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    In einer monogamen Beziehung musst Du Verantwortung tragen, da dies so transportiert wird von Generation zu Generation

    Das ist Blödsinn. Wenn jemand in einer monogamen Beziehung keine Verantwortung tragen will, kann er das auch dort tun, solange der andere zulässt das sie auf ihn abgeschoben wird. Die Frage ist eben ob der Partner das mitmacht oder sich wieder trennt. Früher haben die Partner das mitgemacht oder aus Abhängigkeitsgründen mitmachen müssen. Heute ist das eher nicht mehr der Fall.


    Verantwortung zu tragen ist eine Charaktersache, die am Individuum hängt. Die Gesellschaft kann das Individuum nicht verändern sondern kann negative Folgen des unverantwortlichen Handelns des Individuums ahnden. Das tut sie. Das geht über Gesetze und Normen. Davon werden diejenigen, die verantwortungslos sind aber nicht zwangsläufig verantwortungsvoll. Sie werden nur unterschiedlich daran gehindert ihre Verantwortungslosigkeit auszuleben.


    Individuen in der Gesellschaft können bei anderen Individuen ebenfalls Verantwortungslosigkeit ahnden. Das geht über verbale Auseinandersetzung, Entzug von Unterstützung, Einschränkung oder Aufgabe des Umgangs mit der Person und so weiter.


    Nichts von dem was Du schreibst hat irgendetwas mit der gewählten Beziehungsform zu tun. Es geht nur um verantwortungslose Menschen in ihrem "so sein".

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    Das ist für mich nicht einmal eine grobe Definition von Liebe.

    Was dann?

    Mh, wenn ich eine griffige Defintion von Liebe hätte, würde ich sie gerne teilen. Freundschaft plus Sex trifft es für mich jedenfalls so gar nicht. Zuerst einmal schon deshalb, weil ich davon überzeugt bin, dass auch asexuelle Menschen partnerschaftliche, romantische Liebe empfinden können.



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    In einer monogamen Beziehung musst Du Verantwortung tragen, da dies so transportiert wird von Generation zu Generation

    Du hast aber schon eine ziemlich überhöhte und auch lebensfremde Vorstellung von monogamen Beziehungen, oder?

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    dass auch asexuelle Menschen partnerschaftliche, romantische Liebe empfinden können.

    Ja ok, vielleicht spielt eine besondere Form des emotional zum Partner Hingezogenseins eine Rolle, abweichend von Freundschaft.


    Das einzige Problem was ich bei Polyamorie sehe ist, dass es die gemeinsame Zeit mit jedem der Geliebten verringert. Das dürfte weniger ein Problem darstellen, wenn die zeitliche Lücke jeweils durch andere geliebte Partner ausgeglichen wird. Sozusagen eine Gruppenliebe.

    go_up


    Was ich mich frage: Was bringt Dir dieses ganze Diskutieren und der eher klägliche Versuch zu verstehen, zu analysieren und sogar abzuwerten, was in Menschen vorgeht die polyamor, bzw. in offenen Beziehungen, leben?


    Die Frau für die Du Dich interessierst lebt und fühlt nun mal so - egal was Du auch davon halten magst, das wirst Du ganz sicher nicht ändern können.


    Die eigentliche Frage die Du Dir stellen solltest ist doch: "Kann und will ich so eine Beziehung führen" - die recht eindeutige Antwort gibst Du Dir in den zwei Fäden schon selbst.

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    Ja ok, vielleicht spielt eine besondere Form des emotional zum Partner Hingezogenseins eine Rolle, abweichend von Freundschaft.

    Ich überlege manchmal, ob das nicht vielleicht die "wahre Liebe" ist. Die asexuelle, infertile, auch nicht auf Verwandtschaft basierend, die nicht auf Sex oder Kinder zeugen, also Biologie, hinausläuft. Die sich so weit vom Dasein als Nebenprodukt der Evolution entfernt, wie es evolutionsgeformten Lebensformen eben möglich ist. Aber das ist nur so ein Gedanke.



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    Was ich mich frage: Was bringt Dir dieses ganze Diskutieren und der eher klägliche Versuch zu verstehen, zu analysieren und sogar abzuwerten, was in Menschen vorgeht die polyamor, bzw. in offenen Beziehungen, leben?

    Vielleicht ist es leichter, sich emotionale zu distanzieren, wenn man die Art und Einstellung des anderen, den man nicht "haben" kann, zumindest nicht zu den eigenen Bedingungen, abwertet und pathologisiert. So verzichtet man auf nichts, hat nichts verloren, sondern ist etwas schlechtem und krankhaften erfolgreich ausgewichen.

    a.fish

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    Ich überlege manchmal, ob das nicht vielleicht die "wahre Liebe" ist. Die asexuelle, infertile, auch nicht auf Verwandtschaft basierend, die nicht auf Sex oder Kinder zeugen, also Biologie, hinausläuft. Die sich so weit vom Dasein als Nebenprodukt der Evolution entfernt, wie es evolutionsgeformten Lebensformen eben möglich ist. Aber das ist nur so ein Gedanke.

    Aufgrund unseres Alters sind mein Partner und ich weit von diesem "Evolutionsdingens" entfernt, da gibt es keine Familienplanung mehr ;-). Und doch werden wir dieses Jahr noch heiraten, er zum ersten, ich zum zweiten Mal. Wir empfinden Beide unsere Liebe als sehr klar und unkompliziert wie nie zuvor in unserem Leben. Wir reden oft darüber, mit einem großen Erstaunen, wie einfach es doch sein kann....Mit einem gegenseitigen Respekt und einer Akzeptanz, die wir Beide nie zuvor erlebt, aber immer gewünscht haben. Also ja, ich teile Deinen Gedanken in gewisser Weise (Wobei ich allerdings das Asexuelle und Infertile von mir weise ;-D).

