• Würdet ihr mit dem Chef reden?

    Hallo, ich versuche hier mal meine berufliche Situation kurz zusammenzufassen und würde gerne ein paar Meinungen hören... Also ich habe einen direkten Vorgesetzten, der früher bei uns im Büro war, seit kurzem jedoch im Home Office im Ausland arbeitet. Daneben habe ich 3 Kollegen, welche ich eingearbeitet heb. Ich bin derzeit der längste Mitarbeiter in…
  • 33 Antworten

    Moment... Es gibt keinen neuen und alten Chef. Es gibt nur einen Chef und einen Chef über meinem Chef.... Ich weiß nicht genau, wie das Missverständnis aufgetaucht ist... Nur mein direkter Chef war früher bei uns im Büro und ist es jetzt nicht mehr, aber es ist die gleiche Person.... Und naja, auch damals hab ich schon viele seiner Aufgaben gemacht... Aber ich dachte halt, dass mir die Entfernung auch irgendwie als Argumentationsgrundlage hilft...

    Zitat

    Offensichtlich hat sie die Not darum gebeten - und zusätzlich der 'alte' Chef, der die Aufgaben peut-à-peut an sich abgetreten hat.

    Die Sichtweise der TE ist halt nur eine Seite.....


    Meine Kollegen bekommen auch immer wieder Brocken von mir ab, aber nicht, weil ich es nicht machen möchte, sondern weil sie daran wachsen können und sollen. Sie wollen mehr Verantwortung tragen und bekommen diese auch, soweit es ihre Erfahrung zulässt und ich es verantworten kann. Und mit der Erfahrung wächst im Übrigen auch das Gehalt....da stehe ich zu 100% hinter meinem Team.


    Ich sehe keinen Anlass für die TE, die interne Führung zu übernehmen und Kollegen auf die Finger zu klopfen, wenn sie am Handy spielen. Die Arbeit muss gemacht werden....wird sie es nicht, muss ihr Chef den Kopf dafür hinhalten. Wenn das Team ihm jedoch nicht vertraut und er nicht weiss, was sein Team eigentlich den ganzen Tag macht, dann fällt es sowieso irgendwann auf ihn zurück....das ist dann nur eine Frage der Zeit.


    Für mich liest sich das eher so, als würde die TE ungefragt ihren Kompetenzbereich überschreiten, in der Hoffnung, eine Führungsposition zu ergattern und das macht sie auf eine, für zumindest mich, sehr unsympathische Art. Das soll jetzt kein persönlicher Angriff sein, ich kann schon verstehen, dass man weiterkommen möchte. Wenn es dazu jedoch in der eigenen Firma derzeit keine Möglichkeit gibt, kann man entweder nur abwarten, bis es auffliegt, dass der Chef nichts taugt oder eben die Firma wechseln (was ich sowieso für die bessere Variante halte).

    @ OrangeCanyon

    Ich denke, du kannst das nicht 1:1 mit deiner Situation vergleichen. Natürlich ist das in einem gewissen Maße normal, aber du sagst ja auch z.B. "wenn du es verantworten kannst", also machst du dir Gedanken um dein Team, das fehlt bei meinem Chef. Er gibt mir keine Aufgaben ab, damit ich daran wachsen kann, sondern weil er weiß, dass ich es besser kann als er bzw. dass ich es überhaupt kann... Das macht er ganz dezent, ohne es zuzugeben, einerseits verständlich, man will keine Schwäche zeigen, um ernst genommen zu werden, aber ich kenn ihn nun solange, ich weiß, dass er es nicht kann und es deshalb mir gibt und es ist mir gegenüber dann nicht fair, sich einerseits so zu verhalten, mir andererseits aber jeden Weg nach oben zu verschließen.


    Es ist auch nicht nur mein subjektiver Eindruck... Meine derzeitigen Kollegen sagen das gleiche. Auch zwei ehemalige Kollegen sehen die Situation so. Eine aufgrund des Chefs gekündigt. Also so ganz subjetiv ist es nicht, aber klar, ihr hört jetzt 'natürlich nur meine Seite, das ist mir bewusst...


    Das mit dem Handy war ein Beispiel. Aber manche im Team sind motivierter als andere. Soll ich zulassen, dass die "guten" sich kaputtmachen, während andere sich langweilen? Es gehört doch dazu, die Arbeit gleichmäßig zu verteilen.


