Absolutes Chaos - Liebe ich meinen Freund? Oder den Anderen?

    Hallo liebe Community,


    ich wende mich an euch, da ich ein vollkommenes Chaos in meinem Kopf und in meinem Leben verspüre, ich habe keine Ahnung wie ich hier alleine rauskommen soll.


    Die Geschichte in ganz kurzer Form runtergebrochen: **Ich (20) bin seit 2012 mit meinem Freund (22) zusammen. Anfang 2015 gab es bei uns eine Trennung, in der Zeit habe ich "den Anderen" (25) online kennengelernt, war ein paar Mal in seiner Stadt, er bei mir, haben uns verliebt. Als es aber mit dem Anderen langsam ernster wurde, so Richtung fester Beziehung, habe ich einen Rückzieher gemacht, und bin wieder zu meinem Freund zurückgekehrt. Seit Dezember 2015 sind wir nun wieder zusammen. Ich hatte den Kontakt zum Anderen nie wirklich abgebrochen, nur online gesagt, dass es eben nicht mehr gehe, weil ich mich noch zu stark von meinem Freund angezogen fühle. Vorgestern haben wir uns nun mal wiedergesehen, weil ich in seiner Stadt war. Die Emotionen sind hochgekocht, aber ich habe einen Schlussstrich gesetzt, aus Fairness und Liebe meinem Freund gegenüber. Seitdem Kontaktabbruch geht es mir sowas von schlecht, da ich eigentlich noch so starke Gefühle für den Anderen verspüre (und er auch für mich). **


    Jetzt Details zu den einzelnen Geschehnissen:


    Seit 2012 war ich also mit meinem Freund zusammen, und es war sofort die große Liebe. Es war alles so perfekt, wir waren wie beste Freunde aber eben noch intimer, keiner kannte den anderen besser als der andere usw. Ende 2014-Anfang 2015 hat es angefangen zu kriseln, wir haben immer weniger über Probleme geredet, immer weniger Sex gehabt, ich konnte ihn irgendwie nicht mehr ausstehen. Zu der Zeit habe ich sehr viel Sport/Fitness gemacht, er eher nicht so, das hat mich gestört. Ich habe außerdem die Pille abgesetzt und hab mich plötzlich so stark von einem "Muskelprotz" aus dem Fitnessstudio angezogen gefühlt. Unter extremster Verzweiflung und Tränen habe ich es dann mit ihm beendet, aber ich wusste damals schon, dass es eigentlich die falsche Entscheidung gewesen war, da wir uns nicht wirklich entliebt hatten, sondern nur zu unfähig waren, Probleme zu klären. Ich habe dann aber nichts von der Beziehung aufgearbeitet oder verarbeitet, sondern habe mich, aus reiner Ablenkung, Hals über Kopf in eine Affäre mit dem Muskelprotz gewagt. Klar, die anfängliche Befriedigung war toll, aber nach einem Monat habe ich das abgebrochen, weil ich einfach gemerkt habe, dass der Typ intellektuell und auch sonst null auf meiner Ebene war.


    Dann, als ich mich in einem Forum über die Sache mit meinem Freund ausgelassen habe, habe ich den Anderen kennengelernt. Wir haben angefangen, privat zu schreiben und wir haben sofort eine extrem starke Verbindung gespürt. Gleicher Humor, gleiche Interessen, wir konnten, obwohl wir uns noch nicht lange kannten und 300km voneinander wegwohnten, so gut miteinander schreiben. Den ganzen letzten Sommer hat er mich dann virtuell begleitet, auf meinen Reisen haben wir immer geschrieben, ich habe ihm immer Bilder gesendet und er ebenso. Ich hatte zwar wieder eine Ablenkung von der Trennung mit meinem Freund, aber dieses Mal spürte ich, dass bei mir starke Gefühle aufkamen.


