• Wie Alltag besser bewältigen?

    Hallo! Mir fällt in letzter Zeit immer öfter auf, dass ich schnell überfordert bin und mir schon Kleinigkeiten sehr viel Kraft kosten - z. B. ein Behördengang oder kochen. Richtig problematisch wird es, wenn ich mehrere Dinge auf einmal erledigen soll. Das ist auch der Grund, warum ich derzeit nicht arbeite. Es gibt Menschen, die Arbeit, Kinder,…
  • 25 Antworten
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    Es gibt Menschen, die Arbeit, Kinder, Haushalt, Beziehungen und Freizeit problemlos unter einen Hut bekommen. Wie schafft man das?

    Nun man setzt Prioritäten.

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    Oftmals würde ich gewisse Dinge aber auch ohne mein Smartphone nicht machen.

    Was sind das für Dinge, wofür man unbedingt das Smartphone braucht? Mir fällt da, außer dem klassischen Telefonat nichts ein.

    Zitat

    Je schneller und einfacher ich etwas erledigen kann, desto eher mache ich es.

    Ich mache es genau umgekehrt. Ich erledige erst die komplizierten, langwierigen Sachen, deren Dauer man schwer einschätzen kann. Dann kann ich mich in Ruhe lässig zurücklehnen und Zeit vertrödeln. Den restlichen Kleinkram schaffe ich nebenbei.

    Zitat

    Was sind das für Dinge, wofür man unbedingt das Smartphone braucht? Mir fällt da, außer dem klassischen Telefonat nichts ein.

    Das hat sie nicht so gemeint. Sie meinte, dass es keinen Unterschied macht, ob sie das Smartphone in die Ecke verbannt, da sie sich bei den Tätigkeiten ohnehin überforderft fühlt.


    Ich würde es aber auf einen Versuch ankommen lassen, denn ein Smartphone außer Reichweite ist keine Verschlechterung der Situation - schlimmstenfalls macht es keinen Unterschied. Man kann aber auch gewinnen.

    Zitat

    Sie meinte, dass es keinen Unterschied macht, ob sie das Smartphone in die Ecke verbannt, da sie sich bei den Tätigkeiten ohnehin überfordert fühlt.

    Ups!

    @ Taps

    Zitat

    Nun man setzt Prioritäten.

    Und schafft trotzdem alles?

    Zitat

    Ich mache es genau umgekehrt. Ich erledige erst die komplizierten, langwierigen Sachen, deren Dauer man schwer einschätzen kann. Dann kann ich mich in Ruhe lässig zurücklehnen und Zeit vertrödeln. Den restlichen Kleinkram schaffe ich nebenbei.

    Das macht durchaus Sinn. Würde ich derzeit versuchen, mit schwierigen und komplizierten Sachen anzufangen - die mich überfordern - würde ich vermutlich gar nichts machen.

    @ Comran

    Zitat

    Das hat sie nicht so gemeint. Sie meinte, dass es keinen Unterschied macht, ob sie das Smartphone in die Ecke verbannt, da sie sich bei den Tätigkeiten ohnehin überforderft fühlt.


    Ich würde es aber auf einen Versuch ankommen lassen, denn ein Smartphone außer Reichweite ist keine Verschlechterung der Situation - schlimmstenfalls macht es keinen Unterschied. Man kann aber auch gewinnen.

    Bisher konnte ich mich mit meinem Smartphone immer von meiner Situation ablenken. Ist eben einfacher den Kopf in den Sand zu stecken, als sich einem Problem zu stellen. Denke aber, dass es durchaus sinnvoll ist, bestimmte Apps eben nur zu bestimmten Zeiten zu nutzen bzw. das Ding auch mal zur Seite zu legen.

    Zitat
    Zitat

    Nun man setzt Prioritäten.

    Und schafft trotzdem alles?

    Was ist "alles"? Es gibt kurzfristige, mittelfristige und langfristige Themen. Wichtige und weniger wichtige.


    Die Kunst besteht darin, die im Moment unwichtigen Dinge beiseite und aus dem Kopf zu lassen und sich auf die jeweils wichtigen zu konzentrieren. Prioritäten eben. Der Rest darf dich nicht belasten, sonst machst du dir ständig einen Kopf darüber, dass dieser Stapel nie kleiner wird und so unglaublich groß ist. Ich habe auch einige Vorhaben, die mich Jahre begleiten, ohne dass ich darin wirklich weiterkomme, aber immer wieder schafft es so ein Thema im richtigen Moment nach oben und ich kann es abhaken. Es belastet mich aber nicht, dass es noch da ist, wenn es nicht wichtig ist.

