@ Hanca

    Zitat

    Das von mir empfohlene Buch ist kein Therapiebuch, kein Psycho- oder Esoterikratgeber.


    Es ist eine einfache, aber wirksame Alltagshilfe.

    Okay, ich gebe zu, ich kenne das Buch nicht und halte von "Hilfe durch Bücher" sowieso sehr wenig, weil Leute nunmal selbstverständlich aus Büchern nur das ziehen, was sie ziehen wollen und ich das gerade bei Yuna ziemlich fatal fände.

    Zitat

    Glaubst du wirklich, dass Yuna damit geholfen ist?


    Sie wird das sicher gerne annehmen, weil sie dann wieder ihren Affen füttern kann.

    Jein. Mir ist zwar klar, dass sie damit auch ihren Affen füttern kann, aber ich selbst halte es für wichtig, dass Yuna alle Optionen offen hat und nicht in eine Richtung gedrängt wird.

    @ ElafRemich0815

    Zitat

    Ich halte deinen Beitrag** - auch wenn er gut gemeint ist - für einen großen Fehler. Denn du wirfst eine Diagnose in den Raum ohne den Patienten je gesehen zu haben und das führt dazu das Yuna(s Ängste und Zweifel) diese dankbar aufsaugen wird wie ein Schwamm. Wieder eine Bestätigung halt mängelbehaftet zu sein und wieder eine Bestätigung sich weiter tatenlos in dieses Schicksal zu ergeben. (Ja, ich weiß das sie auf der Suche nach einem Psychiater und Therapeuten ist.)

    Das tust du aber auch, nur dass deine Diagnose anders ist. ;-) Und nein, ich werfe keine feststehende Diagnose in den Raum. Etwa 1% der Menschen ist asexuell. Aromantik ist auch nicht häufiger vertreten. Das ist keine große Zahl. Aber es ist immer eine Möglichkeit.

    Zitat

    Dazu kommt ein weiterer Umstand den du übersiehst: Yuna spricht öffentlich und vor allem in PNs derart liebevoll und sanft zärtlich mit einem Hundeblick von ihrem Freund und von dem was die beiden so machen, dass ich zwingend zu dem Schluss kommen muss das beide schwer verliebt sind ineinander. Yuna blendet diese Gefühle nur aktiv aus bzw. überlagert sie durch ihren unbändigen Grübelzwang. Sie ist absolut in der Lage Liebe und Lust zu empfinden, sobald sie sich mal darauf einlassen und ihre Gedanken abstellen würde. Davon bin ich als Laie voll überzeugt.

    Ich weiß nichts davon, was Yuna in PNs schreibt. Aber ich empfinde ihre Posts über ihren Freund hier eigentlich nicht als liebevoll; dazu sind sie zu durchkalkuliert und logisch, weil sie ihren Kopf nicht abstellen kann.


    Und ganz ehrlich: Ich bin nicht überzeugt davon, dass es - ganz unabhängig davon, ob sie jetzt verliebt ist oder nicht - das richtige und überhaupt möglich ist, dass sie ihre "Therapiearbeit" mit der Beziehungssache beginnt. Ich habe letztens erst in einem anderen Faden von Yuna geantwortet, wo sie ein viel kleineres Problem hatte (ein Missverständnis mit ihrem Frauenarzt und Zweifel an einer ganz simplen Diagnose) und sie das total umwälzte. Yuna braucht ganz dringend Hilfe, weil ihre Zweifel sich durch alle Lebenslagen ziehen, aber gerade deshalb bin ich mir nicht sicher, ob sie gleich mit einem so dicken Brocken wie einer Beziehung anfangen sollte. Bildlich gesprochen sollte jemand doch erstmal langsam und mit kleinen Schritten laufen lernen und nicht direkt einen Marathon rennen. Erstmal kleinere, leichtere Baustellen zum "trainieren" angehen. Denn immerhin ist hier auch noch jemand direkt involviert, nämlich Yunas Freund. Für den ist das bestimmt auch nicht gerade super.


    Bei jemandem mit so massiven Problemen wie Yuna fände ich vielleicht sogar eine stationäre Therapie nicht verkehrt, muss ich sagen, damit tägliche Rücksprache mit einem Therapeuten erfolgen kann. Denn offenbar ist für Yuna ja fast alles ein (gedankliches) Problem. Und - auch, wenn du das vielleicht wieder als Fehler siehst, wenn ich das hier offen schreibe - daher tendiere ich persönlich in eine andere Richtung als du, nämlich in die, dass es für Yuna besser wäre, sich zu trennen. Selbst, wenn sie wirklich verliebt sein sollte (wovon ich nicht überzeugt bin), so ist Yuna für mich im Moment beziehungsunfähig.


    Was ja gar kein Stigma sein muss. Es gibt jede Menge Menschen, die in Phasen ihres Lebens beziehungsunfähig sind. Sei es, weil sie gerade zu viel Stress im Job haben, weil sie gerade erst eine Trennung hinter sich haben und nicht offen für etwas neues sind - oder weil sie eben psychisch krank sind. Wie oft liest man hier im Forum über Leute mit Borderline oder Depressionen, bei denen ihre Erkrankung Beziehungen zeitweise unmöglich macht und diese erst nach Therapie wieder subjektiv nach ihrem eigenen Erleben (gerade bei Depressiven) und auch objektiv wieder bereit sind, eine Beziehung zu führen? Ich sehe die Situation bei Yuna im Grunde im Moment so und denke, dass sie weniger Ballast braucht - denn die Beziehung belastet sie durch ihre Gedankenkreisel ja extremst - um überhaupt aufstehen und den ersten Schritt machen zu können. Für jemanden wie Yuna ist es wichtig, dass der Berg, den sie (mit therapeutischer Unterstützung) angehen muss, erstmal so klein wie möglich ist, sonst hat sie zu viele Zweifel vor dem ersten Schritt und kommt nicht von der Stelle.


