Alles perfekt doch ich verliebe mich nicht

    Hallo,


    es ist eigentlich was, wobei man nicht wirklich helfen kann, und dennoch möchte ich es einfach erzählen.


    Im Januar habe ich ihn kennengelernt. Er Single, ich Single, wir beide ziemlich geschädigt von vorangegangenen Beziehungen und deshalb einig, dass wir erstmal keine neue Beziehung wollen.


    Da ich ihn nicht sonderlich attraktiv fand, haben wir uns eh erstmal nur freundschaftlich getroffen. (Kennen uns durch gemeinsame Freunde)


    Wir wohnen nur ein paar Häuser voneinander entfernt und so kam es, dass wir uns ziemlich oft getroffen haben am Anfang und viel geredet, gekocht, filme geguckt haben. Wir verstehen uns super gut, sind voll auf einer Wellenlänge obwohl wir vom Stil komplett unterschiedlich sind, haben wir doch bemerkt dass uns eine Tiefe sehr verbindet. Wir haben mit der Zeit gemerkt dass wir uns quasi blind verstehen und ich mag alles an ihm und dass er mich so gut findet und nimmt wie ich bin und auf mich eingehen kann und alles. Wir haben oft zusammen Abends was getrunken und und dann auch angefangen zu kuscheln. War aber ein sehr langer Prozess bis das passiert ist. Vorher hat er auch immer bei mir übernachtet und mich nicht einmal angefasst, was ich sehr verwunderlich finde, weil solche Männer kenne ich nicht, die sich so sehr zurückhalten. Dadurch machte er sich dann natürlich auch interressant und ich dachte zwischenzeitlich dass ich verknallt wäre. Es kam dann auch dazu, dass wir tatsächlich, das ein oder andere mal miteinander geshclafne haben (für mich wichtig, dass ich da sehr betrunken war, weil ich das sonst glaub ich nicht gemacht hätte, ich weiß das klingt hart) aber er is ja auch garnicht so mein Typ.


    Jedenfalls haben wir es über Monate vermieden über unsere Gefühle zu reden, weil wir beied nicht wussten was passiert und was wir wollten. wo wir uns doch geeinigt hatten keine beziehung zu haben und ich sehr freiheitsliebend bin und ja auch irgendwie nich tgenug verliebt bin, war es dann trotzdem schon so, dass wir ne gewissen beziehung hatten. ich hab ihn dann auch mit zu meiner familie genommen und wir sind dann auch mal zu seinen Eltern gefahren und er hat mir seine freunde vorgestellt (wohnen 300km) entfernt. Da haben wir ein Wochenende verbracht. Da hab ich dann gemerkt, dass er dann doch irgendwie sehr anhänglich wurde und so typische pärchensachen wollte, was mich total überfordert hat. Als wir wieder zu hause waren, haben wir dann endlich mal geredet, (nach 5 monaten) und er hat mir gebeichtet dass er sich schon in mich verliebt habe, obwohl er das auch nie gedacht hätte, eben auch weil wir so einen unterschiedlichen Lebensstil haben. jedenfalls, hab ich ihm gesagt, dass es mir leid tut, dass das passiert ist und wir haben beide eingesehen, dass wir hätten früher miteinander reden müssen, aber ich hab mich nicht in ihn verliebt. was ich so sehr bedaure, weil er wirklich perfekt ist. wir wussten dann auch nicht richtig was wir dann machen sollten, er war natürlich erstmal gekränkt und wollte den kontakt abbrechen, was für mich auch verständlich war. aber es kam dann doch dazu, dass wir irgendwie weiter gemacht haben wie vorher, nur strikt ohne körperlichen kontakt. ich fühlte mich dabei einfach wohler und sehr gut. es ist schwer zu beschreiben, weil es wie eine beziehung ist, die wir führen, ich mich aber nicht genug körperlich zu ihm hingezogen fühle. Ich umarme ihn gern sehr lange oder lehne mich bei ihm an, aber mehr nicht. bisher sind wir damit ganz gut weiter gefahren (natürlich fände er es schöner wenn er wieder mit mir sex haben könnte) aber so ist besser als garkein kontakt und er schien auch gut damit umgehen zu können dann. das lief dann wieder so nen monat anderthalb weiter. dann hat mir ein kumpel erzählt dass er wohl eine im internet kennengelernt hat, die 700km weit weg wohnt, er sie aber am wochenende besuchen will. mir hat er das nicht erzählt, nur dass er weg fährt. ich wollte dann höflichrweise auch nicht nachhaken, weil ich es ja wusste und es bestimmt nen grund gab, warum er es mir nicht erzählte. muss er ja auch eigentlich nicht. jedenfalls war ich da schon eifersüchtig, dass er sich mit ner andren trifft auf der einen seite, andererseits sagte ich mir immer, weil ich ihn nicht lieben kann, würde ich mich sehr für ihn freuen wenn er eine findet. das wochenende war ziemlich schwer für mich ohne ihn und ich hab ich hab mich gefragt ob ich nicht doch mehr für ihn fühle. als er wieder kam, hab ich dann gefragt wies war, aber er meinte hat sich nicht gelohnt, sie war komisch. also hat er mir dann auch erzählt. fand ich eineseits schade für ihn aber irgendwie hab ich mich auch gefreut, besonders weil er wieder da war. die woche hatte er dann urlaub und seine besten freunde waren zu besuch, da war wenig zeit und am wochenende musste ich weg. das war auch schwer für mich, ihn dann nicht zu sehen und ich habe ihn sehr vermisst. das hab ich ihm dann auch geschrieben. gestern hatten wir dann endlich wieder zeit und wir waren gemeinsam am strand und haben gekuschelt. da hab ich mich sehr wohlgefühlt und gefreut, dass wir beide wieder allein waren. das war irgendwie anders, weil diesmal der schritt von mir kam seine nähe zu suchen.


