube aber, die Dame hatte vom Coaching keine Ahnung, deswegen kann man es nicht so pauschal sagen. Coach ist aber auch kein geschützter Begriff bzw. Beruf oder wie auch immer. Es gibt da ganz große Unterschiede, was einem da geboten werden kann.

    Ja, habe auch schon zweimal ein Coaching gemacht, wo es darum ging, was ich beruflich in Zukunft machen könnte. Ich fand beide ganz gut und interessant, auch wenn ich wohl immer noch nicht den richtigen Job für mich gefunden habe.

    Indirekt. Ich habe nach meinem Studium eine umfangreiche Weiterbildung durchlaufen und einer meiner Supervisoren hat als Coach gearbeitet (wir reden hier als Anbieter von Psychologen/Psychotherapeuten, also fundierte Ausbildung, nichts aus der Esoterik-/Heilpraktikerszene). Da ich in der Zeit an einigen Dingen (privat & beruflich) zu knabbern hatte, habe ich ihn mal dafür gebucht. Es war wirklich hilfreich, allerdings kannte er mich ja auch schon gut.


    Ich könnte es auch anbieten, halte mich aber lieber an die eher "medizinische" Seite meines Jobs. Habe aber Kollegen, die dies mit anbieten. Ich denke, die Qualität variiert - und steht und fällt mit der Sympathie und dem "Draht", den man zum Coach hat. Ob der Ansatz einem etwas bringt.


    Bei klar umgrenzen Fragestellungen kann ein Termin aber bestimmt nicht schaden.

    Dragona schrieb:

    da ich leider länger Mal arbeitslos war, würde mir vom Jobcenter so ein Coaching angeboten, das habe ich dankend angenommen, das hätte ich mir aber sparen können.

    ist mir auch mal passiert, kann aber nicht sagen, ob nicht der eine oder andere kleine Tipp beim Lebenslauf zum Erfolg geführt hat.

    Zitat

    Ja :)z Berufliches Coaching zur Laufbahnentwicklung

    Hast du denn für dich selbst schon eine Idee, in welche Richtung es beruflich gehen soll oder möchtest du ein Coaching, weil du nicht weißt, wohin die Reise gehen soll?


    Meiner Erfahrung nach sollte man da nicht zu viel erwarten. Was daraus mitnehmen kann man immer. Mit der Erwartung reinzugehen, dass einem jetzt "die Lösung" geboten wird, wäre illusorisch.

    melb1985 schrieb:
    Zitat

    Ja :)z Berufliches Coaching zur Laufbahnentwicklung

    Hast du denn für dich selbst schon eine Idee, in welche Richtung es beruflich gehen soll oder möchtest du ein Coaching, weil du nicht weißt, wohin die Reise gehen soll?


    Meiner Erfahrung nach sollte man da nicht zu viel erwarten. Was daraus mitnehmen kann man immer. Mit der Erwartung reinzugehen, dass einem jetzt "die Lösung" geboten wird, wäre illusorisch.

    Ich war damals beruflich einfach in einer schwierigen Situation. Jetzt, im Rückblick betrachtet, habe ich mir nicht eingestehen wollen, dass ich an dieser Position, wo ich war, nicht mehr weitermachen kann.


    Die Situation lässt sich wohl am besten mit mangelnder Einsicht und mangelndem Mut, vielleicht sogar Zutrauen meinerseits zusammenfassen. Ich war auf der Suche nach einem neutralen Gegenspieler, der mir die Lösung nicht auf dem Silbertablett serviert, sondern der mir auch mal eine unbequeme Position gegenüberstellt.


    Im Ergebnis sehe ich das Coaching zwiespältig. Ja, es hat mir gute Ansätze geliefert, welches die nächsten Schritte sein könn(t)en. Ich habe auch mehr Klarheit für die Situation selbst bekommen. Es hat mir im Endeffekt schon geholfen, nicht mehr den Wald vor lauter Bäumen nicht zu sehen.


    Eine Tatsache empfinde ich auch gut ein Jahr später noch als negativ: Die gute Frau hielt damals meinen Lebenslauf in Händen und hatte sich die Lösung, was sie selbst an meiner Stelle machen würde, in den Kopf gesetzt. Und das wollte sie mir mehrfach aufdrängen und mich in diese Richtung schieben. Dafür, dass diese Person damals Vorstandsmitglied in einem Coaching-Berufsverband war, ist das eben gar nicht so wertfrei, wie sie sich das auf die Fahnen geschrieben hatte.

    So darf Coaching tatsächlich nicht ablaufen. Es müssen ALLE Optionen beleuchtet werden... Es soll eine Begleitung sein beim Herausfinden, was man möchte; nichts Übergestülptes.


    Ich würde auch definitiv "freiwilliges" Coaching trennen von dem Kram, den das Jobcenter anbietet. Das kann mak helfen, ist aber eher auf sehr einfachem Niveau angesiedelt...