    Du sagst, es wird irgendwann auf ihn zurückfallen, wenn er nichts von seinem Team mitbekommt, aber tut es ja nicht, weil wir als Team sehr gut funktionieren, was aber eben nun wirklich nicht sien Verdienst ist, im Gegenteil.

    Zitat

    Für mich liest sich das eher so, als würde die TE ungefragt ihren Kompetenzbereich überschreiten, in der Hoffnung, eine Führungsposition zu ergattern und das macht sie auf eine, für zumindest mich, sehr unsympathische Art

    Sorry, aber das ist ein persönlicher Angriff. Ich mache sehr wenig ungefragt, ads meiste wird von mir verlangt... Und warum genau ist das unsympathisch? Ich gebe zu, vielleicht wirke ich hier etwas überheblich in der Darstellung, aber leide ist es eine Tatsache...


    Aber so wie es aussieht bleibt mir wirklich nichts anderes übrig als die Firma zu wechseln.... Ich finde es schade, da ich die Firma und die Arbeit sehr mag, es wird mir nur durch diesen unfähigen Vorgesetzten schlechtgemacht.... Aber auf Dauer kann ich so natürlich auch nicht arbeiten...


    Ich würde ohne den Aufstieg, von mir aus auch ohne Gehaltserhöhung klarkommen, wenn denn meine Arbeiten gleichbleiben würden. Aber immer mehr Arbeit, immer mehr Verantwortung usw., aber es nie anerkennen? Das kann ich mir doch nicht gefallen lassen...

    Das Missverständnis hab ich vermutlich mitgebracht, weil ich es so verstanden hatte. Entschuldigung dafür.


    Und dann direkt nochmal Entschuldigung, denn dann muss ich auch ein bisschen umschwenken:


    Wenn du zu deinen neuen Aufgaben eine Lohnerhöhung bekommen hast, gehören diese doch nun schlicht zu deinem Aufgabengebiet. Und daran ist dann an für sich nichts auszusetzen ... ?


    Es kann durchaus sein das du einfach selbst Führungsqualitäten mitbringst, wofür dein angezeigtes Engagement ja auch irgendwie spricht. Aber das würde ich dann eher über eine (Neu-)Bewerbung regeln. Im Arbeitszeugnis wird ja alles aufgezeigt was du an Aufgaben hattest ...


    Ich bin grad ein bisschen verwirrt. Muss grad nochmal alles lesen.

    @ OrangeCanyon

    Das die Sicht der TE nur eine Seite ist, ist vollkommen klar. Trotz allem scheint es schwer unter den Mitarbeitern den Chef anzuerkennen und da muss ja schon ein bisschen was dran sein. ;-)


    Und so sie ungefragt ihren Kompetenzbereich überschreitet, sollte das einem Chef eigentlich auch mal auffallen, oder? ;-D

    @ Eleonora

    Sorry, falls ich mich irgendwo unklar ausgedrückt haben wegen dem Chef und dem Chef vom Chef usw. Dachte mir schon, dass das etwas veriwrrend ist, ich hätte sie irgendwie anders benennen sollen ;-)


    Also ja, man kann das sicher einersetis so sehen, dass die neuen Aufgaben mit der Gehaltserhöhung abgedeckt sind, aber das war nur ein Teil der neuen Aufgaben, einen anderen Teil der Aufgaben des Chefs hatte ich sowieso vorher schon, ein andere Teil kam erst danach....


    Und naja, mal ganz extrem ausgedrückt: Würdest du für 100€ mehr die Hälfte der Aufgaben deines Chefs übernehmen? Ist übertrieben, ich weiß, also bewusst. Aber verstehst du, was ich meine? Die Gehaltserhöhung war schön und gut, aber sie rechtfertigt nicht, das mehr an Arbeit, das ich habe.


    Es ist hier halt auch schwer zu beschreiben, um welche Aufgaben es im Detail geht und so... Daher sicher auch schwer vorzustellen, sorry...


    Ja, also niemand von uns kann den Chef ernst nehmen bzw merke ich dass selbst neue Mitarbeiter bereits an seiner Kompetenz zweifeln und aus dem Grund mit Fragen zu mir kommen, was natürlich auch ein gewisses Maß an Mehrarbeit ist. Ich werde so oft aus meinen Arbeitsabläufen rausgerissen, weil jemand ne Frage hat. Das ist vollkommen ok, jeder Frage seine Kollegen mal was, aber es ist eben kein Geben und Nehmen, sondern ein "alle Fragen Sonja, wenn sie ein Problem haben".


