Ab welchem Alter interessiert man sich für das andere Geschlecht

    Hallo zusammen,


    von einem (Nacht-)Traum ausgelöst möchte ich mal meine Erfahrungen abgleichen und in Erfahrung bringen, ob sie zum einigermaßen durchschnittlichen Erfahrungsspektrum gehören oder völlig ab vom Schuss sind:


    - ich fand im Kindergarten schon Isabell süß, die Brünette mit den leichten Pausbäckchen, da war ich wahrscheinlich 5 Jahre oder so und ich hätte damals wie auch nie später einen Jungen in der Art süß finden können, also auf jeden Fall etwas ganz durchschnittliches, wenn es mit 15 vorgekommen wäre und nicht mit 5


    - gleichzeitig oder etwas später fand ich auch meine Tante attraktiv und war ein bisschen eifersüchtig auf ihren damaligen Freund


    - in der Grundschule fand ich auch eine Vertretungslehrerin attraktiv, so in der 2. Klasse, etwas später dann auch einige Grundschülerinnen und habe von einem Viererdate geträumt, mit einem Grundschulfreund noch dabei und zwei mal Magdalena, die Brünette wäre dann was für mich ]:D


    Was mich nun umtreibt: Ist das eher Show, dass ich sowas von anderen nie mitgekriegt habe, so wie man als Jungendlicher auch nicht zugeben will, wenn man sich verguckt hat, oder sind solche Erfahrungen meist gar nicht vorhanden bzw. vergessen bis verdrängt? ":/

  • 22 Antworten

    Ich hatte mit fünf Jahren der Königsberger Waltraut mit Karamell verklebten Fingern die Haare gerichtet. Dann hat es wiederum 20 Jahre gedauert, bis ich mich getraut hatte, wieder ein Mädchen anzusprechen. Ich habe auf der linken Seite ein halbes Ohr. Und ich hasse Karamell. Und das mit den Mädchen hab ich auch wieder hin bekommen.

    Das ist normal, würde ich sagen.


    Warum sowas nicht angesprochen wird, resultiert meiner Ansicht daraus, dass Kinder in unserer Gesellschaft einen besonderen Schutz genießen. Alles Sexuelle, was von außen an sie herangetragen werden könnte, ist verboten und zu unterlassen, wird aufs Schärfste bekämpft - und das ist auch gut so! Kinder sind noch nicht in der Lage, abschätzen zu können, was sie sexuell wollen und was nicht. Die Fähigkeit zur sexuellen Selbst- und Fremdwahrnehmung entwickelt sich erst mit dem Heranwachsen. Das heißt aber nicht, dass man am Tag seines 16. Geburtstags plötzlich all die Reife erhält, die einem vorher gefehlt hat. Das ist ein Prozess, der schon in der Kindheit beginnt/beginnen kann, und eigentlich für immer andauert.


    Zaghafte erste Schwärmereien im Kindergartenalter sind da völlig normal. So kann das Kind langsam für sich selbst herausfinden, was es möchte und was nicht, bis es als Heranwachsender/Erwachsener alt genug ist, um die Gedanken in gegenseitigem Einverständnis mit einem Gegenüber in die Tat umzusetzen. Wenn abstrakte Gedanken in die Richtung "hübsches Mädchen, das mag ich" unter geistiger und hormoneller Entwicklung konkreter geworden sind.


    Das wird aber eben kaum thematisiert, damit nicht der falsche Eindruck entstehen könnte, Kinder wären zu sexuellen Handlungen im gegenseitigen Einverständnis fähig. Das sind aufgrund mangelnder Reife nicht und jegliche Angebote in diese Richtung sind furchtbar, weswegen Kinder bei uns generell als asexuell gelten.

    Kleine Schwärmereien im Kindheitsalter sind doch süß x:)


    Das ist ja auch niedlich und noch ganz harmlos. Da wird von Händchenhalten und einem Küsschen auf die Wange und gemeinsam Eis essen geträumt x:)

    Zitat

    Warum sowas nicht angesprochen wird, resultiert meiner Ansicht daraus, dass Kinder in unserer Gesellschaft einen besonderen Schutz genießen. Alles Sexuelle, was von außen an sie herangetragen werden könnte, ist verboten und zu unterlassen, wird aufs Schärfste bekämpft - und das ist auch gut so! Kinder sind noch nicht in der Lage, abschätzen zu können, was sie sexuell wollen und was nicht. Die Fähigkeit zur sexuellen Selbst- und Fremdwahrnehmung entwickelt sich erst mit dem Heranwachsen. Das heißt aber nicht, dass man am Tag seines 16. Geburtstags plötzlich all die Reife erhält, die einem vorher gefehlt hat. Das ist ein Prozess, der schon in der Kindheit beginnt/beginnen kann, und eigentlich für immer andauert.

