Altersunterschied + Gefühl, in anderen Lebensphasen zu sein

    Hallo,


    mir kommen immer wieder Zweifel an meiner Beziehung auf und ich frage mich, wie ernst ich diese nehmen soll.


    Wir haben einen recht großen Altersunterschied (18 Jahre). Schon am Anfang hatte ich Bedenken, habe mich dann aber doch darauf eingelassen. Mit der Zeit habe ich aber gemerkt, dass es doch schwierig für mich ist, da wir in unterschiedlichen Lebensphasen sind. Er hat schon diverse Erfahrungen hinter sich (Zusammenwohnen, Ehe, Kinder, Hauskauf) und ist aufgrund von negativen Erfahrungen/Trennungen nicht mehr gut auf diese Sachen zu sprechen, während das für mich alles noch Neuland ist und ich den Dingen offen gegenüberstehe.


    Irgendwie zieht es mich runter, dass er schon so viel erlebt hat und vieles davon jetzt negativ einschätzt. So als hätte er sein Leben schon mal gelebt, ich meins aber noch nicht. Ich möchte ihn aber auch nicht von irgendwas überzeugen oder gar drängen. Ich würde mir einen Partner wünschen, der vieles auch noch nicht "hinter sich" hat oder, wenn er es schon mal erlebt hat, den Dingen zumindest nicht so negativ gegenübersteht.


    Auch komme ich nicht mit den Kindern von meinem Partner klar bzw. werde nicht warm mit ihnen. Bin immer recht zurückhaltend und kann keine Bindung zu ihnen aufbauen. Mein Partner meinte, dass ich sie ja jetzt 2x gesehen hätte und nicht noch mal treffen bräuchte. Aber das ist ja auch keine Perspektive, wenn man längerfristig zusammenbleiben möchte.


    Alles erinnert mich daran, dass er sein Leben schon quasi "gelebt" hat und ich habe Angst, mit meinen Wünschen und Lebenszielen auf der Strecke zu bleiben. Er redet auch recht viel und offen über vergangene Beziehungen, ohne dass ich genauer nachfrage. Oft will ich das auch gar nicht unbedingt wissen.. Ich höre z.B. immer wieder von ihm, dass er früher allen Dingen positiv eingestellt war. Wie schön die Anfangszeit mit seinen Kindern war, wie schön der Hauskauf war, die Hochzeit etc. und gleichzeitig weiß ich, dass er jetzt nicht mehr gut auf diese Dinge zu sprechen ist und sie mittlerweile viel mehr als Risiko betrachten würde, wenn er noch mal etwas davon machen würde. Er wird auch sehr traurig und weint manchmal, wenn er über frühere Trennungen nachdenkt oder erzählt, so als hätte er das immer noch nicht verarbeitet und würde nicht darüber hinwegkommen, dass es mit der früheren Ehefrau (liegt jetzt 10 Jahre zurück) nicht geklappt hat.


    Ich habe das Gefühl, das passt einfach nicht und bin immer schnell verletzt, wenn er zum x-ten Mal irgendwas von früher erzählt. Habe Angst, dass ich auf der Strecke bleibe.


    danke für eure Meinung+lg

  • 26 Antworten

    Du hast in Deinem Eingangsbeitrag nicht geschrieben wie lange ihr bereits eine Beziehung führt, sondern nur das es den großen Altersunterschied zwischen euch gibt. Ebenso fiel mir auf, dass in Deinem langen Beitrag sehr viel von Ängsten und empfundenen Problemen die Rede ist, aber nicht ein einziges Mal stand dort das Wort Liebe, Sehnsucht oder Leidenschaft.


    Das was Du schilderst klingt nicht nach tiefer innerer Überzeugung, dass ihr als Paar eine schwierige Krise überstehen könnt. Er lebt als neuer Partner noch zurück gewandt und vermiest Dir damit die positive Hoffnung und Energie auf ein Leben ohne Vorurteile und negativer Erfahrungen.


    Du bist jung, willst eine romantische Hochzeit, einen Mann an Deiner Seite der sich auf gemeinsame Kinder freut und ein Leben, dass nicht aus Schatten der Vergangenheit des Partners besteht.


