Deine Aussagen liegen einer sehr moralischen Grundhaltung zugrunde. Nicht alle sind so gestrickt und es ist auch nicht per se immer schlecht, wenn jemand gegen gängige Moral verstößt. Menschliche Beziehungen in Kombination mit den beteiligten Persönlichkeiten sind so unglaublich vielschichtig, dass man nicht pauschalisieren kann.

    Man muss nicht pauschalisieren. Es reicht, wenn man die Wünsche, Bedürfnisse und Beziehungsvorstellungen der jeweiligen Partnerin bzw. des jeweiligen Partners berücksichtigt. Und mit diesem Maßstab ist das Verhalten des TE nunmal nicht ok. Denn sie würde sich nach seiner Einschätzung von ihm trennen wollen, wenn sie wüsste, was vorgeht. Da gibt's nichts schönzureden. Das Problem ist ja nicht, das er gegen gängige Moral verstößt, sondern dass er die Vorstellungen/Wünsche/Werte/Beziehungsvorstellungen seiner Partnerin für irrelevant erklärt, um sich zu nehmen, was er außer ihr sonst noch will.

    Aber mit der Durchsetzung des einen Wunsches ghen vielleicht auch andere verloren. Z.B. ist er vielleicht gezwungenermaßen treu, wird aber irgendwann immer unzufriedener und verlässt sie irgendwann. Und damit ist was gekonnt?


    Spätestens wenn Kinder im Spiel sind ... ich würde meinen Mann auf den Mond schießen, wenn er die Familie verlässt nur weil er gerne eine andere v* will.

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    Aber mit der Durchsetzung des einen Wunsches ghen vielleicht auch andere verloren. Z.B. ist er vielleicht gezwungenermaßen treu, wird aber irgendwann immer unzufriedener und verlässt sie irgendwann. Und damit ist was gekonnt?

    Keiner zwingt ihn treu zu sein. Wenn er den Rahmen der Beziehung ändert ohne die andere Person darüber zu informieren hat er in dem Moment die bestehende Beziehung aufgekündigt - durch Schaffung von neuen Tatsachen - und damit ist die Beziehung eigentlich hinfällig. Beziehung beruht auf gemeinsam getroffenen Entscheidungen zur Lebensführung. Wenn ein Partner die ohne das wissen des anderen ändert ist das ganze bereits in der Tonne. Er benutzt bewusst

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    Mein Dilemma durch ein klärendes Gespräch mit meiner Lebensgefährtin zu lösen, ist undenkbar. Es würde sie auf eine Weise erschüttern, die nicht mehr zu kitten wäre.

    Manipulation um sie aufrecht zu erhalten, statt das er sich der Situation stellt und eben mit den Konsequenzen umgeht. Das ist kein dominantes Verhalten sondern ein feiges. Das weiss er auch deshalb muss ers ja so verquer rechtfertigen.


    Der Idealfall für ihn wäre wenn sie die Bedigungen für die Beziehung ebenfalls heimlich geändert hätte. Sowas solls auch geben. Allerdings würde dann seine mühsam herbeimanipulierte für sie unsichtbare Pseudodominanz in sich zusammenfallen wie ein Kartenhaus. Das wär für ihn dann vermutlich dann auch ein Trennungsgrund.

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    Eine Beziehung ist doch kein Vertrag mit festgelegten Rahmenbedingungen und sobald sich etwas ändert ist er automatisch aufgekündigt ":/

    Natürlich ist es ein Vertrag ":/ und natürlich kann der Vertrag gemeinsam geändert werden. Wenn aber einer die Rahmenbedingungen alleine einfach mal ändert, dann hat den Vertrag doch schon gekündigt, nur weiß der andere es nicht.

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    Mein Dilemma durch ein klärendes Gespräch mit meiner Lebensgefährtin zu lösen, ist undenkbar. Es würde sie auf eine Weise erschüttern, die nicht mehr zu kitten wäre.

    Und damit bleibt das Grundproblem: Das Verhalten von Alias wird seine Lebensgefährtin zerstören. Egal ob sie es heute von ihm oder morgen von jemand anders hört.


    Und es ist etwas ganz anderes, ob ich jemand von meinen Gefühlen und Lüsten berichte und vieleicht deshalb die Beziehung irgendwann beenden werden oder ob ich meinen Partner monate/jahrelang betrüge und das ans Licht kommt.


