Als Paar länger getrennt - Fremdgehen vorprogrammiert?

    Hallo ihr Lieben,


    ich frage mich, ob es vorprogrammiert ist, dass einer von beiden irgendwann fremdgeht, wenn ein Paar mehrere Wochen/ Monate getrennt ist? Ich habe schon viel über Frauen/ Männer gelesen (auch seltener mal im persönlichen Umfeld mitbekomme), die auf Geschäftsreise, im Urlaub, aufgrund einer Fernbeziehung oder aus anderen Gründen fremdgegangen sind.


    Mir ist schon klar, dass es dafür keine längere Trennungsphase braucht, aber die Wahrscheinlichkeit, dass einer der beiden währenddessen fremdgeht, ist dann doch anscheinend höher. Ich möchte jetzt auch nicht pauschalisieren; klar trifft das auf viele, aber längst nicht alle Paare zu.


    Ich habe jetzt immer ''einer von beiden'' geschrieben, kann natürlich auch bei beiden der Fall sein.


    Gründe, weshalb das wohl immer wieder passiert:


    - die Menschen sind generell Fremdgeher


    - die Menschen möchten keine Sexpause und befriedigen ihren Trieb mit anderen Sexpartnern


    - die Menschen denken sich ''Was dort passiert, wird auch dort bleiben'' und empfinden solche Aktionen als Nervenkitzel, sehen sie als Abenteuer an und sind sich sicher, dass sowieso nichts rauskommt


    - der Partner wird vermisst, und die fehlende Nähe wird durch andere kompensiert


    - man verliebt sich in Abwesenheit des Partners in jemand anderen


    Ich habe bestimmt noch mögliche Gründe vergessen... können natürlich auch mehrere gleichzeitig auftreten...


    Mich würde interessieren, ob ihr bei einer längeren Abwesenheit eures Partners/ euer Partnerin fremdgehen würdet oder ob ihr Angst hättest und euch große Sorgen machen würdet, dass er/ sie es tun wird? Was habt ihr in solchen getrennten Phasen für Erfahrungen gemacht bisher?


    Das würde mich jetzt mal einfach so aus Neugierde interessieren.


    Ich habe mal für mich überlegt, und ich würde vermutlich die ganze Zeit mein Kopfkino nicht abschalten können. Fremdgehen würde ich nie im Leben, bin da absolut nicht der Typ für.


    Danke für eure Antworten, ich bin gespannt. :-)

  • 51 Antworten

    Ich hatte in meinem Leben schon mehrere Beziehungen, in denen man für längere Zeit getrennt war.


    Interessanterweise hatte keiner von uns in diesen Beziehungen jemals Sex mit anderen Menschen, obwohl es offene Beziehungen waren, es also kein Problem dargestellt hätte.


    Wahrscheinlich, weil deswegen der Reiz des Verbotenen weggefallen ist ;-D und weil man nach 16 Stunden Arbeit auch andere Probleme hat als Sex.

    Zitat

    Mich würde interessieren, ob ihr bei einer längeren Abwesenheit eures Partners/ euer Partnerin fremdgehen würdet oder ob ihr Angst hättest und euch große Sorgen machen würdet, dass er/ sie es tun wird? Was habt ihr in solchen getrennten Phasen für Erfahrungen gemacht bisher?

    Nein, ich würde nicht fremdgehen. Warum auch? Ich liebe meinen Partner und werde die Beziehung garantiert nicht wg. beliebigem Sex riskieren. Gleiches gilt für meinen Partner. aber ich war vor der Beziehung (gut 2 Jahre) mehr als 5 Jahre Single und komme auch gut allein zurecht.


    Erfahrungen (mein Freund ist seit 9 Monaten auf einer Weiterbildung und wir sehen uns nur 1-2x im Monat für 1-2 Tage): Viel Sehnsucht. Viele WhatsApp und nach Möglichkeit Telefonate.

    Ich habe in meiner letzten Beziehung meine Ex 13 Monate nicht gesehen, also auch kein Skype. Telefonieren ging so alle 2 Wochen mal.