    Und ja, wenn ich meinen Kompetenzbereich überschreiten würde, müsste meinem Chef das auffallen und er würde sich vermutlich darüber beschweren. Tut er aber ganz und gar nicht. Er ist sehr happy mit dem was ich tue, er braucht mich und er setzt irgendwie auch voraus, dass ich das mache.... Also von Beschwerden oder Unzufriedenheit meines Chefs, dass ich manche Aufgaben "an mich reiße" ist keine Spur zu sehen, im Gegenteil, er ist sehr froh darüber, weil klar, es zeigt ja auch Engagement... Allerdings verlier ich das Engagement langsam aber sicher, wenn es nicht entsprechend anerkannt wird...

    Wenn noch etwas dazu gekommen ist wäre es doch wieder legitim das Gehalt neu zu verhandeln. Da muss es dir nicht unangenehm sein das die letzte Verhandlung nicht allzu weit zurückliegt.


    Eine Bekannte sagte mal: "Wer nicht alles halbe Jahr bis Jahr nach einer Erhöhung fragt, ist selber doof." ;-)


    Dein Chef weiß ja was du für ihn tust.


    In welchem Bereich arbeitest du? Gerne auch nur eine grobe Richtung, wenn du's nicht zu genau sagen möchtest.

    @ Hallo Sonja

    im Gegenteil zu anderen Stimmen aus deinem Faden möchte ich dich ausdrücklich ermutigen, deine Interessen an der hierarchisch höheren Position vorzutragen. Und zwar auch mit dem Hinweis darauf, dass du mit deinem Vorgesetzten schon über eine Stelle als seine Vertretung gesprochen hast, er jedoch meinte so eine Stelle sei nicht vorgesehen.


    Nun wendest du dich mit eben dieser Frage an höhere Stelle und begründest die mit deinen tatsächlich geleisteten Arbeiten. Begründe genau welche komplexeren Arbeiten und welche Organisations- und Führungsaufgaben du im Alltagsgeschäft leistest, die sonst eigentlich in den Arbeitsbereich deines Vorgesetzten Fallen würden. Da dir die zusätzlichen Aufgaben ja Freude machen und du gerne weiterhin in dieser Firma arbeiten würdest, solltest du auch das betonen. Schlag vor, dass du gerne die Stelle einer Stellvertreterin für Herrn XY vor Ort haben möchtest und bitte um einen Gesprächstermin.


    So wie du selber auch schon geschrieben hast, mach keinen schlecht, sondern streich deine Qualitäten hervor, betone dass du de facto das Team vor Ort schon koordinierst und bei Fragen von ihnen schon als kompetente Autorität annerkannt wirst.


    Mehr fällt mir zu so früher Stunde nicht ein. Aber vieleicht findet sich noch die ein oder andere Stimme hier, die dich konstruktiv unterstützt.


    Eins noch: bedenke, die fleißigen Bienchen werden von allen geschätzt und sogar geliebt. sie sind im Büroalltag unentbehrlich. Aber befördert, werden sie nie bis ganz selten. Es sei denn, sie fordern ihr gutes Recht. In diesem Sinne wünsche ich dir, dass du dich nicht entmutigen läßt, sondern selbstbewußt für deine Pläne eintrittst.


    :)^ @:)

    Zitat

    Eine Bekannte sagte mal: "Wer nicht alles halbe Jahr bis Jahr nach einer Erhöhung fragt, ist selber doof."

    So ähnlich sehen es die Personaler.


    Und ich behaupte: wer nicht fragt, kriegt keine Antwort.

    @ Sonja_R

    Zitat

    Und wenn ich keine Chance auf einen Aufstieg hab, werde ich mich anderweitig umsehen müssen.... Ich mag die Firma und ich mag meine Arbeit, aber unter den Bedingungen kann ich da nicht mehr so lange bleiben

    Ich würde das schon einem übergeordneten Chef ansprechen.


    DEIN Vorgesetzter ist im Ausland und wo ist hier vor Ort der Teamleiter? DAS könntest DU sein.

    Ich möchte dich in deinem Vorhaben auch unterstützen, liebe Sonja! Wer sich immer zum Bückling macht, erreicht nie etwas. ??War erst letztens bei meinem Vater so. Er ist auch so ein Fließbienchen, macht Alles. Er war auch schon Stellvertreter, sein direkter Chef ging, und er dacht natürlich, dass er jetzt den Chefposten kriegen würde und hat sich beworben. Pustekuchen. Es wurde vom Chef drüber ein neuer Chef eingestellt, der keinen Plan hat, aber mein Vater sollte weiterhin brav buckeln und die Fresse halten. Er hat den Job gewechselt und hat jetzt einen neuen mit echten Aufstiegschancen.??