    Haust du einem mit dem Hammer auf den dicken Zeh ist das Körperverletzung, obwohl das in 4 Wochen vergessen ist. Zerstörst du ihn psychisch für mehrere Jahre ist das "Pech".

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    Das Verhalten von Alias wird seine Lebensgefährtin zerstören.

    Das glaube ich nicht. Ein einigermaßen gefestigter Mensch ist nicht sooo zerbrechlich. So überdramatisiert wird das oft von Betrügern dargestellt, um die Legitimität für das Lügen/Verschweigen zu erzeugen/ zu erhalten. Dabei wird es in aller Regel "nur" die Beziehung und das Bild vom Partner sein, das "zerstört" bzw. der Realität angepasst wird. Natürlich wird es ein Schock sein. Aber ein Schock und die Wahrheit ist vielen lieber als andauernder Verrat und Betrug.

    Alias, ich habe mal ne Frage: Warum gibst du deiner Freundin nicht die Möglichkeit zu entscheiden, ob sie unter den Umständen die Beziehung weiter führen will?


    Anna_1986


    Zu so einem Gedanken bin ich in meinem Fall auch gekommen, auch wenn ich es noch nicht schaffe durchzuziehen.


    Ich befinde mich in einer ähnlichen Situation wie der Alias/threadersteller, nur dass ich den Schritt zur Affäre noch nicht gegangen bin. Ich bin mit meiner Freundin seit knapp 2 Jahren zusammen und liebe sie, auch wenn es öfters nicht einfach war aufgrund einiger Probleme die sie hatte, so sehr wie ich noch nie eine Frau geliebt habe. Nur habe leider auch ich einen Fetisch, eine Neigung, den ich abgesehen von 2-3 Bezahltreffen noch nie ausleben konnte. In meinem Fall dreht es sich da um sehr sportliche Frauen mit trainierten bis muskulösen Körpern, was mich so unfassbar reizt aber noch fast nie ausleben konnte, eigentlich noch nie. Nun habe ich vor 2 Wochen im Fitnesstudio eine gesehen die in jeder Hinsicht so einer Frau entspricht, und ich weiß nicht warum aber anhand diversem Zurücklächeln und gegenseitiges "umeinanderherumschleichen" an den Trainingsgeräten usw bin ich mir ziemlich sicher dass da auch von ihrer Seite Interesse besteht.


    Die Möglichkeiten sie mal richtig anzusprechen sind da nur fällt mir das sehr schwer, da ich sie dann am liebsten sofort nach einem Date fragen würde, da sie körperlich meine absolute Traumfrau ist.


    Nun habe ich aber meine Freundin, die ich wie noch keine andere Frau liebe und der Sex ist auch ok, aber es fehlt halt leider genau dieses Extra, oft kann ich drüber "hinwegsehen", aber immer wieder mal halt nicht und dann nimmt die Sexhäufigkeit wieder für ein paar Tage ab bis es schon fast auffällig wird. Sie liebt mich mindestens genauso sehr wenn nicht noch mehr, und ich bin vom Herzen her leider ziemlich soft in solchen Dingen, sprich ich kämpfe momentan innerlich so sehr mit mir dass ich kaum schlafen kann in den Nächten nachdem ich die im Fitnesstudio gesehen habe. Das Dilemma ist dass man eine solche Frau die gerne und mit dem Ziel Bodybuilding zu machen und dann auch noch solche krassen Gene hat gefühlt alle Schaltjahre mal findet, und es zerreisst mich innerlich diese Chance verfliegen zu lassen.


    Um auf den Eingangssatz zurück zu kommen, ich habe mich auch gefragt ob es nicht das sinnvollste wäre meiner Freundin von meinen Neigungen zu erzählen, nicht bezüglich dieser Frau, sondern generell, und dann soll sie selbst entscheiden ob sie die Beziehung weiterführen will.


    Sorry falls ich den Thread hier ein bisschen hijake, aber die Situation ist zumindest ähnlich, und ich habe mich glaube ich noch nie in so einem Dilemma befunden und bin für jeden Ratschlag und gut zureden dankbar.

    ich empfinde diese affinität zu einer "besonders gebauten" frau auch nicht wirklich als fetisch! dann könnte ja fast jeder (mann und frau) sagen, ich habe eine flachbrüstige daheim, stehe aber eigentlich auf großbusige, der blonde mann entspricht meinem faible für dunkelhaarige nicht... und dann ab und zu fremdvögeln ":/

    Für mich hört sich das nach einer Wunschvorstellung an, von der man nicht mehr genau weiß, wie sie entstanden ist, zumindest ist das bei den meisten der Fall.