    nun sind wir endlich an dem punkt der mir zu schaffen macht.


    ich weiß nicht, ob ich mich in ihn verlieben kann. ich hadere so sehr mit mir, einerseits ist er so so sehr perfekt und alles stimmt . er wäre der perfekte beziehungspartner von dem ich immer geträumt habe. andererseits ist da das fehlende körperliche verlangen. ich weiß nicht ob es vielleicht auch einfach braucht um sich zuentwickeln und ob es was damit zu tun hat dass ich auch sehr lange brauchte um mit meinem ex abzuschließen oder ob ich eine dusselige kuh bin, weil ich denke es könnte noch was besseres kommen? ich weiß nicht was ich machen soll. ich will ihm auch nicht das gefühl geben, dass es jetz doch klappen könnte, und nachher stoß ich ihn doch wieder vo den kopf... ich weiß es nicht, ich weiß es nicht.. :-( ":/

  • 57 Antworten

    Ganz ehrlich, wenn es nicht passt passt es nicht, körperliche Anziehung entsteht nunmal nicht über Zeit sondern ist da oder eben auch nicht. Und eine Beziehung ohne körperliche Anziehung ? Hm, schwierig bis unmöglich.


    Eigentlich hätte ich gesagt belasst eure Beziehung auf der Freundschafts-Ebene, allerdings wird er darunter sehr leiden. Wenn er Gefühle für dich hat gehen die nicht von jetzt auf gleich weg (sondern meiner Erfahrung nach erst wenn er in einer glücklichen Beziehung steckt) und er quält sich bei jedem Treffen innerlich bzw. hofft das jede Berührung und jeder Satz zu mehr führt.


    Ich würde in dem Fall hier zu Abstand raten auch wenn es weh tut und blöd ist.

    @ nordi84

    das ist nicht das, was ich hören wollte >_< ich meine ja zu glauben, dass ich mich mit der zeit jetzt doch mehr zu ihm hingezogen fühle. noch nicht ganz, aber ich meine, dass sich das wirklich entwickeln kann. so einen tollen menschen finde ich doch nie wieder :o

    Das klingt aber mehr wie ein verzweifeltes festhalten, hoffen und beten. Keine gute Voraussetzung für eine glückliche und stabile Beziehung. Sexualität ist natürlich nicht alles aber wenn so garkeine Anziehung besteht wird es schwierig. Sicher kannst du ihm da jahrelang was vorspielen und hoffen das du mal irgendwas dabei fühlst aber denkst du nicht er würde es merken und wäre danach noch unglücklicher ?