    Was ich dir sagen möchte: Du wirst doch in der Firma nicht mehr glücklich und möchtest eh gehen, wenn sich nichts verändert. Was hast du also zu verlieren? Wenn du davon ausgehen kannst, dass deine Arbeit auf dem Markt halbwegs gefragt ist, würde ich es wagen und den Chef über deinem Chef informieren. So, wie auch geschrieben - sachlich und freundlich, ohne deinen direkten Chef schlecht zu machen, sondern so, dass du deine Fähigkeiten und Leistungen detailliert aufführst und hervorhebst.


    Viel Glück :)* !

    Ich würde auch fragen. Und vorher ein Zwischenzeugnis anfordern, wo du darauf achtest, dass alle Aufgaben aufgeführt sind, die du auch tatsächlich ausführst, nicht nur die vertraglich vereinbarten. Falls jemand fragt, warum du das haben willst, kannst du ja sagen, dass es eben mit dem Home Office deines Chefs zu tun hat. Wobei es niemanden was angeht, warum du es haben willst. Aber in der Praxis ist das ja oft nicht so strikt durchführbar, dass man sich zu sowas nicht äußert.


    Ich würde an deiner Stelle sehr genau dokumentieren, welche zusätzlichen Aufgaben du jetzt schon übernimmst und ob vielleicht weitere durch das Home Office vom Chef erhältst. Als Grundlage für das Gespräch.


    Falls dieses Gespräch mit dem Ober-Chef nichts bringt, würde ich die zusätzlichen Aufgaben einstellen - auch wenn dadurch Sachen gegen die Wand gefahren werden.

    Das mit dem Zwischenzeugnis ist eine sehr gute Idee! Denn wenn dir nach dem Versuch, Stellvertreterin zu werden, jemand doof kommen sollte und du dich wegbewerben willst, hast du wenigstens ein gutes Zeugnis in der Hand :)z . Nicht, dass dir da dann noch jemand Steine in den Weg legen will. Ich meine, klar kann man gegen ein ungerechtfertigt schlechtes Arbeitszeugnis vorgehen, aber es ist ja besser, wenn man sich den Stress nicht geben muss ;-) !


    Als Begründung würde ich anführen, dass sich dein Arbeitsbereich stark verändert hat, seit dein Chef im Home Office arbeitet, und du das gerne dokumentiert haben möchtest. Ich würde da nicht schwammig bleiben. Darauf aufbauend kannst du dann sehr gut Verhandlungen bezüglich Gehalt und/oder Position führen.

    Ich würde mich schwer davor hüten, meinen direkten Vorgesetzten zu übergehen. Egal wie es vor den höheren Chefs vorgetragen wird, es ist in jedem Fall ein Affront gegen den direkten Vorgesetzten und der wird dir das extrem übel nehmen, zumal er das Thema schon abgewunken hat. Insbesondere wenn er einen guten Stand in den höheren Ebenen hat, kann dieser Schuss schnell nach hinten losgehen. Wenn du nach oben kommen willst kannst du es tun. Dir muss aber klar sein, dass es sich in jedem Fall um einen Königsmord handeln wird und du in dem Moment wo du zu den höheren Chefs gehst, den Rubikon überschreitest. Den Zwischenweg den hier einige sehen, sehe ich nicht, insbesondere dann nicht wenn dein direkter Vorgesetzter nicht noch einen wesentlich größeren Haufen als nur euch befehligt (klang aber nicht so).

    Zitat

    Eins noch: bedenke, die fleißigen Bienchen werden von allen geschätzt und sogar geliebt. sie sind im Büroalltag unentbehrlich. Aber befördert, werden sie nie bis ganz selten. Es sei denn, sie fordern ihr gutes Recht. In diesem Sinne wünsche ich dir, dass du dich nicht entmutigen läßt, sondern selbstbewußt für deine Pläne eintrittst.

    Das halte ich für ein Gerücht. Bei allen fast allen Leuten in meiner Firma, die befördert wurden kann ich sagen, sie wurden es mit recht. Sie haben sich reingekniet in Ihre Arbeit, haben die Dinge nicht einfach laufen lassen und waren immer da wenn es drauf ankam.

