Und in den Therapien ging es um ADHS, Depressionen, soziale Phobie, Hypochondrie, Kardiophobie und Zwangshandlungen, die mich so belastet hängen, dass ich kaum mehr aus dem Haus kam. Da war nicht noch Zeit, die Sache mit meinem Ex zu therapieren.

    Erst mal: Du arme! Das ist ja wirklich hart, sowas ähnliches habe ich auch schon erlebt, nur glücklicherweise nicht so lange...der hat mich auch recht mies abserviert bzw. ist fremdgegangen und hat das bis zuletzt abgestritten. Wobei das mindestens fünf Leute mehr oder weniger live mitbekommen haben. Aber war ja nicht wahr. Egal. Jedenfalls hatte ich die ganze Zeit das Gefühl: "Ich war noch nicht fertig!" Tierisch gelitten, von ihm geträumt, wollte ihn unbedingt wieder haben. Ich hatte wohl nicht genug von ihm. Na irgendwann hatte ich ihn dann wieder...da ist mir aufgefallen: der ist eigentlich gar nicht so toll, genau genommen ist es ein Blender! Große Klappe, nicht mehr. Als er das zweite Mal weg war, war ich froh. Heute würde ich ihn für viel Geld nicht mehr haben wollen. Er hat null Wirkung mehr auf mich. Wenn wir uns zufällig über den Weg laufen, grüßen wir uns kurz. Der Funke ist völlig erloschen.

    Für mich liest sich das nach einer Depression, eine Form von Grübelzwang, die Du selbst fütterst (ohne Absicht) und aus der Du alleine nicht heraus kommst. Hört sich nach einem Fall für einen Traumaspezialisten an.

    Zitat

    Das Problem ist aber: ich muss eine Sache dringend geklärt haben, und die Antwort kann nur er mir geben. Nämlich, was genau der Grund war, warum er mich verlassen hat. Denn ein :" ich habe bei ihr was gefunden, was mir bei dir gefehlt hat ", nagt an einem. War ich schlechter? War ich zu hässlich? War ich zu unromantisch, nicht gut genug im Bett?! Und da ich Depressionen habe, und zudem auch noch den Zwang, perfekt sein zu müssen um ja keine Fehler zu machen, damit man mich nicht kritisieren kann...

    Ich kann dir davon auch nur abraten. Wie schon gesagt wurde, ist erstens gar nicht klar, ob er sich erinnern würde. Und zweitens heisst es nicht, dass du so und so bist, wenn er dir einen Grund nennt. Also sein Grund ist nicht gleichbedeutend mit universeller Wahrheit, sondern für ihn hat es nicht gepasst. Für einen anderen Mann kann hingegen genau das passen.


    Ich habe mir den anderen Faden, den individuelleMeinung zitiert hat, nicht angesehen, aber ich nehme an, dass dein Streben nach Perfektion damit du nicht kritisiert werden kannst, mit deiner Biographie zusammenhängt. Vielleicht kannst du das auch in der Therapie bearbeiten und diesen destruktiven Glaubenssatz in die Wüste schicken. Du bist ein Mensch und Menschen machen Fehler. Es muss unglaublich anstrengend sein, wenn man Fehler krampfhaft vermeiden "muss", damit einem nichts unangenehmes passiert. Es tut mir echt leid, dass du nicht in einem Umfeld aufwachsen durftest, das dich behütet und fördert und du noch so stark daran zu tragen hast. @:)

    Sorry, ich wollte Dir nicht zu nahe treten. Aber Du hast Dich anscheinend so in Deine Vorstellungen von ihm und was Du unbedingt noch wissen möchtest, verbissen, dass ich an Therapieresistenz denken musste. Okay - ich nehms zurück. Nichts für ungut. @:) *:)

    Schweisserin

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    Das Problem ist aber: ich muss eine Sache dringend geklärt haben, und die Antwort kann nur er mir geben. Nämlich, was genau der Grund war, warum er mich verlassen hat. Denn ein :" ich habe bei ihr was gefunden, was mir bei dir gefehlt hat ", nagt an einem. War ich schlechter?