    Das alles ist natürlich nur mein Gefühl. Ich war insgesamt zwei Jahre wegen meiner Zwangserkrankung in der stationären Psychiatrie und ein halbes Jahr in einer Tagesklinik, ich habe dort ähnliche Fälle gesehen und was ihnen geraten wurde. Aber natürlich habe ich die Weißheit nicht mit Löffeln gefressen. Und es scheint, dass du von Yuna viel mehr weißt als ich. Ich habe auch nicht alle ihrer Fäden gelesen, sondern nur diesen hier und den Faden über ihr gynäkologisches Problem. Eine Diagnose will ich mir daher nicht zutrauen - aber eine subjektive Meinung, die einfach von denen der anderen abweicht, natürlich schon.

    Mir geht es gerade eh nicht gut. Die Arbeit zu überstehen ist eine Qual. Diese Gedanken... Ich muss mich zusammenreißen, um nicht zu weinen.


    Jetzt hätte ich das hier vermutlich nicht in der Pause lesen sollen. X-

    Zitat

    Ich bin nicht überzeugt davon, dass es - ganz unabhängig davon, ob sie jetzt verliebt ist oder nicht - das richtige und überhaupt möglich ist, dass sie ihre "Therapiearbeit" mit der Beziehungssache beginnt.

    Da hat du Recht.

    Zitat

    Bei jemandem mit so massiven Problemen wie Yuna fände ich vielleicht sogar eine stationäre Therapie nicht verkehrt, muss ich sagen, damit tägliche Rücksprache mit einem Therapeuten erfolgen kann.

    Auch das ist wahrscheinlich richtig. Ob das ein Weg ist den Yuna gehen kann, bezweifele ich aber. Egal wie sinnvoll oder nicht dieser Schritt wäre.

    Zitat

    so ist Yuna für mich im Moment beziehungsunfähig

    Jain. Das Problem ist ja nicht ihre Beziehung. Sie (und du) zäumt damit das Pferd von der falschen Seite auf. Sie glaubt und hofft beinahe das es ihr besser geht sobald sie die Beziehung beendet hat weil dadurch einige Baustellen wegfallen. Und genau diesen Punkt sehe ich diametral anders! Denn es wird ihr mitnichten besser gehen sondern sie wird dann endgültig zusammenbrechen in der erkenntnis einfach gar nichts auf die Reihe zu kriegen.

    Zitat

    Für den ist das bestimmt auch nicht gerade super.

    Yuna hat zumindest nie von Klagen erzählt. Sicher ist er auch nicht ganz "auf Höhe der Zeit" :=o Trotzdem sieht er seine Beziehung weit gelassener, selbstsicherer und objektiver als Yuna.

    Zitat

    Ich war insgesamt zwei Jahre wegen meiner Zwangserkrankung in der stationären Psychiatrie und ein halbes Jahr in einer Tagesklinik

    Es freut mich das es dir jetzt wieder besser geht!

    @ ElafRemich0815

    Zitat

    Jain. Das Problem ist ja nicht ihre Beziehung. Sie (und du) zäumt damit das Pferd von der falschen Seite auf. Sie glaubt und hofft beinahe das es ihr besser geht sobald sie die Beziehung beendet hat weil dadurch einige Baustellen wegfallen. Und genau diesen Punkt sehe ich diametral anders! Denn es wird ihr mitnichten besser gehen sondern sie wird dann endgültig zusammenbrechen in der erkenntnis einfach gar nichts auf die Reihe zu kriegen.

    Das kann ich noch nicht einmal ausschließen - dazu kenne ich sie nicht gut genug - aber das wäre meiner Meinung nach einfach eine falsche Denkweise, die nichts mit der Beziehung an sich zu tun hat.


    Dazu muss ich dich etwas fragen. Du hast oben geschrieben:

    Zitat
    Zitat

    Liebe Yuna, wenn du irgendeine Frage zur Asexualität/Aromantik haben solltest, kannst du mich gerne fragen

    [...] und das führt dazu das Yuna(s Ängste und Zweifel) diese dankbar aufsaugen wird wie ein Schwamm. Wieder eine Bestätigung halt mängelbehaftet zu sein und wieder eine Bestätigung sich weiter tatenlos in dieses Schicksal zu ergeben. (Ja, ich weiß das sie auf der Suche nach einem Psychiater und Therapeuten ist.)

    Ich hoffe, dass das nicht deine Meinung ist, sondern dass du lediglich versucht hast, zu übermitteln, wie Yuna denkt. Das ist mir aus dem Text nicht ganz klar geworden, muss ich sagen, und daher war ich da vorsichtig und habe erstmal nichts dazu gesagt. Menschen, die asexuell und/oder aromantisch sind, sind nämlich nicht "mängelbehaftet". Und das sage ich jetzt ganz entschieden in die Richtung von wem auch immer - dir oder Yuna. Das ist, als würde man sagen, dass die meisten Menschen Pizza mögen, also sind die, die das nicht tun, irgendwie fehlerhaft. Dem ist definitiv nicht so. Es ist weder ein Mangel noch ein Schicksal. Es ist einfach eine Sache, die so ist, wie sie ist. Und das einzige Leiden, was man - wenn man sonst keine psychischen Probleme hat - dadurch bekommt ist, dass man eben an sich selbst Erwartungen hat, die man durch die Umwelt als eigene übernimmt und sobald man die abwirft lebt man ganz normal und zufrieden.


