@ Juli2006

    Für wie alt hältst du mich? 15? Du hast so einen belehrenden Tonfall drauf, der zu unterstellen scheint, dass ich einfach noch zu wenig Erfahrung und zu wenig nachgedacht habe, und die Sache früher schon noch so sehen werde wie du. Ich bin aber schon alt genug und habe über das Thema sicher schon mehr nachgedacht als 99% der Menschen, meine Einstellung ist also schon sehr durchdacht, berücksichtigt verschiedenste Variablen und passt zu meinen Werten.

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    vielleicht deine allerallerbeste, aufrichtigste und treueste Freundin, die auch immer Stein auf Bein schwor, nienieniemals jemanden derart zu hintergehen, plötzlich ihren Mann betrügt und Rat bei dir sucht.

    Ich spiele sicher für niemanden die schweigende Mitwisserin! Ich empfinde es auch als Zumutung, wenn Fremdgänger erwarten, dass man sie deckt. Da spiele ich nicht mit.

    Was theblackwidow schreibt, sehe ich auch als Hauptgrund an. Nicht mehr und nicht weniger. Männer wie Frauen haben neben dem Bedürfnis nach Vertrautheit und Geborgenheit auch das Verlangen nach Abwechslung und Unbekanntem. Das sind 2 sich widersprechende Bedürfnisse, die unter einen Hut gebracht werden müssen. Oder man vernachlässigt das eine oder andere.

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    Wenn sich der andere dabei geliebt fühlt, sehe ich darin kein Problem. Unterm Strich steht ein glücklicher Mensch, das zählt für mich. Ganz egal, ob sein Glücklichsein auf "echter" oder "gespielter" Liebe basiert. Solange er sich geliebt fühlt, ist für mich alles in Butter und ich maße mir dann nicht an, über die Liebe des anderen zu urteilen. Man sagt ja auch, "wer heilt, hat Recht". Das Gleiche zählt für mich im Grunde in der Liebe. Wer es schafft, dass sich ein anderer geliebt fühlt, tut in meinen Augen Gutes.

    sehe ich genauso.

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    Der Hauptgrund fürs Fremdgehen ist der eintönige Sex zuhause. Sie möchten mal was Neues erleben. Trennung kommt oft nicht infrage, da es unbequem wird.

    sehe ich auch so. Es gibt so viele Männer und auch Frauen, die Affären haben und in ihrer festen Beziehung oder Ehe bleiben. Häufig kommen Affären in einer bestimmten Phase der Ehe vor. Diese Phase endet auch wieder. Sie ist zeitlich begrenzt. Wenn die Ehe diese Phase überstanden hat, ist sie häufig besser, gefestigter und sicherer als zuvor.


    Aber die Frage der Themenstellerin war ja,

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    Warum betrügen Männer ihre Ehefrauen, haben lange Affären, wo sie sagen, dass sie sich trennen...?

    ...tun es aber nicht und halten damit die Affäre hin?


    Und meine Frage ist dann, warum machen die Affären das mit?


    Vielleicht ziehen beide irgendeinen Gewinn daraus, der für Außenstehende verborgen bleibt.


    Und noch was:


    die Affäre weiß doch, dass sie eine Affäre mit einem Betrüger eingeht. Sie weiß, dass der Mann seine Frau betrügt. Warum sollte er seine Affäre dann nicht auch betrügen? Die Affäre sieht das aber nicht, weil sie selber egoistisch und auf sich selbst bezogen ist. Sie hat kein Problem damit, dass eine andere Frau geschädigt wird, damit sie eine Beziehung mit einem Mann bekommt.


    Wenn man es streng genommen nimmt, sind beide die Betrüger: nämlich der Mann und die Affäre. Nur die Ehefrau des Mannes ist die "Leid" tragende. Es sei denn, sie fragt sich selber, warum ihr Mann zum Betrüger wurde? Dann tritt sie aus der Rolle der Leidenden heraus und fängt an, ihr Leben in die Hand zu nehmen.


    Und am Ende noch ein Satz zu den Männern, die ihren Affären versprechen, sich von ihren Ehefrauen zu trennen:


    als Mann würde ich immer nur eine Affäre eingehen, mit einer Frau, die in gleicher Situation ist, wie ich selber. D. h. die auch in einer Ehe ist und Abwechslung sucht, nicht aber eine neue Ehe oder feste Partnerschaft.

