Wie komm ich denn jetzt zu den Kunden?

    Diese Frage beschäftigt mich nun schon seit Freitag, nachdem zum 3.mal meine Frage nach Fahrtkostenerstattung (die mir laut Vertrag zusteht) abgelehnt wurde.


    Danach wurde mir nahe gelegt zu kündigen,so ala wems nicht passt kann ja gehen.


    Ich nutze meinen Privat Pkw(keine vertragliche Regelung) und habe nun auch angekündigt diesen nicht mehr für die Firma einzusetzen.(dienstliche Fahrten für die Firma im Monat ca 1000km)


    Rein theoretisch könnte ich auch mit den Öffentlichen fahren, aber auch da würde nix bezahlt werden.


    Was tun? Wäre es eigentlich Arbeitsverweigerung wenn ich nicht bei den Kunden erscheine?Oder doch lieber den Klageweg gehen?

  • 56 Antworten

    Im Vertrag steht :


    "Betrieblich veranlasste Fahrten werden mit 0,30ct pro gefahrenen Kilometer vergütet"


    Die Begründung der Ablehnung:


    Diese Klausel würde sich nur auf die Belange für Kunden beziehen-sprich Einkäufe für Kunden tätigen/Botengänge.




    Dies geht aber daraus nicht hervor ,es steht nur in Klammern (z.b. Einkäufe für Kunden)

    In Österreich kann man sich mit solchen Anliegen soweit ich weiß an die Arbeiterkammer wenden und dann dort auch den Vertrag prüfen lassen und so. Je nachdem wo du lebst, wird es vermutlich auch so eine Anlaufstelle geben?

    zur Erklärung:


    Ich fahre jeden Tag direkt von zu Hause zu den Kunden, an 5 Tagen ca 8-10 Kunden.


    Ich habe keine erste Arbeitsstätte.

    Zitat

    Wie komm ich denn jetzt zu den Kunden?

    Hast du das denn mal ganz konkret deinen Arbeitgeber gefragt? Er muss davon ja irgendeine Vorstellung haben.


    Langfristig gesehen würde ich wohl so oder so über einen Jobwechsel nachdenken..

    Zitat

    Hast du das denn mal ganz konkret deinen Arbeitgeber gefragt?

    ja und er ist fest davon überzeugt das es ganz allein meine Sache ist wie ich zu Arbeit komme, das wäre nicht sein Bier.

    Zitat

    Langfristig gesehen würde ich wohl so oder so über einen Jobwechsel nachdenken..

    Tu ich ja auch , aber noch bin ich ja da angestellt.

    Wie Du zu Arbeit kommst? Du schreibst aber Du hast gar keinen festen Arbeitsplatz (Soll hissen an einem festen Ort).


    Ich glaube Dein Arbeitgeber versucht hier Kosten auf Dich azuwälzen, die er zu tragen hat Und egal ob AT oder DE, das halte ich für nicht zulässig. Wie die Königin mit dem Schwarzen Herz geschrieben hat, das kann man sich sicher irgendwo erklären lassen.

    Zitat

    Ich glaube Dein Arbeitgeber versucht hier Kosten auf Dich azuwälzen, die er zu tragen hat Und egal ob AT oder DE, das halte ich für nicht zulässig.

    Das weiß ich ja und ich denke da genauso, bzw. das Gesetz läßt hier eigenlich keine großartige Interpretation zu.


    Frag mich ja nur ob das Konsequenzen hätte wenn ich z.b. morgen früh anrufen würde und sage, mein Auto steht leider nicht mehr zur Verfügung.


    Bei den ganzen vielen deutschen Gesetzen bin ich mir da immer nicht so sicher.


    Man darf ja auch nicht einfach so der Arbeit fern bleiben nur weil der Chef keinen Lohn bezahlt.