    Es ist nunmal so, dass viele von Yunas Schilderungen sich sehr asexuell lesen. Ihre Beschreibung von Küssen, zum Beispiel. So beschreiben ganz viele Asexuelle Küsse. Es gibt auch ganz viele Asexuelle, die mit ihrem Partner Sex haben und ihn küssen, weil es sie nicht stört, es dem Partner wichtig ist und sie die Nähe dabei mögen, auch wenn ihnen die köperlichen Dinge selbst nichts geben. Denn asexuell zu sein heißt ja nicht, auch aromantisch zu sein. Yuna beschreibt ja, dass sie die Nähe mag, aber Küsse neutral findet. Und sie hat ja selbst hier schonmal angesprochen, dass sie sich wundert, ob sie nicht asexuell ist. Und sowas findet man nunmal am besten heraus, wenn man sich mit anderen austauscht, die auch "so ticken".


    Um jetzt zum Punkt zu kommen: Wenn du Recht hast und sie ist verliebt (aber eventuell asexuell oder psychisch zu blockiert, um das richtig zuordnen zu können), dann wird eine Trennung für sie sicherlich schmerzhaft. Auch, wenn ich persönlich hoffen würde, dass der Freund ihr dann weiter als (guter) Freund zur Verfügung steht, denn er scheint ja wirklich sehr verständnisvoll zu sein. Aber im Grunde würde sie dadurch doch auch etwas lernen. Yuna titscht doch hin und her, bedingt durch ihre Zweifel und Grübeleien. Im Grunde denke ich, dass für Yuna eine Entscheidung egal in welche Richtung das Beste ist. Ich kenne das ja selbst - wenn man sich zwischen A und B entscheiden muss, dann gibt es immer Unsicherheiten und Punkte, die für und gegen eine Sache sprechen und man rotiert nur so, weil eben beides irgendwie nicht super ist. Aber meist fühlt man sich nach der Entscheidung besser, denn auch, wenn man am Ende das Falsche gewählt hat, so ist die Situation des Rotierens vorbei und man hat dann eine Gewissheit. Und das wäre für Yuna, denke ich, wichtig. Irgendeine Sicherheit, eine Gewissheit irgendwelcher Art.


    Und ich weiß halt nicht, wie sie die in ihrer Beziehung so schnell bekommen kann. Einfach, weil sie sich nicht ganz für die Beziehung entscheiden kann, weil sie so massive Zweifel hat. Das ist halt ihre Baustelle und die ist eben im Moment eine Nummer zu groß für den ersten Schritt.


    Aber eine Trennung wäre dann eine entgültige Sache und das Resultat - entweder wird am Ende Schmerz oder Erleichterung überwiegen - kann für sie lehrreich sein, denn es wird ihr im Nachhinein zeigen, was sie im Moment gefühlt hat. Egal, ob das dann "Scheiße, ich hab was tolles weggeworfen, ich habe ihn doch geliebt" oder "Ich fühle mich echt erleichtert und vermisse ihn nicht, das war nie Liebe" ist. Und ja, es wäre im Grunde ein opfern ihrer momentanen Beziehung mit einem Mann, von dem es sicherlich nicht viele gibt (denn nicht viele würden Yunas Art, die Beziehung zu führen, so akzeptieren). Aber ich sehe darin das Potential, dass sie aus so einer Erkenntnis dann mit einem Therapeuten für die Zukunft viel, viel mehr machen kann, als wenn sie jetzt in der Endlosschleife bleibt. Denn eine Therapie fängt nunmal auch bei Null an und bis der Therapeut richtig "drin" ist, bei all ihren Problemen, wo man ja gar nicht weiß, wo man anfangen soll, vergehen bei einer ambulanten Therapie Monate. Es gibt ja nicht umsonst erstmal diese sechs Probesitzungen, wo man sich kennenlernt, bevor dann die Therapie bei der Kasse wirklich beantragt wird. Und ob Yuna und/oder ihr Freund das so lange auf die Reihe bekommen... :-/

    Zitat

    Auch das ist wahrscheinlich richtig. Ob das ein Weg ist den Yuna gehen kann, bezweifele ich aber. Egal wie sinnvoll oder nicht dieser Schritt wäre.

    Ja, das ist leider wahr. :-/ Auch ich musste im Grunde erstmal ganz, ganz unten sein und mich von meinen Eltern einweisen lassen, weil ich das selbst schon gar nicht mehr auf die Reihe bekommen hätte. Das erste Mal stationär zu gehen ist etwas, wo man wirklich richtig am Boden für sein muss. Wenn man dann einmal "drin war" und sieht, wie es einem hilft, auch mal aus dem Alltag raus zu sein, jeden Tag einen zu haben, der sich die aktuellen Sorgen anhört, aber eben auch mit einem arbeitet... das kann echt helfen und danach ist es einfacher, es auch nochmal zu machen. Es ist auf jeden Fall viel, viel effektiver als eine ambulante Therapie, wo man nur einmal die Woche 45 Minuten redet. Ehrlich gesagt hege ich wirklich größte Zweifel, ob ein ambulanter Therapeut viel ausrichten wird... :-/ Yunas ganze Vergangenheit aufzuarbeiten, dann die Ängste und Gedanken, die alles durchziehen und jedes kleine Problem zu einem großen machen, was sie besprechen muss/will... da kommt sie doch nie an den Punkt, die "Großbaustelle" Beziehung anzugehen.


