3 Wochen im Urlaub (Vorgeschichte Auslandsemester)

    Letztes Jahr war ich mit einem Jungen zusammen. Wir kannten uns erst 3-4 Monate, als er ein Auslandsemester machte. Es waren ziemlich schreckliche Monate, wir wussten nie ob wir zusammen sind oder nicht, er hat mich am ausgestreckten Arm gehalten, ich hab immer Hoffnungen gehabt und mir gedacht, diese paar Monate halte ich schon durch. Im Nachhinein betrachtet war ich ziemlich dumm und hätte es beenden müssen. Aber ich kanns nicht mehr ändern. Als er zurück gekommen ist, war alles anders. Wir wussten nicht mehr wirklich miteinander umzugehen und sind auseinander gegangen. In der ersten Zeit hatte ich Albträume davon, so viele Ängste und unterdrückte Wut, die in der Zeit hochgekommen ist.


    Ein paar Monate später habe ich wieder einen Jungen kennen gelernt. Wir kennen uns seit ca. 2 Monaten, sind auch schon im Bett gelandet und alles ist schön. Momentan ist er gute 3 Wochen im Urlaub. Ich hab mir nicht groß was dabei gedacht, was sind schon 3 Wochen, ich hab letztes Jahr viel länger durchgehalten und 3 Wochen ohne seinem Freund sollte man auch locker mal aushalten - dachte ich. Jetzt sitze ich aber da und merke, dass die gleichen Ängste von dem letzten Auslandsemester wieder hochkommen. Ich hab Angst, dass er zurück kommt und es ist wieder alles vorbei. Ich spüre, dass immer noch Wut da ist und das Gefühl von Verzweiflung, nichts machen können, es einfach nur aushalten müssen.


    Es komme mir etwas blöd dabei vor, weil ich das Gefühl hab ich reagieren völlig über wegen nur 3 Wochen. Habt ihr Tipps, wie ich diese Angst wegbekomme und wie ich mit dem Auslandsemester abschließen kann? (anscheinend hab ich das noch nicht ganz)

  • 12 Antworten

    ich glaube, da wirst du wirklich nicht viel machen können. dein kopf sagt dir ja, dass dies eine ganze andere situation ist, dass die zeit viel kürzer ist, dass es ein anderer mann ist... wahrscheinlich wird dir erst im rückblick das ganze helfen. wenn er nämlich zurück kommt, ihr euch in die arme fallt, es noch schöner ist, als vorm urlaub... dann kannst du vielleicht auch mit der alten geschichte abschließen.


    ansonsten wird dir nur helfen, wenn du dir die zeit so schön gestaltest, wie nur möglich - geh mit freunden fußball schauen, gönne dir viel zeit an der sonne mit schönen unternehmungen, schmeiß dich in arbeit/studium, lies den dicken wälzer, den du schon lange auf deinem nachttisch liegen hast, streich deine küche... whatever :)_

    Danke @Die Seherin :) Ja ich versuch mich abzulenken und schöne Dinge zu machen. Am schwersten fällt es mir abends wenn ich im Bett liege, nichts mehr mache sondern versuch zu schlafen und dann kommen die Gedanken, oder die ersten Gedanken nach dem Aufstehen. Am Tag kann ich mich gut ablenken. Und stimmt, wenn er zurück kommt und es diesmal gut läuft ist das wirklich eine gute Möglichkeit um mit letztem Jahr abschließen zu können. Daran hab ich noch gar nicht gedacht. :) Hoffentlich ist es gut wenn er wieder kommt.

    @ DieKruemi:

    Ich bin Anfang 20, der Junge vom Auslandsemester war Mitte 20 und der jetzige ist Ende 20.

    Zitat

    Am schwersten fällt es mir abends wenn ich im Bett liege, nichts mehr mache sondern versuch zu schlafen und dann kommen die Gedanken, oder die ersten Gedanken nach dem Aufstehen.

    dann nutze diese minuten doch dafür, dass du dir die schnen momente vor augen hältst... euer schönstes treffen, wie alles begann, der erste kuss... und beim aufwachen denkst du als erstes: nur noch 18 tage und mein schatz ist wieder da :-D

    Zitat

    der Junge vom Auslandsemester war Mitte 20 und der jetzige ist Ende 20.

