2016 war und ist das schlimmste Jahr meines Lebens

    Hallo ihr Lieben,


    ich muss das einfach kurz loswerden, weil der Schmerz irgendwo hin muss...


    Eine Liste, eine Aufzählung all der Dinge die in diesem Jahr furchtbar waren...die dafür gesorgt haben, dass ich in den vergangenen 10 Monaten mehr geweint habe, als in den 34 Jahren davor (sieht man vielleicht von den ersten beiden Lebensjahren ab...)...


    Am Anfang sah ja noch alles ganz toll aus - ich hatte eine wunderbare Beziehung und war eine gute Lehrerin...


    Der Stand jetzt ist:


    - Vater: Leukämie (wenn ich als einzig verbliebener Spender nicht als "kompatibel" aus der Blutanalyse komme hat er noch 7 Monate)


    - Großvater: Hüftbruch, Herzinfarkt


    - Familie: alle 500 km von mir entfernt.


    - Job: Die "eingeplante" Überlastung in einer Privatschule und meine eigenen Ansprüch an mich selbst haben zu einem Totalzusammenbruch geführt... ich bin seit 3 Monaten krank und weiß nicht wohin mit meiner "Schuld", dass ich nicht für die Kinder und Kollegen da sein kann...und dann die völlige Erschöpung und die Depressionen - die machens auch nicht leichter...Zurückgehen werde ich und kann ich vermutlich nicht. Wenigstens habe ich eine nette Psychologin...


    - Freunde: entweder 500 km entfernt oder in der Schule, in die ich nicht zurückkehren kann...


    - Beziehung: Heute Nacht zerbrochen. Nach 9 Jahren....neun ruhigen, überglücklichen Jahren. Aber er hat gelogen und mich hintergangen. Sowas verzeihe ich nicht. Sowas DARF ich nicht verzeihen, wenn ich auch nur einen Funken Selbstrespekt übrig habe. Das sage ich mir immer wieder, um die Stimmen zu übertönen, dass ich gerade meinen besten Freund verloren habe, meine bisher einzige, wahre Liebe...NEIN! Einen miesen Lügner. Ende der internen Diskussion.


    Mein Leben = Scherbenhaufen...


    Es ist nichts mehr übrig - nur ich und meine drei Katzen...


    Vor 2016 wusste ich nicht, dass ich mehrere Stunden am Stück durchheulen konnte...damals sind die Tränen irgendwann versiegt...woher kommt diese "Tränen-Superpower"? (erinnert mich an den Mann damals bei "Wetten dass", der eine Badewanne vollrotzen wollte...sorry..ekliger Galgenhumor).


    ...


    Jetzt werde ich wohl meinen Scherbenhaufen einsammeln müssen und "daheim", in meinem Ursprungsbundesland, wieder von vorne beginnen...vielleicht lässt sich ein hübsches Mosaik aus den Scherben machen...

  • 7 Antworten

    Ich schicke dir ganz viele liebe Kraftsternchen :)* :)* :)*


    Und möchte hinzufügen, dass ich es bewundernswert finde, dass du dir trotz der ganzen Tragödien deinen, wenn auch Galgen-, Humor bewahrt hast! Du kommst unheimlich stark rüber!

    Naja, Galgenhumor hast du ja noch, und du hast auch viel gehabt. 9 glückliche Jahre mit einem Partner. Das hat nicht jeder. Ich hatte sowas nie. Aber wenn man etwas hat, kann es einem halt auch wieder genommen werden.


    Ich drücke dir jedenfalls die Daumen, dass du Spender für deinen Vater sein kannst! @:)

    Du wurdest vom Schicksal dieses Jahr gebeutelt. Und aus eigener Erfahrung weiss ich, dass ein Unglück


    selten alleine kommt. Es wird Dir im Moment nicht viel helfen wenn ich Dir sage, dass ich mir sicher bin,


    dass Du aus dem Scherbenhaufen ein nettes Mosaik zusammenbasteln kannst. Ich bin deshalb


    davon überzeugt, weil Du Kraft und Humor hast. Das ist nicht jedem gegeben.


    Für Deinen Vater hoffe ich, dass Du als Spender geeignet bist.


    Heule noch ein bisschen und dann mache Dich auf zu einem Neubeginn.


    Viel Glück !!!!!

    Liebe TE,


    lass dich erstmal umarmen :)_


    Sortiere erst mal alles.


    Priorität solltest du selbst haben. Schau, dass du wieder auf die Beine kommst. Auch wenn du dir Vorwürfe wegen deines Jobs machst, in der Schule musst du 150% da sein, wenn du da bist. Weder dir noch den Kindern oder Kollegen nützt es, wenn du nicht voll einsatzfähig bist. Du hast dir das alles nicht ausgesucht, wir sind Menschen und irgendwann wird es halt zu viel und man braucht eine Regeneration.


    Die Kollegen decken deinen Unterricht ab oder die Schule hat die Möglichkeit, eine Krankheitsvertretung für dich einzusetzen. Auch wenn wir das nicht gern hören: Jeder ist ersetzbar.