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    Bisher konnte ich mich mit meinem Smartphone immer von meiner Situation ablenken. Ist eben einfacher den Kopf in den Sand zu stecken, als sich einem Problem zu stellen. Denke aber, dass es durchaus sinnvoll ist, bestimmte Apps eben nur zu bestimmten Zeiten zu nutzen bzw. das Ding auch mal zur Seite zu legen.

    Definitiv! Weg mit dem Lebenszeiträuber. Es gibt schon Menschen, die das Leben nur noch als Zeit zwischen den Blicken aufs Smartphone wahrnehmen. So ein Gerät ist praktisch, wenn man es richtig einsetzt. Aber verführerisch, wenn die Ablenkung nur einen Griff in die Hosentasche entfernt ist.

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    Zitat

    Nun man setzt Prioritäten.

    Und schafft trotzdem alles?

    Naja, Prioritäten ersetzen das "alles" durch ein kleineres "alles". :-) Denn das ist ja sonst das Fiese an "alles", es hat kein Limit, und wird so immer größer. Und wer seine Sachen gut und gewissenhaft und pünktlich macht, bekommt von seiner Umwelt ja oft auch direkt mehr aufgehalst. Und dann ist "alles" irgendwann nicht mehr zu schaffen.


    Mit Prioritäten schafft man die Dinge, die einem wichtig und/oder dringend sind, delegiert die Dinge, die andere erledigen können, und lässt Sachen über'n Tisch fallen, die nicht wichtig sind.

    Bewertungen, die man so im Kopf macht

    1. Ist die Aufgabe dringend und kann ich sie nur selbst erledigen und *mir* ist es wichtig -> Heute machen. Die Hoffnung ist dabei, dass nicht zuviele Aufgaben diese Bewertung bekommen, sonst muss man sich da wieder Gedanken machen.


    2. Ist die Aufgabe dringend und andere können es machen -> Heute noch delegieren (an Kollegen, Partner, Eltern) / heute noch beauftragen (bei Dienstleistern), Termin setzen.


    3. Ist die Aufgabe nicht dringend, aber wichtig -> in den Kalender eintragen, für einen selbst oder für andere.


    4. Ist die Aufgabe für mich nicht wichtig -> vergessen und weg damit. :-) Oder wenn die Aufgabe von anderen kam: direkt ablehnen.

    Gesunder Egoismus dabei

    Nur weil was vom Partner, vom Kind, oder Mutter/Vater oder vom Chef als wichtig empfunden wird, muss das nicht auch für mich wichtig sein. Also wirklich für einen selbst denken. Nicht für andere mit.

    @ Comran

    Zitat

    Die Kunst besteht darin, die im Moment unwichtigen Dinge beiseite und aus dem Kopf zu lassen und sich auf die jeweils wichtigen zu konzentrieren. Prioritäten eben. Der Rest darf dich nicht belasten, sonst machst du dir ständig einen Kopf darüber, dass dieser Stapel nie kleiner wird und so unglaublich groß ist. Ich habe auch einige Vorhaben, die mich Jahre begleiten, ohne dass ich darin wirklich weiterkomme, aber immer wieder schafft es so ein Thema im richtigen Moment nach oben und ich kann es abhaken. Es belastet mich aber nicht, dass es noch da ist, wenn es nicht wichtig ist.

    Aber wie setzt man Prioritäten? Natürlich haben einige Dinge in meinem Leben eine höhere Dringlichkeit als andere. Aber gleichzeitig ist es auch so, dass ich gewisse Dinge relativ schnell erledigen könnte, wenn ich meine Energie darauf konzentrieren würde. ":/


    Es ist einfach nur ein Chaos.



    @ Pythonist

    Zitat

    Und wer seine Sachen gut und gewissenhaft und pünktlich macht, bekommt von seiner Umwelt ja oft auch direkt mehr aufgehalst. Und dann ist "alles" irgendwann nicht mehr zu schaffen.

    Nun, sobald ich etwas erlediget habe, tauchen Komplikationen auf oder es ergeben sich neue Problemstellungen. Im Prinzip nicht vermeidbar und für mich viel zu viel - und das obwohl ich jetzt schon nicht zurecht komme. Von gewissenhaft und pünktlich ganz zu schweigen.