    Das sind erwachsene Männer, keine Jungs. Und mit wachsendem Alter läßt auch oft das Sprunghafte, Wankelmütige nach. Einer Teenie-Freundschaft mögen 3 Wochen räumliche Trennung schon den Todesstoß versetzen, Erwachsene halten das in der Regel gut aus, wenn die Beziehung eine stabile Basis hat.

    Ich könnte mich gerade in den Hintern beißen. Er hat mich gefragt wie es mir so geht. Ich hab zugegeben, dass ich Angst hab und hab ganz kurz das Auslandsemester erwähnt und erklärt. Seitdem meldet er sich gar nicht mehr, was total untypisch für ihn ist. Ich ärgere mich total, dass ich nicht meinen Mund gehalten hab und die Zeit einfach durchgehalten habe. Andererseits wollte ich einfach nur meine Angst loswerden und es einfach nur mal aussprechen und bin enttäuscht, dass gar keine Reaktion drauf kommt.


    Und ich schäme mich, weil ich mir denke, er ist im Urlaub und ich hätte ihn nicht damit belasten dürfen. Meine Gedanken toben wieder :-(

    Zitat

    Ich könnte mich gerade in den Hintern beißen. Er hat mich gefragt wie es mir so geht. Ich hab zugegeben, dass ich Angst hab und hab ganz kurz das Auslandsemester erwähnt und erklärt.

    Was ist daran falsch auf eine ehrliche Frage offen zu antworten? Angepasste Schauspielerei voreinander tut keiner Beziehung gut. Wie willst Du für Dich rausfinden, ob ein Mann Dich respektvoll auf Augenhöhe kennenlernt, wenn Du ihm nur das sagen kannst was er vermeintlich hören will?

    Zitat

    Seitdem meldet er sich gar nicht mehr, was total untypisch für ihn ist. Ich ärgere mich total, dass ich nicht meinen Mund gehalten hab und die Zeit einfach durchgehalten habe.

    Es kann verschiedene Gründe geben, warum Dein Freund sich gerade nicht meldet. Es muss nicht zwingend mit Deiner Angstsituation zusammen hängen.


    Möglich ist allerdings, dass er sich darüber wundert, warum Du ihm zu wenig vertraust in Bezug auf seine Gefühle. Zwei Monate Kennenlernphase sind noch nicht sehr lang. Im Urlaub gibt es viele neue Außenreize und Erlebnisse, die von Situationen daheim ablenken.

    Zitat

    Andererseits wollte ich einfach nur meine Angst loswerden und es einfach nur mal aussprechen und bin enttäuscht, dass gar keine Reaktion drauf kommt.

    Habt ihr dieses Thema persönlich am Telefon besprochen oder nur über den virtuellen Weg der sozialen Medien? Es kann auf dem Schriftweg zu Missverständnissen kommen, Dinge die Du beschrieben hast durch ihn falsch aufgenommen werden.

    Zitat

    Und ich schäme mich, weil ich mir denke, er ist im Urlaub und ich hätte ihn nicht damit belasten dürfen. Meine Gedanken toben wieder

    Es gibt in meinem Empfinden nichts wofür Du Dich schämen müsstest. Auch wenn Du gerade das Gefühl verspürst Dich unreif benommen zu haben. Wie kann Dein Freund Dich authentisch kennenlernen, wenn Du ihm nicht Deine Gefühle offenbaren willst? Versuche Dich nicht weiter verrückt zu machen. Warte geduldiger ab bis Dein Freund aus dem Urlaub zurück kehrt, und dann redet in Ruhe über das was Dich bewegt.


    Verlustängste können in Dir erst dann kleiner werden, wenn Du den Mut aufbringst zu ihnen zu stehen. Es Dir mit seinem Verständnis gelingt konstruktiver gegen sie vorzugehen. Es ist nicht ausschließlich die Aufgabe Deines Freundes Dir mehr innere Sicherheit zu geben. Aber er kann Dich auf dem Weg begleiten damit es Dich künftig nicht so unter Stress setzt, wenn ihr voneinander getrennt seid. @:)

    Danke für deine Antwort. :)


    Ich schäme mich, weil ich immer im Kopf hab dass nur ich für meine Verlustängste verantwortlich bin und dass mir die keiner nehmen kann, dass ich damit nur immer alles kaputt mache, dass ich andere Menschen nicht damit belasten soll/darf.


