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    wenn dein Mann weiß, dass du nicht wollen würdest, dass er eine Affäre hat

    ich sprach nicht von einer affäre! (bei uns ist das thema aber wohl eh ein wenig anders gelagert, weil wir miteinander eine affäre hatten und unsere partner lange betrogen haben - deswegen aber die genaue unterscheidung: ausrutscher? affäre?)

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    und wenn z.b. mein mann genau wüsste, dass ich einen einmaligen ausrutscher eben nicht wollen würde, dann würde es wohl auch nicht zwischen uns stehen? und ich wäre weiterhin glücklich mit ihm?

    Ja, aber ihr habt das ja beide gemeinsam so vereinbart :-) Für mich ist emotionale Exklusivität auch sehr viel wichtiger als sexuelle. Aber das bespricht man ja üblicherweise miteinander, auch den gewünschten Umgang mit derartigen Situationen.

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    Aber mir kann niemand erzählen, dass man sich dann mit so einem Keil zwischen den beiden Partnern genauso nahe sein kann, als wenn nichts zwischen einem steht.

    Das Gute (oder Schlechte) daran ist ja, dass man es eigentlich nie genau wissen kann. Ich bin mir sicher, dass es ziemlich viele Personen gibt, die nicht mal ansatzweise ahnen, dass sie betrogen werden.


    Unwissentlich mit einem Betrüger zusammen zu sein, kann sich also gar nicht schlimm anfühlen. Die Vorstellung mag schlimm sein, aber wenn man wirklich unwissentlich mit einem Betrüger zusammen ist, spürt man es ja offenbar nicht.

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    Unwissentlich mit einem Betrüger zusammen zu sein, kann sich also gar nicht schlimm anfühlen. Die Vorstellung mag schlimm sein, aber wenn man wirklich unwissentlich mit einem Betrüger zusammen ist, spürt man es ja offenbar nicht.

    Nein, aber man spürt andere Sachen, nämlich eine Entfernung voneinander, Streit, Stress, undefinierbare Probleme. Probleme, die man nicht lösen kann, weil die andere Seite das eigentliche Problem verheimlicht und es außerhalb zu lösen versucht. Wenn die Affäre ein Ventil ist, das Druck abbaut, dann kann das auch mal für beide hilfreich sein. Wenn sie vermeidet, dass man gemeinsame Differenzen löst, ist das schädlich.

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    Für mich impliziert eine heimliche Affäire (oder mehrere) automatisch, dass nicht der Ehepartner der Mensch ist, an dem dir am meisten liegt, sondern du selbst. Denn es ist nicht eine Gnade es ihr nicht zu erzählen (und sie somit nicht zu verletzten), es ist eine rein egoistische Tat, weil DIR etwas fehlt und DU davon ausgehst, dass du es von deiner Frau nicht haben kannst.


    sugarlove

    Natürlich wäre ich selbst mir am Allerwichtigsten und natürlich handelte ich absolut egoistisch. Wenn mein Ehepartner mir tatsächlich wichtiger wäre als ich, bliebe ich ja treu und unglücklich, mal überspitzt gesagt. Wer zieht daraus dann einen Nutzen? Ich als unglücklich Treuer? Wohl kaum. Mein Ehepartner als unwohler Wegbegleiter eines Unglücklichen? Noch weniger.


    Schwarz und weiß funktonieren hierbei einfach nicht, es geht immer nur um die Schattierungen. Hier haben ja schon einige erklärt, welches Gerüst sie ihrer Beziehung geben - sowas ist sehr richtig und wichtig.


    Aber auch an diesen Gerüsten wird immer mal wieder gerüttelt werden und es liegt an der Empathie des Betroffenen, an seiner Weitsicht, vielleicht Vernunft und auch ein bisschen am Glück, dass hinterher möglicherweise trotzdem zwei miteinander glückliche Partner zurückbleiben können. Ob durch Verheimlichen oder nicht - beides mag legitim sein.

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    Deine Form der Ehrlichkeit wird überschätzt. Wenn meine Partnerin etwas täte, was mich verletzen könnte, jedoch ihrer Liebe zu mir keinen Abbruch täte, ich wollte es nicht wissen.

    Ist das dein ernst?


    Aber diese Partnerschaft hat doch überhaupt keinen Wert, wenn man sich anlügt? Es ist vollkommen irrelevant, ob der Partner es jemals erfährt oder nicht, aber es hat stattgefunden. :-o

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    Wieso sollte ich? Erstens besteht dazu gerade keinerlei Anlass und zweitens würde das nur zu völlig unnötigen Konflikten und Ängsten führen. Ich bin doch nicht doof.

    Das ist für dich Treue?


    Der Frau, die du liebst, das eigentlich Schlimmste anzutun das es gibt (außer sie wäre einverstanden damit) und nur, weil sie es nicht erfährt, ist deiner Meinung nach alles in Butter? Dein Ernst?


    Du hast es ihr trotzdem angetan.


    Und du kannst ruhiges Gewissens damit leben?

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    Wer mir das antun würde, hätte nicht eine Sekunde lang das Recht, zu behaupten, dass er mich liebt. Der findet mich höchstens zu bequem, um auf mich zu verzichten. :(v Wenn das Liebe sein soll, dann will ich keine Liebe! :|N

    Stimme Lola absolut zu !


    Wozu eine Partnerschaft und die dreiste Behauptung, jemanden zu lieben (lach), wenn man bewusst fremd geht?


    :-o

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    Nein, aber man spürt andere Sachen, nämlich eine Entfernung voneinander, Streit, Stress, undefinierbare Probleme. Probleme, die man nicht lösen kann, weil die andere Seite das eigentliche Problem verheimlicht und es außerhalb zu lösen versucht.

    Wenn solche Probleme dahinter stecken, ja. Das ist ja aber nicht immer der Fall, nur weil jemand fremd geht.

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    Aber diese Partnerschaft hat doch überhaupt keinen Wert, wenn man sich anlügt?

    Wieso nicht? Die Frage meine ich ernst. Wieso hat eine Partnerschaft, in der man belogen wird, sich aber geliebt fühlt und deshalb letztlich glücklich ist, deiner Meinung nach keinen Wert? Ich finde, es hat durchaus einen Wert, wenn jemand glücklich ist.

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    Es ist vollkommen irrelevant, ob der Partner es jemals erfährt oder nicht, aber es hat stattgefunden. :-o

    Für wen oder was soll das aber relevant sein, wenn es der Betroffene nie erfährt (und nicht unterschwellig spürt)? Und ja, das gibt es! Für den lieben Gott oder sowas? Ich würde es wirklich gerne verstehen.