Ich frage mich die ganze Zeit wie die Reaktionen hier ausfallen würden, wenn er keine spezielle sexuelle Vorliebe hätte, sondern einfach nur mit dem Sex an sich oder der Häufigkeit unzufrieden wäre und deshalb diese Affäre begonnen hätte, weil seine Frau daran nichts ändern kann oder will.


    ":/ ??dann würde hier doch ein Sturm der Entrüstung losbrechen. Man setze an die entsprechenden Stellen einfach mal ein "Ich brauche es häufiger als sie"??


    Die Argumentation wäre doch auch dieselbe (Ich bin dadurch im Grunde ein besserer Partner, ich habe nun mal dieses Bedürfnis, ...), und trotzdem habe ich den Eindruck, dass hier viele sehr viel verständnisvoller reagieren als bei einem anderen "normalen" Betrüger.


    Ich fand zur Thematik wieder mal den Beitrag von NotMichaelCaine sehr interessant und bedenkenswert.


    Egal, wie du es rechtfertigst und aus welchen Gründen du es machst, es bleibt Betrug. Und ich fände es nur fair, wenn du entweder die Affäre beendest oder die Karten auf den Tisch legst und deine Partnerin einweihst, auch mit dem Risiko, dass die Beziehung beendet oder in einer Krise ist. Vielleicht ahnt sie was und will es nicht wissen, mag sein. Aber davon kann man ja erstmal nicht ausgehen. Das heißt sie führt eine Beziehung mit einem Trugbild, weil du ihr einen wesentlichen Teil deiner Sexualität und Persönlichkeit vorenthältst und sie dazu auch noch anlügst. :|N

    Für eine Frau ist es fürchterlich, wenn man weiß, daß der Partner nicht ehrlich ist. In vielen Beziehungen ist Betrug zu finden und auch Viele machen die Augen zu, um aus ihrem gewohnten Leben nicht rausgerissen zu werden.


    Eure Beziehung ist in meinen Augen eine Farce. Du läßt sie im Glauben, Alles sei ok und tobst dich aus. Sie lügst du an und das ist nicht Liebe oder eine gute Beziehung. Da machst du dir doch was vor.

    Zitat

    Einspruch euer Ehren, das ist eine rein persönliche Vermutung von Seiten des Anklägers. Niemand, außer vielleicht die der Art Betrogene selber, kann wissen wie sie in 6 Jahren darauf reagieren wird, sollte sie je von dem Betrug erfahren. Eine ihrer möglichen Reaktionen könnte auch Vergebung sein. Muß nicht, aber könnte.

    Was auf alle Fälle weg ist in so einer Situation ist das Vertrauen. Zwangsläufig. Da führt kein Weg dran vorbei. Insgesamt ist in der beschriebenen Situation auch klar, dass die Freundin wenn es raus käme sofort und unmittelbar verstehen würde, dass die sog. Dominanz des Teilnehmers mit der andere angeblich nicht umgehen können und die er deshalb aus Rücksicht nicht ausleben kann ( auch das zeigt ja deutlich den destruktiven Dominanzansatz den er verkörpert) nichts anderes als Ignoranz und respektloses Verhalten gegenüber Menschen ist die er angeblich liebt.


    So jemandem kann man selbstverständlich verzeihen. Aber wer etwas Selbstachtung besitzt kann diese Art Mensch einfach nur so gut wie möglich aus dem eigenen Leben verabschieden.

    Zitat

    Ich frage mich die ganze Zeit wie die Reaktionen hier ausfallen würden, wenn er keine spezielle sexuelle Vorliebe hätte, sondern einfach nur mit dem Sex an sich oder der Häufigkeit unzufrieden wäre und deshalb diese Affäre begonnen hätte, weil seine Frau daran nichts ändern kann oder will.

    Ich empfinde das auch als verschieden.

    Zitat

    Das heißt sie führt eine Beziehung mit einem Trugbild, weil du ihr einen wesentlichen Teil deiner Sexualität und Persönlichkeit vorenthältst und sie dazu auch noch anlügst.

    Das IST eben der Unterschied, sie weiß von seiner speziellen Neigung. Wenn sie da nicht auf die Idee kommt oder sich komplett dagegen verschließt, dass er sich das woanders holt, dann ist sie schon ziemlich naiv. Er wäre an sich auf eine Partnerin angewiesen, die ähnlich positiv reagiert wie der Mann Brotspinne. Sowas kann ja funktionieren, vorausgesetzt, man kann mit der Neigung an sich seinen Frieden machen. In so einer Situation auf Treue bauen hat schon was..