    Bisher war meine Erfahrung auch, wenn ich mal von meinen Ängsten gesprochen habe, wurde nicht reagiert, wurden sie nicht verstanden, wollten sie nicht verstanden werden. Das letzte Mal als ich vor einem Partner geweint hab, wollte er mich loswerden weil ihn das gerade überhaupt nicht gepasst hat. Durch das alles hat sich in mich ein starkes "Ich muss allein damit klar kommen" eingespeichert.


    Wir haben nur kurz darüber geschrieben. Und ja es ist gut möglich, dass dadurch alles nicht wirklich rüber gekommen ist. Und ja vom Kopf her weis ich auch, dass es viele Gründe geben kann warum er sich nicht meldet - er ist schließlich im Urlaub. Ich bin aber enttäuscht, dass er nicht reagiert. Ich bin wütend, warum werde ich wieder alleine mit meiner Angst gelassen. Und gleichzeitig trau ich mich nicht wütend zu sein, weil ich ja alleine mit meiner Angst umgehen muss. Gleichzeitig weis ich aber, dass ich ihn nicht mit meiner Angst volljammern will, sondern dass ich sie einfach nur gesagt haben will. Ich will sie nicht ständig nur in mir drin haben. Und das ist ein normales Bedürfnis worauf ich doch eigentlich auch recht habe.


    Ich weis, dass ich viele Gedankensteufelkreise im Kopf hab, ich bin auch schon in psychologischer Behandlung.

    Ich bin gerade im Querverlauf ein paar Deiner alten Beziehungsthreads durch gegangen. Das lässt Deine Problematik in Bezug auf die gerade aktiven Verlustängste etwas anders aussehen als es sich anfangs dargestellt hat.


    Du bist, so kommt es in Deinen Beiträgen zum Vorschein jemand der sehr viel Nähe und partnerschaftliche Bestätigung braucht, um sich fallen zu lassen emotional, sexuell und auf der Beziehungsebene. Ich sehe hier eine große Gefahr der entstehenden Abhängigkeit, wenn Du Dich in der Deiner Verliebtheit/Liebe zu sehr rein auf den Partner fixierst und viel Aufmerksamkeit einforderst.


    Die Frage ist, woher kommt diese total Fixierung auf Nähe, dieses sich zum Dich "kümmern", Dir Selbstbestätigung geben damit es für Dich stimmt?


    Wie war es in Deinem Elternhaus? Nicht immer, aber doch recht häufig entwickelt sich über das Elternhaus Verhaltensweisen, die übersteigerte Bedürfnisse entstehen lassen, wenn es dort ein zuviel oder zu wenig an Aufmerksamkeit in Bezug auf die Eltern-Kind-Beziehung aufbaute.


    Wie schätzt Du es für Dich ein? Waren Deine Eltern sehr auf Dich fixiert oder eher distanzierter im Umgang mit Dir? Ich frage deshalb so konkret nach, weil Du vom Alter noch recht jung bist und in Deinen Beiträgen ein schwach ausgebildetes Selbst auftaucht. Du leicht zu verunsichern bist, wenn es darum geht das Verhalten/Bedürfnisse Deiner Partner zu erkennen bzw. zu respektieren.


    Es ist schwierig mit seinen Verlustängsten umzugehen, wenn man nicht weiß worin die Wurzeln dieser entstandenen Muster liegen. Gerade, weil es Dich so extrem stark belastet wäre es sinnvoll in die Suche der Gründe zu investieren. Es kann den Beziehungsaufbau sehr belasten, wenn der Partner das Gefühl bekommt, er sei der einzige/überwiegende Sinninhalt im Leben der Frau.


    Wie sieht Dein Tagesablauf aus? Kannst Du Aktivitäten genießen, die Du für Dich allein unternimmst oder ohne Partner? Oder fühlst Du Dich schnell "unvollständig" sobald Deine Bezugsperson nicht Deiner Nähe ist?


    http://ferrantino.de/naehe-und-distanz.html


    Versuche Dich im o.g. Link etwas einzulesen. Ich vermute, Du wirst hier einige Muster Deines Verhaltens gespiegelt bekommen. Ob sich daraus bereits neue Lösungsansätze ergeben, wirst Du für Dich raus finden müssen. Hast Du schon mal über die Unterstützung einer Therapie nachgedacht? Es belastet Dich offenbar selbst sehr, dass Du mit den Fragen und in Dir entstehenden Kopfschleifen nicht gut zurecht kommst. Deshalb macht es Sinn dagegen etwas aktiv Konstruktives zu unternehmen.