    Zitat

    So darf Coaching tatsächlich nicht ablaufen. Es müssen ALLE Optionen beleuchtet werden... Es soll eine Begleitung sein beim Herausfinden, was man möchte; nichts Übergestülptes.


    Ich würde auch definitiv "freiwilliges" Coaching trennen von dem Kram, den das Jobcenter anbietet. Das kann mak helfen, ist aber eher auf sehr einfachem Niveau angesiedelt...

    Hast du da Erfahrungen?


    Ich kenne das eigentlich nur so als Abgleich von Fähigkeiten und Interessen, eventuell noch Stärken und Schwächen, und dann kommt halt raus, dass man dieses oder jenes machen kann.

    Da lässt sich wahrscheinlich auch ein Test im Internet finden.

    melb1985 schrieb:

    Ich kenne das eigentlich nur so als Abgleich von Fähigkeiten und Interessen, eventuell noch Stärken und Schwächen, und dann kommt halt raus, dass man dieses oder jenes machen kann.

    Ich hatte so ein "Bewerbungstraining". Da wurde diskutiert, wie die Schreiben auszusehen haben und was man beim Geprächen tun oder nicht tun sollte. Ich fand es nur interessant, wie "cool" ich auf dem Video rüberkam, ansonsten war es eher für die Katz.


    Mein Sohn wurde dazu ebenfalls mal verdonnert, nachdem er sich arbeitslos gemeldet hat, um weiterhin Kindergeld zu bekommen, da zwischen zwei Ausbildungsabschnitten mehr als vier Monate lagen. Er hatte von der Materie zu dem Zeitpunkt bereits mehr Kenntnisse als der Dozent und der Rest der Teilnehmer war 50+ und hatte null Bock...

    Ich habe mal einen Rhetorik Kursus an der VHS mitgemacht. Konnte man beruflich als Fortbildung buchen, man wurde dafür freigestellt.


    Der Kursleiter war fantastisch. Der hatte auch so einiges studiert, darunter auch Psychologie. Und konnte den Stoff auch prima vermitteln.


    Wann immer ich zurückblicke, was mir einen Sprung nach vorne gebracht hat, dann dieser Kursus. Wir wurden gefilmt zu Beginn des Kurses und am Ende des Kurses. War das wirklich die gleiche Frau, die sich da präsentierte?


    Ich bekam anfangs das Maul kaum auf, wurde rot, stotterte. Und konnte am Ende einen kleinen Vortrag halten, die Knie zitterten zwar, aber wer wollte so etwas in meinen Jeans nun tiefschürfend beobachten. Interessiert kein Schwein.....


    Einige Jahre später mußte ich spontan einen Vortrag halten vor 80 Menschen. Ich habe mir immer wieder vor Augen geführt, was ich gelernt hatte. Also, die Leute schienen begeistert gewesen zu sein. Hatte viel Applaus.


    Über meine Tätigkeit wurde damals öfter im TV/Radio etwas gebracht. Auch da mußte ich mich äußern. Und ich habe mich gerade letzte Woche für ein Projekt wieder präsentieren müssen. Es klappt noch immer.


    Und hätte ich ein spezielles Problem, würde ich das mit einem Coach erneut durchproben.

    Ich bin auch mal vom Jobcenter zu so einer Maßnahme verdonnert worden. Hatte da gerade 5 Monate mein Diplom in der Tasche; meinen ersten Job wg. Krankheit in der Probezeit verloren, also Hartz IV. Es war eine Katastrophe; da ich den Kram, der dort vermittel wurde, schon an der Uni erlebt und als Tutor begleitet hatte. Ich hätte den Kurs selber und besser abhalten können. Und wenn dann rauskommt, dass man seinen Lebenslauf "amerikanisch" schreiben soll (letzte Stelle oben, statt chronologisch), dann hat das für mich wenig Wert. Ernsthaft. Habe ich übrigens nie gemacht und danach noch viele gute Stellen erhalten. Hartz IV gab es auch nur für einen Monat, dann hatte ich nämlich eine neue Stelle.


    melb1985 schrieb:

    Hast du da Erfahrungen?

    Wie gesagt: Ja. Selber bei einem Supervisor mal gemacht; theoretisch könnte ich es auch locker durchführen. Wird hier aber eher weniger nachgefragt und persönlich liegt mir dieses superknackige "Lösung finden in 3 Terminen" einfach weniger. Aber niemand wird 12-24 Coaching-Sitzungen bezahlen. Und ich persönlich finde, da ist viel Blabla udn Effekthascherei; ich verkaufe die Methoden lieber weniger spektakulär, dafür fundierter. Aber das ist auch MEIN Ding; MEINE Haltung, MEINE Arbeitsweise. Quasi unspektakuläres Handwerk statt Showzauber.