    Ich verstehe was du meinst, Monika, ich teile es aber trotzdem nicht. Wenn er mit der Frequenz unzufrieden wäre, wüsste sie es ja auch. Dennoch würde ich an ihrer Stelle nicht automatisch davon ausgehen, dass ich dann auch betroge werde, wenn meine ideale Häufigkeit niedriger ist.


    Und auch, dass sie von seiner Neigung weiß und sich den Praktiken nach einer Experimentier-Phase wieder verschließt, würde bei mir noch lange nicht zu dem Gedankengang führen, dass er es sich woanders holt. Sondern ich würde sehr viel eher annehmen, dass er bestimmte Praktiken zwar gerne mag, sie aber nicht unbedingt braucht und deshalb scheinbar auch darauf verzichten kann. Falls der Betrug herauskommt und mein Partner käme dann damit, dass ich ja recht naiv sei, weil ich mir hätte denken können, dass er sich sein Bedürfnis anderweitig, nämlich heimlich, befriedigt, würde ich explodieren. Für mich klingt das so als sei sie selber schuld, wenn sie es nicht merkt (wobei ich mich aber auch frage, wie ein dauerhafter Betrug vom anderen unentdeckt bleiben kann).


    Ich stimme dir aber dahingehend zu, dass er das Pendant zu Brotspinnes Partner bräuchte.

    Ein Nachtrag: ich meine mit

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    . Das heißt sie führt eine Beziehung mit einem Trugbild, weil du ihr einen wesentlichen Teil deiner Sexualität und Persönlichkeit vorenthältst und sie dazu auch noch anlügst.

    dass ich anzweifle, dass ihr bewusst ist wie sehr er es braucht und wie stark es ihn dominiert. Sie haben gemeinsam ein paar Sachen ausprobiert, sie will es nicht mehr und von ihm kommt scheinbare Akzeptanz, tatsächlich hintergeht er sie aber. Wie ich vorher schon schrieb, kann ich mir gut vorstellen, dass sie seine Vorlieben als "nice to have" für ihn verstanden hat, aber nicht als quasi existenzielle Voraussetzung. Und in genau diesen Aspekt macht er ihr was vor und ist den für ihn einfachsten Weg gegangen.(Oder zumindest hat er hier nichts davon erwähnt, dass es diverse Gespräche gab, in denen er ihr das deutlich gemacht hat und sie gemeinsam nach Lösungen gesucht haben. Denn "das geht ja nicht", weil sie aus einem konservativen Elternhaus kommt...)

    Zitat

    Ich frage mich die ganze Zeit wie die Reaktionen hier ausfallen würden, wenn er keine spezielle sexuelle Vorliebe hätte, sondern einfach nur mit dem Sex an sich oder der Häufigkeit unzufrieden wäre und deshalb diese Affäre begonnen hätte,...

    Fremdgehen ist Fremdgehen. Und wenn man die Partnerin im Glauben läßt, man sei treu, ist es auch noch feige.

    Zitat

    Das IST eben der Unterschied, sie weiß von seiner speziellen Neigung.

    Sie weiß jedoch nicht, dass er ohne das Ausleben von diversen SEX-Praktiken nicht leben WILL.

    @ Alias

    ich würde es wissen wollen, wenn du so unzufrieden in der Beziehung bist, dass du fremdgehen MUSST, um sexuell ausgeglichen zu sein. Dann könnten wir als Paar GEMEINSAM entscheiden wie es weitergeht. Aber ich würde mir aus ganzem Herzen wünschen, du schließt mich aus einer für uns beide so wichtigen Entscheidung nicht aus. Dass du meinst du tust das aus Rücksicht, würde ich bei einer evtl. späteren Entdeckung als Hohn empfinden. Weil du


    Dein schlechtes Gewissen signalisiert dir klar, dass das was du da tust, auch für DICH, nicht OK ist.


    Hab die Eier in der Hose und red Klartext mit deiner Freundin. Es ist gar nicht so unwarscheinlich, dass sie dich versteht und dich mit einem "Viel Spass und tob dich aus. Ich liebe dich." zu deinem nächsten Stelldichein verabschiedet.


    Oder ihr wird klar, wie wichtig dir diese Seite deiner Sexualität ist, und ihr findet einen Kompromiss mit dem ihr beide längerfristig glücklich seid.