    Ich hatte im letzten Jahr einige Haushaltshilfen vom Krankenpflegeverein im Nachbarort bei mir und bei denen war es auch so, dass sie nur die Fahrkosten erstattet bekommen haben, die von meinem Haus aus angefallen sind, also Einkäufe, Kind zum Kindergarten, etc. Der Weg zu mir als Arbeitsstätte war vom Arbeitgeber aus nicht erstattungspflichtig. Das konnten die Damen, soweit ich weiß, ganz normal von der Steuer absetzen.

    @ chi

    bei mir ist es aber vertraglich geregelt.


    Ich weiß das der Arbeitgeber ohne Regelung im Vertrag nicht dazu verpflichtet ist.


    Von der Steuer absetzen ,ja könnte ich auch, aber es heißt eben STEUER Erklärung und nicht du bekommst deine kompletten Ausgaben zurück Erklärung . Das ist doch nur eine Steuervergünstigung und keine Erstattung.

    Zitat

    "betrieblich veranlasste Fahrten" heißt für mich jetzt aber auch nicht der Weg zu den Arbeitsstätten

    ich habe aber keine feste Arbeisstätte , da ich jeden Tag verschiedene Kunden anfahre die auch jederzeit durch neue Kunden ausgetauscht werden können.


    Mein Vertrag schließt eine Regelmäßigkeit bzw. Dauerhaftigkeit aus, da ich jederzeit woanders eingesetzt werden darf.


    Ergo eine feste erste Arbeitsstätte kann nicht festgelegt werden und somit fällt meine Tätigkeit unter Auswärtstätigkeit.


    Pendlerpauschale ist hier nicht anwendbar.

    Zitat

    Ergo eine feste erste Arbeitsstätte kann nicht festgelegt werden und somit fällt meine Tätigkeit unter Auswärtstätigkeit.

    Genau. Das bedeutet aber nicht automatisch, das dein Arbeitgeber dir Fahrtkosten erstatten muss. Die Fahrt zur Tätigkeitsstelle ist eben keine betrieblich veranlasste Fahrt.


    Hier sind ein paar Informationen dazu: Fahrtkosten


    Du kannst die Fahrten also absetzen, wenn sie nicht erstattet werden. Und das dazu immerhin höher als die Pendlerpauschale.


    Interessant wird das Thema Arbeitszeit:


    Arbeitszeit


    Das fällt viel schwerer ins Gewicht.

    Zitat

    Zu einer dienstlich veranlassten Fahrt zählen alle Tätigkeiten des Mitarbeiters, die im Interesse und auf Veranlassung des Arbeitgebers durchgeführt werden. Dabei müssen sie nicht unmittelbar zur beruflichen Tätigkeit gehören. Betrieblich veranlasst ist danach beispielsweise auch die Fahrt des Monteurs im Außendienst in seinem Wagen, wenn er seine Arbeit ohne diesen nicht erbringen könnte.

    http://www.zeit.de/karriere/2010-02/arbeitsrecht-unfall-berufliche-fahrt

    Zitat

    Aus der gesetzlichen Definition der ersten Tätigkeitsstätte und dem Umstand, dass jeder Arbeitnehmer nur eine Tätigkeitsstätte haben kann, ergibt sich im Umkehrschluss auch das Vorliegen einer beruflichen Auswärtstätigkeit. Eine solche liegt danach immer dann vor, wenn der Arbeitnehmer vorübergehend außerhalb seiner Wohnung und auch außerhalb seiner ersten Tätigkeitsstätte tätig wird. Berufliche Auswärtstätigkeiten führen regelmäßig zum Reisekostenabzug.

    Zitat

    Eine beruflich veranlasste Auswärtstätigkeit liegt vor, wenn der Arbeitnehmer vorübergehend außerhalb seiner Wohnung und nicht an seiner ersten Tätigkeitsstätte beruflich tätig wird.

    http://www.tipps-vom-steuerberater-zu-reisekostensaetzen.de/content/steuertipps/reisekostenrecht/