• Affären

    mich würden einmal die Meinungen hier interessieren, vielleicht sogar von Betroffenen: Warum betrügen Männer ihre Ehefrauen, haben lange Affären, wo sie sagen, dass sie sich trennen, sie trennen sich dann aber nicht wegen "rachsüchtiger Frau, Kind, finanzieller Lage, Haus,...." Man hört dieses Schema ja immer wieder...... mich beschäftigt die Frage…
  • 204 Antworten
    Zitat

    Du wurdest betrogen und hast dich geliebt gefühlt.

    Ja. Darf ich das oder bestimmen andere darüber, ob ich von meinem Partner geliebt wurde? ???

    Zitat

    Auch dann noch, als du es erfahren hast?

    Auch dann noch, als ich es erfahren habe, weil die Gründe für mich nachvollziehbar waren und er von seiner Seite aus alles dafür getan hat, dass ich es nie erfahre. Er wollte mich schützen, aus Liebe. Ich hätte es deshalb lieber nie erfahren. Ich fühlte mich immer geliebt von ihm und bin mir sicher, dass er mich aufrichtig geliebt hat.

    Zitat

    War es ein Ausrutscher mit Reue oder etwas anderes? Wenn ich fragen darf.

    Es war kein Ausrutscher, sondern wohlüberlegt.

    Zitat

    Du hast dich geliebt gefühlt, aber es war alles eine Illusion.

    Jetzt muss ich mal fragen: "Dein Ernst??"


    Findest du es nicht anmaßend, derart über die Gefühle anderer Menschen zu urteilen? Wenn 1984 dein Geburtsjahr ist, dann dauerte meine Beziehung länger, als du auf dieser Welt weilst und du meinst, hergehen und beurteilen zu können, dass alles eine Illusion war?


    Ich kann dir sagen, ich habe mich von meinem Mann unendlich geliebt gefühlt. Wir haben unser halbes Leben miteinander verbracht, sind in guten wie in schlechten Zeiten füreinander eingestanden - immerhin mehrere Jahrzehnte. Er hat für mich damit mehr Rückgrat bewiesen, als jeder andere, der eine Trennung vorgezogen hätte.


    Aber um mich soll es hier nicht gehen.


    Ich fand nur interessant, mit welcher Sicherheit hier vorgegeben wird, wie Betroffene das sehen.

    Zitat

    Wenn man es nicht ahnt und nicht weiß, ist nun mal kein spürbarer Schaden entstanden und ein Schaden, der nicht spürbar ist, ist gefühlt nicht existent.

    Ein postfaktischer Zugang zu Beziehung also. Gefühlte Wahrheit wird mit Wahrheit gleichgesetzt.


    Ich sehe das nachwievor ganz anders. Selbstverständlich ist der Schaden existent auch wenn ich noch nichts davon weiß!


    Ich finde den Zugang auch seltsam einseitig. In einer Beziehung geht es doch wohl nicht nur darum, dass EINER sich geliebt fühlt und nichts vermisst. ":/ In meiner Vorstellung von Beziehung sollte das schon für beide gelten. Und das kann ja nicht der Fall sein, wenn einer sexuelle Ergänzung von außen braucht.

    Zitat

    Ich sehe das nachwievor ganz anders. Selbstverständlich ist der Schaden existent auch wenn ich noch nichts davon weiß!


    LolaX5

    Klar, dieses noch nicht impliziert ja auch, dass du davon erfährst. Hier aber geht es ja genau darum, tatsächlich, konkret und absolut niemals etwas von einem Betrug zu erfahren.


    Auf der gleichen Ebene ist deine Schlussfolgerung hier

    Zitat

    In einer Beziehung geht es doch wohl nicht nur darum, dass EINER sich geliebt fühlt und nichts vermisst. ":/ In meiner Vorstellung von Beziehung sollte das schon für beide gelten.

    meiner Meinung nach total treffend :)z , allerdings ziehst schon mit dem nächsten Satz

    Zitat

    In meiner Vorstellung von Beziehung sollte das schon für beide gelten. Und das kann ja nicht der Fall sein, wenn einer sexuelle Ergänzung von außen braucht.

    den falschen Schluss. Das stimmt so einfach nicht. Für dich, mag sein. Für viele andere nicht, und das ist einfach sehr wichtig anzuerkennen.