    Ich habe eben genau das was du hier schreibst schon erlebt. Man verstand sich super, war auf einer Wellenlänge und alles war toll, von ihrer Seite gab es aber eben keine körperliche Anziehung und trotzdem hat sie was vorgespielt und wir waren im Bett. Hat sie nicht glücklich gemacht und als ich es dann erfahren habe wars für mich natürlich auch nicht toll.

    @ nordi84

    ja ich weiß was du meinst, aber je mehr du mich davon abbringen willst, desto mehr will ich es jetzt :O


    es ist ja nicht so, dass ich komplett von ihm abgeneigt bin, ich mag seine berührungen ja auch und es lässt mich absolut nicht kalt, das hab ich gestern abend gemerkt, als wir in meinem bett gekuschelt haben und er mich gesteichelt hat, da hatte ich schon lust, aber bei mir ist da sone sperre im kopf. ich hatte letztens einen post dazu verfasst, was meine sexualität angeht. die ist sowieso gestört. also vielleicht liegt es auch garnicht so doll an ihm.

    Also ich würde es auf einen Versuch ankommen lassen. Du hattest mit ihm schon mehrfach Sex also ist der Zug "nur Freundschaft" ohnehin schon längst abgefahren. Und da du ihn sonst so toll findest, würde sagen, dass einiges dafür spricht, dass es gut werden könnte.

    Ich denke, die große Vertrautheit ist durchaus eine gute Basis, auch für eine Beziehung (ich kenne ja auch Deinen anderen Thread)


    Dass er nun mehr Gefühle hat, als Du, das muss kein Hindernis sein (ein solches "Gefälle" habe ich auch derzeit in meiner Beziehung), dass Du eifersüchtig reagierst und nicht nur pure Mitfreude, wenn er sich mit einer Anderen trifft, das zeigt, dass er Dir nicht ganz gleichgültig ist, auch wenn es jetzt keine heftige Verliebtheit ist, kann sich daraus Liebe entwickeln.


    Er scheint auch der Typ Mann zu sein, der Dir die Zeit gibt, die Du brauchst, um mehr Nähe (auch ohne Alkohol) zu genießen ... ich denke, das passt auch gut.


    Rede mit ihm ... gerade über Deine Angst, ihn zu verletzen, weil bei Dir nicht die Verliebtheit da ist ... aber auch darüber, dass es durchaus mehr ist, als "nur" Freundschaft empfindest und wenn er bereit ist, es entsprechend langsam weiter zu gehen, dann möchtest Du gerne mit ihm schauen, was sich da noch entwickeln kann.


    So harmonisch, wie Du das beschreibst, wäre es für beide auf keinen Fall vertane Zeit, selbst wenn Ihr Euch irgendwann entschließt, dann doch auf Abstand zu gehen, weil es nicht die Beziehung wird, wie Du oder Er sie sich wünscht.

    Die Qualität einer Beziehung lässt sich nicht daran messen wie intensiv die erste Zeit ist.


    Ganz im Gegenteil, oft entpuppt sich eine enorme Anziehungskraft und Intensität später als Strohfeuer.


    Dass du früher sehr viele Affären hattest zeigt doch auch dass der richtige noch nicht dabei war, und du dich evtl. Zu Männern hingezogen fühlst die dir nicht gut tun.


    Jetzt hast du da einen einfühlsamen Mann der dir gut tut, bei dem du dich wohlfühlst und mit dem der Sex wahrscheinlich mit der Zeit erst richtig gut wird - aber dafür isr er echt und liebevoll.


    Es liest sich übrigens nicht so als wärst du keinnbisschen verliebt. ;-)

    Weder körperliche Anziehung noch Verliebtheit entstehen mit der Zeit. Sie sind weitestgehend unterbewusst und bedingt durch physische und psychische Faktoren. Sie herbeizuwünschen ist in etwa so sinnvoll wie den Mond grün anmalen zu wollen.


