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    Er kritisiert und verurteilt liebend gern, kann selbst aber so gut wie keine Kritik vertragen. Da rastet er sofort aus. Dieser Charakterzug macht das Zusammenleben mit ihm nicht einfach. Andererseits ist er zärtlich, hilfsbereit und zuverlässig. Ebenso stimmen unsere Gestaltung des Alltags und unsere Lebensziele überein. Und ebenso wichtig: Wir lieben einander. Ansonsten hätte ich es sicher nicht so lange ausgehalten, denn Situationen wie oben beschrieben, kommen leider recht häufig vor.

    Naja, wenn du in 30 Jahren keine Methode gefunden hast, diese Art von Streitigkeiten zu verhindern, wird es wohl keine geben. Da du das also gewöhnt bist, kann und wird es so weitergehen. Dieser Thread ist nur ein kleines Aufmucken von dir, aber jetzt ist es schon wieder gut - stimmts?

    Ich muss sagen, dass ihr euch gegenseitig nicht viel nehmt. Er mag vielleicht aggressiver reagieren, aber du provozierst ihn auch ganz schön mit deinem Tonfall.

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    Ich: Aha, also hast Du sie ja doch selber irgendwo deponiert.

    Hier reibst du es ihm schön unter die Nase, dass er etwas falsch gemacht hat. Du hättest ja auch fragen können, wo es den lag und wie es dahin gekommen ist. Schliesslich ist nicht ganz ausgeschlossen, dass du vielleicht doch etwas damit zu tun gehabt haben könntest, oder?

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    Ich: Wie wäre es jetzt mit einer Entschuldigung?

    Hier provozierst du ihn mit deiner Forderung.

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    Ich war nun stinksauer und schrie ihn an, was das alles denn solle, ich hätte ihm doch absolut nichts getan. Daraufhin wurde er noch aggressiver.

    Naja, dein Verhalten war aber auch nicht deeskalierend. Du provozierst ihn und tust dann so als ob du unschuldig bist. Das macht ihn offensichtlich wütend.

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    Mit der Bitte, den Fernseher leise zu stellen, verschwand ich ins Bett.

    Und hat er es gemacht? Seine Rücksichtnahme kann viel aussagen.

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    In der Früh weckte mich mein Mann zum Frühstück. Ich sagte, er möge bitte alleine frühstücken.

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    Ich bin zwar ebenfalls freundlich, verhalte mich aber weiterhin reserviert, antworte nur auf Fragen und reduziere den Kontakt auf das Allernötigste. Mir sitzt die Ungerechtigkeit von gestern immer noch in den Knochen.

    Was soll das kindische Gehabe? Sag ihm, dass dich das gestern geärgert hat, jetzt wäre der richtige Zeitpunkt zu sagen, dass du gerne eine Entschuldigung hättest. Aber in einem freundlichen Ton und nicht so fordernd und gehässig wie zuvor.


    Aber nach 30 Jahren werdet ihr eure Verhaltensmuster haben. Diese zu ändern könnte sehr schwer bis unmöglich sein.

    Nach Deiner Beschreibung seid ihr beide in direkter Konfliktsituation nicht in der Lage ohne gegenseitige Abwertung und zunehmender Aggression im Miteinander-Umgang zu bleiben.


    Wie lange es diese Art der "Streitsucht" zwischen euch gibt wirst Du selbst am Besten wissen. Fakt ist allerdings, dass sich rein gar nichts ändern kann, wenn ihr beide in eurem Musterverhalten verbleibt.


    Ihr habt beide eure Handikaps, beziehe mich dabei auf diesen Thread, der in eure Verhaltensspirale vielleicht unbewusst mit rein spielt.


    http://www.med1.de/Forum/Sexualitaet/718299/


    Du hast ein sehr schönes Motto in Deinem Med1-Profil, dieses möchte ich Dir/euch für den gemeinsamen Alltag empfehlen zu leben.


