Nein, von den anderen hat kaum einer Kinder, ausser einer, aber sie hat im Abi schon ein Kind bekommen (musste Schule abbrechen) und hängt seitdem in Hartz IV fest. Eine Studienkollegin ist noch während der Abschlussarbeit schwanger geworden und wurde deswegen auch von den anderen Kommilitonen ziemlich fertig gemacht von wegen "sowas Dummes würd ich nie tun, wozu hat die überhaupt studiert, hätte ja gleich zu Hause bleiben können". Damals war ich noch nicht schwanger, deswegen hat man auch vor mir so über sie herumgelästert.


    Du musst wissen, dass es eine bestimmte "Mentalität" unter BWL-Studenten gibt (zumindest an meiner alten Uni, weiss es aber auch von anderen Unis). Kollegialität hab ich da selten erlebt, Teamarbeit nahm nach meiner Erfahrung eher Formen an wie "jeder gegen jeden", man wird halt m.M.n. immer nur als "Konkurrent" wahrgenommen, viele Mitstudenten reden nur mit dir wenn du ihnen irgendwie "nützlich" bist. Als Schwangere oder Mutter bist du da natürlich raus. Fand das schon immer schrecklich, hab nur eine Handvoll Bwler kennengelernt, die ganz liebenswürdige und soziale Menschen sind ohne ständig an ihre Karriere zu denken.


    Glaubte eigentlich schon immer, falsch in diesem Bereich zu sein, obwohl mir die Arbeit an sich (auch im Praktikum und in den Studi-Jobs Spass gemacht hat) hab aber keinen Mut gehabt das Studium abzubrechen und was anderes zu machen. Im Nachhinein bedaure ich es weil es Kommilitonen in den ersten Semestern gemacht haben und jetzt sehr glücklich mit ihrer Kursänderung sind.


    Noten hab ich aber sehr gute im Studium gehabt, rein inhaltlich hat es mich auch interessiert aber vom "Menschenschlag" her fühl ich mich einfach sehr unpassend.


    Hab mich auch eher mit Ingenieuren und Informatikern abgegeben, die erschienen mir viel vernünftiger.


    Auch wenn es für dich vielleicht etwas konfus oder irrational klingt, aber ich überlege tatsächlich ob diese Durststrecke im Moment nicht ein neuer Anfang wäre um aus dem ganzen BWL-Bereich auszusteigen und irgendwie nochmal von ganz vorn anzufangen z.B. im Bereich Naturwissenschaft/Technik, frage mich aber ob ich dafür nicht zu alt bin.


    Was die Schwangerschaft anging, ist es ganz blöd gelaufen. Hab einen sehr regelmässigen Zyklus, so dass es 6 Jahre lang gut gegangen ist. Konnte mich immer auf meinen Körper verlassen. Dann sind wir im Ausland gewesen, viel rumgefahren, hatte viel Stress, kaum was gegessen – während kurzer Zeit ungewollt viel abgenommen und plötzlich hat sich der Zyklus unbemerkt geändert. Davor hat sich Stress oder Gewichtsabnahme nie auf den Zyklus ausgewirkt. Aber wenn diese stressige Zeit nicht gewesen wäre, hätte ich mich auch weiterhin auf meinen Körper verlassen können. Einfach dumm gelaufen. Vielleicht war es einfach Schicksal.

    @ arbeitundkind:

    In welcher Zeit hast du dein Studium durchgezogen? Wenn du natürlich gebummelt hast und jetzt 2 Jahre Berufspause hattest, dann wirds schwer gleich einen guten Job zu finden.


    Schlechte Ausgangslage, aber nicht hoffnungslos. Steig irgendwo ein, künftige Arbeitgeber belohnen Fleiß im LL mehr, als xx Jahre Arbeitssuche.

    Zitat

    Natürlich hab ich mich jetzt auch weiter nach unten orientiert und mich auf Bereiche beworben wo man kein Studium braucht, aber ist das sinnvoll? Kommt man da dann irgendwann wieder raus oder ist man dann quasi "abgestempelt"?

    Lösche das sofort aus deinem Kopf! Arbeiter sind nicht "weiter unten", sie machen halt was anderes. Sie können genau so intelligent wie eine Studierte sein. Nimm so einen Job, und zeige was du kannst! Zeige, dass deine Arbeit (zB im Sekretariat) hevorragend ist: Du denkst mit, deine Briefe sind sprachlich perfekt, du bedienst das Telefon mit einer unwiderstehlichen Freundlichkeit, du servierst den Kaffee und weißt beim 2. Mal schon wer mit Zucker und wer ohne, gib deinem Chef mehr als erwartet und bald wird er dir den Abteilungsleiterposten anbieten! Auf Führungsebene einsteigen mit null Berufserfahrung und 2 Jahren weg von Fenster? Nö - ist nicht!