    Im Grunde also bin ich eher auf der Seite "Trennung", weil ich nicht sehe, wie Yuna in einem zeitlich akzeptablen Rahmen an die Möglichkeit kommen kann, sich wirklich für die Beziehung zu entscheiden. Vorher macht sie sich selbst ganz kaputt. Ich denke, sie muss erstmal mit sich selbst klarkommen lernen und über sich und ihre Gefühle lernen und was sie will, bevor sie sich wirklich auf eine Beziehung einlassen kann.

    Ich antworte nur ganz kurz.

    Zitat

    Ich hoffe, dass das nicht deine Meinung ist, sondern dass du lediglich versucht hast, zu übermitteln, wie Yuna denkt.

    Ja, so habe ich das gemeint. Aus Yunas Sicht gesehen. :)_

    Zitat

    Und das wäre für Yuna, denke ich, wichtig. Irgendeine Sicherheit, eine Gewissheit irgendwelcher Art.

    Meiner Meinung nach setzt das Problem schon vorher ein, nämlich in ihrem Unvermögen einer solchen Sicherheit auch zu vertrauen.

    Zitat

    weil ich nicht sehe, wie Yuna in einem zeitlich akzeptablen Rahmen an die Möglichkeit kommen kann, sich wirklich für die Beziehung zu entscheiden

    Sie muss sich nicht mit Haut und Haaren für die Beziehung entscheiden. Es wäre schon ein großer Schritt in die richtige Richtung und würde gedankliche Resourcen frei machen, wenn sie den aktuellen Status Quo akzeptieren würde und alles erstmal so weiter laufen ließe, ohne ständig den Status zu hinterfragen.

    Zitat

    Und sowas findet man nunmal am besten heraus, wenn man sich mit anderen austauscht, die auch "so ticken".

    Das ist schwierig, denn dann bewegt man sich schnell in einer kleinen, abgeschlossenen Gedankenblase, innerhalb derer alles zu passen scheint. Das ist dann wenig objektiv und damit wenig hilfreich. Funktionieren tut dieses Konzept nur dann wenn eine sichere Diagnose gegeben ist. Das ist hier aber (noch) nicht der Fall. Es wäre also ein Fehler sich bereits einseitig festzulegen auf die Erkenntnis gegen sein Schicksal nichts ausrichten zu können.

    Zitat

    Ehrlich gesagt hege ich wirklich größte Zweifel, ob ein ambulanter Therapeut viel ausrichten wird

    Es ist klar das eine Therapie und/oder eine psychologische Betreuung ein Langzeitprojekt wäre, in dem sich zu Anfang erstmal wenig bis gar nichts verändern würde. Ob sie in der Zeit ihre Beziehung aufrecht erhält oder nicht, muss sie am Ende selber entscheiden. Aber wäre das keine schöne Motivation an sich zu arbeiten?

    Zitat

    Meiner Meinung nach setzt das Problem schon vorher ein, nämlich in ihrem Unvermögen einer solchen Sicherheit auch zu vertrauen.

    Das ist sicherlich auch richtig, wie man auch an den "kleinen Problem" von ihr sieht. Aber das sehe ich als etwas, woran man eher arbeiten kann, als den Gedankenkreisel einer Unsicherheit zu beenden.

    Zitat

    Sie muss sich nicht mit Haut und Haaren für die Beziehung entscheiden. Es wäre schon ein großer Schritt in die richtige Richtung und würde gedankliche Resourcen frei machen, wenn sie den aktuellen Status Quo akzeptieren würde und alles erstmal so weiter laufen ließe, ohne ständig den Status zu hinterfragen.

    Hmm, das ist sicherlich richtig, aber sie fühlt sich ja nicht wohl. Das ist sicherlich größtenteils auch dem geschuldet, dass sie total überzogene Vorstellungen an eine Beziehung hat (sich dauernd vermissen usw.), die sich natürlich nicht erfüllen können. Aber wenn da eine dauerhaft latente Abwesenheit von wesentlichen Dingen wie dem Genießen von Zärtlichkeiten vorhanden ist, dann kann man sich doch gar nicht fallenlassen, weil alles nur komisch ist.

    Zitat

    Das ist schwierig, denn dann bewegt man sich schnell in einer kleinen, abgeschlossenen Gedankenblase, innerhalb derer alles zu passen scheint. Das ist dann wenig objektiv und damit wenig hilfreich. Funktionieren tut dieses Konzept nur dann wenn eine sichere Diagnose gegeben ist. Das ist hier aber (noch) nicht der Fall. Es wäre also ein Fehler sich bereits einseitig festzulegen auf die Erkenntnis gegen sein Schicksal nichts ausrichten zu können.