    Ich könnte hier noch viel schreiben dazu, kürze es aber ab. Deine Empfindungen sind legitim und mir scheint, dass es zu wenig Verbindendes zwischen euch gibt. Hier liegt eine Trennung nahe. Such Dir einen Partner, der mit Deinen Erfahrungen Schritt halten kann. Der wie Du hoffnungsvoll positiv ins Leben schaut.


    Dein aktueller Freund sollte eine Frau für sein Leben suchen, der ähnlich geartete Erfahrungen gesammelt hat, die ihn auf dieser Grundlage besser versteht und stützen kann. Diese Rolle passt nach Deinen Schilderungen nicht zu Dir. Du hattest von Anfang an Zweifel und kein gutes Gefühl in Bezug auf ihn als Partner.

    Zitat

    Ich habe das Gefühl, das passt einfach nicht und bin immer schnell verletzt, wenn er zum x-ten Mal irgendwas von früher erzählt. Habe Angst, dass ich auf der Strecke bleibe.

    Mir scheint, hier sind Deine Gefühle richtig und daraus solltest Du die richtigen Konsequenzen für Dein Leben ziehen. Es ist Deine Lebenszeit, die Du mit jemand "vergeudest", der sich noch in seiner in seinen Augen "vermasselten" Vergangenheit suhlt. Er macht Dich auf diese Art zu seiner "Therapeutin", aber nicht zu einer gleichberechtigten Partnerin, wenn er Dich so oft mit seinen 'Altlasten" konfrontiert.


    10 Jahre nach einer Trennung/Scheidung ist das kein normaler Zustand, wenn ein reifer Mann frisch verliebt eine junge Partnerin in sein Leben holt.

    Zitat

    Es ist Deine Lebenszeit, die Du mit jemand "vergeudest", der sich noch in seiner in seinen Augen "vermasselten" Vergangenheit suhlt. Er macht Dich auf diese Art zu seiner "Therapeutin", aber nicht zu einer gleichberechtigten Partnerin, wenn er Dich so oft mit seinen 'Altlasten" konfrontiert.


    10 Jahre nach einer Trennung/Scheidung ist das kein normaler Zustand, wenn ein reifer Mann frisch verliebt eine junge Partnerin in sein Leben holt.

    Ich denke das fasst es ganz gut zusammen. Wenn man nach 10 Jahren und innerhalb einer frischen Beziehung immer noch so an der Vergangenheit klebt und sich in seinem "Leid" suhlt dann stimmt was nicht. Seine Probleme sind nicht deine bzw. bei diesen speziellen Problemen kannst du ihm nicht helfen, seine Probleme hätte er schon vor vielen Jahren angehen und bearbeiten müssen, hat und will er aber garnicht.


    Ich finde auch du solltest auf dein Bauchgefühl hören denn es wird sich mit Sicherheit nichts ändern wenn du diese Situation da jetzt noch weitere x Jahre hinnimmst.

    Ich hatte als ich in den Endzwanzigern war auch eine Partnerschaft mit einem 18 Jahre älteren Mann und das war tatsächlich ähnlich wie von. Dir beschrieben, wobei ich das nicht so klar gesehen habe wie Du weil ich wirklich sehr verliebt war und es ansonsten eine tolle Beziehung war.


    Die Trennung kam dann weil er mit einer Veränderung nicht klar kam, bzw weil deutlich wurde das in einer Situation bei ihm die Geister der Vergangenheit einfach zu krass hochladen. Er lebte noch voll in seiner Vergangenheit und konnte einfach keine neue Zukunft aufbauen.


    Jetzt, wo ich selbst fast so alt bin wie Er es damals war, verstehe ich ihn sogar teilweise etwas bessere. Was ich nicht verstehe ist Aber immer noch, warum derjenige nicht realisiert, dass bemannter derartigen Bedingungen keine ernsthafte Partnerschaft eingehen kann, schon gar nicht mit jemandem dem solche Erfahrungen abgehen und der durch diese Schatten aus der Vergangenheit einfach nur belastet werden.


    Für.mich war die Trennung richtig, auch wenn es auf anderer Ebene schade war. Aber ich denke auch im Nachhinein noch, dass das einfach keine Basis war.