    Klar, Kinder gelten als asexuell, auch wenn das Gegenteil schon lange bekannt ist. Das hat sicherlich auch gute Gründe, da sie von der praxischen Seite ferngehalten werden sollen, insbesondere, wenn ältere involviert sind. Deswegen erwarte ich z. B. auch nicht, dass sich eine Dokumentation im ÖRF diesem Thema widmet. Und ich würde dieses Thema auch nicht in einem Kontext besprechen, wo Erfahrungen verallgemeinert werden sollen - ich kann nur sagen, für mich als Kind war es so (und es handelt sich natürlich auch nur um Schwärmereien und keine praktizierte Sexualität) und ich frage mich eben, wie es für andere Erwachsene in der Rückschau aussieht.


    Mal fernab von der gesellschaftlichen Wahrnehmung: Hast du bei dir irgendwelche Erinnerungen in diese Richtung, z. B. aus dem Kindergarten?

    Zitat

    Kleine Schwärmereien im Kindheitsalter sind doch süß x:)


    Das ist ja auch niedlich und noch ganz harmlos. Da wird von Händchenhalten und einem Küsschen auf die Wange und gemeinsam Eis essen geträumt x:)

    Zitat

    Und das hätte man seinen Freunden natürlich nie erzählt, dass man heimlich verknallt ist.


    Voll peinlich und so ;-)


    ;-D

    Was heißt den "wird" und "man", weißt du noch was von dir als Kind? ":/

    ich war zwischen 6 und 7 wahnsinnig verliebt in einen jungen aus meiner klasse - und er in mich! wir waren unzertrennlich und haben jede minute der freizeit miteinander verbracht.


    als meine familie dann nach bayern gezogen ist, hatten wir beide unglaublichen liebeskummer (meine eltern haben sich echt sorgen gemacht, weil ich richtig krank geworden bin!).

    Ich war in der Grundschule, denke so mit 10 Jahren, das erste mal verknallt in einen Jungen aus meiner Klasse.


    Da war ich noch nicht mal aufgeklärt, wusste noch gar nicht dass es Sex überhaupt gibt.


    Es waren einfach schöne Gefühle und ein Kribbeln im Bauch, wenn ich an ihn gedacht habe. x:)


    Meine Vorstellung von "Beziehung" in dem Alter war: gemeinsam spazieren gehen und radfahren, und Herzchen mit den Initialen des Liebsten zeichnen ;-D

    Ich hab das damals - eben aus Scham - niemanden erzählt.


    Weder einer Freundin noch meine Schwester noch meinen Eltern.


    Das waren so zarte erste Gefühle und war mir selber peinlich |-o X-
    Denke das ist normal in dem Alter.


    Erst später haben wir dann unter Freundinnen gemeinsam von Jungs geschwärmt, ich denke so ab 13 oder 14 Jahren.

    Eben, in dem Alter wurde man ausgelacht ;-D


    Kann mich erinnern dass sich viele gegenseitig verarscht haben mit "hahahah X ist in Y verliebt" und das wurde dann mit Kreide im Pausenhof auf den Asphalt geschrieben und solche Scherzchen ;-)

    Zu meiner Zeit war gerade Modern Talking sehr angesagt.


    Sehr beliebt um jemanden zu ärgern war der abgeänderte Text á la "Cherie Cherie Lady, die Karin kriegt ein Baby, wer hat das gemacht, der Heinzi in der Nacht" ;-D


    Da hätte niiiiemand zugegeben, wirklich in jemanden verknallt zu sein ;-)

    Mh, also ich hatte bereits am Anfang der Grundschule sexuelle Gefühle. Hab durchaus schon mit 7 versucht, "Sex" zu haben. ;-D Hat natürlich nicht geklappt. Dennoch ist aus mir kein frühreifer, kinderkriegender Teenager geworden. Im Gegenteil. Vielleicht weil einige Erwachsene mein Interesse als anormal empfunden haben und das auch so kommunizierten. :-/ Leider! Ich finde es schwierig, dass das nicht einfach so stehengelassen werden kann. Hinschauen, ok. Auch unter dem Aspekt des Missbrauches. Aber Pathologisieren ist für die sexuelle Entwicklung sehr hinderlich.