Hallo Susi,


    Du hast scheinbar von Anfang an keine Grenzen gesetzt...jetzt ist es zu spät.


    Auch ich hatte einen "tollen Mann", der sich nach der Eheschließung wirklich um 360° drehte.


    Alles hatte nach seinen Vorstellungen zu laufen, wurde kontrolliert. Lief es mal anders, war ich schuld.


    Mit den Kindern wurde es schlimmer. Nicht nur, dass er ausrastete, wenn seine Kinder nicht genau das taten, was er wollte, er wurde handgreiflich ihnen gegenüber. An mich traute er sich nicht ran...ich war "nur" seinem Psychoterror ausgesetzt.


    Bei den kleinsten Anlässen rastete er aus.


    Nach langer Zeit ging ich in Beratung. Die Dame meinte, beim nächsten Vorfall solle ich sofort die Polizei rufen. Das tat ich...er führte sich dermassen auf, wir waren natürlich wieder schuld, dass die Polizisten ihm wegen "Uneinsichtigekeit und aggressivem Verhalten" Handschellen anlegten und ihn abführten. Erst bekam er einen Platzverweis für 4 Wochen und dann die Auflage, in Beratung zu gehen. Es stellte sich heraus, dass er beratungsresistent war.


    Ab diesem Vorfall merkte er, dass er sich so nicht mehr benehmen konnte. Wurde er wütend, ging er ins Freie zum Laufen usw.


    Irgendwann wurde mir klar, dass zu so einem Spiel immer zwei gehören. Ich hätte ihm von Anfang an Grenzen aufzeigen müssen. Das habe ich versäumt.


    Mit einem Partner, der sich so verhielt und meine Grenzen mißachtete, wollte ich nichts mehr zu tun haben.


    Heute bereue ich, dass ich nicht schon früher Hilfe geholt hatte. Nach dem Öffentlichwerden seiner Ausraster konnte er sich plötzlich beherrschen.

    @ Hallo Susi @:)

    tut mir sooo leid, hier von diesen Problemen zu lesen.

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    Ich habe für ihn vor kurzem auch sehr viel aufgegeben, deswegen fällt es mir sehr schwer loszulassen und ich hoffe so, dass es sich bessert.

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    Beruflich kann ich nicht wieder einsteigen.

    Verstehe ich das richtig? Du hast für die Katz studiert? Soviel Mühe für die Arbeitslosigkeit? :|N


    Damit hätte ich nicht gerechnet und es tut mir sehr leid für dich. Ich hoffe und kann es dir nur wünschen, dass du doch noch so schnell wie möglich beruflich (sprich finanziell) den einstieg in deine eigene Unabhängigkeit findest.


    Was deinen Freund angeht, befürchte ich, du wirst den Kelch bis zur Neige austrinken müssen. Denn ich hab das Gefühl, dass dein Leidensdruck noch lange nicht groß genug ist.


    Ich hoffe du wirst aus dieser Beziehung nicht allzu schwere seelische und körperliche Blessuren davontragen, bevor du dem Ganzen ein Ende setzt. Denn dass du mit diesem Mann nicht alt wirst, ist sicher.


    Ich hoffe für dich, dass ihr nicht geheiratet habt. Bitte setz mit ihm keine Kinder in die Welt.


    Alles nur erdenklich Gute, viel kraft und einen klaren Kopf.

    @ :) :)_ :)*

    Ich habe mir gerade noch deine anderen Fäden durchgelesen und bin wirklich entsetzt %:|


    Weißt du, mein Exfreund war genauso. Am Anfang war er der Traum aller Träume. Alles an ihm war genau richtig und ich bin wie auf Wolken gelaufen. Für mich stand schnell fest, dass ich so etwas "Besonderes" noch nie bei einem Mann gespürt habe und dass er mich versteht und ich nie jemals einen besseren Mann finden könnte.