    Liebe No_Fretete,


    manche Garten- und Küchenpsychologen hier raten stets oft zu einer Trennung. Insbesondere Stuhlkreistherapierte Seidenmaler. Ich habe auch Erfahrungen im Bekanntenkreis, in denen die Protagonisten gut 20 Jahre auseinander sind. Die Probleme waren Anfangs ziemlich gleich, wie bei dir. Ich kenne Paare, die sind inzwischen zig Jahre zusammen und mit Höhen und Tiefen glücklich. Wie man sehen kann, gibt es Beziehungen die durchaus halten. Miteinander reden und Perspektiven finden. Das ist allemal besser, als die Flinte frühzeitig ins Korn (ich liebe diesen Ausdruck) zu werfen.

    parazellnuss

    Zitat

    manche Garten- und Küchenpsychologen hier raten stets oft zu einer Trennung. Insbesondere Stuhlkreistherapierte Seidenmaler.

    Du hast zwar keine konkreten Usernamen genannt, aber da hier alle Vorschreiber in DIESEM expliziten Fall zur Trennung geraten haben beziehe ich mich auf meinen Beitrag.


    Natürlich kann man trotz schlechter Bauchgefühle und mit viel Gewürge/Geschwurbel eine Beziehung irgendwie am Laufen halten.


    In früheren Generationen hat man mit Hilfe von Religion und gesellschaftlicher Ächtung Menschen in Beziehungen gehalten und rein gepresst, deren menschliche Werte unterste Kante waren und blieben. Das nur anbei. Ich bin froh, dass dies heute nicht mehr so ausgeprägt erwartet wird.


    Wenn Du den Beitrag der jungen Userinnen richtig und mit Verstand gelesen hast, dann müsste Dir aufgegangen sein, dass es bereits seit den frühen Anfängen Zweifel über den Sinn dieser Beziehung gab. Diese haben sich nicht aufgrund zunehmender Liebe, Leidenschaft und gegenseitigem Verständnis füreinander in Luft aufgelöst, sondern weiter stetig verstärkt.


    Du hast in diesem Fall eine sehr junge und beziehungsunerfahrene Frau, die sich zu häufig mit den gemachten Fehlern ihres Partners einer 10 Jahre zurückliegenden Beziehung befassen muss.

    Zitat

    Er hat schon diverse Erfahrungen hinter sich (Zusammenwohnen, Ehe, Kinder, Hauskauf) und ist aufgrund von negativen Erfahrungen/Trennungen nicht mehr gut auf diese Sachen zu sprechen, während das für mich alles noch Neuland ist und ich den Dingen offen gegenüberstehe.

    Erkenne den Widerspruch. Was soll die TE nach Deiner Meinung machen? Sich seiner negativen Sichtweise anschließen, auf Ehe, gemeinsame Kinder und Hausbau verzichten, weil es für ihren Noch-Freund ein No-Go ist solche Pläne für sich noch mal ins Auge zu fassen?


    Ihn erpressen und bearbeiten bis er das Thema nicht mehr hören kann, weil sie noch voller Tatendrang und Lebensfreude steckt?

    Zitat

    Auch komme ich nicht mit den Kindern von meinem Partner klar bzw. werde nicht warm mit ihnen. Bin immer recht zurückhaltend und kann keine Bindung zu ihnen aufbauen. Mein Partner meinte, dass ich sie ja jetzt 2x gesehen hätte und nicht noch mal treffen bräuchte. Aber das ist ja auch keine Perspektive, wenn man längerfristig zusammenbleiben möchte.

    Das sieht die TE in meinen Augen reifer und reflektierter als ihr älterer Partner. Auch hier passen Wünsche und Vorstellungen nicht zusammen. Der jungen Frau fehlt die Erfahrung mit halbwüchsigen auf die Pubertät zugehenden Kindern, die sie als junge Partnerin vermutlich nicht akzeptieren können.

    Zitat

    Irgendwie zieht es mich runter, dass er schon so viel erlebt hat und vieles davon jetzt negativ einschätzt. So als hätte er sein Leben schon mal gelebt, ich meins aber noch nicht. Ich möchte ihn aber auch nicht von irgendwas überzeugen oder gar drängen. Ich würde mir einen Partner wünschen, der vieles auch noch nicht "hinter sich" hat oder, wenn er es schon mal erlebt hat, den Dingen zumindest nicht so negativ gegenübersteht.