    Im September dann, ca. 5 Monate nach der Trennung mit meinem Freund, bin ich das erste Mal zum Anderen gefahren. Es war wirklich wundervoll, und eventuell etwas überstürzt, aber wir wurden ziemlich schnell körperlich intim. Aber nicht nur körperlich. Die Art und Weise, wie er mir in die Augen sieht berührt mich auf eine Weise, die ich noch nie zuvor kannte. 2 Monate lang sahen wir uns dann nicht, bis er zu mir kam. Hier wieder das gleiche Spiel. Es war wieder wunderschön, so intim, so verbunden haben wir uns gefühlt. Im Dezember bin ich dann noch einmal zu ihm, wo es natürlich wieder wunderschön war. Langsam wurde es ernster und ich merkte, dass dieser Zustand von "eigentlich miteinander wie ein Paar umgehen, aber nicht zusammen sein" ihm und mir nicht guttat. Als ich dann aber angefangen habe, darüber nachzudenken, sind mir mein Freund und die Erlebnisse in der Vergangenheit nicht aus dem Kopf gegangen. Ich habe angefangen, meinen Freund und den Anderen zu vergleichen, habe mir gedacht "Ok, mit dem Anderen bist du gerade in der Verliebtheitsphase, mit deinem Freund hattest du diese bereits überwunden. Was, wenn du mit dem Anderen auch irgendwann diese Verliebtheitsphase überwunden hast, was wenn der Alltag einkehrt, was bleibt dann?" Und ich habe in dem Moment, glaube ich, angefangen, die Trennung mit meinem Freund erst wirklich zu analysieren. Mir ist klargeworden, dass mein Freund menschlich und von dem, was er mir bieten kann, von seinen Wertevorstellungen, viel besser zu mir passt als der Andere. Das klingt jetzt extremst oberflächlich… aber der Andere kommt aus anderen Verhältnissen als ich und mein Freund, aus einer extrem zerrütteten Familie, er studiert nicht (wie ich und mein Freund), und er wird mir nie das bieten können, wie mein Freund und dessen Familie. Ein großer Faktor war auch, dass unsere Familien sich so gut verstanden haben, keiner von denen war wirklich über unsere Trennung hinweg, und ich hatte das Gefühl, dass es ein anderer Partner nie so akzeptiert werden würde, wie mein Freund. Auch war unser Freundeskreis eigentlich komplett gleich, und in der Zeit ohne meinen Freund hatte ich nur noch sehr wenige Freunde an meiner Seite. Außerdem habe ich es an ganz praktischen Sachen gemerkt, z.B. als mein PC kaputt war. Ich hatte keine Ahnung, was ich machen sollte, da mein Freund das immer geregelt hat. Mir hat diese Sicherheit, zu wissen, dass da mal jemand an meiner Seite sein wird, der – absolut banal gesprochen – sich um unsere Steuererklärungen kümmern kann und weiß, welche Versicherung ich abschließen soll, diese Sicherheit hat mir mit dem Anderen gefehlt. Aber vielleicht auch nur, weil wir eben nur in dieser Verliebtheitsphase waren, und nicht in einer ernsten Beziehung. Vielleicht hätte ich dann noch andere Facetten vom Anderen kennengelernt. Während der Verliebtheitsphase mit meinem Freund habe ich auch nicht über eine blöde Steuererklärung nachgedacht… Aber ich hatte nun mal diesen direkten Vergleich zwischen beiden.


    Schlussendlich habe ich also, weniger aus einem Mangel an Gefühlen als aufgrund äußerer Umstände, diese "Halb-Beziehung" mit dem Anderen beendet, aber mir immer noch irgendwie eine Tür offengelassen. Am Anfang war zwar Funkstille, aber dann haben wir wieder angefangen so unbeschwert zu chatten wie letztes Jahr und ich dachte mir, es sei ja nichts Verwerfliches dran. Aber ich habe immer gemerkt, dass ich es vor meinem Freund verheimliche; auch wenn es nichts Schlimmes an sich war, ich wollte nur nicht, dass er es sieht. Irgendwann war es so, dass immer, wenn ich Probleme hatte, seien es persönliche oder mit meinem Freund, ich diesem Anderen geschrieben habe. Ich habe ihm zwar nicht von den Problemen erzählt, aber mir hat diese Illusion, irgendwo auf der Welt jemanden zu haben, mit dem mich etwas ach so besonderes verbindet, irgendwie Mut gegeben. Ich habe immer gemerkt, dass ich mich gedanklich immer gerne in diese Illusion geflüchtet habe. Alles, was mit ihm und seiner Stadt zu tun hatte war mir heilig. Ich sah Kennzeichen seiner Stadt überall, ich suchte in Drogeriemärkten nach seinem Parfüm um für eine Millisekunde wieder diese Unbeschwertheit, Freiheit zu fühlen. Und Ich habe das bemerkt, und mir gedacht, dass das nicht gut sein kann und dann mal wieder für ein paar Wochen den Kontakt abgebrochen. Bis zu dem Punkt vor ein paar Wochen, an dem ich eine Reise geplant habe und extra seine Stadt mit auf die Route gesetzt habe. Ich hatte das Gefühl, dass mit meinem Freund wieder alles in Ordnung sei und dass ich über den Anderen hinweg sei, also wäre es ja nicht schlimm, ihn einfach mal freundschaftlich zu treffen. Wir trafen uns nun also vor ca. 3 Tagen wieder in seiner Stadt, und haben wieder die ganze Zeit zusammen verbracht. Dieses Mal natürlich ohne körperlichen Kontakt, meines Freundes wegen. Und trotzdem war die Zeit so wundervoll… Ich habe sofort gespürt, dass da noch was ist. Wir haben dann auch angefangen, ernsthaft über uns zu reden.