    Zitat

    Mit Prioritäten schafft man die Dinge, die einem wichtig und/oder dringend sind, delegiert die Dinge, die andere erledigen können, und lässt Sachen über'n Tisch fallen, die nicht wichtig sind.

    Aber dann gibt es noch Dinge, die anderen wichtig sind. Oder die erledigt werden sollen. Oder die nicht unbedingt wichtig, aber trotzdem dringend sind.


    Leider kann ich mich nicht auf andere Menschen verlassen, sonst würde ich Aufgaben ja abgeben. ":/

    Zitat

    1. Ist die Aufgabe dringend und kann ich sie nur selbst erledigen und *mir* ist es wichtig -> Heute machen. Die Hoffnung ist dabei, dass nicht zuviele Aufgaben diese Bewertung bekommen, sonst muss man sich da wieder Gedanken machen.

    Ich fühle mich meistens überfordert und mache dann gar nichts. Eben weil die Sache wichtig für mich ist.

    Zitat

    2. Ist die Aufgabe dringend und andere können es machen -> Heute noch delegieren (an Kollegen, Partner, Eltern) / heute noch beauftragen (bei Dienstleistern), Termin setzen.

    Nun ja. Zum einem sollte ich mich ja selbst um meinen Kram kümmern bzw. mich meinen Ängsten stellen - und zum anderen funktioniert das ja nicht so wie es soll. Bzw. ich habe nicht die Kontrolle, die ich gerne hätte.

    Dann kommt dein innerer Konflikt doch in diesen Antworten gut raus:


    1) Schlechte Erfahrungen mit dem selbst machen. (Gefühl von Überforderung, Resignation, Angst). Daher geringes Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten.


    2) Schlechte Erfahrungen mit dem delegieren (Abgabe von Kontrolle, geringes Vertrauen in andere). Also eher selbst machen, aber dann siehe Satz 1.


    Damit finde ich verständlich, dass sich ein Gedankenkarussel ergibt, aber nur wenig produktives. Es ist - wenn die Einstellungen so bleiben - eine Zwickmühle, wo keine der beiden Alternativen Erfolg verspricht. Und damit viel liegen bleibt.


    Du hast geschrieben, dass du derzeit nicht arbeitest. Nun kann das viele Gründe haben, aber falls dies unfreiwillig so sein sollte, du also eigentlich gern arbeiten würdest: Hast du dich schon mal mit einer Erschöpfungsdepression beschäftigt oder diese in Betracht gezogen?


    Wenn nicht, schau doch mal in dieses Buch rein:


    "Burn-out überwinden für Dummies"


    Januar 2014


    von Adrian Urban


    z.B. in einer Bibliothek. Nur so als Idee. Das Buch stellt dir Ansätze vor, wie man dem begegnen kann und stellt Diagnose und Therapiemöglichkeiten in einfacher Sprache dar. Mit meiner Buchempfehlung ist keine "Ferndiagnose" verbunden, sondern eben, was mir so in den Sinn kommt, wenn ich deine Sätze lese.


    Gerade falls das in dem Zustand schon länger anhalten sollte oder keine Veränderung/Verbesserung in Sicht ist, lohnt sich auch, über therapeutische Hilfe nachzudenken - ambulant (Psychotherapie, Ergotherapie) oder ggf. stationär.


    Ich habe - in einem anderen, aber durchaus ähnlichen Zusammenhang - gute Erfahrungen mit einem stationären Aufenthalt in einer psychiatrischen Klinik gemacht. Eine heilsame Mischung aus Medikamenten (zur Beruhigung oder Aktivierung), aus der sonstigen Welt rausgenommen werden und versorgt sein (in der Klinik ist ja für alles gesorgt: Essen, Schlafen, sauberes Zimmer, und der ganze Ballast von zuhause ist weg, aber es ist nicht so einsam wie in einer Single-Wohnung), aber auch gefordert sein in den Therapien. Und eine intensive Zeit, die für mich aber wichtig war.

    @ Pythonist

    Erschöpfungsdepression? Aber wie, wenn ich mich noch nie wirklich in meinem Leben angestrengt habe oder wirklich unter Druck stand? ":/


    Ich war sowohl in Kliniken als auch in Therapien. Anscheinend hilft nichts wirklich.