    Das ist ein völlig legitimer Wunsch sich einen starken Partner zu suchen, der voll positiver Lebensenergie und innerlich starker Überzeugung in eine frisch verliebte Beziehung geht, statt sich auf den Trümmern früherer Beziehungen auszuweinen und dafür die Wünsche seiner jungen Partnerin zu ignorieren.

    Zitat

    Er wird auch sehr traurig und weint manchmal, wenn er über frühere Trennungen nachdenkt oder erzählt, so als hätte er das immer noch nicht verarbeitet und würde nicht darüber hinwegkommen, dass es mit der früheren Ehefrau (liegt jetzt 10 Jahre zurück) nicht geklappt hat.

    Meinst Du ernsthaft Parazellnuss, dass so eine frisch verliebte junge Beziehung beginnen sollte, die ihr Fundament erst aufbaut damit es eine Basis für eine Zukunft gibt?


    Es bleibt davon unbenommen, dass es durchaus Paare gibt die gemeinsam schwierige Phasen mit grossem Altersunterschied gemeistert haben. Aber deren Anfänge waren dann in einem anderen Gefühlslevel als es in diesem speziellen Fall ist.


    Dort wo Liebe entstanden und gewachsen ist, Verständnis für die Sichtweisen des Partners im Vordergrund stehen, die gegenseitigen Gefühle trotz der Probleme stark und gefestigt sind/bleiben, kann so ein Beziehungsaufbau gelingen.


    Aber genau diese Komponenten fehlen hier völlig. Das hast Du offenbar großzügig überlesen oder es fehlt Dir an eigener gelebter Lebenserfahrung, um das erkennen zu können. (bezogen auf diesen Thread) ;-)

    @ DieDosismachtdasGift

    Nein. Ich bin ja auch ein Küchenpsychologe. Aber ohne Seidenmalkurs. Aber mit Ölmalkurs.


    Wir leben meiner Meinung nach in einer Wegwerfgesellschaft. Auch was Beziehungen betrifft. Und in einer therapeutisch Impliziten 'Lauf_so_schnell_du_kannst'-Mentalität. Ich bin schon im Ruhestand, falls du etwaige Lebenserfahrung in Frage stellen wolltest. Ja. Ich habe die Augen offen gehalten und sehe mein Umfeld mit durchaus klarer Sicht.

    Zitat

    Wir leben meiner Meinung nach in einer Wegwerfgesellschaft. Auch was Beziehungen betrifft.

    Dieser Aussage widersetze ich mich nicht. Es gibt viele Fälle, in denen es durchaus lohnt genauer hinzusehen und Potential, das gewachsen ist nicht vorschnell aufzugeben.


    Was Du zumindest in diesem speziellen Fall verkennst, zwischen diesen beiden Menschen überwiegen die Zweifel und zwar auf beiden Seiten. Somit kann das Fundament einer tragenden Liebe gar nicht erst einstehen.


    Ich verstehe durchaus, dass ein Mann, welcher durch Trennung und Scheidung traumatisiert ist, weil seine Lebensträume zerstört sind realischer denkend und skeptischer handelnd in eine neue Beziehung geht. Das ist sein gutes Recht.


    Aber ebenso hat eine junge vom Leben noch ungezeichnete Frau, das Recht optimistisch in eine Beziehung zu gehen. Offen zu sein gegenüber Wünschen nach Liebe, Zukunftsplänen und positiver Lebensenergie.


    Sie selbst ist stark verunsichert, beschreibt sich als zurückhaltend und schüchtern. Siehst Du sie tatsächlich als geeignete Partnerin für einen Mann um die 40 mit halbwüchsigen Kindern, der selbst noch im Verlustschmerz einer vor 10 Jahren vergangenen Beziehung lebt?


    Was soll eine junge unerfahrene Frau tun, wenn ein Mann von dem sie Halt, Stabilität aufgrund seines Alters und Reife erwartet wie ein Häufchen Unglück über nicht erfüllte Lebensträume seiner Vergangenheit weint? Ihr fehlt die Erfahrung ihn aufzufangen und seine Probleme zu verstehen, wenn sie selbiges noch nicht erlebt hat.


    Wie lange soll sie warten bis ihre eigenen Zweifel aufhören und darauf hoffen, dass ihr älterer Partner im Leben wieder zugewandt positiv reagiert, wenn ihm das selbst nach 10 Jahren nicht gelungen ist?