    Ich denke auch, wenn eine Frau eine Affaire mit einem vergebenen Mann eingeht, dann sollte sie sich nicht Illusionen hingeben, sondern sich ganz klar vor Augen halten, WAS genau er sucht. Und wenn sich eine Frau eine wirkliche Partnerschaft sucht, dann möchte sie mit Sicherheit nicht abends, am Wochenende oder im Urlaub alleine sein.


    Und als betrogene Ehefrau bin ich im Nachhinein echt froh, daß ich gebohrt und nachgehakt habe. Lieber mit klarem Blick in die Zukunft schauen, als weiterhin ein verlogenes Eheleben führen.

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    als Mann würde ich immer nur eine Affäre eingehen, mit einer Frau, die in gleicher Situation ist, wie ich selber. D. h. die auch in einer Ehe ist und Abwechslung sucht, nicht aber eine neue Ehe oder feste Partnerschaft.

    Netter Wunsch, der einige Male im Leben durchaus funktionieren kann. Der Hinkefuß an der Sache ist allerdings, dass Frauen meist aus völlig anderen Gründen eine Affäre suchen und eingehen. Meist ist die eigene Ehe oder Beziehung schon an einem sehr dürftigen Punkt angekommen, und es wird nach einem Auslöser gesucht sich aus der Beziehung zu verabschieden. Das kann durchaus ein Affären-Mann sein. Es gibt hier einige Threads, die das sehr deutlich aufzeigen.


    Es hat in so einer Situation wie bei Single-Frauen mit viel Glück zu tun, wenn die Affären-Frau es für die Dauer der Affäre dabei belässt den aufregenden Sex zu genießen und alles andere außen vor lässt. Kann natürlich funktionieren, keine Frage. Aber besonders häufig hab ich das nicht erlebt.


    Wobei es auch Männer gibt, die sich entgegen ihrer ursprünglichen Absicht nur ergänzenden Sex zu suchen. Sich unsterblich verliebt haben, in der Hoffnung sich auf allen Ebenen zu verbessern und dann nicht erhört wurden. Auch solche Fälle kenne ich aus dem realen Leben.


    Es gibt kein berechenbares Verhalten bei Menschen unter der Einwirkung von Hormonen. Das ist ein Scheinargument. Das Leben und sein Verlauf zeigt es häufig genug, dass Annahmen des Anfangs sich nicht an feste Spielregeln halten. Egal von welcher Seite betrachtet. Nur, wer dieses Risiko nicht scheut kann Affären-Mensch sein/werden. Alles andere ist reine Augenwischerei.

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    Der Hinkefuß an der Sache ist allerdings, dass Frauen meist aus völlig anderen Gründen eine Affäre suchen und eingehen.

    Da habe ich ganz andere Erfahrungen. Aus ihrer Ehe ausbrechen mit einem ebenfalls gebundenen Mann.. nein. Kann Nordmann nur bestätigen.

    Ich schrieb nicht, dass es ausschließlich so läuft. Natürlich können auch Frau Gefühle und Sex sehr gut trennen, und dann nur die Affäre genießen.


    Gibt ja auch in der Literatur dazu gute Beispiele. Siehe "Salz auf unserer Haut" u.a. Auch verschiedene Forenteilnehmerinnen beschreiben es so, dass sie ihre Hauptbeziehung schützen und aufrecht erhalten wollen.


    Aber in meiner Wahrnehmung und das was ich in meinem großen Bekanntenkreis erlebe, sind das nicht die Vielzahl der Fälle, weder bei Mann noch bei Frau.


    Kenne einige Aussagen von Männer, die deutlich sagen. Wäre ich nicht fast Alleinverdiener, würde meine Frau mir nach einer Trennung nicht die Kinder vorenthalten, gäbe es nicht die Schulden auf unser Haus, dass aktuell nur mit Verlust zu verkaufen ist, und noch ein paar Einschränkungen, dann wäre diese Ehe für mich schon längst erledigt und ad acta. Es gibt einen "normalen" Alltag nach außen hin. Aber innere Erfüllung empfinde ich als Mann und Partner nicht.