    Das hielt ca 3 Monate. Irgendwie war er nicht mehr ganz so begeisternd wie am Anfang. Er meckerte ein bisschen vor sich hin, aber ich konnte es verschmerzen. Fühlte mich sogar wunderbar dabei, wenn ich ihn trösten konnte. Irgendwann war ich dann an allem schuld, obwohl ich nichts getan habe. Ich dachte, wenn ich nur lange genug ausharre und ihm zeige, wie sehr ich ihn liebe, dann wird alles wieder so wie am Anfang.


    Schließlich hat doch jeder seine Macken. Ich glaubte, dass in ihm dieser Mensch steckt, den ich die ersten Monate gesehen habe. Seine scheußliche Phase tat ich als Stimmungsschwankung ab. Dann sind wir mach 9 Monaten gemeinsam in den Urlaub gefahren. Ich war diesem Monster 8 Tage lang ausgeliefert - und das wusste er und nutzte diesen Umstand aus. Bereits am zweiten Tag fing es an. Er ging einfach alleine weg, wenn es ihm mit mir zu "blöd" wurde. Mal hab ich das Falsche gesagt, mal hab ich doof geguckt etc.


    Dann kam der Höhepunkt: auf dem Weg in eine mit gänzlich unbekannte Stadt befand er meinen Hygienezustand als Mangelhaft. Ich habe am Abend zuvor geduscht, das fand er eklig. Schließlich müsse man bei einem Tagesausflug frisch gewaschen sein.


    Hier hab ich zum ersten Mal meinen Mund aufgemacht. Ich bin eine erwachsene Frau. Ich lass mir doch von niemandem sagen, wann ich mich waschen muss, zumal ich sonst alle zwei Tage dusche und nicht stinke, da ich nicht schwitze. Von meinem Aufbegehren so entsetzt hat er den ganzen Tag nicht mehr mit mir gesprochen. In der Stadt, die er zuvor schon mehrmals besucht hatte und sich gut auskannte, eröffnete er mir: PowerPuffi, die Zeit mit dir nervt mich. Ich habe keine Lust mehr, den Tag mit dir zu verbringen und schlage vor, dass jetzt jeder sein eigenes Ding macht.


    Ich war entsetzt. Er hat mich tief in die Stadt geführt. Ich hatte keine Karte, kein Internet und konnte auch die Sprache nicht. Er wusste das und wollte mich aussetzen. Bis heute bin ich über diesen Vorfall fassungslos. Ich habe angefangen, zu weinen, zu betteln, zu flehen und mich zu entschuldigen. Er hat meinen Widerstand gebrochen und war zufrieden. Zur Belohnung durfte ich 3 Stunden in einem Café warten, während er sein "eigenes Ding" macht, um von meiner schlechten Stimmung Abstand zu gewinnen.


    Er redete volle 3 Tage nicht mehr mit mir - bzw. machte er kleine Pausen, um mir zu erzählen, wie abstoßend mein Verhalten sei. Am 6. Tag brach er dann in Tränen aus, wie sehr ich ihn verletzt habe, dass er mich liebt und dieser Urlaub so furchtbar für ihn gewesen sei. Ich hab es geglaubt und wie du die Schuld sogar bei mir gesucht. Ich habe mich entschuldigt und wir haben uns die letzten zwei Tage wunderbar verstanden - wie am Anfang. Es war der Himmel. Als wäre nichts gewesen.


    Als wir wieder Zuhause waren, redete er wieder eine ganze Woche lang nicht mit mir. Er beantwortete keine meiner Nachrichten, öffnete nicht die Tür - ich dachte, er hat sich von mir getrennt, ohne es mir sagen zu wollen. Ich war am Ende. Ich konnte nicht mehr schlafen, nicht mehr essen.


    Nach einer Woche hatte ich meine "Strafe" abgesessen und alles war für ihn wieder normal. Diesen Tag verbrachte er in einer romantischen Weinbar mit einer Kollegin und lud mich ein, dazu zustoßen, nachdem sie schon 5 Stunden dort gegessen hatten. Er verhöhnte mich. Hier wurde mir klar, dass ich mich trennen muss. Dass es nur noch eine Frage der Zeit sein wird, bis etwas Schlimmes passiert. Ich wusste, dass er mich hasst. Dass er mich so sehr verachtet, dass ich in Gefahr bin. Dass es ab hier immer schlimmer und schlimmer werden wird und er nie der Mann war, den ich glaubte, kennengelernt zu haben.