  • 39 Antworten

    Er meinte, er habe, nachdem ich es letztes Jahr beendet habe eine Woche lang geheult und sei dann aber irgendwie darüber hinweggekommen. Ich habe ihm offenbart, dass ich zwar habe was ich will, mit meinem Freund, aber dass ich ihn trotzdem nicht ganz vergessen kann. Berechtigterweise stellte er mir dann die Frage, warum ich nicht über ihn hinwegkomme, obwohl ich doch alle habe, was ich wolle. Ich kann mir die Frage selbst nicht 100% beantworten. Ich denke, dass der Grund dafür ist, dass zwischen mir und dem Anderen aus meiner Perspektive nie was Schlimmes passiert ist. Ich kannte nur die Verliebtheitsphase mit ihm und habe es dann beendet. Er jedoch ist auf diese Ablehnung von mir gestoßen, und hatte also ein negatives Erlebnis. Ich war einfach verliebt und bin dann nahtlos wieder in die nächste Liebe reingerutscht. Am ersten Tag unseres Treffens habe ich oft gemeint, dass ich denke, dass ich den Kontakt wirklich abbrechen müsse, um darüber hinwegzukommen. Er meinte, ob ich glaube, dass mir das wirklich was bringe, denn die Gefühle und Erinnerungen seien ja immer noch da. Das verwirrt mich, denn wieso sagt er nicht einfach "Jop, ok, lass den Kontakt abbrechen", sondern versucht mich anscheinend irgendwie noch umzustimmen? Er meint, dass das sei, weil er es mag, mit mir zu schreiben, weil es ihm Spaß macht. Am Tag drauf jedoch, abends, mit ein bisschen Alkohol intus, als es eigentlich schon klar war, dass wir ab dem darauffolgenden Tag keinen Kontakt mehr haben würden, uns nie wiedersehen würden – wir saßen in einem belebten Park, habe uns in die Augen gesehen, die Welt stand still – hat er gesagt, dass er sich gefragt hat wie es wäre, mich mal wieder zu küssen. Ich bin natürlich standhaft geblieben, aufgrund meines Freundes, aber ich habe mich schon stark zu ihm hingezogen gefühlt. Er hat mich noch nach Hause begleitet, und der Abschied war wirklich melodramatisch. Wir haben uns minutenlang umarmt, in die Augen geschaut, ich habe geweint, wir haben unsere Handynummern aus dem Telefon gelöscht. Und dann war ich alleine. In meiner "Traumstadt" die ich immer mit den positiven Erlebnissen mit ihm verbunden habe. Ich war alleine und hatte das Gefühl, dass jetzt erst wirklich die Trennung vonstattengegangen war. Und seitdem geht es mir einfach nur dreckig. Ich bin nur am Heulen, ich denke dauernd an die beiden Tage mit ihm, und wie er mir in die Augen gesehen hat. Ich bin total unsicher, ob es die richtige Entscheidung war. Ich habe ihn gefragt, als wir uns verabschiedet haben, wieso das so unfair sein muss im Leben. Ich bin mir so unsicher. Jetzt, wieder daheim, habe ich mich mit meinem Freund getroffen, der von allem weiß, das anfänglich nicht gutgeheißen hat, dass ich mich mit dem Anderen treffen wollte, es aber dann hat geschehen lassen und jetzt natürlich auch traurig ist, dass ich wegen eines anderen Mannes so leide. Ich habe mich dabei ertappt, wie ich meinem Freund in die Augen geschaut habe, lange, so wie dem Anderen, und er schaut einfach nicht zurück, wie der andere. Er lacht irgendwann. Da ist nicht das, wie beim anderen. Das macht mich so fertig. Aber ich weiß doch, dass da viel tiefere Gefühle und Verbindungen da sind mit meinem Freund, als mit dem Anderen. Warum kann ich mich davon nicht komplett überzeugen?


    Ich weiß einfach nicht was ich tun soll. Ob ich damals die Entscheidung, mit meinem Freund wieder zusammenzukommen einfach aus purer Feigheit vor etwas Neuem getroffen habe, weil mir seine Sicherheit so zugesagt hat. Andererseits war das Gefühl, eine andere Frau an der Seite meines Freundes zu sehen, eine andere die in dieser tollen Schwiegerfamilie aufgenommen wird – das Gefühl hat mich absolut angewidert. Und andererseits ist da dieser Andere… und dieses Gefühl das es mir gibt, wenn er mit mir redet und mich ansieht. Und dieses Gefühl das ich habe, wenn ich an ihn denke. Und dieses schreckliche Gefühl von Leere, seitdem wir uns verabschiedet haben, und er einfach gegangen ist ohne sich umzudrehen, wo ich doch so gehofft habe, er würde sich umdrehen. Was soll ich mit diesen Gefühlen anfangen? Ich kann sie nicht einordnen.


