Zitat

    hier, ich bin nun hier, ich bin deutsch.


    Ich werde meine Wurzeln nie vergessen und sie immer akzeptieren, aber mein Leben ist nun ein anderes

    so leicht läßt sich das aber nicht trennen


    ich kam mit 9 jahren aus südamerika und war nie wieder dort, zuerst weil es papiermäßig nicht möglich war und danach wurde ich krank und konnte nicht mehr hinfliegen.


    aber ich fühle mich wie eine südamerikanerin UND eine deutsche beides zusammen.


    die gene sind einfach zu stark, komme auch mehr nach meinen beiden großmüttern als nach meinen eigenen eltern charaktermäßig und von der art her sagen auch meine eltern also so leicht ist dies nicht...


    deutsch fühle ich mich aber auch. also beides.man ist richtig vermischt wie ein bunter salat, innerlich, kann man schlecht erklären. :-) ;-D die wurzeln fließen auch in das leben hier in deutschland mit ein, z.b. auch der humor in südamerika in meinem land zumindest veräppelt man sich während des gespräches nonstop gegenzeitig und das ist witzig halt dort und das mache ich auch mit den deutschen hier, aber selten bzw. maximal eine veräppelung im gesamten gespräch.

    Ich meinte "wahrscheinlich". So schön wie es in D ist bez. der Religionsfreiheit, ist es doch nirgendwo anders. Hier darf jedes Kirchle und jede Sekte machen was sie will.


    Vermutlich hätten Christen erhebliche Probleme wenn sie in der Türkei einige Kirchengebäude errichten lassen wollen.


    Und wenn weiter oben der Ehrenmord angesprochen wurde, so wollte ich nicht in die Fänge der türk. Justiz gelangen sollte man derartiges dort machen. Der eine oder andere dt., der dort ein Mädchen nur anschaut wird halb gelyncht.

    sofia:


    es gibt ein Modell dafür, das "Innere Team".


    Indem sie ihre Eltern auf eine bestimmte Art ehrt und respektiert, läßt sie den Teil ihrer Persönlichkeit sprechen, der türkisch ist.


    Indem sie mit ihren Freund zusammen kommt, läßt sie ihren deutschen Teil sprechen.


    Beides einzeln und beides zusammen ist "sie".


    Die Moralvorstellungen ihrer Eltern sind jedoch nicht ihre, das ist nicht "sie".

    leider ist die te hier im faden nicht mehr aufgetaucht


    in kog nito, mir ist nämlich nicht ganz klar, ob ihre eltern wirklich ihre einzige sorge waren, oder ob ihre sorge auch tatsächlich die war, daß sie sich später tatsächlich in einem landsmann verlieben könnte, den heiraten will, und dann leider feststellen muß, daß sie ihn als nichtjungfrau nicht heiraten kann weil er sie leider so nicht akzeptiert.


    aber da die te sich nicht mehr gemeldet hat, nehme ich an daß sie schon den einen oder anderen tipp hier vom faden angenommen hat bzw. eine alternative für sich gefunden hat die hier auch schon genannt wurde.

    ich hatte 3 jahre ne beziehung mit ner muslima und wir hatten keinen sex. am ende war aus meiner sicht auch das der grund für den schluss der beziehung. denn sex zu haben bedeutet ja nicht nur, dass man sich persönlich vergnügt, dass man seinen spass hat oder sonstwas, sondern es heisst auch, seinem partner in einer beziehung seine liebe zu zeigen, indem man etwas mit ihm macht, das so intim ist, dass man es nicht rückgängig machen kann.


    viele frauen – vielleicht grade aus dem muslimischen umfeld – stellen sich ihre entjungferung endlos romantisch vor... ein traummann, der einen nach der hochzeit ganz sanft entjungfert...


    doch wieviele frauen erleben das wirklich? wieviele werden vergewaltigt oder müssen zum wohle der familie mit einem schlafen, der sie nicht liebt und der ihnen weh tut? wieviele kommen in eine phase, wo ihnen alles egal ist und machen es selbst?


    darum, liebe threadstarterin, falls du noch da bist: wenn du deinen freund liebst, dann tu es und denke nicht daran, was alles schlimmes passieren könnte. denke dabei an die schönen dinge, die passieren können. eine hochzeit mit ihm, kinder mit ihm, usw. denke positiv.


    wenn du daran noch nicht denken magst oder wenn du dir nicht sicher bist, ob du ihn liebst, dann lass es, dann sag ihm aber auch, dass du nicht weisst, ob du ihn genug liebst, um mit ihm auch sexuell nah zu sein. mach ihm nix vor. in meiner beziehung hat dieses vormachen mir am ehesten weh getan.

    Zitat

    Vermutlich hätten Christen erhebliche Probleme wenn sie in der Türkei einige Kirchengebäude errichten lassen wollen.

    ;-D


    Du weißt schon, dass es in der Türkei Kirchen und eine christliche Minderheit gibt? Es ist ja nicht so, dass der gesamte nahe Osten nur aus Muslimen bestehen würde... Es gibt dort Christen, Yeziden, Aleviten, Juden, Orthodoxe und noch viele andere...


    Im Vergleich zu anderen Religionen ist der Islam eine noch recht junge Religion.

    Zitat

    Du weißt schon, dass es in der Türkei Kirchen und eine christliche Minderheit gibt?

    Hast Du wirklich den Eindruck, Toso hätte sich jemals mit der Türkei und den dortigen Verhältnissen beschäftigt? Natürlich weiß er das nicht. Er weiß sicher auch nicht, dass die Türkei ein laizistischer Staat ist, in dem das Tragen von religiösen Symbolen (auch dem Kopftuch) in staatlichen Gebäuden verboten ist.