    Kleine Anmerkung am Rande, wenn Du mehr als einen Beitrag von mir gelesen hast, wüsstest Du, dass ich gerade nicht zu den Userinnen gehöre, die leichtfertig zu einer Trennung rät, sondern ausgewogen nach dem Potential schaut, das ein Paar in einer Krisensituation noch hat. ;-)

    Zitat

    manche Garten- und Küchenpsychologen hier raten stets oft zu einer Trennung. Insbesondere Stuhlkreistherapierte Seidenmaler. Ich habe auch Erfahrungen im Bekanntenkreis, in denen die Protagonisten gut 20 Jahre auseinander sind. Die Probleme waren Anfangs ziemlich gleich, wie bei dir. Ich kenne Paare, die sind inzwischen zig Jahre zusammen und mit Höhen und Tiefen glücklich.

    ;-D Da gibts auch noch was dazwischen. Ich war auch schon mit ältereren oder sogar deutlich älteren Männern zusammen, aber ich wollte sowieso nie heiraten und Kinderkriegen und hatte auch nicht den Plan, mit einem Menschen, den ich mit 18 kennen lerne, zusammen alt zu werden. In so einem Fall kann man durchaus eine spannende und erfüllende Beziehung führen, solange es eben geht (die TE scheint mir aber ein anderer "Fall" zu sein).


    Und dann kommt das, was du Wegwerfmentalität nennst: Wenn eine Beziehung für mich trotz beiderseitiger realistischer Bemühungen nicht mehr klappt, dann beende ich sie. Das ist nicht "Wegwerfen" sondern Verantwortung für sich selbst übernehmen. Auch als Frau brauche ich mich heutzutage nicht mehr an einen Partner zu binden, um durchs Leben zu kommen. Je älter ich werde und je mehr Erfahrungen ich gesammelt habe, desto besser komme ich auch allein durchs Leben, da brauch ich kein Gewürge und Gequäle mit irgendeiner verkorksten Beziehung. (Dasselbe gestehe ich natürlich meinen Partnern zu)

    Ich würde auch nie leichtfertig eine Beziehung beenden die noch irgendwie Potential hat. Ich hatte mit fast 40 jetzt zwei längere Beziehungen und würde niemals einfach mal kurz eine Beziehung eingehen und sehen "ob es klappt"


    Ich bin jetzt auch ",vorbelastet" und schon deshalb würde ich das einem neuen Partner nur antun wenn der das ebenso erlebt und ich ihm dadurch nicht etwas zu zerstören drohe.


    Wenn ich hier allerdings lese was die TE mitmacht, klingt es als wäre es für sie ungesund wenn das einfach so weiterlief. Abgesehen davon geht es hier ja nicht um eine temporäre Krise wegen irgendetwas konkreten, das sich wahrscheinlich ändern wird. Sondern um grundsätzlich unterschiedliche Lebenseinstellungrn und Erwartungen an das Leben. Das kann. man. nicht wegschieben mit einem "das sind eben dann die schlechten Tage"

    Hallo, danke für eure Meinung. Also er würde schon ein paar Sachen mit mir irgendwann aufbauen, wenn es weiter gut laufen sollte, hat dann aber von "Risiko eingehen" gesprochen. Der Ausdruck und diese Sichtweise haben mich etwas verletzt, auch wenn es bei seiner Lebensgeschichte sicherlich verständlich ist.


    Wir sind übrigens etwas länger als ein halbes Jahr zusammen, wobei wir uns schon vorher länger über Freundes-/Bekanntenkreis kannten und es vorher auch schon ein Hin und Her gab. Ich habe ihm immer gesagt, warum eine Beziehung für mich nicht vorstellbar ist. Er hat aber so um mich gekämpft, dass ich die Zweifel irgendwann ausgeblendet habe. Er hat sich in der Phase auch positiver und energievoller ausgedrückt, also gemeint, dass vieles, woran ich zweifel, kein Problem für ihn wäre. Erst im Laufe der Beziehung haben sich dann die doch eher negativen/enttäuschten Einstellungen gegenüber bestimmten Dingen und das Trauern über die vergangene Ehe gezeigt. Ich muss nur einmal irgendwas zu seinen Kindern fragen, schon kommt er von einem aufs andere und erzählt plötzlich wieder über seine Exfrau und wie schön es damals für ihn war, bis es zur Trennung kam. Ich weiß nicht, was ich dann machen soll. Soll ich ihn trösten und es auch schade finden, dass die beiden nicht mehr zusammen sind? Dann hätten wir uns ja nie kennen gelernt.