    Fremd gegangen bin ich nicht, obwohl es dazu einige Gelegenheiten gegeben hätte.

    Ähmmm ja, Lord Hong,


    da sie jetzt trotzdem deine Ex ist, war deine Abstinenz scheinbar doch umsonst. Sorry, Lord Hong, konnte ich mir jetzt einfach nicht verkneifen.


    Je nach Dauer des Getrenntseins und Gelegenheit würde ich schwach werden. Definitiv. Und, wenn's lang wäre, dann würde ich die Gelegenheit sogar suchen. Bei meiner Beziehung ist das rein hypothetisch, aber ich habe das meiner Freundin auch so schon so gesagt. Bei uns bin ich der mit dem Trieb.

    Wer ein Jahr abzwitschert, kann auch gerne den Rest seines Lebens abzwitschern. Ab einer gewissen Dauer der Trennung stellt sich nicht die Frage nach dem Fremdgehen, da ist die Beziehung beendet.


    Um Sex alleine geht es nicht, also Fremdgehen wäre dann die Folge des Ausbleibens an allgemeinen "Paardingen", die ich brauche, gerne hätte. Ein Monat in etwa wäre die Grenze, kommt aber drauf an was der Grund des Wegbleibens wäre. Berufliches und Vergnügen sind für mich keine Gründe das hinzunehmen.

    Zitat

    Berufliches und Vergnügen sind für mich keine Gründe das hinzunehmen.

    Hängt für mich - aus beiden Perspektiven - sehr mit der Relevanz zusammen. Ich meine mich zu entsinnen, dass Lord Hong sich an einem sehr außergewöhnlichen Ort befand. Wenn ich richtig liege, kann ich nur sagen: Sowohl als derjenige, der dort hingeht als auch derjenige, der den Partner gehen lassen muss, wäre es für mich kein Problem.


    Bei mir kann es auch sein, dass ich die Chance auf einige Monate Auslandsaufenthalt bei einem Kooperationspartner unseres Projektes habe. Das wäre genial - und ich würde es machen. Und mein Freund wüsste, wie genial es ist - und würde es akeptieren.


    Eine Freundin von mir hat über ein Jahr eine Fernbeziehung Deutschland - Australien geführt. Nachdem sie ein Jahr dort und der Partner ein Jahr hier war und man erkannte, dass er hier keine Chancen hat. Mittlerweile ist sie ausgewandert, Haus gebaut - und nächsten Monat kommt Baby.


    Wenn die Chancen für jemanden genial sind und der Partner für etwas brennt, dann ist meine Haltung, dass der Partner sich dann mitzufreuen hat. Also meiner täte es ganz unegoistisch, trotz Trennungsschmerz. Ich ebenfalls.

    Zitat

    Wenn die Chancen für jemanden genial sind und der Partner für etwas brennt, dann ist meine Haltung, dass der Partner sich dann mitzufreuen hat. Also meiner täte es ganz unegoistisch, trotz Trennungsschmerz. Ich ebenfalls.

    Ich sehe das auch so.


    Ich bin auch schon mit einer Freundin weggefahren, als er gerade mit Chemo im Krankenhaus lag. Er hat sich für mich gefreut und ich konnte wieder Luft holen.


    Letztes Jahr war er knapp einen Monat im Dschungel. Da habe ich ihn schon vermisst und mir auch bisschen Sorgen gemacht, einfach wegen der Distanz. Aber mich mega-mitgefreut, dass er Nasenbären, Affen und tausende von Blumen gesehen hat :-D x:)


    Und übers Fremdgehen nachzudenken kommt mir nicht in den Sinn. Wir sind immer mal wieder getrennt (und genießen das auch), aber über Fremdgehen habe ich mir dabei noch nie Gedanken gemacht.

    Zitat

    Ich habe mal für mich überlegt, und ich würde vermutlich die ganze Zeit mein Kopfkino nicht abschalten können. Fremdgehen würde ich nie im Leben, bin da absolut nicht der Typ für.

    Ich habe auch immer gedacht, es gibt Menschen, die sind treu und es gibt solche, die können oder wollen nicht treu sein.