    Das ist natürlich auch richtig, aber deshalb sagte ich ja, dass Yuna sich alle Möglichkeiten offen halten sollte. Ich habe hier am Ende geschrieben, weil meiner Meinung nach fast alle hier mittlerweile sie in die Gedankenblase "du liebst ihn" pressen wollten. Ich stimme dir also zu, aber möchte zu bedenken geben, dass zumindest ich subjektiv die Diagnose "sie liebt ihn" definitiv nicht als gegeben ansehe. Als Möglichkeit absolut, aber ich selbst würde es eher als 50:50 sehen als als sichere Sache. Naja, und "gegen sein Schicksal nichts ausrichten können"... das klingt wieder so negativ. :-/ Man sollte sich sicherlich erst festlegen, wenn man sich sicher ist, was man beziehungstechnisch will oder nicht will, aber das als "Schicksal" zu bezeichnen klingt so fatalistisch. Als wäre das Resultat - egal welches - wie eine unaufhaltsame Krankheit. Ich würde es lieber so ausdrücken: "Man sollte sich nicht zu früh darauf festlegen, was für eine Art der (Nicht-)Beziehung einen am glücklichsten macht."

    Zitat

    Es ist klar das eine Therapie und/oder eine psychologische Betreuung ein Langzeitprojekt wäre, in dem sich zu Anfang erstmal wenig bis gar nichts verändern würde. Ob sie in der Zeit ihre Beziehung aufrecht erhält oder nicht, muss sie am Ende selber entscheiden. Aber wäre das keine schöne Motivation an sich zu arbeiten?

    Wenn sie aus der Beziehung mehr Positives als Negatives ziehen kann und ihren Freund als Partner nicht verlieren will, dann natürlich! :)z Nur bin ich mir eben nicht im klaren darüber, ob Yuna so viel mehr Positives im Moment, in ihrem Zustand, aus der Beziehung bekommt. Aber das kann auch keiner außer ihr selbst wissen.


    Das gleichzeitig blöde und gute an Entscheidungen ist doch aber auch: Auch keine Entscheidung ist eine Entscheidung, nämlich dahin, dass sich entweder nichts ändert (und die Beziehung so weiterläuft) oder dass einem andere die Entscheidung abnehmen (sollte der Freund sich irgendwann auch immer gegen die Beziehung entscheiden - sei es in einem Monat oder einem Jahrzehnt). Wenn Yuna also nur weiter so hin- und hertitscht und sich sonst nichts ändert, dann bleibt sie zumindest momentan in der Beziehung, was ja im Grunde auch eine Entscheidung dafür ist. ;-)

    Also das ganze etikettieren bringt, meiner Meinung nach, sehr wenig. Dann hat man zwar verschiedene Schubladen, aber die wenigsten Menschen passen exakt in eine dieser Schubladen hinein. Es gibt ja nicht nur Schwarz und Weiß, sondern auch ganz viele verschiedene Grautöne.


    Ich glaube zum Beispiel, dass die allerwenigsten Menschen rein hetero- oder homosexuell sind. Das sind zwei Extreme. Die meisten sind irgendwas dazwischen. Viele halte ich für ziemlich hetero- oder homosexuell, aber eben nicht für 100%. So verhält sich das wahrscheinlich auch mit sexuellen und asexuellen Menschen. Bei manchen ist Sex die Hauptmotivation in ihrem Leben, bei anderen spielt Sexualität gar keine Rolle. Bei den meisten ist es wahrscheinlich irgendwas dazwischen. Und das ist vollkommen normal.


    Selbst würde ich mich als einigermaßen sexuellen Menschen beschreiben, aber das wechselt auch immer ein bisschen. Je nachdem in welcher Zyklusphase ich bin, welche Uhrzeit es ist, ob es Sommer oder Winter ist oder wie viel Stress ich gerade habe. Selbst bei meinem Partner ist die Libido nicht immer gleich stark ausgeprägt. Das ist normal!


    Und auch was das Küssen angeht.. Zu Beginn einer Beziehung küsse ich persönlich sehr gerne und viel, das flaut bei mir aber mit der Dauer der Beziehung ab. Sind die ersten krassen Hormonwallungen (die beim Kennenlernen auftreten können - aber nicht notwendigerweise müssen!) wieder abgeflaut, küsse ich "nur noch" situationsbezogen gerne. Während der zweiten Zyklushälfte, also nach dem Eisprung, kann ich mit leidenschaftlichen Zungenküssen nichts anfangen. Gibt mir nichts und ist mir teilweise sogar eher unangenehm. In der ersten Zyklushälfte ist das anders, ganz anders. Nichts davon ist richtig oder falsch, es ist einfach, wie es ist. Und das kann man, finde ich, auch hinnehmen, ohne es werten oder schubladisieren zu müssen.


    Für Yuna, die ja selbst sehr unsicher zu sein scheint, sind Etiketten oder Schubladen jetzt kaum hilfreich, glaube ich. Eher im Gegenteil. Man kann im zwischenmenschlichen Bereich so gut wie nichts in Schablonen pressen. Könnte man es, würde es auch zuverlässige Bedienungsanleitungen für den zwischenmenschlichen Bereich geben. So funktionieren Menschen aber nicht.


    So ähnlich verhält es sich auch mit Diagnosen. Unter'm Strich ist es herzlich egal, ob man irgendwas "Generalisierte Angststörung", "Grübelzwang", "Depression" oder "Zwägen" oder wie auch immer nennt. Die Psyche ist vielschichtig und selbst wenn zwei Individuen die gleiche Diagnose erhalten haben, gleichen sich diese Individuen dennoch nicht.


    Nicht mal Schnupfen ist bei jedem gleich. Meistens hat man ja nicht nur eine Infektion, sondern verschiedene. Dazu reagiert noch jeder Körper anders. Der eine bekommt vielleicht nur ein Kratzen im Hals und muss sich hin und wieder schnäuzen, bei einem anderen sind vielleicht die Nebenhöhlen komplett dicht und die Lunge rasselt bei jedem Ein- und Ausatmen. Und die Psyche ist, glaube ich, noch weit vielschichtiger, als der Körper. Und Körper und Geist stehen ja auch nochmal im Wechselspiel.