    B-W, denke vor allem an grösseren unis ist es so.


    Versteh mich nicht falsch, natürlich bin ich froh und glücklich über mein Kind, ein paar Jährchen später wäre ideal gewesen. Hab glücklicherweise im Kindsvater auch den Richtigen gefunden, daran gibt es nix zu meckern. Nur beruflich klappts halt nicht.


    Kenne auch einen Bwler von der lmu. Er ist extrem karrierebedacht und arbeitet wortwörtlich bis zum Umfallen. 70-80 Std. sind bei ihm normal. Daher ist er auch schon gesundheitlich ziemlich angeschlagen und ausgebrannt – und das schon mit unter 30. Privatleben hat er so gut wie keins, das ist aber selbst verschuldet. Ich denke soweit muss man es nicht treiben, es lohnt sich m.M.n. für keinen Job bzw. nicht für die tollste Karriere seine Gesundheit zu ruinieren. Früher war ich auch mal auf so einem "Trip", hab während des Praktikums auch sehr hart und zu viel gearbeitet, so dass es wirklich auf die Gesundheit gegangen ist (plötzliche innere Blutungen, Magengeschwür) weil ich geglaubt hab, ich werd nach dem Studium übernommen, wurd aber leider nur durch die nächste Praktikantin abgelöst. :(v


    Du wirst daher verstehen, dass ich schon etwas Angst hab wieder nur als billige Arbeitskraft ausgenutzt zu werden. Beim letzten Mal hat man mir auch erzählt es besteht die Möglichkeit der Übernahme bla bla... Aber wie du schon sagtest, man kann es einfach schwer abschätzen und irgendwann muss man in den sauren Apfel beissen. :-/

    @ Nadjalein:

    Habe nix gegen Arbeiter, will sie auch nicht diskriminieren. Hab kein Problem in Arbeiter-Bereiche einzusteigen.


    Hab das Studium fast in der Regelstudienzeit (10 Sem) abgeschlossen + 2 Semester, da 2 Auslandssemester. Ist bei Auslandssemestern an unserer Uni immer schwierig eine Anrechnung zu bekommen, daher muss man Kurse an der Heimat-Uni wiederholen. Aber hier schreien die AG auch wieder nach Auslandserfahrung, wenn die fehlt stimmt auch wieder was nicht. ":/


    Hab mich auch auf Sekretärinnen-Jobs beworben, von manchen direkt Absage wg. Überqualifizierung, andere stehen noch aus, offensichtlich bin ich da nicht erste Wahl, man sucht lieber jm mit Lehre weil Berufserfahrung und passgenaue Ausbildung.


    Würd solche Jobs auf jeden Fall annehmen wenn denn eine Zusage käme...

    Frage:


    Habe folgendes Angebot bekommen (die einzige "Zusage" bis jetzt) :


    Unbezahltes Praktikum in einer Rechtsanwaltskanzlei sowie


    Angebot eine Lehre als Steuerfachangestellte zu machen.


    Eines von beiden annehmen oder weiter bewerben?

    Also die Lehre zur Steuerfachangestellten würde ich nur dann annehmen, wenn das ein Bereich ist, der Dich interessiert und in dem Du Dir auch vorstellen könntest, hinterher tätig zu sein. Denn eine Lehre dauert ja doch einige Zeit, und danach kannst Du Dich schwer nochmals umorientieren. Wenn Dich diese Tätigkeit dagegen interessiert, ist es sicher keine schlechte Kombination mit BWL.


    Mit dem unbezahlten Praktikum kannst Du dagegen nichts verlieren (so lange wird das ja nicht sein), sprich: Du kannst Dich nebenbei weiterbewerben. Und wenn das eine große Kanzlei ist, kommst Du vielleicht auch mit anderen Unternehmn etc. in Kontakt.

    Der Bereich Steuern interessiert mich schon sehr, aber 2 Jahre lang Lehre machen ist dann auch keine so kurze Zeit, Vergütung so um die 600 Euro.


    Das Praktikum wäre 3-6 Monate, die Kanzlei ist leider recht klein, ca. 10 Angestellte. Weiss nicht, ob das eine Chance ist? ???