    Ich habe immer sehr starke Schwankungen. Manchmal denke ich, ich will auf jeden Fall mit ihm zusammenbleiben, dann denke ich wiederum, das passt überhaupt nicht.

    Ganz generell ist es ab einem gewissen Alter normal, dass Menschen keine unbeschriebenen Blätter mehr sind. Jeder Mensch hat seine eigenen Erlebnisse, die ihn geprägt haben. Schöne und weniger schöne. Das sollte man für sich selbst einsortieren können und seinen Frieden damit machen. Weil die Vergangenheit zwar ein Teil von einem selbst ist, aber in der Gegenwart nicht die oberste Priorität haben sollte. Vernünftig mit sich selbst und der eigenen Lebensgeschichte umgehen zu können, das würde ich von einem erwachsenen Partner durchaus erwarten.


    Glaubst du die Beziehung ist das ganze Drama und Hin und Her für dich wert? Vor allem wenn ihr schon nach einem guten halben Jahr mit derartigen Problemen zu kämpfen habt?

    Gerade mal ein gutes halbes Jahr ist natürlich schon kurz, da sollte es eigentlich anders aussehen. Deswegen bleibe ich auch dabei, er hängt viel zu sehr in der Vergangenheit und schwärmt da viel zu sehr für als das ich ne große Zukunft bei euch sehe.

    Wir hatten schon mehrere Monate vorher eine lockere Beziehung/Affäre, also gefühlt sind wir schon länger zusammen als ein halbes Jahr. Ich möchte eigentlich nicht mehr, schon seit einigen Wochen/Monaten nicht mehr. Immer wenn wir uns mal gestritten haben und es so aussah, als wäre vielleicht Schluss, habe ich mich befreit gefühlt, so gemein das klingt. Aber ich komme nicht endgültig von ihm los, weil ich Angst habe, einen Fehler zu machen, und zwischenzeitlich wirklich überzeugt und verliebt in ihn war. :( Und in jeder Beziehung hat man ja irgendwelche Konflikte oder Altlasten des Partners?!

    @ No_Fretete

    Hör auf Dein Bauchgefühl. Ich hätte es damals vor der Trennung nicht gedacht, aber ich war irgendwie auch seltsam erleichtert.


    Ich finde es ehrlich gesagt unabhängig vom Alter absolut unsensibel von ihm, Dir davon vorzuschwärmen/ zu jammern wie toll doch seine Ex war.


    Das klingt als wäre er eigentlich noch gar nicht bereit loszulassen und wolle sich mit Dir trösten. So hart das auch klingt, sorry.

    Nicht unbedingt so beziehungsentscheidende "Altlasten". Außerdem kann ich mir nicht vorstellen, dass das allein das Problem ist bei euch, die unterschiedlichen Lebensphasen bleiben bestehen. Entscheidende Meilensteine wie lange Beziehung, Ehe, Kinder, hat er schon erlebt. Wenn du jetzt schon spürst, dass eine Trennung dich eher befreien würde, dann fehlt nur noch ein i-Tüpfelchen und du kannst dich lösen. Was daran könnte den so schrecklich falsch sein? Oder anders gefragt, könnte nicht das Zusammenbleiben der noch größere Fehler sein?

    Ich finde, es klingt ehrlich gesagt nicht so, als ob Dein Freund Dir und Deiner weiteren persönlichen Entwicklung gut tut.


    Er betrügt Dich um all das, was als junger Mensch normal sein sollte....


    Und das hat in meinen Augen nichtmals etwas mit dem Altersunterschied zu tun, das ist Charaktersache. Es geht auch ganz anders, mein Mann ist auch um einiges älter als ich.

    Zitat

    Also er würde schon ein paar Sachen mit mir irgendwann aufbauen, wenn es weiter gut laufen sollte, hat dann aber von "Risiko eingehen" gesprochen. Der Ausdruck und diese Sichtweise haben mich etwas verletzt, auch wenn es bei seiner Lebensgeschichte sicherlich verständlich ist.