    An diesem Tag beschmiss er mich mit der Bierflasche und kippte auf mir einen Eimer Bioabfall aus. Danach habe ich nie wieder mit ihm gesprochen. Er hat noch Wochen später angerufen, Briefe und Nachrichten geschrieben, beteuert, wie sehr er mich liebt, dass wir doch Kinder haben und heiraten wollten, dass er ein Aggressionsproblem habe und er daran arbeiten werde.


    Noch heute schreibt er mir Nachrichten. Obwohl der Vorfall fast ein Jahr her ist.


    Mit meinem neuen Partner bin ich jetzt fast 10 Monate zusammen. Sowas habe ich mit ihm nie erlebt. Jeder hat seine Macken, aber dein Freund hat keine Macke - er ist krank und ein Gewaltäter.


    Mit meinem neuen Freund kann ich streiten. Nie würde er mich beschimpfen, schuben, bewerfen oder irgendwo aussetzen. Er hat Respekt vor mir. Ich weiß, wenn wir eine Meinungsverscheidenheit haben, dass er diese ruhig mit mir ausdiskutieren und mich dafür nie bestrafen würde. Das ist Liebe.


    Aber weißt du, was der Vorteil ist? Aus Fehlern lernt man. Mir wird das nie wieder passieren und ich nehmen bei der ersten Anzeichen die Beine in die Hand. Sowas werde ich mir kein zweites Mal in meinem Leben geben. Ich bin mehr wert als das - und du auch!

    Ich hatte diesen Faden ehrlichgesagt aufgemacht, weil ich hören wollte, dass alles normal ist und wir diese Zeit überstehen werden. Es ist für mich definitiv nicht einfach, meine berufliche Existenz aufzugeben... für Nichts! Mein Leben besteht praktisch aus einem Scherbenhaufen, privat und beruflich! Er hat sich beruflich übrigens auch wegen mir jetzt verändert, es ist also nicht so, dass nur ich mache und er der Prinz ist. Nur, und das ist halt mein Pech, muss ich von Null beginnen, er nicht.


    Meereswind, ich glaube, du hast schon Recht: ich habe ihm keine Grenzen gesetzt. Das hat vor einem Jahr angefangen. Lag vielleicht daran, dass er mich heiraten wollte. Sein Vorgänger und dessen Kumpels wollten das grundsätzlich nie, das hat wohl in mir so ein bisschen festgesetzt, dass viele Männer nicht heiraten wollen und ich das Glück habe, einen heiratswilligen gefunden zu haben und den jetzt doch nicht in den Wind schießen kann.


    Bambiene, danke für deine Worte. Bei uns ist es allerdings nicht so stark. Er beleidigt mich halt. Das mag bis zu einem gewissen Grad wahrscheinlich in jeder Beziehung vorkommen. Es ist halt krass, wie er es macht. So aggressiv, so respektlos, so gemein... Teilweise lässt er mich auch in einer Großstadt allein stehen, wartet dann zwar schon, aber das weist du bei seiner absoluten Art natürlich in den Minuten de Alleinseins nicht... Verhaltensweisen, die er nach unseren kürzlichen Gesprächen übrigens auch nicht ok findet.


    PowerPuffi: das mit der Straße könnte auch ein Konfliktthema unsererseits sein. Er denkt echt, ich krieg die banalsten Dinge nicht auf die Reihe. Das mit dem Urlaub ist ja schrecklich. Und das nach 10 Monaten schon, wie alt bist du denn, wenn ich fragen darf? Er bestraft mich aber nicht. Bei ihm sind das seine Gefühle, die er gerade hat und er ist nun mal ein aggressiver Mensch. Er ist dafür sehr empfindlich, wenn man auch nur irgendetwas Negatives über ihn sagt, da ist er gleich verletzt/beleidigt. Er merkt gar nicht, wie viel stärker er einen "kritisiert", beleidigt etc. Ich könnte gar nicht so sein, wie er da ist. In solchen Zuständen ist er auch nicht ansprechbar, d.h. man kann ich gar nicht herunterholen.