    @ nadjalein:

    arbeitundkind will ja nicht gleich in die führungsetage, sie möchte einen job bekommen der ihren studien kentnissen entspricht und sich nicht unter wert verkaufen, das ist auch gut so. ich weiss nicht ob du selber studierst hast aber häufig fühlen sich leute ohne studium von solchen aussagen angegriffen und rechtfertigen sich damit, dass arbeiter ja nur was anderes machen würden und nicht weniger interelligent seien als solche mit studium, darum gehts doch aber nicht.

    beide angebote sind mist, weiterbewerben. dann kannst auch im laden aushilfe sein. man soll sich auch nicht ausnutzen lassen, noch lebst du nicht unter der brücke, unbezahlt würde ich nie arbeiten auch für die grösste chance nicht, damit verkauft man sich erst recht unter wert.

    eine kanzlei, die dich nach einem unbezahlten praktikum übernimmt, wenn überhaupt, wird dir einen hungerlohn zahlen und die chancen auf einen gut vergüteten arbeitsplatz mit chancen sind noch kleiner.

    heiratsbraut, ich habe jura studiert.

    Zitat

    arbeitundkind will ja nicht gleich in die führungsetage, sie möchte einen job bekommen der ihren studien kentnissen entspricht und sich nicht unter wert verkaufen

    Sie bewirbt sich nach ihren Aussagen seit 2 vollen Jahren! Wie lange soll sie sich noch nicht unter Wert verkaufen?

    ja, jetzt hat sie ja umgedacht, ich glaube der thread hier wird ihr helfen, das richtige zu entscheiden bzw. eine richtung einzuschlagen, sie ist ja doch sehr geschwommen was sie machen soll etc.

    Hast du Interesse an einer Lehrtätigkeit? Aufgrund des Lehrermangeln haben Quereinsteiger in vielen Bundesländern ziemlich gute Chance. Hattest du eventuell ein Nebenfach, was dich da in irgendeiner Form weiterbringen könnte?


    Ansonsten muss ich Nadja schon zustimmen: Deine Ausgangslage ist nicht die Beste und das Gequatsche über Qualifikationen, angemessene Stellen usw. ... Ich habe auch als Sachbearbeiterin gearbeitet und hatte Kollegen mit Studium, andere hatten "nur" eine Ausbildung. Gerade im Bürobereich sind die Grenzen fließend und ausschließlich Hochschulabsolventen findet man beinahe nur in den Führungsetagen und dort wirst du mit deiner Vorgeschichte leider sowieso schlechte Chancen haben – zumindest, wenn du da direkt einsteigen willst.


    Ein sechsmonatiges, unbezahltes Praktikum würde ich allerdings auch nicht annehmen. Das ist Zeitverschwendung und klingt schon sehr nach Ausbeutung. Außerdem bliebe dann die Frage, wie du ohne finanzielle Aufwandsentschädigung sechs Monate Kinderbetreuung organisieren sollst.


    Wichtig ist, dass du das was du machst 100%ig machst und dir möglichst eine Firma suchst, in der es Möglichkeiten gibt voranzukommen. Sekretärin bei einer großen Firma muss nicht das schlechteste sein und du hast sicher mehr Aufstiegschancen als wenn du irgendwo im Sonnenstudio hockst. Wenn du nebenbei vielleicht noch den ein oder anderen Kurs belegst, Engagement zeigst und auch als Mensch gut ankommst, werden sich sicher noch ein paar Türen öffnen. ;-)

    Zitat

    Wenn du jetzt eine Lehre als Steuerfachgehilfin annimmt, dann ist das Studium wirklich für die Katz gewesen und du wirst immer "eine kleine Angestellte" bleiben.

    Die Frage ist doch, was sie will. Bisher ist mir auch noch nicht klar, wohin die Reise überhaupt gehen soll. Noch ein Kind? Jetzt oder später? Oder doch die große Karriere? Am besten beides?Muss es jetzt eine angemessene Stelle sein, "weil man das mit Studium ja so macht"? Oder aus Überzeugung und Ehrgeiz? Dann frage ich mich, warum sich in den vergangenen zwei Jahren so wenig bewegt hat und warum man überhaupt ernsthaft in Erwägung zieht, nun erstmal noch ein zweites Baby zu bekommen. ;-)


    Und was ist "eine kleine Angestellte"? Der Niederlassungsleiter in meiner letzten Firma hat nie eine Uni von innen gesehen und ist seinen Weg eben anders gegangen.