    Und ich dachte auch, dass ich zu den Treuen gehöre und ich hätte meine Hand dafür ins Feuer gelegt.


    Heute weiß ich, ich hätte sie mir gehörig verbrannt.


    Für mich ist die Frage einfach zu beantworten, da ich keine monoamore/monogame Beziehung habe und mit Sicherheit auch keine mehr eingehe.


    Aber damit wäre es dann ja auch kein Fremdgehen oder Betrug mehr, sondern meine Partnerin(nen) wüßten ja davon.

    Getrennter Urlaub ist für mich okay, aber eine Weltreise nicht. Eine Fernbeziehung von Anfang ist auch okay, aber wenn er beruflich ins Ausland möchte auf Monate, kann ich auf ihn dauerhaft verzichten. Das Australienpaar war ja dort und hier und wieder dort... aber gemeinsam?!


    Beruflich bedingt ist mein Partner seit ein paar Wochen unter der Woche weg, schöne Sache mal ein paar Tage Ruhe zu haben, Monate hingegen... Nein.

    Zitat

    Ich bin auch schon mit einer Freundin weggefahren, als er gerade mit Chemo im Krankenhaus lag.

    :-o


    Das wiederum wäre für mich ein absolutes No Go. Sowohl in der Rolle als Patient, als auch als Angehöriger. Mein Partner hatte auch Chemo (und Bestrahlung). Es war mir wichtig, ihn in dieser Zeit zu unterstützen (was bedingt, dass man auch sehr sehr schwierige Momente durchsteht) - auch er sagt, dass er es ohne mich nicht geschafft hätte (hätte er sicher, aber es ist für mich eine Bestätigung, wie wertvoll eine Unterstützung in dieser Zeit ist).

    Nein, ich würde in einer als monogam festgelegten Beziehung nicht fremdgehen, auch nicht bei längerer Abwesenheit meines Partners. Offenbar finde ich ja diesen einen Menschen so toll, dass ich mit ihm all diese Exklusivitäten teilen möchte - und obwohl das nicht heißt, dass ich plötzlich blind und taub gegenüber meiner Umwelt bin, hebt sich das doch nicht auf, nur weil eine größere Distanz zwischen uns liegt. Entsprechend hätte ich andersherum auch wenig Sorge, weil ich vermutlich jemanden zum Partner habe, der das ähnlich empfindet. Und Vertrauen etwas ausgesprochen Feines in einer Partnerschaft ist.

    wave_seven

    Ich finde den Smiley von dir unangebracht. Jeder geht mit so einer Belastungssituation anders um und es ist keinesfalls verwerflich, sich in Absprache mit dem Betroffenen ein paar Tage Auszeit zum Luft holen und Energie tanken zu nehmen.

    Mann042

    Zitat

    Bei uns bin ich der mit dem Trieb.

    Und ich dachte immer, Trieb wäre das, was wir Menschen so gut kontrollieren können, weil wir doch so viel weiter entwickelt sind als alle anderen Lebewesen auf dieser Erde. Ernsthaft: das ist die Begründung?

    Ich sehe vor allem die Gefahr des "Entliebens" bei einer langen Trennung. Die Gegenwart des Partners schwindet schleichend, paar Monate sind sicher problemlos möglich, aber ein Jahr sehe ich schon kritisch und als starke Probe für eine Beziehung.


    Die Folge, dass man aus emotional zunehmender Distanz dann mit jemand anderem was hat, ist daher nicht das eigentliche Problem. Nur eine mögliche Konsequenz. Es wird ja nicht toller, wenn der Partner wiederkommt und sagt: "Hey, ich war dir treu! Aber meine Gefühle für dich sind eingeschlafen.". Kein Grund zum Jubeln.


    Ich glaube auch, dass die Dunkelziffer bei langen Trennungen extrem hoch ist. Allein wegen der geringen Gefahr, aufzufliegen. Auch wenn viele ihre Gefühle nach Rückkehr wiederfinden und reaktivieren ist das keine Garantie, dass dies über die ganze Zeit so war. Man lebte an einem anderen Ort mit anderen Menschen und sozialen Bindungen und das über sehr lange Zeit, in der ja auch Bedürfnisse wachsen. Eigentlich ist das ja bei ausreichender Dauer so eine Art Zwischenleben. Ich glaube, wenn man knallharte Ehrlichkeit erzwingen würde, wäre man überrascht, nach wievielen Wochen schon die ersten "Ausfallerscheinungen" auftreten.