    Comran, du hast schon den Nagel auf den Kopf getroffen. Auch ich habe erkannt, dass ich, um Harmonie herzustellen, einfach machen muss, was er sagt. Aber so läuft das doch immer, nur, dass er halt recht anspruchsvoll ist. Das Problem ist halt, dass ich keine Lust habe, mich von ihm herumkommandieren zu lassen und dann eskaliert es.

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    Er beleidigt mich halt. Das mag bis zu einem gewissen Grad wahrscheinlich in jeder Beziehung vorkommen.

    NEIN NEIN NEIN NEIN

    :-o


    Ich möchte dich packen und wachrütteln. :)_

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    Teilweise lässt er mich auch in einer Großstadt allein stehen, wartet dann zwar schon, aber das weist du bei seiner absoluten Art natürlich in den Minuten de Alleinseins nicht...

    Mir fehlen wirklich die Worte.

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    Das Problem ist halt, dass ich keine Lust habe, mich von ihm herumkommandieren zu lassen und dann eskaliert es.

    Ja, weil du ihm dann unbequem wirst. Aber was ist denn die Konsequenz? Wieder zurück ins alte Verhaltensmuster (nicht ärgern, nicht aufmucken, am besten hübsch und still bleiben)? Oder willst du - wo du doch ohnehin auf dem schmalen Grat tanzt - den Schwung nutzen und die Grenze überschreiten, die dich von all dem befreit. Und diese Erfahrung so nutzt, wie PowerPuffi geschrieben hat: dass dir so etwas nicht nochmal passiert.

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    Wenn mir mal ehrlich sind, hat doch jeder Mensch seine schlechten Seiten, es gibt niemanden, der 100% toll ist. Ich müsste mein Leben lang suchen bis ich jemand ohne Fehler finden würde und fände ihn nicht. Das Leben besteht nun mal aus Kompromissen.

    Naja, kein Mensch ist zu 100% perfekt. Da stimme ich dir schon zu. Aber es gibt dennoch Partner, für die man in den wesentlichen und wichtigen Dinge keine Kompromisse eingehen muss. Ich selbst hatte bislang eigentlich ganz gute Beziehungen gehabt. Und ich dachte auch: ja, Kompromisse, das gehört halt dazu. Treffen ja noch immer zwei Individuen zusammen und komplett ohne Reibung geht es halt nicht. Wobei in keiner meiner beiden mehrjährigen Beziehungen körperliche oder psychische Gewalt eine Rolle gespielt haben ;-)


    Dann habe ich, kurz nach der Trennung von meinem Ex, meinen aktuellen Partner kennengelernt. Ich musste mich an ihn nicht gewöhnen und ich musste bei keinem Punkt, der mir auch nur ansatzweise wichtig wäre, einen Kompromiss eingehen. Es gibt kein "ja, aber.." sondern nur ein "ja". Weil es das doch gibt. Nichtkompromisspartner.

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    Er beleidigt mich halt. Das mag bis zu einem gewissen Grad wahrscheinlich in jeder Beziehung vorkommen.

    Nein. Es ist noch in keiner meiner Beziehungen jemals vorgekommen. Und du wirst es wahrscheinlich nicht glauben, aber in den knappen 11 Monaten, in denen ich mit meinem aktuellen Partner verbandelt bin, hatte ich noch keinen einzigen schlechten Tag.


    Das heißt nicht, dass wir immer einer Meinung sind. Sondern einfach, dass wir vernünftig und gewaltfrei kommunizieren und etwaige Probleme lösen können. Und ich bin zuversichtlich, dass das so bleibt ;-D

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    Er bestraft mich aber nicht.

    Doch, das tut er.


    Verbale Entgleisungen, Schuldzuweisungen und auch das "Stehenlassen" oder Gehen sind Sanktionen, die dich erziehen sollen.


    Er formt dich. Du solltes jedes Wort fürchten:

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    Er ist dafür sehr empfindlich, wenn man auch nur irgendetwas Negatives über ihn sagt, da ist er gleich verletzt/beleidigt.