    Mein Beitrag ist kein Stück wertend gemeint, mir ist einfach nicht so ganz klar, wohin die Reise gehen soll und das herauszufinden wäre wohl das erste Ziel.


    Das Leben als "kleiner Angestellte" kann ja auch für einen intelligenten Menschen mit Hochschulabschluss sehr zufriedenstellend sein, wenn er damit ein gewisses Einkommen erzielt, der Job seinen Interessen entspricht und er jeden Tag pünktlich um fünf Feierabend machen und sich um die Kinder kümmern kann. Alles eine Frage der Prioritäten. @:)

    Zitat

    Hab mich auch auf Sekretärinnen-Jobs beworben, von manchen direkt Absage wg. Überqualifizierung, andere stehen noch aus, offensichtlich bin ich da nicht erste Wahl, man sucht lieber jm mit Lehre weil Berufserfahrung und passgenaue Ausbildung.

    Wie sagt man so "schön": Du sitzt zwischen zwei Stühlen:


    Einerseits bist du für "normale" Ausbildungsberufe überqualifiziert und zu alt (Sorry @:) ), denn da stehst du immerhin in Konkurrenz zu 20-Jährigen "gelernten" Konkurrentinnen und andererseits bist du für eine adäquate Stelle im Bereich BWL ohne Berufserfahrung und in fortgeschittenem Alter "unterqualifiziert".


    Selbst wenn du jetzt eine Ausbildung dran hängen solltest, schreitet dein Alter weiter voran und der Abstand zur jungen Konkurrenz wird immer größer. Möglicherweise findest du eine Stelle, dein abgeschlossenes Studium wird dann aber zur Randnotiz in deinem Lebenslauf degradiert.


    Eine Bekannte mit recht exotischen Studienfach arbeitet als promovierte Akademikerin - nach langer Durststrecke - seit ein paar jahren als Sachbearbeiterin im öffentlichen Dienst. In dem ganzen Laden weit und breit die einzige Frau Dr. Ihr Studium verbucht sie als "Lebensabschnitt" :-/


    Leider habe ich auch kein Patentrezept :-(

    @ Nadjalein:

    Wir haben vorher schon 1 Jahr, berufsbedingt durch meinem Partner im Ausland verbracht, hatte damals auch gedacht, dass ich mich ja im Ausland bewerben kann. Leider habe ich nicht berücksichtigt, dass man im BWL-Bereich eigene Leute hat und hier keine Ausländer braucht. Ausserdem muss der AG im Ausland immer nachweisen, dass es halt keine genauso qualifizierten Inländer gibt. Daher hab ich mich 1 Jahr lang vergeblich aufs Ausland konzentriert und somit wertvolle Zeit verloren.

    @ Emma Peel:

    Wo es hingeht, hängt leider nicht mehr allein von mir ab. Hab mich bereits in meinen favourite Branchen beworben, bin dort aber leider "unterqualifiziert". Insofern wird aus der "grossen Karriere" nix mehr werden, da bin ich realistisch. Die Prioritäten haben sich auch zu Gunsten meines Kindes geändert, versuche jetzt nur noch einen (halbwegs interessanten) Job mit krippenkompatiblen Arbeitszeiten und halbwegs vernünftigem Gehalt zu finden, da wär auch Sachbearbeiterin, Verwaltung etc. ok.


    Natürlich möchte ich irgendwann (am besten etwas später) ein zweites Kind, Job hin oder her, bin schliesslich auch Privatmensch und zugunsten des Jobs auf ein Familienleben verzichten – von dieser naiven Vorstellung hab ich mich schon längst verabschiedet. Man lebt ja schliesslich nicht nur für die Arbeit bzw. sollte das jeder für sich selbst entscheiden ;-)


    Hab das Gefühl, dass ich momentan praktisch das nehmen muss was einigermassen passt um überhaupt einzusteigen. Will jetzt nicht sagen, "ich nehm was kommt", ein bisschen selektieren möchte ich schon noch, aber so ungefähr ist es.


    Was für eine Lehrtätigkeit meinst du denn? Berufsschule? Das wäre jetzt das einzige wo meines Wissens ein Quereinstieg möglich ist. Ein Bekannter arbeitet als Berufsschullehrer und er rät jedem davon ab. Nebenfächer gabs bei uns nicht, ist BWL mit Sprachen. Könnte also BWL und Sprachen unterrichten.