    Kraft und Stärke, die man auf den Körper überträgt, hat etwas mit stählernem Aussehen und Gesundheit zu tun, das Gegenteil von etwas Zerbrechlichem. Ein solches Aussehen vermittelt einem ein starkes Leben, worüber die Bedürfnisse tatkräftig befriedigt werden können. Wo auch immer die Neigung entstanden ist, sie kann meiner Meinung nach auch einen tieferen Grund haben, denn das Äußere für sich alleine macht einen eher nicht abhängig, wenn man nicht gewisse Gefühle und Bedürfnisse darauf überträgt. Ich sehe das als Projektion an. Und wenn man jemanden sexuell besitzen will, dann will man ein Teil vom anderen abhaben für diesen Moment und die tollen Gefühle dabei, die das Belohnungssystem im Gehirn ansprechen, lassen einen vielleicht glauben, man wäre dadurch vollständiger und ganzer. Der Nachteil dabei ist, man braucht diesen Kick dann immer wieder, bis man vielleicht feststellt, auch hier kann etwas schiefgehen. Ich kenne eine Bodybuildnerin, die durch einen Unfall nicht mehr wie üblich hat trainieren können. Was dann, kann man sich fragen? Und man kann sich fragen, ob man über solche Wunschvorstellungen vielleicht eigene Schwächen ausgleichen will. Das wäre vielleicht eine Überlegung wert.


    Ist natürlich rein spekulativ, was ich schreibe, aber vielleicht passt es auch ein bisschen.

    Ich schließe mich meinen Vorrednerinnen an, was den scheinbaren Fetisch betrifft. Und mein Tipp wäre: rede mit ihr. Vielleicht erledigt sich der Reiz dabei von selbst, weil häufig ein spannendes Element daran die Heimlichkeit ist. Deswegen finde ich bei Dilemmata dieser Art (also jemand anderes reizvoll finden, sich fremd verlieben etc.) Ehrlichkeit immer am sinnvollsten.


    Mein Ex-Freund steckte auch mal in einem ähnlichen Dilemma. Er hat sich ein Herz gefasst und es mir erzählt und alleine das hat bei ihm viel gelöst. Da ich mich für recht offen und gesprächsbereit halte, haben wir uns auch eine Lösungsmöglichkeit überlegt, die aber tatsächlich nicht zum Einsatz kam, weil dieser vormals unbändige Wunsch recht klein wurde, weil der Reiz des Verbotenen weg war.


    Abgesehen davon sehe ich zwischen dir und alias einen deutlichen Unterschied, weil zumindest aus deinen ersten und bislang einzigen Beitrag nichts hervorgeht, was auf ein ähnlich "interessantes" Identitätskonstrukt wie bei alias hinweist.

    Ich will ja garnicht fremdgehen, das könnte ich meiner Freundin nicht antun, nicht zuletzt da sie in ihrer letzten Beziehung in der Hinsicht viel Mist erlebt hat und auch sonst in ihrem Leben. Auch habe ich diesen Fehler vor 10 Jahren mal in einer Beziehung gemacht und möchte die damit verbundenen Gefühle nicht nocheinmal haben.


    Und doch ist es momentan das gefühlt größte Dilemma in dem ich mich beziehungsmäßig je befunden habe, da ich da eine kennengelernt habe die man, und das könnt ihr mir glauben, wirklich nur alle Schaltjahre mal findet. Eine die noch nachts um 12 aus eigenem Antrieb allein ins Fitnessstudio geht, der es offensichtlich gefällt dicke Muckis zu haben und die genau merkt wie mir das gefällt wenn sie da am Hanteln schwingen ist. Davon träume ich seit ich sexuell denken kann. Eine bei der ich nur wenn sie mich anspricht tierisch aufpassen muss nicht nen Freudenausbruch in der Unterhose zu bekommen.


    Wenn es irgendeine "x-beliebige" geile oder hübsche Frau wäre die man halt gesehen oder kennengelernt hat, würde ich das einfach wegwischen und mir ohne Probleme sagen können dass die Vorzüge der festen Beziehung und Liebe und Vertrauen und schönen gemeinsamen Unternehmungen bei weitem überwiegen.


    Aber in diesem Fall ist das leider nicht so einfach und raubt mir den Schlaf. Das habe ich sonst bisher eigentlich nur vor Prüfungen an der Uni erlebt.