    In einem solchen Fall müsste man die Möglichkeiten und den Umgang damit mit dem Partner erst diskutieren. Für mich wäre wichtig, knallharte Ehrlichkeit zu vereinbaren. Und zwar vornehmlich über die Gefühle, sollten sich diese ändern. Irgendwie hält man heutzutage ja immer Kontakt. Was das Körperliche betrifft könnte man die Beziehung für diese Zeit mit verantwortungsvollen Regeln öffnen (was viele gar nicht oder nur schweren Herzens schaffen) oder eben auch hier die Kraft und das Vertrauen aussprechen, dass man die Zeit auch mit seinen geschickten Fingern übersteht.


    Najona, warum stellst du die Frage? Steht bei euch eine längere Trennung an?

    Interessante Antworten bisher...


    Da ich schon so viele untreue Menschen kennengelernt und von welchen im Internet gelesen habe, habe ich mittlerweile wirklich Angst davor, selber betrogen zu werden. Viele Betrogene denken sich ja auch, dass ihr Partner sowas ja nicht machen würde, weil man sich ja liebt etc. Aber bei vielen kommt es dann doch anders; das macht mich wirklich traurig, und würde mir das passieren, würde meine Welt zusammenbrechen.


    Es ist immer wieder schön zu lesen, dass Treue bei vielen groß geschrieben wird und als selbstverständlich gilt.

    @ Kurt

    Zitat

    Für mich ist die Frage einfach zu beantworten, da ich keine monoamore/monogame Beziehung habe und mit Sicherheit auch keine mehr eingehe.

    @ Mann 042

    Tut es nicht weh, wenn die eigene Freundin auch etwas mit anderen Männern am laufen hat?

    Zitat

    Bei meiner Beziehung ist das rein hypothetisch, aber ich habe das meiner Freundin auch so schon so gesagt. Bei uns bin ich der mit dem Trieb.

    Würdest du dasselbe auch deiner Freundin zugestehen? Aber so wie ich das verstehe, hat deine Freundin keinen so ausgeprägten Sexualtrieb wie du. Was hat sie denn dazu gesagt, wenn ich fragen darf?

    @ Comran

    Zitat

    Für mich wäre wichtig, knallharte Ehrlichkeit zu vereinbaren. Und zwar vornehmlich über die Gefühle, sollten sich diese ändern. Irgendwie hält man heutzutage ja immer Kontakt.

    Sehe ich auch so. Hatte man eine sehr intensive Freundschaft... Sie war eher wie eine platonische Beziehung, und jedes Mal, wenn sich irgendwas (auf Gefühlsebene) veränderte, wurde es sofort angesprochen. Nicht totgeredet, aber man hat sich ehrlich alles mitgeteilt, was in einem vorging, und so war alles für den anderen absolut nachvollziehbar, und jeder wusste, woran er ist und konnte selbst die Entscheidung für sich treffen, wie er damit umgehen möchte und ob er das hinnehmen kann.

    Zitat

    Najona, warum stellst du die Frage? Steht bei euch eine längere Trennung an?

    Nein, ich habe nicht mal eine Beziehung. Ich habe mir einfach Gedanken um dieses Thema gemacht, da ich in meinem (vergangenen) Umfeld untreue Menschen erlebt habe; primär, wenn es darum ging, für längere Zeit getrennt zu sein. Hauptsächlich ging es da um Urlaube.


    Außerdem habe ich bisher viele Threads im Internet gelesen, in denen es meistens um die Ängste der Frauen ging, dass ihr Partner sie auf Geschäftsreise/ im Urlaub betrügen könnte.


