Das von mir erwähnte geisteswissenschaftliche Werk, das ich gelesen habe und das mich zum Ergebnis gebracht hat, dass 10 Seiten weiter da immer noch derselbe Gedanke durchgekaut wird ohne einen Schritt weiter zu kommen, war nicht von einem Studenten, sondern ein Buch eines angesehenen Geisteswissenschaftlers.


    Das Buch war auch gut verständlich, da ist mir kein Inhalt entgangen. Und so kann ich sagen, dass jackrabbit nicht ganz, aber fast recht hat, zumindest was dieses Buch angeht:

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    Geisteswissenschaftler sagen mit vielen worten nichts,

    da fehlt ein "fast" vor dem nichts. Denn der Gedanke aus den ersten ein bis zwei Sätzen des Kapitels war ja durchaus vorhanden. Es war nur derselbe, der sich durch das ganze Kapitel zog, mit immer neuen Worten aber ohne anderen Inhalt. Erst 10 bis 20 Seiten weiter kam dann mal ein neuer Gedanke.


    Ich kann allerdings nicht ausschließen, dass es Bereiche innerhalb der Geisteswissenschaften gibt, die sinnvoller sind. So war eine der Abschussarbeiten, die ich gelesen habe, literaturwissenschaftlich und durchaus interessant zu lesen. Vom Schwierigkeitsgrad der Materie her zwar trivial verglichen mit Mathematik oder Naturwissenschaften, aber es hatte einen Inhalt und der war auch interessant und wurde auch nicht künstlich in die Länge gezogen.

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    Um herzuleiten, dass ein Produkt von zwei senkrechten Geraden gleich Betrag 1 ist, braucht bestimmt auch ein paar Worte mehr

    genaugenommen nicht, wenn man die Symbolsprache der Mathematik versteht:


    |m1·m2| wenn m1 ⊥ m2 ==> m2= -1/m1 ==> |m1·(-1/m2)| = |-1| =1

    Danke für die Übersetzung. Ich hatte überhaupt nicht verstanden, wovon Alias redete. Jetzt hab ichs kapiert.

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    Auch wissenschaftliche Arbeiten sollten verständlich geschrieben sein. Nur geschwollen was daherlabern so dass es wissenschaftlich klingt und man sich selbst, ob seiner Klugheit, erhaben fühlt, kann es ja wohl nicht sein. Das hat auch nix mit "Niveau" zu tun, entscheiden sollte der Inhalt und die Argumentation, dadurch zeichnet sich wissenschaft aus.

    Hm die Frage ist ob das immer möglich ist bzw. was damit gemeint ist verständlich zu schreiben. Also muss es für jeden Menschen unabhängig von der Bildung oder dem Intelligenzgrad verstanden werden können? Wenn ja dann halte ich das nicht für möglich. Die Frage ist dann wo man da die Grenze setzt, für andere Akademiker? Und zum Thema Inhalt und Niveau, Niveau kann das gegenteil von Einfach und oberflächlich sein. Ein weiteres Problem ist das Vorwissen, viele wissenschaftliche Arbeiten basieren auf sehr sehr viel Vorwissen und Grundlagen. Wenn man die in jedem Buch wieder durchkaut hat man nurnoch riesige Wälzer. In der Wissenschaft schreibt man eben für das entsprechende Publikum, da geht es um wissenschaftlichen Fortschritt und mal abgesehen von Einführungswerken nicht so sehr darum Grundlagen nochmal darzustellen, sondern eben neues zu präsentieren. Einfaches Beispiel, wenn ich eine Abhandlung über Verfassungsklagen zu Artikel 1 schreibe, kann ich nicht grundsätzlich und umfassend erklären was das Verfassungsgericht ist, was eine Verfassung ist, wie das deutsche Rechtssystem aussieht und auch nicht jeden juristischen Begriff erklären und herleiten. Bei einem Werk über Perikles kann ich auch keine grundlegende Einführung erwarten, was eigentlich die Antike war. Was verständlich ist, hängt dann stark vom jeweiligen Vorwissen ab.