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    Früher hatte ich immer wieder mal Kurzbeziehungen zu Frauen, die so eingestellt waren. Aber es war schwer, mit ihnen im Alltag zu leben, weil sie meistens allgemein unterwürfig waren und unselbstständig. Das, was ich im Bett an ihnen mochte, nervte mich im Alltag, weil ich quasi alles in die Hand nehmen musste.


    Eigentlich gibt es das, was ich im Alltag und im Bett möchte, nicht wirklich in einer Person.

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    Es gibt meine Lebensgefährtin, mit der mich sehr viel verbindet, auch emotional. Und es gibt diese Frau, an der ich mich abarbeiten kann so wie sie an mir. Es ist reiner Sex, für beide, mit keinerlei Emotion verbunden. Wir unternehmen auch nichts zusammen. Wir treffen uns, haben unseren Sex und gehen danach wieder unserer Wege.

    Ich finde das sehr nachvollziehbar, so wie du das hier beschreibst. Du trennst wirklich komplett Liebe und Triebe. So gesehen hat deine Partnerin ja nichts zu befürchten (fremdverlieben, Trennung).


    Du beschreibst das so objektiv, dass es eigentlich jeder, also auch deine Frau, verstehen könnte. Aber gut, die Option mit ihr offen zu reden besteht ja eh nicht von deiner Seite.

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    Ich hoffte auf ein paar Tipps für einen besseren Umgang mit der Heimlichkeit, die damit verbunden ist.

    Was ist so schlimm an der Heimlichkeit für dich? Warum hast du ein schlechtes Gewissen? Für deine Neigung kannst du nichts. Es ist die Frage, ob du es nicht, zugunsten deiner Partnerin, unterdrücken kannst. Was würde dann passieren?

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    Wenn er mit der Frequenz unzufrieden wäre, wüsste sie es ja auch.

    Wenn es da ein sehr starkes Gefälle gibt, sehe ich es auch so, ansonsten kann man sich doch mit Sb behelfen.

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    Sondern ich würde sehr viel eher annehmen, dass er bestimmte Praktiken zwar gerne mag, sie aber nicht unbedingt braucht und deshalb scheinbar auch darauf verzichten kann

    Ich würde das nicht annehmen. Es gibt auch Praktiken, auf die ich keinesfalls verzichten würde. Und ich denke, wenn er nicht der absolute Meister im Verstellen ist, hat sie schon gemerkt, dass es ihm wichtig ist. Man merkt doch den Unterschied zwischen nice-to-have und must-have.

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    Die Argumentation wäre doch auch dieselbe (Ich bin dadurch im Grunde ein besserer Partner, ich habe nun mal dieses Bedürfnis, ...), und trotzdem habe ich den Eindruck, dass hier viele sehr viel verständnisvoller reagieren als bei einem anderen "normalen" Betrüger.

    Liegt vielleicht an der Fragestellung. Der TE such für sich eine Lösung für sein Problem und nicht, welches andere damit haben könnten. ":/

    Zitat

    Der TE such für sich eine Lösung für sein Problem und nicht, welches andere damit haben könnten.

    ":/


    Achso

    Zitat

    Fragen habe ich eigentlich keine, ich wollte das nur mal hier runterschreiben und ein paar Meinungen dazu hören (Moralkeule könnt ihr euch sparen, ich sehe das eben anders), vielleicht von jemandem, der Ähnliches erlebt oder erlebt hat.

    Es wird mit der Zeit leichter werden, weil das bischen Gewissen bald ganz verschwinden wird.


    Deine Lebensgefährtin wird irgendwann erhöhte PAP-Werte feststellen, da du ständig neue HP-Viren von deiner / deinen Affairen einschleppen wirst (Kondome schützen da ja nicht)... vielleicht ein Paar OPs bei ihr... aber das braucht dich ja nicht zu stören. Das schweisst euch sicher noch dicker zusammen, wenn sie gegen den Gebärmutterhalskrebs kämpft und du sie dabei trösten kannst.


    War das nun objektiv genug?


    :|N

    Auf Der Arbeit das ist nun aber sehr zynisch und entspricht auch nicht der Wahrheit. Dann müsste ja jede Frau mit mehr als einem Partner automatisch GMH Krebs haben... lol


    ALso ich glaub solche Worte taugen hier null. Und faktisch ist es so auch falsch.