    Wie gesagt, ich halte das Leben für unglaublich komplex. Und halte deswegen nichts von Schuladen. Wenn man es schafft seine "Baustellen" in Schubladen einzuordnen, hat man zwar vielleicht ein bisschen Ordnung reingebracht. Aber das ändert noch rein gar nichts an den Ursachen des eigentlichen Problems.


    Mir selbst ist es angenehmer mich weniger auf das Problem zu fokussieren, sondern mehr auf die Lösung.


    Und ich glaube echt nicht, dass es Yuna hilft, hier immer wieder ihre Probleme durchzukauen. Im Gegenteil, je mehr sie sich und je mehr sich andere Menschen damit beschäftigen, desto mehr Raum gibt man dem Problem.

    Yuna

    Zitat

    Mir geht es gerade eh nicht gut. Die Arbeit zu überstehen ist eine Qual. Diese Gedanken... Ich muss mich zusammenreißen, um nicht zu weinen.


    Jetzt hätte ich das hier vermutlich nicht in der Pause lesen sollen.

    Super, dass es dir gelingt dich zusammenzureißen. Ich glaube, die Ablenkung und die Normalität fühlen sich zwar gerade scheiße an, tun dir aber wahrscheinlich gut.


    Wenn dich der Thread hier zu sehr aufwühlt, lese nicht mehr mit. Ich kenne das von mir selbst, dass mir Socialmedia-Kram manchmal nicht gut tut. Ich mache dann quasi ne Art Social-Media- bzw Internet-Fasten. Um mich selbst zu schützen und Abstand zu gewinnen. Du darfst ruhig auch auf dich und dein Wohlbefinden achten.


    Ich glaube, ein Therapeut kann dir in deiner Situation weit besser weiterhelfen, als Internetforen. Oder google. Oder Blogs. Wie kommst du mit deiner Therapeutensuche voran?

    Morwena

    Zitat

    Okay, ich gebe zu, ich kenne das Buch nicht und halte von "Hilfe durch Bücher" sowieso sehr wenig, weil Leute nunmal selbstverständlich aus Büchern nur das ziehen, was sie ziehen wollen und ich das gerade bei Yuna ziemlich fatal fände.

    Dann hast du wahrscheinlich auch nicht viele Bücher in der Richtung gelesen und kannst dir kein Urteil erlauben.


    Yuna hingegen liest sehr viel, fast schon zu viel.


    Und bevor sie Bücher über Bindungsangst liest oder ein Buch "jeder ist beziehungsunfähig", soll sie lieber etwas hilfreiches lesen.

    Zitat

    Jein. Mir ist zwar klar, dass sie damit auch ihren Affen füttern kann, aber ich selbst halte es für wichtig, dass Yuna alle Optionen offen hat und nicht in eine Richtung gedrängt wird.

    Yuna hat keine Optionen (Wahlmöglichkeiten). Gar keine. Dafür ist die Krise zu schwer.


    Sie wird auch in keine Richtung gedrängt. Es wird ihr lediglich geraten, keine Entscheidung in der jetzigen Situation zu treffen, die sie noch mehr in die Krise stürzen könnte.

    Zitat

    Und ganz ehrlich: Ich bin nicht überzeugt davon, dass es - ganz unabhängig davon, ob sie jetzt verliebt ist oder nicht - das richtige und überhaupt möglich ist, dass sie ihre "Therapiearbeit" mit der Beziehungssache beginnt.

    Fast alle langjährigen Mitleser wissen, dass Yuna weitaus mehr Probleme hat als die Beziehung. Sie hatte diese Probleme in allen Lebenslagen. Es wäre ein Wunder gewesen, wenn Yuna sich problemlos auf eine Beziehung einlassen könnte.


    Jeder gute Therapeut wird Yunas Grundproblem erkennen.


    Das Zwangsgrübeln hat ja immer eine Ursache. Darum bin ich mir sicher, dass der Therapeut den Ursprung mit Yuna suchen wird.

    Zitat

    Bei jemandem mit so massiven Problemen wie Yuna fände ich vielleicht sogar eine stationäre Therapie nicht verkehrt,..

    Das sehe ich auch so und habe ich ihr auch mehrmals vorgeschlagen.


    Aber auch das ist noch ein großes Hindernis.

    Zitat

    daher tendiere ich persönlich in eine andere Richtung als du, nämlich in die, dass es für Yuna besser wäre, sich zu trennen.


    Selbst, wenn sie wirklich verliebt sein sollte (wovon ich nicht überzeugt bin), so ist Yuna für mich im Moment beziehungsunfähig.

    Manchmal denke ich, der Faden sollte geschlossen werden, weil er Yuna eher schadet.


    Deine Betrachtungsweise ist sehr oberflächlich.


    Yuna und ihr Freund gehen sehr liebevoll miteinander um. Die Beziehung ist nach meinem Ermessen gesünder als die Beziehung vieler anderer Menschen (wenn man Yunas Zweifel mal außen vor lässt).


    Sie ist frei von jeglicher Erwartungshaltung und geprägt von sehr viel Rücksicht, Verständnis und Akzeptanz.