    Ich kann dein Problem schon irgendwie verstehen. Du wünschst Dir, dass bei diesem Menschen, der dir so gut tut, Gefühle entstehen. Leider fliegst Du offensichtlich auf Typen, die dir im Nachhinein nicht gut tun (zumindest in der Vergangenheit). Da solltest Du ansetzen. Warum passiert das? Und warum nicht bei "guten" Männern? Das ist aber ein langer Lernprozess, das geht nicht von jetzt auf gleich.

    Ich war mal in einer ähnlichen Situation, er schwer verliebt, ich hatte nur freundschaftliche Gefühle. Sex gab's dennoch hin und wieder, aber ein wahres Begehren wollte sich einfach nicht einstellen. Ich hab mir das dann auch schön geredet, dass eine freundschaftliche Basis viel wichtiger wäre usw. Irgendwann hab ich mich drauf eingelassen, weil ich mir ebenso einredete, dass die große Verliebtheit wohl eher was für sehr junge Jahre ist und ich vielleicht zu anspruchsvoll bin, wenn ich auf der Ebene auch noch den großen Wurf erwarte und einen so tollen Mann.. blablabla.. genau das gleiche, was Dir durch den Kopf geht.


    Ich habe ihn durchaus irgendwann geliebt - aber eben die Verliebtheitsphase quasi ausgelassen.


    Sexualität wurde zu einem sehr großen Problem in unserer Beziehung. Nicht nur von meiner Seite aus, weil ich ihn nicht begehrte, auch für ihn - weil er sich eben auch nicht begehrt und komplett angenommen fühlte. Du kannst hier in sehr vielen Fäden nachlesen, zu welchen Problemen das führt, wenn es irgendwann in der Beziehung dazu kommt. Nun kann man auch mal weiter denken, was es bedeutet, eine Beziehung schon so zu beginnen.


    Womöglich haben andere da andere Erfahrungen. Es ist aber auch die Frage, wie man selbst ist, also wie wichtig einem Anziehung und Sexualität in einer Partnerschaft ist. Gerade in Deinem letzten Absatz lese ich dazu von Dir einerseits starke Bedenken, andererseits aber auch den Versuch, es Dir schönzureden. Manche Sachen lassen sich aber nicht rational herbei denken.

    Zitat

    Vorher hat er auch immer bei mir übernachtet und mich nicht einmal angefasst, was ich sehr verwunderlich finde, weil solche Männer kenne ich nicht, die sich so sehr zurückhalten.

    möglicherweise findest du deshalb, dass er auf eine gewisse Weise nicht interessiert an dir ist.


    Möglicherweise ziehst du bestimmte Männer an, die sich so verhalten.


    Ich finde es relativ interessant, weil ich mich, beispielsweise, nicht so verhalte und in meiner Umgebung verhält sich auch niemand so, was ich so weiss.


    Also dass man wem begrapscht, wenn man bei ihm/ihr übernachtet.


    Zumindest ohne Signale/einladende Gesten/vorheriges Fragen nicht ;-)


    Ist irgendwie für mich ein Verhalten, das ich nicht so richtig nachvollziehen kann und doch ist es anscheinend verbreitet.

    Du möchtest zur Zeit nur ermutigt werden, das kann ich verstehen, bei mir war das in ähnlichen Fällen auch so. Zweifel von anderen sollte mich erst dann erreichen, wenn ich selbst schon mehr in Richtung Zweifel tendierte.