    Der Artikel macht mir deutlich, dass ich mal wieder die Unterlegene bin. :(


    Ich hab nie Nähe von meinen Eltern bekommen, ich wurde nie in den Arm genommen. Ich wurde immer nur geschimpft und abgewiesen. Ich möchte einfach nur mal von jemanden in den Arm genommen werden und sagen können, dass es mir gerade nicht gut geht.


    Ich bin schon in Therapie. Dort wurde bereits viel aufgedeckt, wie ich Blockaden und Ängste durch meine Eltern entwickelt habe. Aber das ist so mühsam. Es ist alles so mühsam und manchmal frage ich mich, ob ich es überhaupt irgendwann schaffe diese Ängste und Blockaden loszuwerden.


    Und ich schäme mich immer, weil ich die Unterlegene Bedürftige bin. Weil ich dadurch immer die Schwache bin, die die sich falsch verhält.


    Ich bin gerne alleine, ich hab kein Problem allein zu sein. Ich mache auch andere Dinge, zurzeit viel Sport, mit Freunden, Menschen treffen. Aber im Hinterkopf ist immer die Angst.

    Blumenkette

    Zitat

    Der Artikel macht mir deutlich, dass ich mal wieder die Unterlegene bin. :(

    Du bist noch jung, zu jung um Dich in diese Rolle zu begeben, die Dir Deine Kindheit scheinbar zu gewiesen hat in Deinem Wesen. In Dir ist dieses junge Kind wach geblieben, dass sich oft ungeliebt und einsam, irgendwie "falsch" gefühlt hat. Das Verlässlichkeit und emotionale Stabilität über Körperkontakt und viel Partnerzuwendung erzwingt. Die verzweifelte Suche nach innerer und äußerer Sicherheit durch und im Partner.

    Zitat

    Ich hab nie Nähe von meinen Eltern bekommen, ich wurde nie in den Arm genommen. Ich wurde immer nur geschimpft und abgewiesen. Ich möchte einfach nur mal von jemanden in den Arm genommen werden und sagen können, dass es mir gerade nicht gut geht.

    Sieh es nicht als Fehler an, dass Du so fühlst wie fühlst. Es ist ein Teil Deines Wesens, dass Du den empfundenen Mangel der frühen Kindertage zu kompensieren suchst. Die Schwierigkeit, die sich Dir in Deiner Partnerschaft ergibt, dass ein junger Mann der in seinem Elternhaus völlig andere Erfahrungen gemacht hat jene vertrauende Stärke hat nach der Du selbst suchst.


    Der nicht in emotionale Panik verfällt, sobald Körperkontakt und Zuwendung nicht abrufbar zur Verfügung steht. Das kindliche Urvertrauen von Liebe und Gefühl ist nicht zerstört und in erwachsenes Selbstwertgefühl übergegangen. NUR das ist der Grund, warum bisherige Partner sich schnell überfordert gefühlt haben, wenn in Dir das junge Kind wach wurde, dass nach Nähe und Halt sucht.


    Wie willst Du einem Mann an Deiner Seite der nach erwachsener Liebe in einer autarken Partnerin sucht verständlich erklären, dass Du emotinal im Zustand der jungen Kinderseele verblieben bist?


    Du suchst Dir instinktiv in Deinen Beziehungen den "Spiegel der Eltern", den Männertyp, der wie sie daheim schnell abweisend reagiert, weil er Dich als zu anstrengend mit Deiner Anhänglichkeit empfindet. Das führt in Situationen der vermeintlichen Ablehnung in die Muster Deiner kindlichen Verletzung, "ich bin falsch, mich liebt niemand." Je stärker Du dieses alte Mangelgefühl empfindest, desto mehr Halt und Sicherheit brauchst Du.