    Immer wieder beschreibt Yuna kleine kurze Glücksmomente, wenn sie mit all ihren Zweifeln angenommen wird. Das ist etwas, was sie bisher noch nicht erlebt hat.


    Und sie fühlt sich sicher in seinen Armen (auch wenn sie Angst hat, ihn zu sehen).


    Sowohl Yuna als auch ihr Freund profitieren nach meiner Ansicht von dieser Beziehung.

    @ Graógramán

    Also prinzipiell stimme ich dir zu. Es gibt im Zwischenmenschlichen zu viele Grauzonen und zwar in allen (A)Sexualitäten und ja auch was das Emotionale angeht - manche Menschen möchten ihren Partner jeden Tag sehen, weil sie sonst traurig sind, andere hingegen sind in Fernbeziehungen, wenn man sich vermissen kann, am glücklichsten. Und dann gibt es den großen Bereich dazwischen. Und das ist gut so und ganz individuell und es muss nur zwischen den Partnern passen.


    Das Problem bei Yuna ist doch leider nur, dass Yuna sich nicht selbst als "normal" ansehen kann. Yuna hat in ihrem Kopf ein Bild, was "normal" in einer Beziehung ist - nämlich Küsse genießen, sich total vermissen, wie auch immer. Und da sie selbst jetzt nicht in dieses Bild passt zweifelt sie alles an. Und zumindest bei solchen Sachen können zumindest grobe Schubladen meiner Meinung nach helfen.


    Bei mir war es nie so schlimm wie bei Yuna - ich fand mich immer "okay, wie ich bin", auch wenn mir klar war, dass ich nicht so ticke wie der Großteil der Menschen, aber für mich waren meine Gefühle eben für mich selbst stimmig. Nur hat meine Umwelt mir eben das Gefühl gegeben, nicht normal zu sein und doch X oder Y machen zu müssen oder es zumindest mal zu versuchen. Für mich war es extrem erleichternd, dann für mich eine (grobe) Schublade zu finden. Nicht, weil ich damit jetzt hausieren kann - ich habe das bis heute keinem aus meinem Umfeld erzählt - sondern einfach, weil es mir den Druck von außen genommen hat. Yuna hat den Druck vor allem von innen, von sich selbst. Für sie wäre es wichtig - wie ElafRemich es schon sagte - den Ist-Zustand einfach mal als okay zu akzeptieren und ihre Empfindungen nicht zu werten, sondern als "So bin ich, ich mag X und Y nicht" erstmal als für sie normal hinzunehmen und über sich neutral zu lernen. Und ich denke, dass zumindest eine grobe Schublade ihr helfen würde. Dass sie nicht (ihrer) Vorstellung X entspricht, aber das trotzdem ganz normal ist. Das ihre (Nicht-)Empfindungen normal sind - normal für sie. Aber sie fühlt sich abnormal und grübelt deshalb. Wenn sie wüsste und annehmen könnte, dass es ganz viele Menschen gibt, die so sind wie sie, dann könnte ihr das etwas bringen (natürlich in Verbindung mit einer Therapie).

    Zitat

    Im Grunde denke ich, dass für Yuna eine Entscheidung egal in welche Richtung das Beste ist.


    Und das wäre für Yuna, denke ich, wichtig. Irgendeine Sicherheit, eine Gewissheit irgendwelcher Art.

    Morwena, du schließt von dir auf andere. Das ist dein Denkfehler.


    Du kennst diesen Zwang zum Zweifeln nicht.


    Es ist ja gerade Yunas Problem, dass sie mit keiner Entscheidung glücklich wird.


    Weil der Affe in ihrem Kopf auch nach einer Entscheidung nicht still ist und sich verzieht.


    Sie wird wahrscheinlich noch unglücklicher werden.

    @ Hanca

    Unsere Beiträge haben sich überschnitten, ich wollte dich nicht ignorieren. @:)

    Zitat

    Dann hast du wahrscheinlich auch nicht viele Bücher in der Richtung gelesen und kannst dir kein Urteil erlauben.

    Ich habe leider schon viel zu viele Bücher in dieser Richtung gelesen. :-/

    Zitat

    Und bevor sie Bücher über Bindungsangst liest oder ein Buch "jeder ist beziehungsunfähig", soll sie lieber etwas hilfreiches lesen.

    Da stimme ich allerdings zu! :)z

    Zitat

    Sie wird auch in keine Richtung gedrängt. Es wird ihr lediglich geraten, keine Entscheidung in der jetzigen Situation zu treffen, die sie noch mehr in die Krise stürzen könnte.

    Ich persönlich sehe den Status-Quo als sich immer weiter verschimmernde Krise, ehrlich gesagt. Gerade die momentane Entwicklung, dass sie eben Dinge, die sie früher mochte, jetzt nicht mehr mag, finde ich bedenklich.

    Zitat

    Das Zwangsgrübeln hat ja immer eine Ursache. Darum bin ich mir sicher, dass der Therapeut den Ursprung mit Yuna suchen wird.

    Auch da stimme ich dir zu, nur halte ich das eben für so massiv, dass ich nicht sehe, wie in einer für Yunas Krise im Status-Quo in einem zeitlich akzeptablen Rahmen diese Hilfe passieren kann. Selbst, wenn sie jetzt sofort einen Therapeuten findet, mit dem sie super klarkommt.

    Zitat

    Das sehe ich auch so und habe ich ihr auch mehrmals vorgeschlagen.


    Aber auch das ist noch ein großes Hindernis.

