Abgrenzung von Sex und Liebe

    Hallo liebe Leute, ich habe eine Freundin, die andere Ansichten als ich in Richtung Beziehung und Sex hat.


    Sie sieht trennt das körperliche vom geistigen und wenn sie das mal - auch in einer Beziehung - macht hat es einen für sie anderen Stellenwert. Nun möchte ich fragen ob hier Menschen mit einer ähnlichen Ansicht sind, die mir da evtl ihre Denkweise näherbringen können oder vllt auch erzählen wir wie sie eine Beziehung mit einem Partner führen, der es nicht so sieht oder handhabt und es dennoch gut funktioniert.


    Ich würde mich wirklich sehr über Zuschriften freuen, da ich mich damit gerne auseinandersetzen möchte um meinen Horizont zu erweitern.


    Gerne auch per PN.


    Liebe Grüße


    Ted

  • 9 Antworten

    Das Argument hört man ja eigentlich ehr von Männern, als von Frauen ... "Schatz, ich hatte zwar Sex mit der Anderen, aber das hat mit Dir gar nichts zu tun".


    Ich finde es schonmal gut, dass Deine Freundin offen/ehrlich zu Dir ist, auch wenn sie Dich damit ja auch vor vollendete Tatsachen setzt.


    Anders als bei Betrogenen hast Du die Chance zu entscheiden, ob Du eine offene Beziehung in dieser Form leben möchtest, oder nicht.


    Da ich selber polyamor veranlagt bin und überhaupt keine Eifersucht empfinde, weiß ich nicht, ob ich wirklich hilfreiche Gedanken beisteuern kann.


    Wenn meine Partnerin bei einem anderen Mann ist, dann empfinde ich nur "Mitfreude", sie nimmt mir damit nichts weg, sondern gibt mir etwas .. selbst wenn Gefühle im Spiel wären (was sie allerdings verneint), und da können sich viele (vermutlich die Meisten) nicht einfühlen.


    Es fehlen auch Informationen über Deine Eifersucht bzw. Verletzlichkeit, wenn Du Dich darauf einlassen würdest.


    Viel davon lese ich nicht aus Deinem Text heraus, aber ist das tatsächlich so?


    Ich denke, es wäre sehr hilfreich, wenn Du mal schreibst, wie Du Dir das vorstellst ... würdest Du es wissen wollen, wenn sie sich mit einem anderen trifft, oder erst, wenn sie sich getroffen hat?


    Oder möchtest Du das lieber nicht wissen, solange das wirklich einen anderen Stellenwert hat?


    Und was, wenn sich das ändert?


    Wäre das für Dich ein Unterschied, ob sie sich immer mit Demselben trifft, oder ob es immer einmalige Begegnungen sind?


    Und wie wäre es mit Verhütung und Schutz vor Krankheiten, sie muss damit ja auch Dich schützen oder Ihr müsstet sicherheitshalber selber Kondome verwenden?


    Und was passiert bei einem "Unfall" (z.B. Kondom gerissen) dann musst es wissen, um eben selber Kondome zu verwenden?


    Ich denke, es wäre ganz hilfreich, wenn Du das mal in Gedanken durchspielst und hier aufschreibst ... das hilft sich besser einzufühlen (auch Dir selber ;-) )

    Deine Freundin will eine offene Beziehung...


    Ich hatte mal ein Jahr lang eine. Kann funktionieren, aber nur unter ein paar Bedingungen.


    Beide Partner müssen das wollen. Es reicht nicht, wenn einer der beiden Partner meint, er könne Sex und Liebe trennen und geht dann mit Ansage fremd, während der andere eifersüchtig in Tränen zu Hause sitzt. Beide Partner müssen für sich rausfinden, ob das emotional tatsächlich etwas ist, was man mal versuchen möchte. Den Partner gehen lassen, ihm das zu gönnen, sich mit ihm freuen, das ist nicht so ganz einfach.


    Wie Kurt schon schrieb, der Vorteil gegenüber dem fremdgehen ist, man kann das mal probieren, denn mit Ansage und Erlaubnis fällt der Vertrauensbruch weg, die Lüge, das kann man auch verkraften, wenn man merkt, dass das nichts ist, was man möchte.


    Voraussetzung dafür, dass man den Partner gehen lassen kann ist, dass man sich sicher ist, dass man für den Partner die uneingeschränkte Nr. 1 ist und der Partner jederzeit zu einem zurück kommt. Vertrauen ist wichtig, dass die offene Beziehung, in der Sex mit anderen erlaubt ist, nicht ausgenutzt wird, um heimlich noch viel mehr zu machen. Die Gefahr ist groß, war der Sex toll, will man noch mal und beim dritten Mal kommen dann vielleicht Gefühle ins Spiel, aus dem ONS wird eine Affäre...


    Als Mann wird man merken, dass es Frauen unendlich viel leichter fällt, eine offene Beziehung auszuschöpfen. Wenn Sie es drauf anlegt, könnte sie täglich ein neues Date haben. Daher solltet ihr drauf achten, dass das ausgewogen bleibt.


    Regeln sind wichtig, was ist erlaub, was nicht, sonst fühlt man sich doch schnell betrogen.


    Wenn man unbedingt den Sex mit anderen genießen möchte und nicht damit klar kommt, dass der Partner alleine loszieht, dann wäre ein Swingerclub o.ä. vielleicht die bessere Lösung.

    Ich finde, dass es körperliche und emotionale Betrug gibt. Ich hatte eine Fernbeziehung und habe auch mit ein anderen geschlafen. Aber in den war ich nicht verliebt. Er war ebenfalls vergeben.