    Danke an jeden, der sich das überhaupt durchgelesen hat und der eventuell einen kleinen Ratschlag parat hat.

    Allein beim Lesen habe ich den Eindruck bekommen, in der Beziehung zu deinem Freund siehst du - überspitzt gesagt - eher die praktischen Vorteile: Mit der Familie kommst du gut klar, der Freundeskreis ist der gleiche, er kann dir mehr bieten... Auch wenn ihr die Verliebtheitsphase schon hinter euch habt (liest sich nach der eher kurzen Zeit für mich auch ein wenig befremdlich), habe ich nie wirklich rauslesen können, was die Beziehung zu deinem Freund wirklich ausmacht (bis auf das Praktische).


    Dass jetzt innerhalb von "nur" vier Jahren Beziehung der zweite Mann alles ins Wanken bringen kann macht mich zudem noch stutziger. Für mich klingt es nicht so, als würdest du deinen Freund von ganzem Herzen lieben.


    Was fehlt dir in der Beziehung zu deinem Freund?


    Was genau sagt dein Freund denn zu der ganzen Situation, vwie stellt er sich die Zukunft vor?

    @ Anna_1986

    Vielen Dank für deine Antwort.


    Ja, ich weiß, dass es so klingt, als ob die oberflächlichen, materialistischen, praktischen Vorteile überwiegen. Aber ich fühle mich meinem Freund schon menschlich auch extrem hingezogen. Ich hab mit niemandem so viel Spaß mit ihm und mit niemandem tausche ich mich über alles mögliche aus. (Ich habe aber auch sonst nicht soo viele Leute..) Sexuell läfut es vielleicht nicht mehr so, wie ich oder er es uns wünschen... Wir versuchn daran zu arbeiten und manchmal klappts gut, aber meistens ist es schwierig. Vorallem, weil ich oft Vergleiche mit dem Anderen gezogen habe und dann ging der Sex natürlich garnichtmehr, die Lust war weg. Jetzt, durch den Kontaktabbruch hoffe ich, dass das besser wird.

    Zitat

    Was fehlt dir in der Beziehung zu deinem Freund?

    Mir fehlt an ihm irgendwie alles, was ich an dem Anderen toll fand. Der Andere war schon ein bisschen reifer, hatte mehr Lebenserfahrung. Er hatte auch schon andere Frauen vor mir, aber ich war die erste für meinen Freund. Ich weiß ich wiederhole mich, aber dieses tiefe in-die-Augen-schauen und dabei kleine Explosionen fühlen und eine tiefe Verbindung fühlen, das gibts nicht bei mir und meinem Freund. Ich weiß auch nicht, ob es das jemal gab oder ob er einfach nicht dieser Typ Mann ist.


    Aber wenn ich an meinen Freund denke, dann spüre ich irgendwie trotzdem eine tiefere Verbundenheit, was mich also denken lässt, dass diese "kleinen Explosionen" einfach nur anfängliche Euphorie sind, und sich auch irgendwann in der Bezeihung gelegt hätten. Und dann kommt der andere Teil in mir der fragt: Und was wenn nicht? Was wenn der Andere dich tatsächlich immer so hätte fühlen lassen? Und dass ich das nicht weiß und niemals rausfinden werde ist schwer.

    Zitat

    Was genau sagt dein Freund denn zu der ganzen Situation, vwie stellt er sich die Zukunft vor?

    Mein Freund glaubt mir, dass ich ihn liebe. Ich habe es ihm tausend und abertausend Mal beteuert, dass es nur ihn für mich gibt, dass ich das alles überhaupt für uns tue. Habe ich das vielleicht eher mir eingeredet, als ihm? Ich weiß es nicht.


    Mein Freund wollte mir gestern auch helfen, aber wie hilft man seiner Freundin, die neben einem im Bett liegt und sich vor Trauer wegen eines anderen krümmt und windet? Ich habe ihn dann nach Hause geschickt, weil ich denke, dass es besser ist wenn ich das selbst verarbeite und nicht wieder Ablenkung suche. Die Situation zwischen und ist gerade angespannt, vor dem Treffen mit dem Anderen war alles so toll und wunderbar, wir haben Pläne im Herbst zusammen auszuziehen und ich war wirklich bis zur Minute, in der ich den Anderen gesehen habe überzeugt, dass ich NUR meinen Freund will, ich war happy beim Gedanken, meine Zukunft mit ihm zu verbringen.