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    Vielleicht ist es leichter, sich emotionale zu distanzieren, wenn man die Art und Einstellung des anderen, den man nicht "haben" kann, zumindest nicht zu den eigenen Bedingungen, abwertet und pathologisiert. So verzichtet man auf nichts, hat nichts verloren, sondern ist etwas schlechtem und krankhaften erfolgreich ausgewichen.

    Stimmt.


    Dennoch habe ich hier bei go_up das Gefühl, dass er die Sache ja noch nicht als abgeschlossen sieht. So wie ich es verstehe könnte er sie ja schon "haben" - eben nur nicht nach seinen Vorstellungen.

    NotMichaelCaine

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    Du verwechselst Ursache und Wirkung. Jemand der "ich hab keinen Bock auf Verantwortung" in sich trägt ist auch in einer offiziell monogamen Beziehung schnell wieder raus. Entweder er geht fremd ohne wissen des partners, oder er geht fremd wird erwischt und geht in die serielle Monogamie oder er geht fremd wird erwischt und der andere hält trotzdem noch an der Beziehung fest was dann eben in einer ungleichen Dreierkonstellation endet.


    Die Fakten sind doch dieselben?!


    Verantwortungslosigkeit hängt nicht an der Beziehungsform sondern liegt immer im Einzelnen?!

    Absolute Zustimmung! :)^

    go_up

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    Und jetzt kommt ihr. Bitte bleibt sachlich und führt bitte Eure Thesen sachlich her oder zumindest irgendwie fundiert. Alles andere ist,- entschuldigung- Geschwurbel.

    Das ist doch Humbug. Du hast eine These und die ist innerhalb Deiner Logik schlüssig. Andere sehen es schlicht anders. Was gibt es da groß zu Argumentieren? Vor allem, scheint es Dich auch überhaupt nicht zu interessieren, außer, dass Du vermeintlich recht hast. Okay: Du hast aus Deiner Sicht Recht.


    Für mich - Thema beendet.

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    Das dürfte weniger ein Problem darstellen, wenn die zeitliche Lücke jeweils durch andere geliebte Partner ausgeglichen wird. Sozusagen eine Gruppenliebe.

    Auch das habe ich erlebt, dass ein Paar auf diese Weise das Gefühl des "zurücktgesetzt werden" organisatorisch löst.


    Es gibt keine Verletzung, weil beide zur gleichen Zeit ihre Zweitbeziehung pflegen.


    So, wie es ja auch einige Swinger tun, wenn sie im Club sind, haben beide Spaß (ausserhalb der Beziehung), deshalb weniger/keine Verletzung und Eifersucht.


    Um nun zusammen oder in getrennten Räumen/Wohnungen ist dabei wieder Geschmacksache ...

    Ich möchte mal erwähnen, weil Gute Frage hat anklingen lassen man würde keine zwei Kinder gleich lieben, dass nicht-gleich, nicht gleichbedeutend ist mit qualitativ anders. Natürlich liebe ich zwei verschiedene Menschen auf verschiedene Weisen, sie sind ja auch unterschiedlich, wie kann gerade ein so zugewandtes und persönliches Gefühl da uniform gleich sein? Das bedeutet ja aber nicht, dass ich die eine Person mehr oder weniger als die andere liebe. Nur anders eben.

    Ich spreche mal für meine Person. Ich selbst bin nichtehelich geboren. Meine Eltern waren kein Paar, sondern haben sich beide heute mit dem und morgen mit dem vergnügt.


    Ich habe 4 Jahre mit 2 Männern in einer studentischen WG gelebt. Gepennt und ge... wurde in einem Raum. Nebeneinander. Aus meiner Schulzeit hatte ich auch noch einen Jugendfreund; wir ließen die Freundschaft nie abreißen und es gab ja schließlich auch noch Wochenenden. :)= Auch er hatte an seinem Studienort mehrere Freundinnen und eine Freundschaft davon ist nicht ganz ohne Folgen geblieben.


    Für mich kommt als erstes mal die menschliche Seite. Leuten, die mir persönlich unsympatisch sind, gehe ich möglichst aus dem Weg und zu solchen, die mir sympathisch sind, suche ich die Nähe - egal welchen Geschlechtes diese Personen sind. Es entwickeln sich Freundschaften. Und zwischen männlichen und weiblichen Freunden wird dann auch der Geschlechtstrieb wach. Aber mir ist kein Mann eine Rechenschaft darüber schuldig, mit wem er schläft. Ich sehe da auch keine Belastung drin. Ja - ich liebe 3 Männer, von denen einer ein Kind mit einer anderen hat. Und? Ich liebe auch dieses Kind, obwohl es nicht mein leibliches ist. Und dessen Mutter mag ich auch.


    Was ich aber pervers finde, ist eine monogame Gesellschaft oder Rechtsordnung, die mich dazu verpflichtet, erst einen Partner "wegzuschmeißen", um einen anderen lieben zu dürfen.


    Anders ausgedrückt: Polygamie macht viel glücklicher als Trennungen und Scheidungen. Liebe ist, wenn man sich auch von Herzen Liebe mit anderen gönnt. Da stehe ich auch offen zu. :)^

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    Was ich mich frage: Was bringt Dir dieses ganze Diskutieren und der eher klägliche Versuch zu verstehen, zu analysieren und sogar abzuwerten, was in Menschen vorgeht die polyamor, bzw. in offenen Beziehungen, leben?

    jep. ist auf den punkt gebracht.