    Gerade dann, wenn du in einer Beziehung / Ehe mit jemandem lebst oder zukünftig eine eingehen möchtest: deine Einstellung kennst du. Bei seiner kannst du dir aber nie sicher sein. Nie. Niemals. Nichtmal er selbst könnte das, denn Dinge, das Leben ändern sich nunmal. Deine eigenen Ansichten erstmal fest zu zementieren, so wie du es hier tust, ist erstmal charakterstark und gut. Bewahre dir das. Aber finde rechtzeitig den Punkt, das wahre, manchmal hässliche Leben hineinzulassen und auf das zu reagieren, was es erfordert... für sowas ist "Zement" dann einfach nicht der richtige Baustein.

    Eines verliert man bei einer geheimen Affäre auf jedenfall immer und dass ist die Augenhöhe. Derjenige der es verheimlicht und damit für den Partner entscheidet degradiert ihn damit immer.

    Warum immer dieser absolute Anspruch auf die Deutungshoheit und die Wahrheit? Meine Güte, es gibt Millionen Arten, eine Beziehung zu führen, warum so engstirnig, dass es nur so gehen kann, wie man selber es sich vorstellt?


    Warum muss eine Affäre degradieren? Vielleicht ist es ein Ausbruch von jemandem, der selber lange "degradiert" war und sich nun endlich auf eben jene Augenhöhe hoch kämpft?

    @ 2. Symphonie:

    :)^

    Nicht die Affäre selbst degradiert, sondern dass, fremdbestimmen über den Partner, der ja nichts weiß und dem damit jegliches Selbst- und Mitbestimmungsrecht fehlt, ob er dies möchte oder nicht.

    Zitat

    Warum immer dieser absolute Anspruch auf die Deutungshoheit und die Wahrheit? Meine Güte, es gibt Millionen Arten, eine Beziehung zu führen, warum so engstirnig, dass es nur so gehen kann, wie man selber es sich vorstellt?

    Es geht nicht um Millionen von Beziehungen. Was andere als Rahmen abstecken ist deren Sache. Aber man wird doch wohl selbst bestimmen dürfen, in welcher Art von Beziehung man selbst leben will! Wenn mich jemand entmünigt und mir durch Verheimlichen ein Leben aufzwingt, dass ich in Kenntnis der Tatsachen nie, nie niemals freiwillig leben würde, dann ist das einfach das Hinterletzte, was man mir in einer Beziehung antun kann. Dass es Leute gibt, die etwas Verschwiegen bekommen wollen, ist für MEINE Beziehung völlig irrelevant.


    Deshalb ist immer die Einstellung des Partners entscheidend, und wenn man heimlich gegen diese agiert ist das für mich nicht zu rechtfertigen.

    Zitat

    Warum muss eine Affäre degradieren? Vielleicht ist es ein Ausbruch von jemandem, der selber lange "degradiert" war und sich nun endlich auf eben jene Augenhöhe hoch kämpft?

    Ich gehe von einer Beziehung auf Augenhöhe aus, weil nur dieser Fall für mich relevant ist.

    Zitat

    das wahre, manchmal hässliche Leben hineinzulassen und auf das zu reagieren, was es erfordert... für sowas ist "Zement" dann einfach nicht der richtige Baustein.

    Das ist doch genau der Punkt: Man kann nur auf etwas reagieren, wenn man es weiß!!!! Insofern ist doch das Verschweigen der Zement!

    Zitat
    Zitat

    das wahre, manchmal hässliche Leben hineinzulassen und auf das zu reagieren, was es erfordert... für sowas ist "Zement" dann einfach nicht der richtige Baustein.

    Das ist doch genau der Punkt: Man kann nur auf etwas reagieren, wenn man es weiß!!!! Insofern ist doch das Verschweigen der Zement!


    LolaX5

    Stimmt!


