Ab wann ist ein Kriterium bei der Partnerwahl oberflächlich?

    Hallo,


    wir haben wahrscheinlich fast alle irgendwelche Wünsche in Bezug auf einen Partner. Ab wann findet ihr ein Kriterium für die Partnerwahl oberflächlich bzw. findet ihr überhaupt, dass jemand oberflächliche Kriterien haben kann?


    Manche haben bestimmte Vorstellungen vom Aussehen/Typ her (blond, helle Haut, dunkel, südländisch, schlank, sportlich...). Manchen ist der Beruf, die Ausbildung etc. wichtig (soll Abi haben, soll studiert haben), anderen ist wichtig, dass der andere z.B. überhaupt einen Job hat und nicht arbeitslos ist. Andere wollen einen Partner, der noch keine Kinder hat oder bisher noch nicht verheiratet oder in einem bestimmten Altersbereich (+/- 8 Jahre).


    Findet ihr davon irgendwas oberflächlich oder würdet ihr das jemandem bei bestimmten Vorlieben überhaupt vorwerfen, also warum er so oberflächlich ist? Man könnte ja fast bei allem sagen „Du musst erst mal den Menschen dahinter kennen lernen, vielleicht ist auch derjenige mit blonden/schwarzen Haaren/mit Übergewicht/ohne Abi/ohne Job usw. ein liebenswerter Mensch.“


    Mir scheint es irgendwie ein Tabuthema zu sein, zu sagen, was einem bei einem Partner wichtig ist. Dann kommt immer das Totschlag-Argument „Aber vielleicht ist der mit/ohne xyz auch ein liebenswerter Mensch.“


    LG

  • 24 Antworten

    Schwieriges Thema. Sagen wir es mal so: Ich hatte immer eine Idealvorstellung von einem Mann im Hinterkopf, die eher an innere Werte geknüpft waren (Bildung, Charakter, Verhalten, Werte), und auch ein paar einfache Äußerlichkeiten mit einschlossen (Gepflegtes Äußeres, muss größer sein als ich).


    Allerdings habe ich mich dann in jungen Jahren meist in Männer verliebt die diese Idealvorstellung überhaupt nicht erfüllt haben, da ging es wohl um Dinge wie sexuelle Anziehung, Geruch, usw. Im hormonberauschten Zustand waren mir diese vorher aufgestellten Kriterien völlig egal bzw. habe ich sie vergessen.

    Da geht's von der Natur her wohl eher um biologische Passung der Partner und die interessiert sich wenig für deine formelle Anforderungsliste.


    Für eine langfristige Beziehung bzw. Ehe allerdings waren plötzlich all meine Kriterien wieder wichtig. Ohne Hormone und mit klarem Kopf ist Liebe eben nicht alles, was man braucht, da kommt es schon drauf an das einiges stimmt und da war mir ein ähnlicher Bildungsgrad bzw. ähnlicher Intellekt am wichtigsten. Manche nennen das oberflächlich oder arrogant, ich halte mich an den irgendwo mal aufgeschnappten Spruch: "Achte bei der Partnerwahl darauf, dass du dich mit ihm/ihr gut unterhalten kannst. Alles andere in einer Beziehung ist vergänglich."

    Dieses Spruch hat sich für mich bislang als wahr erwiesen, keine meiner frühen "Strohfeuer" a la: "Er ist zwar so und so (erfüllt die Kriterien nicht), aber ist so heiß/liebenswert/sexy" hat lange gehalten - am Ende siegt die objektive Passung über die Hormonbombe, die da kurzzeitig gezündet wird und die oft Paare zusammenhält die nicht wirklich zusammen passen.


    Für mich sind Kriterien dann oberflächlich, wenn sie hauptsächlich das Äußere des Partners betreffen, für jemand anderen mag das gefühlt anders sein.

    Ich finde jeder darf die Ansprüche haben, die er einfach hat und jeder darf diese in der Reihenfolge priorisieren, die ihm wichtig ist.

    Wenn man jemanden nicht sexuell attraktiv findet, dann wird man mit dem keine glückliche Beziehung führen können und wenn man jemanden nicht als geeignet sieht mit ihm sein Leben zu verbringen, dann auch nicht. Auch wenn jemand nicht zur aktuellen Lebensführung passt ist es sehr unwahrscheinlich, dass daraus eine erfüllte langfristige Beziehung wird.


    Ganz anders gesehen finde ich es sogar ungerecht mir jemanden als Partner auszusuchen, bei dem ich absehen kann, dass ich nicht längerfristig mit ihm zusammen bleiben werde, weil es X Punkte gibt, die mich massiv stören. Da raube ich mir und dem anderen nur unnötig Zeit.


    Man sollte nur darauf achten irgendwo im realistischem Rahmen zu bleiben, ansonsten kann es passieren, dass man allein bleibt.

    Ich denke nicht, dass das unbedingt schlecht ist nur weil Attraktivität ein Kriterium bei der Partnerwahl darstellt. Wessen Illusion ist es, dass das Aussehen vollkommen egal wäre?