    ** Bejahe den Tag, wie er dir geschenkt wird, statt dich am Unwiederbringlichen zu stoßen. **


    Es passt so gut in eure von Dir kritisierte Situation. Ihr beide habt ein gut "eingespieltes" Machtproblem. Ich glaube schon, dass sich bei euch manchmal eigene Unzufriedenheit, nicht ausgelebte Bedürfnisse auf diese Art ein Ventil sucht um Dampf ablassen zu können.


    Es gibt zwischen euch in meinen Augen ein Kommunikations-Missmanagement. Während Du gern mit dem ausgesprochen Wort auf Seiten Deines Mannes rechnen willst, geht er den Umweg über die Geste, was stört mich mein Geschwafel von gestern. Macht unkompliziert ohne großes Theater ein Frühstück für euch zwei, und möchte die Sache so stellschweigend aus eurem Alltag wegschaffen.


    Es zwingt Dich niemand auf seine Nörgelein anzuspringen. Wenn Du für Dich genau weißt, dass Du Dinge nicht an einen anderen Ort gelegt hast, die Dein Mann gerade braucht/sucht, gibt es keinen Grund sich verteidigen zu müssen.


    Da reicht es mitunter aus, mit humoriger Geste zu sagen "oh man wir werden beide schneller vergesslich als uns lieb ist, kann ich Dir helfen oder schaffst Du es von allein".

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    Bei den meisten "Vergehen" handelte es sich um Schusslichkeiten, die ihm ebenfalls oft passieren.

    Ist es nicht all zu menschlich, dass man im Alltag häufig aus erlernter Routine Handgriffe im Unterbewusstsein erledigt, ohne das es daran hinterher noch eine konkrete Erinnerung gibt?


    Statt euch das unnütziger Weise gegenseitig vorzuhalten, wäre mehr Gelassenheit für euch ein probates Mittel um nicht in die Eskalation zu gehen.


    Was mir sehr gut gefällt, dass Du neben der Kritik an seinem Verhalten auch solche Aussagen über Deinen Mann treffen kannst:

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    Andererseits ist er zärtlich, hilfsbereit und zuverlässig. Ebenso stimmen unsere Gestaltung des Alltags und unsere Lebensziele überein. Und ebenso wichtig: Wir lieben einander.

    Das ist euer wichtigstes Band eurer Ehe und ein Pfund mit dem ihr beide wuchern könntet, wenn ihr Ade zu eurem Musterverhalten sagt. Das wird sicher nicht von heute auf morgen gelingen. Aber es gibt den Weg der Erkenntnis.


    Wenn etwas das seit langen Jahren als Problem zwischen euch existiert nicht mit den alt "bewährten" Methoden u.a. "ich muss ihm Paroli bieten + schmollen" nicht gelöst wird, sondern euch die Alltagsstimmung vergiftet, dann war es für euch beide nicht die richtige Methode.


    Du weißt, dass Dein Mann nicht der ordentlichste Mensch ist, Dir ebenso kleine Missgeschicke passieren, warum das Ganze dann nicht mit mehr Humor verpackt ohne Streit überwinden?


    Ich würde aufhören auf seine Kritik anzuspringen und sagen, "bisher tauchte alles Vermisste wieder auf, wir haben hier keine heimlichen Geister". Wenn Dein Mann dann weiter brubbeln will, lass ihn stehen mit seiner Unzufriedenheit und widme Dich Dingen die Dir mehr Ruhe geben.


    Du solltest weder Erzieherin noch Therapeutin für Deinen Mann sein. Er muss es ebenso wie Du aushalten können, dass mit dem Alter auch mehr Vergesslichkeit in den Alltag einzieht. Euch helfen die gegenseitigen Ausbrüche und Streitereinen nicht, Beharren auf Standpunkten und Hochschaukeln an ewig gestrigen Vorfällen.


    Es kann hilfreich sein, es mit der Konrad Adenauer Methode zu versuchen. :)_

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    Es kann mich niemand daran hindern, über Nacht klüger zu werden.

    ;-)