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    Hast du ernsthaft einen fertigen BWLer oder Geisteswissenschaftler gefunden, der später erfolgreich Physik studiert hat?

    Die Frage ging zwar nicht an mich, aber zählt es auch umgedreht, also wenn ein fertiger Physiker hinterher erfolgreich ne geisteswissenschaft studiert hat? Wenn ja dann ja, also da kenne ich sogar zwei, die das erreicht haben. Also ja sowas gibt es.

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    Ich sehe nach wie vor nicht ein, warum erst ein gutes Abschneiden in den Naturwissenschaften ein "richtiges" Abitur ausmacht ":/ und man das Abi halt nachgeschmissen bekommt, wenn man so schlau war, die Naturwissenschaften größtenteils zu meiden.

    Ein Abschneiden eines Abiturs für eine allgemeine Hochschulreife erfordert meines Erachtens in allen Fächerbereichen eine Note besser als 5. Und ein Abitur ohne Deutsch, ohne Geschichte, ohne Geografie, ohne Mathematik, ohne Naturwissenschaft oder ohne Englisch erfolgreich bestanden zu haben ist für mich kein richtiges allgemeingültiges Abitur- sondern nur ein Teilabitur, das keine allgemeine Hochschulreife erfüllt, sondern nur eine teilweise Hochschulreife, weil sie nur in Teilbereichen zum Studium befähigt. Ich hätte mich auch relativ problemlos in Gesellschaftswissenschaften und Sprachen für's Studium bewerben können und mit hoher Wahrscheinlichkeit auch dort bestanden (wenn auch in Deutsch und Fremdsprachen mit wesentlich schlechterer Note- da wären meine Einsen in Physik wohl eher Dreien in Deutsch oder Englisch geworden).

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    Hast du ernsthaft einen fertigen BWLer oder Geisteswissenschaftler gefunden, der später erfolgreich Physik studiert hat?

    Die Frage ging zwar nicht an mich, aber zählt es auch umgedreht, also wenn ein fertiger Physiker hinterher erfolgreich ne geisteswissenschaft studiert hat? Wenn ja dann ja, also da kenne ich sogar zwei, die das erreicht haben. Also ja sowas gibt es.

    Ja klar, das gibt es, das hatte ich ja anfangs gesagt, dass es für den Physiker nicht schwer war, später noch BWL zu machen. Nur umgekehrt wirds schwierig, aber das wollte Alias mir nicht glauben.

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    So machen es die Geisteswissenschaften auch. Es werden Gesetzmäßigkeiten gesucht, vermeintlich gefunden und dann überprüft. Dann benannt. Dann in den Kontext gesetzt. Dann in anderen Kontexten damit rum gespielt.

    %-| Naturwissenschaftler spielen nicht! Man macht ein Experiment, entwickelt eine Theorie und überprüft die Theorie mit einem Experiment. Alles andere ist unwissenschaftlich. Ach herrjemine.

    Ja, häng' Dich an der Wortwahl auf.. ;-)


    und natürlich "spielen" Naturwissenschaftlern mit ihren Produkten. Wohl schon länger nicht mehr mit einem Mathematiker zusammen gesessen? ;-D


    Ich schon, erst gestern. Übertragung meiner Laberkategorien in ein Datenanalyse-Programm (latent class) und wir haben mit dem Algorhythmus hinsichtlich der zu erwarteten Werte, die ich dann anhand des geisteswissenschaftlichen Kontextes überprüft habe, ob lebensweltlich möglich, "gespielt".


    Einträchtig nebeneinander, der Mathematiker hat was von mir erfahren und ich was von ihm.

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    die, für die Vokabel-Lernen ein Fremdwort ist,


    wählen die Naturwissenschaften, übrigens tatsächlich diejenigen, die bis jetzt nicht viel getan haben, weil sie so viel naturwissenschaftliches Verständnis haben, dass sie dank dieser Fächer bis jetzt im Gym durchgehalten haben, also wirklich die deutlich fauleren.