    Nein, Du warst zum damaligen Zeitpunkt nicht schlechter, aber anders/besonders. Die Partnerwahl ist kein Wettkampf im Sinne besser oder schlechter, und Leistungskriterien. Du musst für niemand perfekt sein, weder für Dich selbst noch für einen potentiellen Partner.


    Deine frühkindliche Vergangenheit verfolgt Dich aus vielen Richtungen bis heute. Wir als Laien und größtenteils Nichtbetroffene haben zu wenig Einblick dazu, wie sich ADHS, Depressionen, soziale Phobie, Hypochondrie, Kardiophobie und Zwangshandlungen in Stärke und Ausprägung für Dich und Deinen Freund als Paar vor 8 Jahren ausgewirkt haben.


    Eure "Beziehung" und die Kennenlernphase war sehr kurz. Dennoch hat sich in dieser Zeit offenbar vieles sehr intensiv entladen was ihn in die Flucht getrieben hat. Wutanfälle die aus dem Nichts entstehen machen große Angst, wenn man sich selbst dafür nicht in der Verantwortung sieht. Deshalb zog er vor es Dir per Nachricht zu schreiben, dass seine Gefühle weg sind.


    Ob es eine "Nebenbuhlerin" gab zu dem Zeitpunkt, ist ebenso fragil. Ich sehe aufgrund Deiner Angaben eine hohe Wahrscheinlichkeit für eine reine Schutzbehauptung gegeben um verhindern zu können, dass Du weiter an eurer "Beziehung" festhälst und um seine verlorenen Gefühle kämpfst.

    Zitat

    Vordergründlich zeichnen sich bei ADHS jedoch in allen Altersgruppen komorbide psychische Störungen ab. Bei Kindern und Jugendlichen zeigen sich, neben Tic-, Angst- und Zwangsstörungen, vermehrt extraversive Begleitstörungen, wie etwa Störungen des Sozialverhaltens, die sich durch unkontrollierte und dissoziale Verhaltensweisen äußern können. Auch bei Kindern und Jugendlichen können Depressionen auftreten.[2] Das Auftreten komorbider Störungen stellt für die Betroffenen meist eine erhebliche zusätzliche Belastung dar.

    Quelle:http://www.adhspedia.de/wiki/Komorbidit%C3%A4t


    Das hält ein junger Mensch (der vermutlich in einem ähnlichen Alter Anfang 20 war) nicht ohne Blessuren auf Seele und Körper aus.


    Du hast in Deinem Beitrag weiter vorn sehr reflektiert beschrieben, was im Argen lag.

    Zitat

    Leider war ich auch nicht so ganz einfach in der Beziehung. Ständig Wutanfälle aus dem Nichts, die er ausbaden musste.

    Das ist Deine Antwort, die Du Dir bereits selbst gibst.

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    ADHS, Depressionen, soziale Phobie, Hypochondrie, Kardiophobie und Zwangshandlungen, die mich so belastet haben, dass ich kaum mehr aus dem Haus kam.

    Wie weit fortgeschritten oder ausgeprägt dieser Mix aus psychosomatische Beschwerden sowie affektive Störungen sich bereits vor 8 Jahren gezeigt hat, (ohne/wenig gezielte Therapien und Behandlung) kann hier im Forum kaum jemand realistisch beurteilen als Situation.


    Einschätzbar ist allerdings, dass es für den jungen Mann schwer bis unmöglich gewesen sein dürfte mit den Wutanfällen aus dem Nichts auf Dauer klar zu kommen.


    Das Ganze hat nichts mit schuldig sein zu tun. Nicht auf Deiner Seite, Du hast es Dir nicht ausgesucht mit ADHS und Phobien zu leben. Für ihn trifft das allerdings als Nichtbetroffener ebenso zu. Könnte das lange Festhalten an seiner Person und die Beziehungszeit eine Folge Deiner Angst- und Panikstörung sein?