    Zitat

    wenn du daran noch nicht denken magst oder wenn du dir nicht sicher bist, ob du ihn liebst, dann lass es, dann sag ihm aber auch, dass du nicht weisst, ob du ihn genug liebst, um mit ihm auch sexuell nah zu sein. mach ihm nix vor. in meiner beziehung hat dieses vormachen mir am ehesten weh getan.


    endemitschrecken

    sehe ich auch so


    und so hörte es sich an bei der te, wenn sie jetzt schon nach kurzer zeit an ihren zukünftigen landsmann denkt und an möglicherweise irgendwann schluß, dann glaub ich nicht daß er der richtige ist, den sie zur zeit hat und sollte es ihm fair sagen.

    Ich bin auch sehr streng christlich – Religiös erzogen worden. Sex vor der Ehe ist auch bei uns verboten und nur in der gleichen Religion darf geheiratet werden. Auf jedenfall mein Mann ist Moslem, aber im Grunde genommen kein richtiger. Als ich ihn kennengelernt habe, hatten wir nach einigen Wochen unser erstes Mal. Sechs Monate später habe ich ihn geheiratet. Ich hatte nach unserem Sex auch ein schlechtes Gewissen, aber wenn ich heute so darüber nachdenke, finde ich es besser wenn jeder es für sich selbst entscheidet wann man das erste Mal haben sollte. Und genauso ist es bei dir wichtig, das du selbst für dich entscheidest ob du tatsächlich bis zur Ehe warten willst oder nicht. Außerdem Religion ist nicht alles. Das habe ich selbst gemerkt.

    Zitat

    und so hörte es sich an bei der te, wenn sie jetzt schon nach kurzer zeit an ihren zukünftigen landsmann denkt und an möglicherweise irgendwann schluß, dann glaub ich nicht daß er der richtige ist, den sie zur zeit hat und sollte es ihm fair sagen.

    eben... denn dieses feeling, dass ich nicht der richtige für sie war, ist mir richtig an die substanz gegangen... und das, wo ich ja auch wusste, dass sie mich durchaus liebt... ich war aber einfach aufgrund ihrer gesellschaftlichen traditionen nicht der richtige...


    wenn man sich nicht mehr richtig liebt oder sich unsicher ist, sollte man die sache beenden, auch aus respekt dem partner gegenüber... wenn man mit ihm trotzdem zusammen bleibt, schadet man ihm damit nur und macht seine seele kaputt und sowas ist mist...

    so, und zu dieser ganzen gesetze versus religiöse vorschriften – diskussion kann ich vielleicht was beitragen.


    es ist so, dass die religiösen gesetze einst weltliche gesetze waren. der hohepriester in jerusalem war weltlicher herr und im tempel wurden die steuereinnahmen gesammelt. das war bei den alten griechen und römern im übrigen genauso und selbst die alten germanen und kelten haben in heiligen seen und tümpeln bzw. mooren ihre schätze versenkt und den göttern geopfert.


    priester hatten in der frühzeit schon immer auch einen richterlichen status inne, siehe das alte testament der bibel. gott war also alles und gott war das gesetz.


    im laufe der jahrhunderte hat sich – unter griechischem und römischem einfluss – die ganze sache dann geändert. denn die griechen römer (im übrigen auch andere weltreiche, aber die römer und griechen waren diesbezüglich am einflussreichsten) hatten kontakt zu vielen verschiedenen völkern mit jeweils unterschiedlichen religionen und daraus resultierenden rechtsauffassungen. was passierte, als die römer anderen völkern ihr recht aufzwingen wollten, sah man in der schlacht im teutoburger wald oder eben darin, dass ein mann namens jesus eine jüdische sekte gründete, die sich gegen die mit den römern verbündete und stark hellenisierte priesterschaft stellte.


    es kam also schon immer zu reibereien, es wurden aber auch dinge übernommen.


    so gab es im alten rom den pater familias, den familienvater, der über eine gesamte sippe, über ein gesammtes haus herrschte und im zweifelsfall auch einen sklaven oder eine frau aus der sippe töten lassen konnte. manchmal geschah das schon bei sehr lächerlichen dingen. manche frau wurde von ihrem mann rechtmässig getötet, weil sie alleine auf dem markt war oder mit fremden menschen gesprochen hatte oder ohne seine erlaubnis etwas getan hatte und sei es nur einkaufen.


    diese sicht breitete sich dann durch die romanisierung im ganzen mittelmeer aus, woraus wohl heute noch rührt, dass es dort eine rege macho-kultur gibt...^^


    wer also meint, sowas sei typisch arabisch, türkisch oder muslimisch, ist auf dem holzweg, es ist einfach eine gesellschaftsauffassung, an der 2000 jahre geschichte und im übrigen auch der diese gesellschaftsauffassung verdammende islam nichts ändern konnte.


    wie kommt es dann, dass wir anders sind?


    wir hatten eine industrielle revolution, die im mittelalter langsam einsetzte und jahrhunderte dauerte. diese führte dazu, dass die frau nicht mehr nur ein heiratsobjekt und kapital des mannes war, sondern nun eben auch aufgaben übernehmen musste, wie die vertretung des hauses nach aussen, wenn der mann abwesend war.


    wir haben für diese entwicklung über 500 jahre gebraucht. manche migrantenfamilie aus ostanatolien macht diese entwicklung grade innerhalb 2-3er generationen durch, das muss man bei der ganzen sache auch bedenken.


    natürlich ist unsere sicht der dinge für uns richtig, doch genauso war auch die sicht der römer auf die institution des pater familias richtig und genauso würde eine person, die aus dem mittelalter hierher käme, unsere moderne welt, in der frauen in aller öffentlichkeit herumgehen, reden, sich wie männer kleiden, arbeiten und so weiter für teufelszeug halten.