    Ich habe mir Gedanken darum gemacht, wie ich mich in solchen Situationen fühlen würde und wie ich damit umgehen würde; so kam ich dann auch auf die Idee, andere Menschen direkt zu fragen. Eigentlich ja in der Hoffnung, nur von treuen Menschen zu lesen, aber die Realität sieht ja bekanntlich anders aus als die Wunschvorstellung... Es trifft mich jedes Mal wirklich sehr, von Menschen zu lesen, die nebenher auch noch Sex mit anderen Menschen haben. Wahrscheinlich, weil dies etwas so Exklusives und Besonderes für mich ist, was ich nur mit dem Menschen teilen möchte und kann, den ich liebe. Ich bin schon lange single, und es ist nicht so, dass ich nicht genug Gelegenheiten habe. Ich vermisse den Sex wahnsinnig, aber mit jemandem einfach so in die Kiste zu steigen, würde mir absolut nichts geben.

    Zitat

    Mich würde interessieren, ob ihr bei einer längeren Abwesenheit eures Partners/ euer Partnerin fremdgehen würdet oder ob ihr Angst hättest und euch große Sorgen machen würdet, dass er/ sie es tun wird?

    Nein, ich würde nicht fremdgehen. Ich hätte auch keine Sorgen, dass mein Partner es tut, denn - wie du auch - sehen wir Sex als etwas Besonderes und Exklusives an.


    Fremdgehen ist meiner Meinung nach Typsache (siehe Mann042 ;-D) und hat weniger etwas mit der Entfernung/Dauer der Abwesenheit zu tun.

    Zitat

    Hauptsächlich ging es da um Urlaube.

    OK, das ist aber nicht das, was ich unter "längerer Trennung" verstehe. ;-)


    Bei einem Urlaub, und seien es 4 Wochen, würde mir im Leben nicht einfallen, dass dies ein Problem darstellen würde. Ich würde nicht einmal das Gespräch suchen, wie wir damit in der Trennungszeit umgehen wollen. Da wäre für mich klar, dass für diese Zeit die gleichen Regeln gelten wie auch sonst. Und wenn das eben Treue und Monogamie sind, dann ist das auch kein Problem, dies weiterzuführen.


    Also wer schon im Urlaub fremdgeht ist in meinen Augen unreif, schwach und für eine Beziehung nicht tragbar.


    Mir ging es eher um wirklich lange Trennungen. Studium im Ausland, FSJ in der Entwicklungshilfe, Einsatz auf Montage oder so was. Da, wo man sich wirklich ein zwischenzeitlich neues Leben aufbaut und ein anderes Zuhause einrichtet, bevor man wieder in sein altes Leben zurückkehrt. Darauf habe ich mich in meinen Aussagen bezogen.

    Zitat

    Eigentlich ja in der Hoffnung, nur von treuen Menschen zu lesen

    Ich kann dir zusichern, dass ich die letzten 29 Jahre durchgehend einer einzigen Frau treu blieb ;-) . Nur für dein Weltbild @:) . Und wir waren auch schon in getrennten Urlauben und ich war sogar in der Wehrdienstzeit auch mal bis zu 3 Wochen nicht zuhause.

    Zitat

    Es trifft mich jedes Mal wirklich sehr, von Menschen zu lesen, die nebenher auch noch Sex mit anderen Menschen haben.

    Auf die Motivation kommt es an. Es gibt Menschen, die emotionale und körperliche Liebe trennen können. Und das klappt recht gut, wenn man damit ehrlich umgeht, sonst wären die Beziehungen von Swingern nicht so stabil. Und wie gesagt: bei wirklich langer Trennung über viele Monate würde ich auch überlegen, ob man die körperliche Exklusivität für diese Zeit vereinbart oder nicht - die gefühlsmäßigen Risiken sind m.E. ohnehin eine höhere Gefahr. Wenn das ehrlich ist und für beide Seiten tragbar, dann muss das dich nicht treffen. Wenn es unter dem Betrugsgedanken erfolgt und einen bewussten Regelbruch darstellt, dann ist es erst Fremdgehen und in meinen Augen ebenfalls ziemlich verachtenswert.