    Das ganze war nur körperlich. Wir waren eher nur befreundet. Wir könnten auch nur schwer kommunizieren (sein Englisch war schlecht, ich spreche nur wenig Catalan).


    Ich finde emotional Betrug viel, viel schlimmer. Also wenn der sexuelle Partner und der Freund ineinander verliebt sind - auch wenn sie nicht Sex mit einander haben.

    Meiner Meinung nach ist es ein Selbstbetrug, zu glauben, es seien nur sexuelle Gefühle, aber keine anderen Gefühle. Man will ja etwas von dem anderen und man findet gerade diese Person geeignet, um sich auf diese Weise mit ihr auszutauschen. Also hat man für sie auch Gefühle, die über das Sexuelle hinausgehen, denn man würde nicht mit Hinz und Kunz diesen Austausch wollen, denn Sex kann man theoretisch mit jedem haben.


    Es stimmt aber sicher auch die Ansage, dass man keine weitere Partnerschaft mit allem was dazu gehört, eingehen will. Das wäre nämlich ziemlich anstrengend, denn nicht jeder hat nur eine Schokoladenseite, sondern auch Fehler, Mängel, Defizite, die man vermehrt mitbekommen wird bei einer festen Bindung und in die man auch involviert wird, wenn man eine weitere Partnerschaft führt, neben Partner Nr. 1.


    Klare Regeln sind sicher wichtig und man kann auch vorher sagen, inwieweit man sich gefühlsmäßig auf jemand anderen einlassen will, weil man hier glaubt mehr Austausch zu brauchen, als der Partner einem geben kann. Aber eine Garantie ist das nicht, es sei denn, jemand hat sich sehr gut reflektiert und er weiß genau, was er will und was er nicht will. Dann kann eine offene Beziehung auch gut funktionieren.

    Zitat

    Meiner Meinung nach ist es ein Selbstbetrug, zu glauben, es seien nur sexuelle Gefühle, aber keine anderen Gefühle.

    Wie willst Du das wissen, wenn Du nicht in der Haut Desjenigen steckst?

    Zitat

    hat es einen für sie anderen Stellenwert.

    Das ist die Kernaussage, und selbst wenn man nur mit Menschen Sex hat, die einem sympathisch genug sind, dann muss man nicht von einem Selbstbetrug reden, wenn jemand sagt, er kann das von der Liebe zum Partner (genug) trennen.


    Möglich, dass es vorkommt (vielleicht sogar oft), gerade, wenn man häufiger mit derselben Person Sex hat und die Gefühle sich schleichend einstellen.


    Aber wenn man dem Partner schon generell "unterstellt", dass man da sicher auch emotional betrügt, dann heißt das für mich nur Eines ... Finger weg von jedem Experiment mit offener Beziehung

    Kurt, ich meine das nicht negativ. Ich bin nur erstaunt, dass man glauben kann, ohne jedes Gefühl mit einer anderen Person intim zu werden, wenn es auf einer solchen Basis im gegenseitigen Einvernehmen ect. passiert. Ich glaube zwar auch, das Menschen das trennen können. Aber alleine die Sympatie beruht für mich schon auf Gefühlen. ;-) Und ohne, geht es in einer offenen Beziehung, denke ich, auch nicht. Deshalb sehe ich da keinen emotionalen Betrug, wenn gewisse Gefühle im Spiel sind.


    Vielleicht versteht man unter emotionalem Betrug, das, was man Liebe nennt. Aber Liebe ist ein großes Wort. Und wenn man jemanden fragt, wie er Liebe definiert, dann kommen da auch ganz unterschiedliche Sichtweisen zu Tage.

    Zitat

    Ich bin nur erstaunt, dass man glauben kann, ohne jedes Gefühl mit einer anderen Person intim zu werden, wenn es auf einer solchen Basis im gegenseitigen Einvernehmen ect. passiert.

    Prostitution ist auch gegenseitiges Einvernehmen ... und da zählt nicht unbedingt Sympathie.

    Zitat

    Aber alleine die Sympatie beruht für mich schon auf Gefühlen. ;-) Und ohne, geht es in einer offenen Beziehung, denke ich, auch nicht.

    Wie Du schreibst ... Du denkst das ... aber das gibt es durchaus.


    Manchmal zählt eben einfach der Trieb und nichts Anderes.


    Was es schlussendlich beim TE bzw. seiner Partnerin ist, das müssen sie unter sich klären und nur das ist entscheidend dafür, ob eine offene Beziehung zwischen den Beiden funktionieren kann, oder nicht.

    Zitat

    Manchmal zählt eben einfach der Trieb und nichts Anderes.

    Das stimmt natürlich. Ein Trieb ist für mich auch ein Gefühl, aber ein unbefriedigtes. Bei Prostitution, da zählt auch nicht unbedingt die Sympathie, klar.


    Die offenen Beziehungen, die ich kenne, beruhen aber mindestens auf Sympathie und/oder Freundschaft.


    Aber gut, ist wohl alles Interpretationssache und wahrscheinlich meint man auch das gleiche, benennt es nur anders.

    Sagen wir mal so: Es gib Menschen die können das vielleicht trennen.


    Aber sobald einer von zweien das nicht kann, kann eine offene Beziehung nicht funktionieren. Ich könnte das nicht, ich kann mir auch nicht vorstellen mit einer anderen Person besseren Sex haben zu können, als mit dem Menschen den ich liebe.


    Größte Frage für mich ist, warum deine Freundin das Bedürfnis hat mit anderen Männern zu schlafen, anscheinend ist ihr sexuelles Bedürfnis ja nicht befriedigt?