    Es ist halt schwer, wenn man wegen Erschöpfung ausfällt. Einen Beinbruch sieht man, eine verzweifelte Seele nicht. Oft denkt man vielleicht auch: ich muss mich einfach nur zusammenreißen, andere schaffen es doch auch. Nein. Auch das braucht Zeit, Unterstützung und Heilung.


    Die Blutanalyse kannst du jetzt nur abwarten und versuchen, deinen Vater zu stärken und für ihn da zu sein. Du kannst da nichts mehr beeinflussen. Das habe ich auch durch..Es ist grausam, aber es gibt noch einen Funken Hoffnung. Warte da erst mal die Ergebnisse ab.


    Dass es deinem Opa schlecht geht, ist traurig. Aber die Hüfte wird sicher wieder heilen und den Herzinfakt hat er überstanden. Damit beides nicht wieder passiert, wird er behandelt. Natürlich ist damit die "Kuh nicht vom Eis", was seine Gesundheit betrifft, aber doch eine gute Chance, weiterzuleben.


    Die Trennung von deinem Freund wirst du sehr wahrscheinlich gut verarbeiten können, wenn du eine gute Psychologin an der Hand hast. Auch das braucht Zeit. Schau, du hast 9 glückliche Jahre mit ihm verbracht. Das ist ein großes Glück, das andere nicht haben. Auch wenn er dich sehr enttäuscht hat, so zeigt es doch, dass diese Zeit jetzt vorbei ist und er nicht der Partner für dein Leben sein wird. Jede zugeschlagene Tür bedeutet, dass eine andere sich öffnen kann. Bleib bei dir und deinen Einstellungen, wenn Zweifel aufkommen.


    Zu guter Letzt: Du hast viel geweint. Das reicht jetzt. Schau nach vorn, versuche dich nicht runterziehen zu lassen. Gib dich nicht der Verzweiflung hin, das macht noch mehr krank. Sortiere deine Möglichkeiten, tue dir Gutes, telefoniere mit deinen Lieben, Schwimmbad..(was du halt gern machst)..


    Vielleicht hift dir auch ein Buch, was deine Psychologin empfehlen kann oder eine Kur. :)_ :)*

    Corydoras, ich kenne das auch. Scherbenhaufen, bei mir gesundheitlich. Plötzlich Schlaganfall, voll im


    Erwerbsleben, zwar nicht als Lehrer aber etwas ähnliches, Projekte, Kollegen, Teilnehmer standen


    alleine da. Mich hat gerettet....ich wollte immer zurückkehren, egal was kommt....


    Ich habe es geschafft, nach 11 Monaten war ich wieder soweit. Geholfen hat mir meine Familie,


    ganz wichtig. Laß deine Beziehung sausen, war dann doch nicht so wichtig, kümmere dich um dich selbst.


    Ich habe es geschaft, du auch !

    Vielen, vielen, vielen Dank, Bonnie, klapperschlanke, Anka, singende und George! Eure Worte haben mir Mut gemacht. Jeder der Beirtäge ist für mich soo wertvoll...


    Ich warte jeden Tag auf die Ergebnisse der Blutanalyse - wenistens verzagt mein Vater nicht...er versucht das Leben so gut wie möglich zu genießen und wir unterstützen ihn (ich muss das halt aus der Ferne machen).


    Ich sammle gerade meine Kräfte, ertrage den "Phantomschmerz" (nach so langer Zeit ist der Partner wie ein Teil des Körpers und der Seele geworden) und plane meinen "Rücksturz zur Erde" (bzw. mein Heimatbundesland).


    Die Gedanken an die Arbeit sind seit langem mal auf die hinteren Ränge verbannt - merke: Wenn einen die Sorgen zu überrollen drohen, helfen NOCH größere Probleme. Dann fallen die alten fast garnicht mehr auf...


    Jetzt lasse ich mir erstmal ein Bad ein und mach mir einen schönen Tee...


    Danke nochmal, ihr lieben Lieben! @:) @:)

    Ich würde dich gerne drücken und einfach mal an der schulter ausweinen lassen...


    Dein 2016 war mein 2013/2014


    Meine schwester verstarb 2013 an krebs und ich kam nicht mehr hoch aus meinem heulloch... ich weinte auf arbeit oft...letztendlich landete ich anfang 2014 krank zu hause...nervenzusammenbruch... ich wollte nicht mehr leben.


    Aber...und das ist ganz wichtig...es geht auh wieder bergauf...sogar wenn du kein geeigneter spender bist. (Leider stehen die chancen glaube garnicht mal so gut... ich hätte eine 25%ige chance gehabt für meine Schwester, die aber keine leukämie hatte, aber trotzdem stammzellen eventuell gebraucht hätte...wir haben das bei ihrer ersten Erkrankung 2006 testen lassen...ich war nicht kompatibel)


    Ich kann dir empfehlen dir professionelle hilfe zu suchen...denn manchmal schafft man es allein aus dem sumpf dann nicht mehr hoch...


    Und du brauchst deine kraft...du merkst ja selbst, dass du am ende bist und auch ruhe nicht viel an dem zustand ändert...