    Bei langen Abwesenheiten geht es aber sicher nicht nur um den klassischen ONS, da man ja anderen Menschen über längere Zeit näherkommt und auch neue Bindungen aufbaut. Dass daraus auch mal eine Bindung als "Beziehung auf Zeit" entsteht ist nicht auszuschließen. Man kann das zulassen oder eben bewusst abblocken (wie man es im normalen Alltag ja auch machen würde, es gibt ja nicht nur den eigenen Partner, der attraktiv und liebenswürdig ist). Die Hemmschwelle, es zuzulassen, ist bei dauerhafter Abwesenheit aber deutlich geringer.

    @ Mann042

    Zitat

    da sie jetzt trotzdem deine Ex ist, war deine Abstinenz scheinbar doch umsonst. Sorry, Lord Hong, konnte ich mir jetzt einfach nicht verkneifen.

    Die Beziehung ging noch rund 2 Jahre weiter nachdem ich wieder zurück war.


    Und Umsonst würde ich auch nicht sagen, es hat ja eher was damit zu tun gehabt dass ein Abweichen von der Treue meiner Ex weh getan hätte. Und das ist ja erfolgreich vermeiden worden.

    @ Cleo Edwards v. Davenport

    Zitat

    Wer ein Jahr abzwitschert, kann auch gerne den Rest seines Lebens abzwitschern. Ab einer gewissen Dauer der Trennung stellt sich nicht die Frage nach dem Fremdgehen, da ist die Beziehung beendet.

    Es gibt eben Menschen für die so eine lange Trennung nicht in Frage kommt. Bei meiner Ex war das eben anders. Und es ist ja nicht so dass ich da einfach gesagt habe dass ich mal für ein Jahr weg bin, da haben wir im Vorfeld ja drüber gesprochen.

    Zitat

    Berufliches und Vergnügen sind für mich keine Gründe das hinzunehmen.

    Ich denke der Grund warum meine Ex das anders sah war, dass sie zuvor auch in einer Beziehung war wo entweder sie oder ihr Partner kurzfristig mal länger weg mussten und da eben auch Zeiten hatten wo sie sich nicht sahen.

    @ Sunflower_73

    Ja, ich war da ein Jahr in der Antarktis. Klar, man könnte jetzt sagen dass das einfach nur zu meiner Belustigung war, aber es war eben so dass es schon ein lange gehegter Traum war dort mal zu überwintern. Und das wusste meine Ex auch. Und aufgrund des Geografie ergibt sich da dann eben auch eine länger Zeit.


    Meine Ex denkt da eben so ähnlich wie du, deswegen hätte es mich auch gewundert wenn sie nicht gewollt hätte dass ich gehe.

    Da gibt es viele Komponenten. (Den "Typ" des Hallodri gibt es auch, aber ich denke jetzt an alle anderen,)


    ZB die Fernbeziehung bzw ein längeres Getrenntsein. Damit können viele Menschen nicht gut umgehen und dann passiert das:

    Zitat

    Ich sehe vor allem die Gefahr des "Entliebens" bei einer langen Trennung. Die Gegenwart des Partners schwindet schleichend, paar Monate sind sicher problemlos möglich, aber ein Jahr sehe ich schon kritisch und als starke Probe für eine Beziehung.


    Die Folge, dass man aus emotional zunehmender Distanz dann mit jemand anderem was hat

    Eine andere Komponente ist dass eine Beziehung schon länger dauert. Nach dem was ich bisher so erfahren habe, traue ich jedem zu, da mal schwach zu werden (auf einer Geschäftsreise zB, wenn zuhause gerade schlechte Stimmung ist wegen irgendeinem Kram mit den Kindern, und der erfolgreiche Geschäftsabschluss mit einer netten Kollegin gefeiert wurde). Die hätten zuvor sicher alle im Internet geschrieben "Ich würde nieeeee fremdgehen!"


    Das schreckt mich aber nicht weiter, das ist halt die Realität. Ich würde deswegen trotzdem rein gar nichts anders machen, und ich werde auch nicht nervös, wenn mein Partner länger weg ist. Eine gewisse Sicherheit hat man nur wenn man 24/7 aneinander kleben würde, aber so eine Partnerschaft wäre für mich ein Graus.