    Zitat

    Ich bin schon in Therapie. Dort wurde bereits viel aufgedeckt, wie ich Blockaden und Ängste durch meine Eltern entwickelt habe. Aber das ist so mühsam. Es ist alles so mühsam und manchmal frage ich mich, ob ich es überhaupt irgendwann schaffe diese Ängste und Blockaden loszuwerden.

    Ja, es ist ein langer und anstrengender Weg. Deine Kindheit hat Jahre angedauert und die Summe Deiner nicht erfüllten Bedürfnisse ist stetig angewachsen. Tut es auch heute noch, wenn Du in einer Partnerschaft in die gleichen emotionalen Situationen kommst. In den Alarm-Modus gerätst sobald Du Ablehnung erfährst, weil der Mann Dich nicht 24 Stunden am Tag im Arm halten kann.


    Dich damit aus der Verantwortung für Dein Leben nimmt. In dieser Rolle zum Fluchthelfer wird, sobald die Angst in Dir aufkommt.


    Er muss diese Verantwortung als Stellvertreter für die Muster Deiner Kinderheit ablehnen, sonst wird er selbst Co abhängig und klammert an Dir. Wohin soll das auf Dauer führen? Ein strukturiertes Alltagsleben wird unmöglich und er würde Deine Ängste stabilisieren und pflegen, sobald er darauf immer wieder eingeht. Mit jemandem der ähnlich emotional abhängig ist wie Du, würde dieses "Rollenbild" und die Funktion die er einnehmen soll als Stellvertreter (Eltern) unmöglich. Du brauchst den "Verweigerer" damit er den Angstaufbau als Muster aufrecht erhält.

    Zitat

    Und ich schäme mich immer, weil ich die Unterlegene Bedürftige bin. Weil ich dadurch immer die Schwache bin, die die sich falsch verhält.

    Du bleibst in Deinen Emotionen nur so lange die "Unterlegene", bis Du erlernt hast aus der Rolle des Kindes zu treten. Du Deine jeweiligen Partner in diese Rolle drängst, die bekanten alten Gefühle in Dir wach zu halten.

    Zitat

    Ich bin gerne alleine, ich hab kein Problem allein zu sein. Ich mache auch andere Dinge, zurzeit viel Sport, mit Freunden, Menschen treffen. Aber im Hinterkopf ist immer die Angst.

    Es wird ein längerer Weg bis Du erkannt hast, dass ein von Dir gewollter und geliebter Partner nicht das Verhalten Deiner Eltern kopiert, wenn er für sich räumlichen und emotionalen Abstand einfordert. Es bringt Dir partnerschaftlich nichts, wenn Du ihn versuchst mit übermäßiger Bindungsbereitschaft zum Erlöser Deiner Mangelempfindungen zu machen. Die Freiräume und Rückzug für sich selbst bedeutet nicht automatisch, Du wirst wie dieses junge Kind Deiner Vergangenheit "verlassen".


    Was Du tun kannst ist, in einer intakten Beziehung Step by Step reflektiert und ohne zu großen Pathos darüber zu reden das die Kindheit für Dich emotional schwierig gelebt werden musste. Ein guter Partner wird versuchen Dich aufzufangen und Dich zu verstehen in Deiner alten Verletztheit.


    Was er allerdings tun muss ist, Dich in die Eigenverantwortung nehmen es auszuhalten, dass er ein eigenes Leben hat neben eurer Beziehung. Er sucht in Dir nicht das verletzte Kind, sondern die Partnerin auf Augenhöhe.


    Was er nicht leisten kann es professionell mit Dir aufzuarbeiten, diese Ängste 1 zu 1 verstehen und auslöschen. Das ist die Arbeit die Du zusammen mit Deinem Therapeuten angehen musst. Gib nicht zu früh auf. Die Investition kann sich für Dich dauerhaft lohnen, wenn Du die erlernten/erworbenen Muster durchbrechen kannst.


    Lass Dich nicht abschrecken von "Rückfällen", die passieren. Deine Ängste werden ab und zu wie lästige Gäste versuchen die Tür zu öffnen, und in Dein Leben zurück wollen. Verurteile das nicht, aber sei bestimmter und gib ihnen nicht mehr zuviel Raum. Angst ist ein richtiger und wichtiger Überlebensinstinkt, nichts was nicht zu uns als Menschen gehört. :)* :)_