    Jetzt, wenn ich nachdenke und analysiere, habe ich Angst, dass unsere Beziehung nur auf Lügen, die ich mir selbst vorgegaukelt habe, basiert, und weniger auf echter, reiner Liebe.

    Hi Barce,

    hast du dir schon mal überlegt, dass es eigentlich nur unsere gesellschaftliche Konvention ist, die da sagt du darfst nur einen Menschen (romantisch/beziehungstechnisch) lieben. Manche Menschen können auf dieser Basis zwei oder drei Menschen gleichzeitig lieben. Wenn alle Beteiligten damit einverstanden sind, tut das doch keinem weh, sondern allen gut.


    Anstatt mit deiner Entscheidung zu hadern, solltest du mal die Konvention hinterfragen und deine "beiden" Männer daraufhin abklopfen ob das für sie ein gangbares Beziehungsmodell ist. Sobald halt auch nur einer der beiden sagt, dass das absolut keine Lösung für ihn ist, dann steckts du wieder in deiner Zwickmühle und dann solltest du dich wirklich entscheiden.

    @ Mann042

    Danke für deine Antwort.


    Ich weiß, dass das für meinen Freund nicht möglich wäre. Und schätze ziemlich stark, dass das auch für den Anderen nicht möglich ist.


    Ich habe tatsächlich vor 2 Tage den Anderen gefragt, ob er denkt, dass man nur einen Menschen gleichzeitig lieben kann. Mir ging genau das gleiche durch den Kopf, das du gerade schilderst.


    Im Endeffekt denke ich jedoch, dass ich das nicht könnte. "Was du nicht willst, das man dir tu..." Wenn ich in der anderen Position wäre, würde es mir wahrscheinlich schlecht gehen damit, eine Person zu teilen.

    Dein Freund könnte auch dein bester Kumpel sein - so liest sich das in meinen Augen.


    Dass es dir an deinem Freund an allem fehlt, was der Andere dir gibt, dass es sexuell nicht so gut läuft, dass deinerseits bisher Interesse an zwei Männern bestand (wenn auch einmal 'nur' sexuell), dass du bei deinem Freund scheinbar keinerlei Verliebtheit mehr verspürst UND das Alles nach nur vier Jahren... Das spricht nicht wirklich für wahre Liebe und auch nicht dafür, die Beziehung weiterzuführen.


    Ich lese auch so eine Unsicherheit heraus - so als ob du dich fragst "Und was ist, wenn es mit dem Anderen nicht klappt?". Und vielleicht auch die Angst, dass du dann niemanden mehr hast. Darauf lässt sich aber keine glückliche Beziehung aufbauen.

    @ Anna_1986

    Einerseits erkenne ich mich in dem was du schreibst.


    Andererseits fühle ich mich dann doch traurig, dass ich es so beschrieben habe, als ob ich nichts mehr an meinem Freund habe/finde. Ich spüre schon sehr viel für ihn.


    Wobei ich dir in dem Punkt zustimmen muss:

    Zitat

    Ich lese auch so eine Unsicherheit heraus - so als ob du dich fragst "Und was ist, wenn es mit dem Anderen nicht klappt?". Und vielleicht auch die Angst, dass du dann niemanden mehr hast

    Ich habe irgendwie echt nicht so viele Freunde, und meinen Freund zu verlieren wäre für mich schrecklich. Ich habe das ja letztes Jahr gemerkt, ohne ihn habe ich nur Schei** gebaut, die ich jetzt gerade ausbaden muss, und hatte fast keine Freunde, keine sozialen Kontakte mehr.


    Mittlerweile habe ich aber das Gefühl, dass es einfach mein Freund sein MUSS, mit dem ich mein Leben verbringe. Wir haben so viel Zeit miteinander verbracht und unsere Leben sind so miteinander verwoben... Ich will einfach alles dafür einsetzen, dass es mit ihm klappt. Denn das Gegenteil würde so viel Leid mit sich ziehen. Noch eine Trennung von ihm würde mir einfach alles verbauen mit meinem Umfeld, und es würde ihn kaputt machen, und mich noch viel mehr, da ich dann nicht nur die Last der Trennung und den Verlust der Freunde tragen müsste, sondern die Schuld, meinen Freund so oft verletzt zu haben. Ausserdem habe ich es mittlerweile mit dem Anderen eh "verkackt". Eine Trennung würde mir nichts bringen in der Hinsicht, ich denke nicht, dass der Andere Lust hätte, sich nochmal auf das einzulassen.


    Es gibt in meinen Augen keinen anderen Ausweg, als das beste aus der Situation zu machen. Ich liebe meinen Freund ja doch, auf einer tiefergehenden Ebene will ich mein Leben auch mit ihm verbringen, ich MUSS es nicht nur.