    Und zum Beispiel auch diese Standard-Floskeln, Schönheit von innen, Schönheit liegt im Auge des Betrachters usw. - bilden für mich gar keinen Widerspruch dazu, dass Attraktivität einen Wert hat.

    Letztendlich denke ich, dass jeder einen Partner finden wird, auch wenn er oder sie nicht mit dem attraktivsten Äußeren gesegnet ist... Mag sein, dass man nicht bei ALLEN landen kann, aber wer muss das schon? Das ist doch kein Wettbewerb.

    Ich finde auch, dass das ein schwierig zu beantwortendes Thema ist.

    Wenn ich jetzt mal nur von mir ausgehe, dann kann ich sagen, dass rein optische Kriterien von mir am ehesten als oberflächlich bewertet werden.

    Ich bin nämlich mal so gar nicht festgefahren, wie jemand optisch sein soll, ich finde auch man verbaut sich mit der Einstellung "Partner muss aber die und die optischen Voraussetzungen unbedingt erfüllen" auf jeden Fall Wege in eine Partnerschaft.

    Gut, eine gewisse Grundattraktivität muss da sein, denn wenn man jemanden einfach nicht anziehend findet, dann ist daran nichts zu machen. Aber es ist meiner Meinung nach sehr oberflächlich, würde ich jetzt sagen: Der Mann muss auf jeden Fall 1,80m groß sein, athletisch gebaut sein und 75-78 kg wiegen, blone Haare, blaue Augen, Schuhgröße 43, diese und je Kleidung tragen, Brille darf er nicht und wenn Bart, dann nur diese Dichte und jene Länge und der kleine Zeh muss exat 5,89 cm lang sein. Das ist jetzt total überspitzt formuliert, aber es gibt Menschen die machen das tatsächlich so (ich kenne so eine Dame.... Muss ich erwähnen dass sie schon SEHR lang solo ist?) . Also eine optische Idealvorstellung haben, nur danach suchen und dann kommt der ganze Rest (Bildung, familiärer Background, Charakter, Vorlieben, Zukunftspläne etc pp) noch oben drauf.


    Jeder hat natürlich gewisse Wünsche und Vorstellungen und auch Dinge die er strikt ablehnt. Das ist auchtotal in Ornung, nur denke ich, man muss aufpassen, dass man einmal nicht zu viele Wünsche und Vorstellungen hat und weiters dass diese Wünsche und Vorstellungen nicht zu sehr ins Detail gehen. Und sobald jemand auch nur minimal davon abweicht, diesen dann abzulehnen... weil zb der kleine Zeh nicht ideal geformt ist. Also sich an Unwichtigkeiten aufhängen, das wäre dann für mich oberflächlich.


    Du musst natürlich für dich selbst erst mal definieren, was Dir wirklich wichtig ist und was eher nebensächlich oder wo du bereit bist Kompromisse einzugehen, bzw. auch mal darüber nachdenken, ob Du es okay fändest wegen der Form Deiner Augenbrauen oder der Farbe deiner Wohnungstür abgelehnt zu werden oder ob du da sagen würdest, das ist jetzt aber allbern und oberflächlich, ich denke da hast du dann auch schon einen ganz guten Anhaltspunkt.

    Ich finde, es kommt auch auf die jeweilige Lebensphase an, in der man einen Partner sucht. Beispiel: Während es in (sehr) jungen Jahren vielleicht noch wichtig ist, wie der Partner aussieht, ist es im mittleren Alter vielleicht wichtiger, dass der Partner einen soliden Beruf hat, um das potenzielle gemeinsame Eigenheim mitfinanzieren zu können...

    Ich selbst zum Beispiel hatte vor meinem Partner ausschließlich Männer mit dunklen Locken :p>

    Mit denen konnte man aber nicht so herrlich lachen wie mit meinem jetzigen Mann mit seinen Stoppelhaaren ;-D Humor ist mir im Laufe des Lebens wichtiger geworden als Haare ;-D

    minuchin schrieb:

    Ich finde, es kommt auch auf die jeweilige Lebensphase an, in der man einen Partner sucht.

    Ja, wobei ich mit zunehmendem Alter sogar immer kompromissloser werde. In ganz jungen Jahren hätte ich mir noch eher vorstellen können, mich auf jemanden einzulassen, wo es hier und da nicht 100%ig passt. Inzwischen bin ich da rigoros und lieber würde ich langfristig alleine bleiben, als mich (nochmal) auf jemanden einzulassen, wo mich schon von Anfang an gewisse Dinge stören, egal ob das nun optische Aspekte sind, Charaktereigenschaften oder andere Faktoren.