    Ja, das war es bei mir auch. Das verstehe ich auch. Aber auch deshalb finde ich den Status-Quo im Grunde "bedrohlich". Die Krise ist - wie du sagtest - so massiv, dass Yuna im Grunde keine Wahl hat. Dass sie, wie sie ja gerade schrieb, im Grunde selbst auf der Arbeit kaum noch funktionieren kann. Aber sie ist auch noch nicht so am Boden, dass sie es schafft, stationär zu gehen bzw. sich von jemandem helfen zu lassen, stationär zu gehen. Für mich war genau das die schlimmste aller Zeiten. Ich habe selbst meine Zwangsstörung, aber eben mit Zwangshandlungen, nicht Grübeleien. In dieser schlimmsten Zeit ohne Ausweg war ich 20 Stunden am Tag mit Zwängen beschäftigt, hatte kaum Zeit zum Schlafen, bin aber noch nicht zusammengeklappt. Und es war der Horror. Erst, als meine Eltern mich dann in die Psychiatrie gekarrt haben und ich aus dem Hamsterrad rauskam und Unterstützung hatte, die mehr war als 1x wöchentliche Therapie (ich hatte eine ambulante Therapeutin, ja), ging es mir deutlich besser. Nicht, weil stationär alles superduperklasse war - im Gegenteil - aber ich hatte zum ersten Mal eine Chance, die ich im Status Quo nicht hatte. Du kennst Yuna offenbar schon von vielen anderen Fäden und gerade wenn du sagst, dass sie im Moment keine Wahl hat... dann klingeln bei mir die Alarmglocken noch viel lauter.

    Zitat

    Sowohl Yuna als auch ihr Freund profitieren nach meiner Ansicht von dieser Beziehung.

    Wenn die Wirklichkeit so ist, wie du sie beschreibst, dann stimme ich dir 100% zu, dass sie sich nicht trennen soll! :)z


    Bei mir kommen ihre Texte nur leider so überhaupt nicht an wie das, was du schreibst. :-( Ich denke, deshalb sind wir so anderer Meinung, obwohl wir in vielen Dingen bezüglich dem, was Yuna generell mit ihrem Grübelproblem guttun würde, ja übereinstimmen.

    Zitat

    Bei mir kommen ihre Texte nur leider so überhaupt nicht an wie das, was du schreibst.

    Ich lese seit 2013 mit und "kenne" Yuna daher in allen Lebenslagen, in denen sie Hilfe gesucht hat.


    Wenn Yuna einen Glücksmoment hat, dann macht der in ihrem Beitrag einen halben Satz aus - zwischen 50 Sätzen voller Zweifel.


    Man muss also sehr zwischen den Zeilen lesen.


    Yuna hat sogar schon mal eine längere Liebeserklärung über ihren Freund geschrieben, das hat sie nur selbst nicht erkannt. :-D


    Die Liebeserklärung war versteckt in einem ellenlangen Beitrag, in dem sie alles Positive gleichzeitig wieder mit Zweifeln relativiert hat.

    Ich lese auch schon seit 2012 mit, aber ich "kenne" Yuna dadurch nicht, sondern nur das Bild, das sie hier im Forum abgibt. Aufgrund dieses Bildes kann man zwar Beiträge schreiben, die für Yuna dann vielleicht hilfreich sind - oder auch nicht.


    Aber durch das Schreiben im Forum lernt man Menschen nicht allumfassend kennen, sondern nur die Teilaspekte, die sie von sich preisgeben. Das reicht, meiner bescheidenen Meinung nach, keinesfalls aus, um jemanden wirklich einschätzen zu können und sein Verhalten und seine Persönlichkeit beurteilen zu können.


    Ich glaube, würde man eine Art med1-Treffen im realen Leben machen, würde das Bild, das man von einigen Usern hat, zwar mit der Realität übereinstimmen, bei vielen aber auch gar nicht ;-D

    Zitat

    Ich lese seit 2013 mit und "kenne" Yuna daher in allen Lebenslagen, in denen sie Hilfe gesucht hat.

    Jo, ich auch, dennoch kann ich das

    Zitat

    Bei mir kommen ihre Texte nur leider so überhaupt nicht an wie das, was du schreibst. :-(

    voll und ganz unterschreiben.


    Anstatt zu fordern, dass der Faden geschlossen wird, sobald eine Meinung von deiner abweicht Hanca, könnte man vielleicht zur Abwechslung mal offen sein für andere Möglichkeiten. Es ist faszinierend, wie überzeugt du von dir selbst bist. Aber vielleicht könntest du mal in Erwägung ziehen, dass du nicht zu 100% wissen kannst was Yuna hat und braucht. Dass auch andere mögliche Ansätze haben, die Yuna ausprobieren kann.


    Und anstatt gegeneinander könnte man ja mal miteinander alle möglichen Alternativen zusammentragen (brainstorming) und diese dann ausgearbeitet Yuna anbieten.

    Darum habe ich das Wort "kenne" auch in Anführungszeichen gesetzt.

    Zitat

    Aber durch das Schreiben im Forum lernt man Menschen nicht allumfassend kennen, sondern nur die Teilaspekte, die sie von sich preisgeben. Das reicht, meiner bescheidenen Meinung nach, keinesfalls aus, um jemanden wirklich einschätzen zu können und sein Verhalten und seine Persönlichkeit beurteilen zu können.

    Das ist unterschiedlich, wie du auch schreibst.


    Es ist oft einfacher in Foren über seine Probleme zu schreiben als real mit anderen Menschen zu sprechen.