    Entschuldigt übrigens, wenn ich manchmal zusammenhangslos oder verwirrend schreibe. Ich bin echt durch den Wind.

    Nee, das ist gar nicht so verwirrend wie du vielleicht denkst. :)


    Das mit dem Umfeld scheint dir auch ziemlich wichtig zu sein. Sowas u. A. auch als Argument für eine Beziehung zu nehmen, finde ich schwierig. Genau so wie die anderen rein praktischen Gründe. Das ist vielleicht nettes Beiwerk, aber sollte in meinen Augen nicht viel Einfluss haben.


    Was wäre denn, wenn der Andere klar äußern würde, dass er eine Beziehung mit dir möchte?


    Letztendlich musst du entscheiden. Wenn du dich aber für deinen Freund entscheiden solltest, solltest du dich auch fragen, wie es sein konnte, dass dir zwei Mal andere Männer so nahe kommen konnten - das hat ja ne Ursache.

    @ Anna_1986

    Zitat

    Das mit dem Umfeld scheint dir auch ziemlich wichtig zu sein

    Naja, wie gesagt, seitdem ich 16 bin war er immer da und jeder kennt uns zusammen. Letztes Jahr, als wir getrennt waren, hat meine Familie ihm sehr hinterhergetrauert, weil er "doch so gut für dich war". Als ich mal gesagt habe, dass ich mich mit dem Anderen treffe war zwar trotzdem Verständnis da, sie hätten ihn sicherlich auch akzeptiert. Aber es wäre erstmal schwieriger geworden. Auch, wegen seiner familiären Umstände die so garnicht sind, wie unsere.


    Als ich in der anderen stadt war und kurz Kontakt mit meinem Vater hatte, hat er in einer halb-lustig gemeinten Nachricht mich ermahnt "mich ja nicht mit meinem Schatz aus [Stadt] zu treffen!" und ich habe geantwortet, als ich neben dem Anderen saß: "Quatsch, es gibt für mich nur [meinen Freund]". Ganz komische Situation.

    Zitat

    Was wäre denn, wenn der Andere klar äußern würde, dass er eine Beziehung mit dir möchte?

    Naja, das hat er ja letztes Jahr auf jeden Fall, und vor 2 Tagen hat er geäußert, wie gern er mich küssen würde. Ich denke, da war schon genug Initiative da von ihm. Aber ich könnte das meinem Freund einfach nicht antun. Und ich denke langfristig würde ich auch nicht glücklich werden mit dem Anderen. Da ist irgendwas in mir drin das mir sagt, dass es eine Illusion ist, dass es mit ihm so perfekt ist/wäre. Immerhin haben wir uns immer nur 3-4 Tage gesehen, an denen wir die ganze angestaute Vorfreude, Aufregung, Emotionen einiger Monate rausgelassen haben. Klar, dass ich da nur diese positive Traumwelt mit ihm erlebt habe. Es wäre mir glaube ich auch zu viel Stress überhaupt eine Fernbeziehung einzugehen. Die paar Monate, in denen wir eine "Halb-Fernbeziehung" aufrecht erhalten haben ging es ganz gut, weil eben viel Verliebtheit da war. Aber es wäre jetzt mindestens noch 1 Jahr lang so, bis irgendjemand umziehen könnte. Ich weiß nicht, ob das dann noch so gut gehen würde, wenn wir dann plötzlich zusammenleben würden, wenn wir nichtmehr in dieser dreitägigen Traumwelt leben würden.


    Und jedes Mal, wenn ich so einen rationalen Paragraphen verfasst habe, kommt irgendwo der Teil in mir hervor der fragt: "Und wie kannst du dir so sicher sein?" Ätzend.


    Mein Freund hat mich gestern gefragt, was ich mir denn wünsche, wie es für mich jetzt perfekt wäre. Und ich denke ich würde mir wünschen, dass ich mich letztes Jahr garnicht getrennt hätte von ihm, damit ich das alles nicht erlebt hätte. Aber wenn ich den Wunsch noch weiter fassen würde, dann würde ich mir irgendwie ganz allgemein jemanden wünschen, wie den anderen. Vermutlich reden gerade nur meine Hormone aus mir. In einem anderen Thrad hab ich passenderwiese folgenden Kommentar eines Mitglieds gelesen: Das was du zur Zeit erlebst ist ein körperlicher, in sich geschlossener Chemieunfall. Viel Dopamin, wenig Serotonin. Ein verzerrter Hormonmix aus vielen, teuflischen Anteilen. Ausgeschüttet vom Hypothalamus, der wichtigsten Hormonquelle des Gehirns, wirkt Dopamin vor allem im limbischen System und verzerrt zu Gunsten des Triebes die Realitäten. Ist dieser diabolische Mix erst einmal aufgebraucht, dann kommt die Ernüchterung...