    Das ist nichts anderes als eine Bestrafung. Damit du ihn nicht kritisierst, reagiert er umso heftiger. Je mehr dir diese Situation im Kopf bleibt, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass du es in Zukunft unterlässt.


    Er behandelt sich wie einen Hund - und sogar das wäre irgendwie schon Tierquälerei.

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    Er behandelt sich wie einen Hund - und sogar das wäre irgendwie schon Tierquälerei.

    Auch in der Verhaltensbiologie und im Tiertraining ist man eigentlich schon vor Jahrzehnten draufgekommen, dass Gewalt und Strafen in der Erziehung absolut kontraproduktiv sind.


    Mein Kerl hat mich mal gefragt, ob ich glauben würde dass man auch mit Menschen ganz generell und grundsätzlich so umgehen kann wie ich das mit meinem Hund mache. Gewaltfrei und unter Berücksichtigung der Bedürfnisse aller Lebewesen. Und ja: ich glaube, dass so ein Umgang zumindest im familiären und freundschaftlichen Umgang möglich ist und auch an der Tagesordnung sein sollte.


    Was will man mit (zwischenmenschlichen) Beziehungen, die einem schlicht nicht gut tun? Warum sollte man sich sowas antun wollen?

    Oh, da war ein Schreibfehler drin, ich meinte natürlich *dich

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    Gewaltfrei und unter Berücksichtigung der Bedürfnisse aller Lebewesen

    Das ist sogar ein Menschenrecht. Die Idee stammt aus der Zeit der Französischen Revolution. Gleichheit, Freiheit und Solidarität für alle - Kerngedanke der Inklusionsbewegung.


    Jeder hat das Recht in seiner Individualität so akzeptiert zu werden, wie er ist. Sanktionen und Strafen erreichen genau das Gegenteil. Ich hätte ehrlich gesagt auch große Bedenken, so einen Menschen auf Kinder loszulassen. Solche Männer werden auch gewaltätige Väter - ganz gleich ob psychisch oder physisch. Das ist Nährboden zukünftiger Neurosen und Störungen.

    Manche von euch schreiben jetzt von ihrem tollen Partner, schreiben im nächsten Satz aber, dass sie nicht einmal ein Jahr lang zusammen sind. Auch die Trennung von Ex-Partnern wird ja seinen Grund gehabt haben. Es ist klar, dass im ersten Jahr noch alles toll ist. Aber wenn man mal langjährige Paare fragt... da gibt es bestimmt kaum jemand, der 100% glücklich ist. Man hat sich halt miteinander arrangiert.


    Eure Tierreichvergleiche und Erziehungserklärungen lesen sich schrecklich für mich. Aber wenn ich darüber nachdenke, habt ihr wahrscheinlich Recht. Ich habe eine wirklich größere Macke, das muss ich zugeben, dass ich daran arbeiten muss. Damit hat er mit seinen Beleidigungen begonnen, was noch nachvollziehbar war, jetzt hat er das Ganze allerdings ausgedehnt...

    Eure Beziehung hat nur dann eine (theoretische) Chance, wenn er sein unangemessenes Verhalten einsieht und bereit ist sich zu ändern. Das wird er alleine definitiv nicht hinbekommen. Dafür braucht er professionelle Hilfe, dafür muss er zum Arzt und zum Therapeuten.


    Für sein gestörtes Verhalten kann es eine genetische Disposition geben, eine ungute Sozialisation usw. usw.


    Die Idee, dass ein solch gestörtes Verhalten mit etwas gutem Willen abgestellt werden kann, ist unrealistisches Wunschdenken. In seiner Verhaltenssteuerung ist sein unangemessenes Verhalten längst festes Programm.


    Während einer Verliebtheitsphase kann durch den Glückshormonspiegel ein angepasstes Verhalten erreicht werden, sinkt dieser Hormonspiegel im Laufe der Zeit ab, treten seine "wahre Natur", seine alten Verhaltensmuster, wieder hervor.


    Diese alten Verhaltenstrukturen aufzubrechen und umzuprogrammieren ist harte Therapiearbeit. Fehlt der Wille dazu, funktioniert es überhaupt nicht, fehlt der passende Therapeut dazu, kann es langwierig werden.