    Allerdings bezog sich mein zitierter Satz nicht darauf, dass z.B. dein Partner dir eine Affaire hinter deinem Rücken offenbart, sondern dass - ja! auch das kann passieren! - vielleicht deine allerallerbeste, aufrichtigste und treueste Freundin, die auch immer Stein auf Bein schwor, nienieniemals jemanden derart zu hintergehen, plötzlich ihren Mann betrügt und Rat bei dir sucht. Oder es kommt in deiner Familie auf einmal etwas Ähnliches ans Tageslicht. Menschen also, die dir etwas bedeuten, denen du nahestehst, die deine Ansichten immer teilten - und nicht die mäkelnden Forenschreiber hier ;-) - sind plötzlich mittendrin in diesem Thema und dann wirst auch du zwangsläufig deine Grenzen verschieben (müssen). Oder aber du kommst gar selbst in eine Situation, die vielleicht noch nicht einmal das "klassische Fremdgehen" beinhaltet (denn das ist ja einfach zu erkennen und auszuschließen), sondern irgendeine Konstellation, in der jene Grenzen auch nur ein ganz klein wenig verschwimmen. Du wirst sehen: Dinge ändern sich. Nicht alles und auch nicht immer zwangsläufig um 180° - aber doch mindestens ein bisschen. Das meinte ich mit dem wahren, hässlichen Leben. Man will das so nicht, natürlich nicht, aber man muss schlussendlich damit leben, dass man nicht alles unter Kontrolle hat. Nicht haben kann.

    Zitat

    Warum muss eine Affäre degradieren? Vielleicht ist es ein Ausbruch von jemandem, der selber lange "degradiert" war und sich nun endlich auf eben jene Augenhöhe hoch kämpft?

    Ich finde die Formulierung spannend. Die Logik dahinter scheint zu sein A fühlt sich von B degradiert und fängt was mit C an, anstatt das mit B zu klären in der Hoffnung das C A soweit aufwertet damit A wieder auf Augenhöhe mit B ist. A benutzt also C um... ja was eigentlich bei B zu erreichen?


    Das wäre ja nu völlig gaga. Wie also ist das gemeint?

    Das war als Antwort auf den "Vorwurf" gemeint, der Fremdgeher sei automatisch der schuldige und er degradiere den Betrogenen. Diese Schwarz-Weiss Sicht finde ich irreführend. In einer verkorksten Beziehung gibt es selten nur einen Schuldigen. Es gibt genug Konstellationen, wo eine(r) unzufrieden ist, in der Beziehung so vieles nicht stimmt und dann eine(r) aus diesem Mangel heraus fremd geht. Das kann zum Bruch der Beziehung führen, kann aber auch dazu führen, dass sich beide endlich mal aussprechen und an der Beziehung arbeiten.


    Die Ansicht vorher= alles ok, hinterher= einer schuldig, der andere degradiert, ist mir zu banal.

    Es war nicht so gemeint, dass sich der/die Fremdgeher nun quasi per Rache in der Augenhöhe nach oben vögelt bis beide Sündenregister ausgeglichen sind. So funktioniert ja nun mit Sicherheit keine Beziehung.

    Zitat

    Das war als Antwort auf den "Vorwurf" gemeint, der Fremdgeher sei automatisch der schuldige und er degradiere den Betrogenen.

    Fakt ist doch: Der heimliche Fremdgeher in einer Beziehung in der sexuelle Treue vereinbahrt war setzt die Vertrauensbasis dieser Beziehung bezüglich dieser einmal einvernehmlich getroffenen Vereinbarung ausser Kraft und zwar ohne den anderen zu informieren.


    Dessen macht er sich faktisch einfach durch Handlung schuldig. Wie schlimm der Schaden ist hängt am Einzelfall - bei denjeningen die das nicht wissen wollen ist es erst schlimm wenn sies erfahren bei denjeningen deren Vertrauensbasis völlig zerstört wird, ist der Schaden eben größer.

    Zitat

    In einer verkorksten Beziehung gibt es selten nur einen Schuldigen. Es gibt genug Konstellationen, wo eine(r) unzufrieden ist, in der Beziehung so vieles nicht stimmt und dann eine(r) aus diesem Mangel heraus fremd geht. Das kann zum Bruch der Beziehung führen, kann aber auch dazu führen, dass sich beide endlich mal aussprechen und an der Beziehung arbeiten.

    Die Frage ist eben warum auch der potentielle Fremdgeher der ja schon ein gewisses Frustpotential aufgebaut haben muss nicht hergeht und das anspricht. Wenn er das getan hat und dabei nichts rauskommt hat er ja die Möglichkeit die Beziehung zu verlassen. Dazu muss er nicht fremdgehn.


    Die Bequemlichkeit für viele ist halt das man gern beides hat: heimliche Affäre und keine Auseinandersetzung "zu Hause" und den dort geregelten Alltag. Natürlich sind auseinandersetzungen nicht lustig. Aber das "über eine Affäre" zu regeln ist es langfristig ja auch nicht.


    Von daher ist das eigentlich nur Prokastination um das unvermeidliche aufzuschieben.