    Ich find immer so seltsam, dass es für viele feststeht, dass die Verliebtheit relativ schnell vorbei ist und dannnkommt "der Boden der Tatsachen".


    Ich bin mit meinem Freund drei Jahre zusammen und bis auf die ersten Wochen haben wir zumindest jede Nacht miteinander verbracht, nach wenigen Monaten haben wir zusammen gewohnt. Sprich, wir haben sehr viel Zeit miteinander verbracht und verliebt bin ich immer noch - aber ich liebe auch. Ich hab immer noch immer mal Schmetterlinge im Bauch.


    Wenn du mit deinem Freund zusammen bleiben willst, solltest du den Kontakt zum Anderen abbrechen! Und du und dein Freund, ihr solltet nochmal ausführlich miteinander reden - denn wirklich glücklich scheinst du (er vielleicht auch) nicht zu sein und auch in der Beziehung nach der ersten Verliebtheit nicht gewesen zu sein.

    Liebe Barce,


    ich habe bisher nur deinen Eingangsbeitrag gelesen, daher verzeih, wenn ich neuere Erkenntnisse aus späteren Beiträgen grade nicht berücksichtige.


    Ich hatte mal eine ähnliche Situation wie du, nur war meine Beziehung etwas länger, es gab keine Trennung sondern hab einen anderen während der Beziehung kennen gelernt, der mich komplett geflasht hat. Wir hatten nie Kontakt als ich noch in der Beziehung war, weil ich "aus den Augen aus dem Sinn" hatte praktizieren wollen, das Problem war nur, dass es absolut unmöglich war, die Gefühle für den anderen, den ich ja doch eigentlich kaum kannte, abzustellen. Dadurch, dass wir keinen Kontakt hatten nahm er in meinem Kopf so viel Raum ein und ich habe ihn so überidealisiert und realitätsfremd betrachtet, dass ich ihn nicht aus dem Kopf gekriegt habe und das, obwohl ich ihn monatelang nicht gesehen habe. Letztlich hab ich dann, mit viel Chaos, Tränen und Unentschlossenheit meine Beziehung beendet, den anderen zufällig wieder getroffen und mich mit ihm ein einziges Mal getroffen, was gezeigt hat: Er ist einfach nichts für mich. Erst da war es vorbei.


    Ich sehe bei dir eine ähnliche Gefahr, die deine Beziehung in ernste Schwierigkeiten bringen kann. Mit dem Schlussstrich mit dem anderen solltest du eigentlich abschließen um deine Beziehung voran zu bringen. Das Gegenteil ist allerdings der Fall. Du vergleichst deinen Freund mit ihm, überidealisiert den anderen und deine Zeit mit ihm, eben weil du ihn nicht mehr haben kannst. Er ist jetzt der unerreichbare Traumprinz und dein Freund hat diesen Status eben nicht, weil er verfügbar ist, greifbarer, realer und präsenter. Und die Anziehung, die er mal auf dich hatte, du schreibst grade auf sexueller Ebene, ist halt einfach nicht mehr in diesem Maße vorhanden. Welcher Weg für dich letztlich der richtige ist, Vernunft oder Herz, das vermag dir keiner zu sagen. Der andere, da bin ich mir fast sicher, wird versuchen, mit dir jetzt abzuschließen, wie leicht oder schwer ihm das fällt, das hängt von seinem Charakter ab. Du solltest nur nicht enttäuscht sein, wenn du dich letztlich doch meldest und er dann nicht so überschwänglich reagiert, wie du dir das erhoffst, einfach, weil er nicht so an dich denkt wie du an ihn, da du, wie du schon selbst sagst, nur die positiven Dinge im Kopf hat. Egal jedenfalls, wie du dich entscheidest: Man bekommt leider keine Garantie dafür, was richtig ist und wie es sich in Zukunft entwickelt. Vllt ist es sogar gut, dich mal für dich selbst zu sortieren und dir selbst den größten Raum in deinem Leben zu geben, mal ganz ohne die beiden Männer.

    Barce


    Ich finde, Du vergleichst zuviel. Bzw. konzentrierst Dich auf die verkehrten Dinge.


    Die (eventuelle) Trennung von Deinem Freund solltest Du unabhängig von eine (eventuellen) neuen Beziehung sehen. Es ist doch völlig irrelevant wie die potentielle neue Beziehung laufen würde, was jetzt Priorität haben sollte ist die aktuelle Beziehung.


    Wie Andere schon geschrieben haben: Du holst Alles hervor was es an positiven Aspekten gibt, auch oder vor allem was das Umfeld (Familie und Co.) betrifft.