    Wieso ist für Naturwissenschaftler Vokabeln lernen ein Fremdwort? Die Fachterminologie besteht auch aus Vokabeln. Die Fachliteratur ist auch in englischer Sprache. Englisch wird übrigens vorausgesetzt in den Naturwissenschaften. Richtig ist, wenn man naturwissenschaftliches Verständnis hat, lernt man die Fächer schon im Unterricht und muss nicht pauken, d. h. nicht dass diese Schüler deswegen faul sind.


    Naturwissenschaftler sind auch keine Fachidioten, jedenfalls nicht mehr als andere Leute. Es gibt z.B. viele, die mehrere Sprachen können oder in Chors singen. Zu einer umfassenden Allgemeinbildung gehören neben Wirtschaft, Kunst auch Naturwissenschaften.

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    Ein Abschneiden eines Abiturs für eine allgemeine Hochschulreife erfordert meines Erachtens in allen Fächerbereichen eine Note besser als 5. Und ein Abitur ohne Deutsch, ohne Geschichte, ohne Geografie, ohne Mathematik, ohne Naturwissenschaft oder ohne Englisch erfolgreich bestanden zu haben ist für mich kein richtiges allgemeingültiges Abitur- sondern nur ein Teilabitur, das keine allgemeine Hochschulreife erfüllt, sondern nur eine teilweise Hochschulreife, weil sie nur in Teilbereichen zum Studium befähigt.

    Sehen wir es realistisch: Das Abitur als allgemeine Hochschulreife gibt es vielleicht noch in Bayern und ein paar anderen Bundesländern, aber ansonsten ist es mausetot. Was auch immer es in NRW bescheinigt, mit Hochschulreife hat das absolut nichts mehr zu tun. Man sollte diese witzlose Prüfung ersatzlos abschaffen und es den Fachbereichen der Unis überlassen, über Aufnahmeprüfungen festzustellen, wer sich für den jeweiligen Studiengang eignet.


    Damit käme dann auch endlich wieder Druck in die Schulen rein, nicht nur gute Noten zu produzieren, sondern den Schülern wirklich etwas beizubringen.

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    Nur umgekehrt wirds schwierig, aber das wollte Alias mir nicht glauben.

    Das ist doch keine Frage des Wollens? ???


    Ich diskrimiere ja auch nicht ständig per se alle Naturwissenschaftler. Bin sogar mit einem verheiratet.


    Deswegen springe ich da ständig drauf an. :-p

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    lernt man die Fächer schon im Unterricht und muss nicht pauken, d. h. nicht dass diese Schüler deswegen faul sind.

    Also die von mir gemeinten Schüler sind es - inklusive meinem Sohn. ;-D


    Der hat schon in der 3. Klasse C++ programmiert und sich ein tolles Hitnergrundwissen in den NT angeschafft... eben, weil viel zum Spielen, Ausprobieren, sofort ersichtlichen Trial-Error-Prinzip... Mathebundessieger und der ganze Kram.... aber im Leben nicht könnte der nun den sozialwissenschafltihcen Zweig besuchen, weil er es nicht auf die Reihe bekommt, sich fundiert mit Texten auseinander zu setzen....


    und auch in den Fremdsprachen meint er, verstehen an sich reicht.... er kommt wirklich weit damit.

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    das war die Beschreibung des Auswahlprozesses von 14jährigen für ihre weitere Schullaufbahn.


    Nicht die Bibel.

    Tatsächlich? Ach so früh werden heute schon aus Schülern Fachidioten gemacht. Zu meiner konnte man mit 16 auf Gym wechseln und hatte noch immer eine umfassende Allgemeinbildung zu absolvieren. Die Zeiten sind ja nun vorbei.


    An meiner Uni mussten wir damals auch einen Aufnahmetest nach dem Abitur machen.