    Dies entsteht aus dem Wunsch nach Nähe und manchmal auch der verzweifelten Angst vor dem Alleinbleiben. Es fühlt sich sehr dringend und ausschließlich an. Ob es Liebe werden kann oder nicht, kann Dir hier keiner sagen, denke ich. Wenn Du jetzt Hoffnung brauchst, dann habe sie. Manches muss man einfach leben, das kann man nicht theoretisch klären.

    es ist ja eben nicht so, dass ich angst vor dem alleinleben hab.


    ich lebe seit 8 jahren allein :-Dund ich bin auch nicht einsam, mir gehts auch sehr gut. ich liebe meine freiheiten und unabhängigkeiten. aber irgenwann denkt man ja einfach wieder darüber nach in einer beziehung zu sein. man will ja auch mal eine familie gründen. und wenn der perfekte partner vor einem steht, warum sollte ich ihn dann zurück weisen. ich meine ich hadere ja nun schon seit über nem halben jahr und probiere immer wieder abzuwägen, ich denke jetzt, dass die Zeit es einfach zeigen wird ob es sich so entwickelt, dass ich mehr gefühle bekomme oder ob ich mir immernoch so unsicher bin, dass ich gedanken lieber verwerfe.


    die meinungen sind ja hier sehr unterschiedlich, es könnte klappen, muss aber nicht. Wir werden sehen :-/

    Da stehen dir möglicherweise deine eigenen ideale im Weg. Und woher diese Ideale stammen, wirst du kaum herausfinden. Jedenfalls scheint es, dass dein Ideal von einer Beziehung zwischen Frau und Mann einerseits die Seelenverwandtschaft und andererseits guten Sex und Leidenschaft beinhaltet. Und so sehr du dich zu diesem Mann hin gezogen fühlst, kannst du das nicht als "richtige Beziehung" einordnen, weil dir die sexuelle Anziehungskraft fehlt. Richtig?


    Dabei lässt du vor allem außer Acht, was du in deinem anderen Faden ausführlich geschildert hast, nämlich, dass dir zur Zeit Sex wenig bedeutet, du dich da gestört fühlst und nicht weißt, wie du das einordnen sollst. Vor diesem Hintergrund sieht die "Störung" in der aktuellen Beziehung schon völlig anders aus. Sie ist völlig logisch und muss gar nichts mit diesem Mann als Person zu tun haben.


    Tatsächlich ist das, was wir "Beziehung" nennen und als Liebe definieren, immer einem Wandel unterworfen gewesen und das ist es auch heute noch. Dieser Wandel wird bei der Anwendung von uralten und erlernten idealen oft nicht beachtet. Die Voraussetzungen für die klassische Ehe z.B., die über einige hundert Jahre selbstverständlich waren, sind heute alle nicht mehr gegeben. Stattdessen haben sich vielfältige Formen gebildet. Die häufigste und stabilste Form – natürlich nur in unserer Gesellschaft – ist die Beziehung, die auf drei verschiedenen Säulen ruht.


    1.die projektbezogene partnerschaftliche Liebe


    2.dir sexuelle leidenschaftliche Liebe


    3.die freundschaftliche Liebe (Seelenverwandtschaft)


    Diese Aufzählung beruht auf einer gut begründeten These des Paartherapeuten Michael Mary und ich habe bisher nur Bestätigungen dafür gefunden, dass sie anwendbar ist. Zu der These gehört aber auch die Erkenntnis, dass es eine Überforderung einer Liebesbeziehung ist, wenn man erwartet, dass immer alle drei Formen vorhanden sind, dass man also "Alles Mit Einem Für Immer" erleben müsste. (Mary nennt das den "AMEFI-Komplex"). Zu diesem Irrtum gehört die Ansicht, dass "etwas nicht stimmt", wenn das nicht so ist, dass eine Beziehung dann nicht perfekt ist und nicht halten kann. Das ist also Unsinn.


    In der Praxis sind diese 3 Formen oft sehr unterschiedlich stark vorhanden und in den meisten anderen Gesellschaftsformen reicht sowieso die "projektbezogene partnerschaftliche Liebe", vor allem da, wo Ehen arrangiert werden und trotzdem lebenslang funktionieren. Auch das gibt es ja.


    In unserer Gesellschaft sind die meisten Beziehungen einem Wandel unterworfen, denn die "leidenschaftliche Liebe", die nach dem Grundsatz funktioniert "Gegensätze ziehen sich an", hat in den meisten Beziehungen eine kurze Halbwertzeit, nimmt also ab, weil das, was die anderen beiden Säulen an Grundlagen haben (nämlich "Gleich und Gleich gesellt sich egrn" sowie die Seelenverwandtschaft der freundschaftlichen Liebe) genau auf dem Gegenteil beruhen wie die Leidenschaft. Je vertrauter man sich also wird, desto weniger ist das "Geheimnisvolle" vorhanden, das Leidenschaft und Anziehungskraft mit sich bringt.