    Ich kann nicht abschätzen, ob es sich für dich lohnt, so lange bei ihm zu bleiben und ob es nicht vorher schon zum Eklat zwischen euch kommt.


    Fakt ist, jeder ist sich selbst der nächste und man hat nur dieses eine Leben. Was man damit macht, entscheidet man jeden Tag neu. Und es gilt auch: Jeder ist seines eigenen Unglücks Schmied.


    Wenn er keine Verantwortung für sein Verhalten übernimmt, dann übernehme du Verantwortung für dich, dein Leben, dein Seelenwohl. :)*

    PowerPuffi, da muss ich dir allerdings widersprechen. Du musst Kindern die Grenzen aufweisen, sonst tanzen die dir auf der Nase herum und gewöhnen sich auch nicht an sozial akzeptables Verhalten. Falsches Verhalten => Konsequenz, sonst wird dieses erhalten immer mehr ausgedehnt und findet Nachahmer.

    Zitat

    Manche von euch schreiben jetzt von ihrem tollen Partner, schreiben im nächsten Satz aber, dass sie nicht einmal ein Jahr lang zusammen sind. Auch die Trennung von Ex-Partnern wird ja seinen Grund gehabt haben. Es ist klar, dass im ersten Jahr noch alles toll ist. Aber wenn man mal langjährige Paare fragt... da gibt es bestimmt kaum jemand, der 100% glücklich ist. Man hat sich halt miteinander arrangiert.

    PowerPuffi hat dir ja schon ihren Erfahrungen geschrieben...sie ist jetzt getrennt.


    Mein Ex Freund...ich war 4 Jahre mit ihm zusammen...genau wie bei dir, am Anfang war alles total super, total toll usw.


    Er hat mich auf Händen getragen...bis er mich dann das erste Mal geschlagen hat (und sorry, ein schubsen ist nicht mehr weit vom Schlagen entfernt). Am Anfang war es genauso wie bei dir...nur das es, bis auf 1x, nie draussen passiert ist, sondern immer nur zu Hause.


    Ich hab 4 Jahre alles schön geredet...bis ich mich getrennt habe. Danach hatte ich Psychoterror vom Feinsten.


    Jetzt bin ich, dieses Jahr, seit 13 Jahren mit meinem Freund zusammen...und nein, das was du schreibst und ich erlebt habe, ist in dieser Zeit nicht einmal vorgekommen. Wir streiten zb auch NIE in der Öffentlichkeit...bei uns reicht jeweils ein Blick und der Andere weiss das er gerade irgendwas gemacht hat, was dem Anderen nicht so gepasst hat...gesprochen wird darüber zu Hause. In diesen 13 Jahren ist es nicht einmal zu Beleidigungen gekommen, geschweige denn zu Schubsen oder stehen lassen etc.


    Und richtig, auch ich (bzw mein Kerl) sind sicher nicht immer 100 pro glücklich...das bedeutet aber eben noch lange nicht, das so ne Dinge zum Tragen kommen wie du sie hier beschreibst.


    Du wirst hier niemanden finden, der das als Normal empfindet was bei euch passiert...auch wenn du vielleicht jemanden triffst, der genau in dieser Spirale ist, wo du grad steckst.


    Ich habe das Verhalten meines Ex zb NIE als normal empfunden, aber ich war damals erst 18 und wenn er diese Phasen nicht hatte (die im Laufe der Zeit immer öfter vorgekommen sind) waren wir...genau wie ihr...auf Wolke 7 (in meiner Welt).


    Du bist noch nicht soweit dich zu trennen...sondern versuchst alles schön zu reden...klar hat er sicher auch gute Seiten und gute Phasen...aber die werden auf Dauer nicht dazu beitragen, all das zu verdecken, was er in den "schlechten Phasen" macht.


    Du hast 3 Möglichkeiten:


    Du setzt ihm Grenzen und zeigst ihm das er dich so nicht behandeln kann (und ziehst dann eventl. Konsequenzen),


    Du trennst dich.


    Du lässt dich weiter so behandeln.