    Aber was ist mit Deinen Gefühlen für ihn? Ganz konkret? Lasse mal das Drumherum und den Anderen außen vor: Was fühlst Du konkret Deinen Freund betreffend? Willst Du Dein weiteres Leben mit ihm verbringen?


    Aus dem Nähkästchen:


    Ich war mit meinem ersten Freund 1,5 Jahre zusammen. Von 15,5 bis knapp 17. Nicht direkt vergleichbar vom Alter und der Zeitdauer - aber: Das was Du beschreibst, was Dich bei ihm hält, kenne ich nur zu gut. Er war der liebste, beste Freund den man sich vorstellen konnte - aber ich liebte ihn nicht so, wie ich meinte ihn lieben zu müssen. Mich hielt auch das letzte halbe Jahr und noch ein weiteres halbes Jahr in dem zwar Schluß war, aber noch ein sehr enger Kontakt - das Umfeld, die Freunde, unsere Familien, die Vertrautheit in gewisser Weise an ihm "fest".


    Löse Dich von dem Gedanken, dass eine Trennung nur dann möglich ist, wenn sie nicht wehtut, wenn sie keine weiteren "Opfer"/Trennungen fordert. Das tun Trennungen immer. Und sei es nur ein sich Trennen von Gewohnheit(en).


    Auch ein "Trennender" leidet unter einer Solchen - das ist immer so. Er geht nicht einfach und dann fröhlich und unbelastet, leichten Herzens, seines Weges.


    Ich will Dir damit um Himmels Willen nicht zu einer Trennung raten! @:) Das kannst nur Du entscheiden.


    Ich möchte nur versuchen Dir eine andere "Denk"richtung aufzuzeigen. Eben, dass der (potentielle) neue Freund in der Klärung bezüglich Deiner aktuellen Beziehung nichts zu suchen hat.

    @ TATA-Box23

    Danke für deine Antwort.

    @ Isabell

    Zitat

    Was fühlst Du konkret Deinen Freund betreffend? Willst Du Dein weiteres Leben mit ihm verbringen?

    Mittlerweile bin ich mir einfach nichtmehr sicher und habe Angst, dass ich mir selbst Lügen vorgaukel um die Beziehung zu legitimisieren.


    Denn wenn ich sage: "Ich möchte mit ihm zusammenleben, ich möchte wenn ich 70 bin mit ihm im Schaukelstuhl sitzen, weil er unabhängig von der Beziehung einfach die Person ist, der ich mich am nähesten, am meisten verbunden fühle." Dann kommen meistens so Sachen wie "Es klingt so als ob er dein bester Freund sein könnte" und ich merk dann selber, dass das stimmen könnte. Wenn ich sage, dass er mir einfach so eine Sicherheit bietet, wie kein anderer dann höre ich "Sollte darauf eine Beziehung aufgebaut sein?" Und ich komm ins Grübeln.


    Mich verunsichert einfach alles, ich habe Angst, dass ich mir selbst Lügen einrede eben um den "leichtesten" Weg im Leben zu gehen, und nicht den "richtigsten".


    Nein, ich kann über meinen Freund nicht sagen, dass ich dieses Kribbeln spüre wie mit dem Anderen. Diese ganze emotionale Dramatik, tiefste Anziehung bei ihm und niederschmetterndeste Trauer jetzt ohne ihn, das spüre ich verda*** nochmal nicht. Aber ich spüre schon ein Verlangen mit ihm zu sein, auf einer anderen Ebene. Und jetzt geht mir gerade wieder im Kopf rum "Tust du das nur, weil du Angst hast was ohne ihn wäre?"


    Ich bin absolut verwirrt.

    Nachtrag:


    Ich bin gerade durch Dokumente von Ende 2015 gegangen, als das mit dem Anderen noch am Laufen war, aber ich mich wieder nach meinem Freund gesehnt habe. Ich habe da ein paar Texte verfasst wenn ich einfach etwas hatte, dass ich loswerden musste. Und ich sehe gerade, dass die Texte auch sehr emotional waren. Er hat auch soetwas ähnliches in mir ausgelöst wie jetzt.


    Also könnte diese "emotionale Dramatik" auch mit meinem Freund da sein, aber wir sind einfach schon in einem anderen Stadium?! I guess.


    Wobei die Texte immer sehr viel von Stabilität und Sicherheit handeln - letztes Jahr war ich einfach komplett im Nichts ohne ihn, weil ich nichts aufgearbeitet habe, weil ich mich auch garnicht angestengt habe, etwas alleine gebacken zu kriegen - ich habe mich einfach nach dieser Sicherheit gesehnt.


    Und die Texte, die jetzt an den anderen gerichtet sind, hinterfragen diese Stabilität eher, und fragen, ob man Gefühle wegen Sicherheit aufgeben sollte.