    Das gibt es sicher auch bei Frauen, wenn sie deutlich mehr verdienen und durch eine Trennung materielle Dinge verlieren würden, die sie hart erarbeitet haben.


    Das Leben ist bunt, und es gibt für jede Affäre ein individuelles Muster und die entsprechende Dynamik ihrer Entwicklung. Nicht jede/r möchte jeden Preis dafür zahlen.

    Gefühle sind ja weniger das Problem. Die gibt es ganz häufig in Affären. Aber das heißt noch lange nicht, dass die Ehe beendet wird. Die Frauen, die sich trennen wollen, trennen sich. Eine Affäre als Ausstieg benutzen sehe ich als wesentlich seltener an.

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    Eine Affäre als Ausstieg benutzen sehe ich als wesentlich seltener an.

    Ich habe dazu kein belegbares Zahlenmaterial. Insofern kannst Du Recht haben. Ich maße mir auch nicht an, es genau zu wissen. Schrieb dazu 'in der Wahrnehmung in meiner sozialen Umwelt'.


    Einigen wird erst während der Affäre klar, wieviel der eigenen Bedürfnisse und Wünsche unterdrückt und ausgeblendet wurden. Sicher auch abhängig, welcher Wesenstyp als Mensch man in so einer Situation ist, ob eher der rationale Kopftyp oder jemand der sich leicht von Emotionen beeinflussen lässt und dadurch zu wichtigen Entscheidungen wie einer Trennunbg veranlasst sieht.


    Sicher hängt es auch von der individuellen Lebensphase und der Gesamtsituation ab, wie das Ganze dann ausgeht.

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    Eine Affäre als Ausstieg benutzen sehe ich als wesentlich seltener an.

    das gibt es leider auch. Ist für mich aber kein Weg. Lieber vorher trennen.

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    Einigen wird erst während der Affäre klar, wieviel der eigenen Bedürfnisse und Wünsche unterdrückt und ausgeblendet wurden.

    Auch das gibt es, hat dann aber etwas mit mangelnder Wahrnehmung zu tun, in dem Sinn, dass man nicht achtsam und respektvoll mit sich selber umgegangen ist. Sonst hätte man ja schon vorher etwas unternommen.


    Eine Affäre hat manchmal auch schon dazu geführt, dass der, der die Affäre begonnen hat, sich besinnt, die Affäre beendet und viel entschlossener ist, mehr für die Beziehung zu tun. Auch, wenn die Affäre unentdeckt blieb.

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    Ich habe dazu kein belegbares Zahlenmaterial.

    das hat keiner von uns *:)

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    Es gibt kein berechenbares Verhalten bei Menschen unter der Einwirkung von Hormonen.

    :)= dem wird wohl jeder zustimmen und genau darum ist alles so schwierig und gleichzeitig schön

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    Der Hinkefuß an der Sache ist allerdings, dass Frauen meist aus völlig anderen Gründen eine Affäre suchen und eingehen. Meist ist die eigene Ehe oder Beziehung schon an einem sehr dürftigen Punkt angekommen,

    Deshalb ist es wichtig, ganz am Anfang und zu Beginn genau nachzufragen, wie die aktuelle Beziehung ist. Man bekommt ja mit der Zeit ein Gespür dafür, ob ein Mensch offen und ehrlich ist oder ob da Widersprüche und Ungereimtheiten sind. Das verhindert selbstverständlich nicht, dass man trotzdem belogen werden kann und die Affäre mit falschen Karten spielt. Das liegt dann aber in der Verantwortung desjenigen, der nicht offen und ehrlich ist.


    Als Mann muss ich selbstverständlich auch meine Motive für eine Affäre offenlegen und selber ebenfalls ehrlich sein. Zum Glück ist es ja so, dass man miteinander redet, bevor die Affäre beginnt.

    Is ja gar kein Problem, wenn er sie beide liebt und beide das wissen, das offen kommuniziert wird und für alle 3 in Ordnung ist. Aber dann ist es keine Affäre, sondern Polygamie. Bei der Affäre wissen im besten Fall 2 alles und eine/r ist der Depp der angelogen und hintergangen wird, eben weil etwas anderes ausgemacht war.