    Zitat

    Ja genau, weil alles gut läuft. Aber warum läuft es gut? Weil ich gewisse Führungsaufgaben einfach bereits übernehme, ohne dass mir die Position dazu offiziell zuerkannt wurde.... Es läuft also alles gut, daher merken die Chefs meines Chefs nichts von eventuellen Problemen...

    Sieh es doch mal aus Sicht der Vorgesetzten. Wenn alles so prima läuft, gibt es für sie keinen Handlungsbedarf.

    Zitat

    Sieh es doch mal aus Sicht der Vorgesetzten. Wenn alles so prima läuft, gibt es für sie keinen Handlungsbedarf.

    Außer, sie macht den Mund auf, begründet und meldet Ansprüche an. :)z

    Zitat
    Zitat

    Eins noch: bedenke, die fleißigen Bienchen werden von allen geschätzt und sogar geliebt. sie sind im Büroalltag unentbehrlich. Aber befördert, werden sie nie bis ganz selten. Es sei denn, sie fordern ihr gutes Recht. In diesem Sinne wünsche ich dir, dass du dich nicht entmutigen läßt, sondern selbstbewußt für deine Pläne eintrittst.

    Das halte ich für ein Gerücht. Bei allen fast allen Leuten in meiner Firma, die befördert wurden kann ich sagen, sie wurden es mit recht. Sie haben sich reingekniet in Ihre Arbeit, haben die Dinge nicht einfach laufen lassen und waren immer da wenn es drauf ankam.

    Keine Ahnung in welchem Bereich du arbeitest. Aber bei Bürokauffrauen, Sekretärinnen, Sachbearbeiterinnen wird es selten vorkommen, dass sie allein wegen ihres Fleißes und ihrer Zuverlässigkeit aus dem Nichts, zu Teamleitern befördert werden. Und ich spreche jetzt ganz bewußt die weibliche Form an.

    Zitat

    Ich würde mich schwer davor hüten, meinen direkten Vorgesetzten zu übergehen.

    Hat sie doch nicht. Mit ihm hat sie doch schon gesprochen und eine für sie unbefriedigende Antwort erhalten.

    Zitat

    Dir muss aber klar sein, dass es sich in jedem Fall um einen Königsmord handeln wird und du in dem Moment wo du zu den höheren Chefs gehst, den Rubikon überschreitest.

    Also bitte! Königsmord! %-|


    Das sehe ich viel undramatischer. Zumal der (ehemalige) Chef jetzt im Ausland sitzt und de Facto die TE die Verantwortung für das Alltagsgeschäft trägt. Ich finde nach wie vor, sie sollte sich als seine Vertretung verkaufen. Selbst wenn es diese Stelle bis dato noch gar nicht gab und sie so in einem so kleinen Team nicht vorgesehen ist. Allerdings ist es auch sehr eigenartig, dass ein Leiter eines Vierer-Teams vom Ausland aus und in Abwesenheit agiert. Und eben drum, halte ich es gar nicht für so unwarscheinlich, dass die höhere Etage ihren Vorschlag annerkennt und sogar gut findet.


    Was ich hingegen sehr befremdlich und absolut kontraproduktiv fände, wenn sie wie von einigen "Experten" vorgeschlagen, gewisse Aufgaben, die explizit in den Arbeitsbereich des Vorgesetzten fallen, in Zukunft liegen lässt, damit die Defizite des Chefs an oberer Stelle auffallen. Sowas finde ich dem Arbeitgeber gegenüber nicht loyal. Lieber die zusätzlichen Aufgaben erledigen, mich eine Weile mit der Zusatzbelastung beweisen und dann sachlich begründet, freundlich aber selbstbewußt meine Vorstellungen und Forderungen den Entscheidungsträgern unterbreiten. Wenn es nichts bringt, wäre ich auch nicht eingeschnappt und würde mich aus Trotz auch nicht woanders bewerben.


    Auch würde ich vor dem Schreiben oder dem Gespäch mit den Vorgesetzten kein Zwischenzeugnis verlangen. Außer ich würde wirklich gehen wollen.


    Aber die TE will doch bleiben. Sie fühlt sich wohl. Sie will noch nichtmal mehr Geld. Das wurde ihr doch schon eben wegen der Mehraufgaben gewährt. Sie will lediglich ihre jetzige Arbeit der Stellvertreterin ofiziell "abgesegnet" haben.


    Ich finde das sehr legitim. :)z