Hat er denn schonmal realisiert, dass er selber (z.B. finanziell) Verantwortung übernehmen muss für sich? Bekommt er alles was er will von euch oder erkennt er auch irgendwo mal, dass selber Geld verdienen zur Notwendigkeit wird?


    Genau daran scheints mir hier zu fehlen. Die Motivation kommt z.T. auch einfach aus purer Not. Sicher findet nicht jeder das, was er tun will, aber irgendwann muss man halt dann halt einfach irgendwas finden.


    Ich finde Jobs, neben dem Studium, eh gut, um in die Berufswelt reinzuschnuppern. Kann evtl mehr der Orientierung dienen als das eigentliche Studium.

    Ich würde dem Sohn null reinreden, was er wann wie studieren will oder sonstwas.


    Wenn es mir auf den Geist gehen würde, dass er von meinen Finanzen lebt, würde ich ihm ein Ultimatum stellen, dass er bis dahin eine eigene Bleibe haben muß. Wie er das dann finanziert ist seine Sache. Aber was er macht, ob er studiert oder arbeitet oder gar nichts tut, da würde ich ihm nicht hineinreden.

    Kante zeigen wäre natürlich das einfachste. Dafür muss ich mich erst mal genau mit meiner Frau abstimmen, die noch komplett in der beschützen Mutter Rolle feststeckt.


    Eine eigene Wohnung lässt sich als Student in unsere Stadt leider finanziell nicht darstellen.


    Ich möchte mich aber bei euch für die Antworten bedanken. :)=

    Zitat

    Eine eigene Wohnung lässt sich als Student in unsere Stadt leider finanziell nicht darstellen.

    Wenn in Eurer Wohnung genügend Platz ist und es Euch nicht stört, sehe ich keinen Grund darin, ihn 'hinauszuschmeissen'. Was ich allerdings von ihm erwarten würde, wäre eine Beteiligung an den Haushaltskosten und es ist durchaus zumutbar, sich dafür einen Nebenjob zu suchen. Dazu gehört natürlich auch, daß ihr beide auf jegliche Finanzspritzen verzichtet.

    gauloise hat es kurz und knackig zusammengefasst.


    wenn er noch kein festes ziel hat, seis drum.


    aber, dass er seinen teil zum haushalt beisteuern soll, dafür braucht es kein gespräch mit langer vorbereitung.


    da reicht es, sich abends beim abendessen hinzusetzen und zu sagen: du, pass auf, dass du deinen weg noch suchst, geschenkt, passt. trotzdem bist du 20 jahre alt und wir erwarten von dir, dass du dir einen job suchst, um deine ausgaben zu finanzieren und dich an diesem haushalt zu beteiligen. schau, dass du bis [datum] was gefunden hast.

    Dein Sohn ist 20, da darf er schon noch Zweifel haben und Irrwege gehen. Ob er durch eine Weltreise oder virtuell auf Selbstfindung geht, ist erst mal zweitrangig - solange er das auch tut und nicht nur spielt/ zockt (oder was auch immer er treibt).

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    Eine eigene Wohnung lässt sich als Student in unsere Stadt leider finanziell nicht darstellen.

    Na dann lasst ihm eben noch bei Euch wohnen. Zwischen "mit dem Nötigsten versorgen" und "alles finanzieren" besteht ja immer noch ein weiter Unterschied.


    Miete zahlen/ Haus bewirtschaften musst Du doch so oder so. Und ein Esser mehr macht i.d.R. den Kohl auch nicht fett. Ins Netz gehen kann er sicher mit Eurer Flat. ??Als unser Jüngster nach dem Studium ausgezogen ist, haben wir das nur an dem massiv gesunkenen Wasser- und etwas geringerem Stromverbrauch "gemerkt".??


    Was die ganzen Extras betrifft, da solltest Du ihn schon in Richtung Selbstversorgung schubsen. Die muss er sich dann eben selbst durch Nebenjobs oder statt Studium eine Ausbildung finanzieren. Wenn er dann auch den Hintern nicht hoch bekommt, würde ich wirklich in Richtung Depression denken.


    Mach es mit einem Gespräch nicht zu kompliziert. Meist ergibt sich sowas eher nebenbei anstatt geplant.

    Zitat

    Dafür muss ich mich erst mal genau mit meiner Frau abstimmen, die noch komplett in der beschützen Mutter Rolle feststeckt.

    gute Idee - leg mit Deiner Frau erst mal die Strategie gemeinsam fest, wie Ihr die Sache angehen wollt. Ihr müsst Euch einig sein. Besonders "Hotel Mama" muss ausgeschlossen werden.

    Meine Schwester ist so ein Fall.


    Sie wohnt mit Mitte 30 noch vollversorgt bei den Eltern und hat noch nie im Leben gearbeitet.


    Da ist der Zug schon lange abgefahren.....


    Deshalb besser deinen Sohn mit Anfang 20 unterstützen, sich eine Ausbildung oder Arbeit zu suchen, die ihm Freude macht.


    Wenn er erstmal ein paar Jahre zuhause chillt, wird er keinen Einstieg mehr in die Berufswelt finden.

    Zitat

    Tja, Käptn, ein gutes Verhältnis zu Deinem Sohn ist zwar ein schönes Ziel, aber in dieser Situation müsst Ihr als Eltern Kante zeigen und Eurem Sohn die Richtung zeigen

    Ich sehe nicht, weshalb nicht beides nötig sein sollte. Im Gegenteil. Bei einem wirklich guten Verhältnis wird das auch gut bleiben. Bei solchen Themen auch mal aneinanderzugeraten und dicke Luft Zuhause zu haben, gehört wohl dazu - das setzt aber idR nicht ernsthaft das gute Verhältnis zueinander aufs Spiel. Und wenn doch, dann war's auch schon vorher nicht die "happy family", die man gerne wäre.

    Erstmal: Das Internet ist nicht böse. Ob er da nun chattet, zockt, oder Mathe Videos guckt. Nur dass man damit viel, viel mehr Möglichkeiten hat als ohne.


    Ansonsten stimme ich auch für Kostgeld abgeben. Für das Kostgeld erhält er ein Dach über dem Kopf, Essen und WLAN. Alles was nicht lebensnotwendig ist muß er sich auch selbst finanzieren.


    So als Tipp, mit Abi kann man viele Ausbildungen verkürzen. Oder duale Studiengänge, dann arbeitet man und studiert quasi gleichzeitig und erhält dafür Lohn.