    Es ist also normal, dass Beziehungen bezüglich ihrer Stabilität, Priorität und Anziehungskraft einem Wandel unterworfen und sehr individuell sind.


    Und jetzt bin ich nach dem Exkurs endlich wieder bei dir.


    Es ist keineswegs selbstverständlich, dass eine auf Zeit angelegte Liebesbeziehung (nach der Hormonphase der Verliebtheit) eine so starke "Seelenverwandtschaft" beibehält, wie das bei euch der Fall zu sein scheint. Die Hormonphase war bei dir eh kaum vorhanden, weil dein Verhältnis zum Sex gegenwärtig gestört war und sich das natürlich ausgewirkt hat. Also suchst du im Bereich der "Dritten Säule" dein Glück und deine Zukunft für diese Beziehung. Das ist Okay, das ist nicht störend und das muss dich nicht verunsichern. Ich glaube, dass sich eure Beziehung noch mal wieder zum Positiven verändern kann, wenn ihr die "projektbezogene partnerschaftliche Liebe" forcieren und ausbauen würdet. Im Klartext also: Gemeinsame Pläne schmieden und sich dabei ausprobieren, ob man die auch gemeinsam ausführen, tragen und durchhalten kann. Fest steht, dass sich eine Beziehung meist stabilisiert und verändert, wenn gemeinsame Pläne gefasst und angepackt werden. Es nutzt der Liebe in der Gesamtheit.


    Was die Störungen auf der sexuellen Ebene angeht, rate ich zur Gelassenheit, vor allem aber zum offenen Austausch darüber. Die Gründe können vielfältig sein, vor allem, weil du dir zur Zeit sowieso unsicher bist über deine eigene Einstellung zur Sexualität. Allerdings ist seine Einstellung und sein Begehren ebenso wichtig wie deine Zweifel. Zu welcher Form der Beziehung das dauerhaft führen kann, ist jetzt nicht abzusehen, aber das handelt sowieso jedes Paar individuell für sich aus. Seine Bedürfnisse müssen aber gesehen und ernst genommen werden.

    @ oldie49

    vielen Dnak für deine ausführlich Analyse :)


    also Sex ist mir jetzt wirklich garnicht so wichtig, und es ist ja auch nicht so, dass ich mich garnicht hingezogen fühle, es ist mal so, mal so. mein problem ist, dass ich mich schwer öffnen und fallen lassen kann und es noch schwerer für mich ist, wenn die person mir was bedeutet.


    die zweite säule die du ansprichst ist schon vorhanden. wir machen quasi alles zusammen, waren auch schon zusammen im urlaub und planen durchaus auch sachen zusammen. ich kann mir auch vorstellen mit ihm zusammen zu leben. von daher sind zwei von drie säulen also schonmal vorhanden.


    ich denke das sexuelle wird sich entwickeln wenn ich mir absolut sicher bin und vertrauen hab.

    Okay, dann scheinen meine Gedanken ja angekommen zu sein. Interessante Frage: Wenn du so etwas schreibst….

    Zitat

    wir machen quasi alles zusammen, waren auch schon zusammen im urlaub und planen durchaus auch sachen zusammen. ich kann mir auch vorstellen mit ihm zusammen zu leben

    Wie kommst du dann darauf, dass ihr KEINE Beziehung führt? Nur weil du mal gelernt hast, dass Beziehungen "eigentlich" anders aussehen müssten? Man kann seine Sichtweise ändern, man kann hinzu lernen. Natürlich habt ihr eine Beziehung und die wird sich auch noch verändern, wenn ihr beide akzeptiert, dass es eine Beziehung ist. Allerdings erinnere ich noch einmal daran, dass SEIN Wunsch in Sachen Sexualität auch eine Rolle spielen wird. Das ist nicht unwichtig.