    Seefrau schrieb:

    Ja, wobei ich mit zunehmendem Alter sogar immer kompromissloser werde. In ganz jungen Jahren hätte ich mir noch eher vorstellen können, mich auf jemanden einzulassen, wo es hier und da nicht 100%ig passt. Inzwischen bin ich da rigoros und lieber würde ich langfristig alleine bleiben, als mich (nochmal) auf jemanden einzulassen, wo mich schon von Anfang an gewisse Dinge stören, egal ob das nun optische Aspekte sind, Charaktereigenschaften oder andere Faktoren.

    geht mir genau so. Als Teeny hab ich mir noch oft gedacht "ach das wird schon noch" oder "aber er ist ja sooo lieb, das ist ja nicht so schlimm" oder "wenn wir erst mal zusammen sind, dann ..." :_D.

    Heutzutage wird daraus ein "tut mir leid, aber wir passen wohl nicht zusammen". Die Erfahrung sagt einfach, wenn jemand von Anfang an kompliziert ist, nicht zu mir passt, oder mich irgendetwas massiv stört, dann wird das im Laufe der Zeit nicht weniger.

    Alias 944911 schrieb:

    Mir scheint es irgendwie ein Tabuthema zu sein, zu sagen, was einem bei einem Partner wichtig ist. Dann kommt immer das Totschlag-Argument „Aber vielleicht ist der mit/ohne xyz auch ein liebenswerter Mensch.“

    Das sehe ich nicht so. Es gibt hier schon zahlreiche Fäden zu diesem "Tabuthema"...


    Alias 944911 schrieb:

    Findet ihr davon irgendwas oberflächlich oder würdet ihr das jemandem bei bestimmten Vorlieben überhaupt vorwerfen, also warum er so oberflächlich ist?

    Mir sind die Vorlieben anderer bei ihrer Partnerwahl egal, also würde ich da auch niemandem was vorwerfen. Umgekehrt geht keinen meine Art der Partnerwahl etwas an, da lasse ich mir nicht dreinreden, es ist mir egal was andere darüber denken.

    mond+sterne schrieb:

    Es gibt hier schon zahlreiche Fäden zu diesem "Tabuthema"...

    Stimmt, ist aber doch immer wieder nett ;-D Bin schon gespannt auf die oberflächlichen Kriterien des TE, irgendeinen Grund muss es ja haben, eine Umfrage unter einem Alias zu eröffnen.

    Die Antwort liegt bereits in der Frage. Oberflächlich sind alle Kriterien, die sich auf die Oberfläche beziehen, also auf das Äußere. Im erweiterten Sinne fällt auch der soziale Status darunter, aber auch nicht ausschließlich ("the man on top of the mountain didn't fall there".)

    Die Frage ist vielmehr: Sind oberflächliche Kriterien auch schlechte Kriterien? Nicht unbedingt, weil sie bei Zufallsbekanntschaften sogar die entscheidende Rolle spielen (spricht man sie / ihn an?) Außerdem laufen da im Unterbewusstsein in Blitzesschnelle Entscheidungsvorgänge ab, von denen wir gar nichts mitbekommen.

    Alles andere (die "inneren" Werte) zeigen sich ja doch erst, wenn sich eine längere Beziehung aus dem Flash entwickelt hat.

    Das andere sind quasi "erzwungene" Bekanntschaften, wie Kollegen, Freunde oder deren Freunde, die man zwangsläufig regelmäßig wiedersieht (Geburtstage oder sowas), an denen man nach und nach interessante oder gar liebenswerte Eigenschaften entdeckt und die o. Kriterien zweitrangig werden.

    Für meine ehrliche Meinung schreibe ich einfach mal, ohne die vorangegangenen Beiträge gelesen zu haben. @:)


    Für mich sind oberflächlichliche Kriterien solche, die mich davon ablenken eine Person als Ganzes zu sehen. Auf Menschen allgemein bezogen kann es z.B. passieren dass mich eine eigentlich sehr sympathische Person an eine sehr unsympathische erinnert (Gestik, Mimik, optische Ähnlichkeiten). Ich kann dann sicher einen bewussten Umgang damit finden, aber ein Partner würde es nicht werden. Das wäre im menschlichen Bereich.


    Was Abschluss, Job, Einkommen oder ähnliches angeht ... über solche Kriterien habe ich persönlich nie nachgedacht. Eher über die Einstellung dazu und den Umgang damit.
    Ich empfände es schon als oberflächlich den Werdegang einer anderen Person, unabhängig von deren Charakter und Potenzial, zu bewerten und in die Wagschale zu werfen. Auch weil ich viele Menschen kenne, die erst wirklich wachsen konnten als sie nicht mehr daran gemessen wurden.


    Ich schätze das man nicht in die Tiefe kommt, wenn man oberflächlich ist - und das man ein paar Blicke auf eine andere Person riskieren sollte.


    Fazit: Oberflächlich ist wenn man sich selbst davon abhält einen Menschen kennen zu lernen, weil man ihn anhand grob gesetzter Vorlieben aussortiert bevor er sich zeigen kann.


    Vielleicht ist es sinniger, wenn man danach schaut ob man gemeinsame Ziele hat.