    Ja, er geht natürlich ein Risiko ein. Das darf er auch so benennen, wenn er es für sich so empfindet. Unabhängig davon, ob es Dir "komisch" aufstösst oder nicht.


    Der realistische Punkt ist allerdings, jeder Mensch geht mehr als ein Risiko ein, wenn er/sie sich auf Liebe, Nähe und den Aufbau einer Beziehung einlässt. Das wird Dein Freund als Basic in jeder entstehenden Liebe haben.


    Aber der Punkt, um den es ihm vordergründig geht, ist vermutlich, ob er noch einmal den Verlust einer Partnerin und neu gegründete Familie (mit Dir) seelisch und emotional verkraften kann. Aus seiner Sicht als Mann verstehe ich diese Urangst die in ihm steckt.


    Allerdings befreit es ihn nicht davon, Deine Wünsche und Bedürfnisse zu sehen, wenn es um Hochzeit, Kinder oder (falls gewollt) einen Hausbau geht. Wobei Du gar nicht so genau benannt hast, welche Dinge Dein Freund besonders negativ sieht, an welcher Stelle er zurück rudert.


    Sich nach etwas über 6 Monate schon festlegen zu müssen, wozu er bereit ist oder nicht - hm schwierig. Hängt sicher vom gesetzten Zeitrahmen ab. Er selbst wird nicht jünger und gesünder. Solche Faktoren kann man in eurem Fall nicht ohne gesonderte Überlegungen ausblenden.


    Natürlich stehen die schon bereits geboren Kinder der Vorehe weiter im Focus. Sie brauchen den Vater noch einige Jahre bis sie wirtschaftlich selbstständig sind. Ich verstehe, wenn er sich die Frage stellt, ob er noch für eine neue Familie präsent genug sein kann, körperlich, finanziell und von der Psyche her.

    Zitat

    Wir sind übrigens etwas länger als ein halbes Jahr zusammen, wobei wir uns schon vorher länger über Freundes-/Bekanntenkreis kannten und es vorher auch schon ein Hin und Her gab.

    Um welches Hin und Her geht es dabei? Gefühle oder die Art und Weise der Beziehungsführung?

    Zitat

    Ich habe ihm immer gesagt, warum eine Beziehung für mich nicht vorstellbar ist. Er hat aber so um mich gekämpft, dass ich die Zweifel irgendwann ausgeblendet habe. Er hat sich in der Phase auch positiver und energievoller ausgedrückt, also gemeint, dass vieles, woran ich zweifel, kein Problem für ihn wäre.

    In dieser ersten Phase des frischen Verliebtseins fühlen sich die meisten Menschen wie die Hero's, Mann wie Frau. Unter dem Einfluss der Hormone und des frischen Liebesglücks, werden Probleme "kleiner" und weniger bedeutungsvoll. Sie treten erst wieder mehr in den "Sichtbereich", wenn der Alltagsmodus einkehrt, Probleme und Diskussionen über diese sich häufen.


    Das ist in jeder auf Zukunft ausgerichteten Beziehung so, völlig unabhängig vom Altersabstand. Dieser spielt erst dann massiver in die Beziehung rein, wenn es um konkrete Wünsche und Rahmenbedingungen geht.


    Hier stellt sich die Frage, zu welchem konkreten Zeitpunkt kann sich Dein Freund vorstellen mit Dir abgesprochene Ziele/Wünsche aktiver anzugehen?


    Willst Du so lange warten, Zeit und Intensität in eure Beziehung investieren mit dem Risiko, dass sich Dein Freund später noch einmal neu dazu positioniert? (z.B., weil seine Ängste und Zweifel neuen Schub bekommen, durch Ereignisse von außen die nicht beeinflussbar sind)

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    Erst im Laufe der Beziehung haben sich dann die doch eher negativen/enttäuschten Einstellungen gegenüber bestimmten Dingen und das Trauern über die vergangene Ehe gezeigt.

    Das war (vermutlich) zu einem Zeitpunkt, als ihr öfter über die Ziele eurer Beziehung geredet habt. Die Wirkung des Hormoncocktails nachgelassen hat. Seine Kinder mehr auf die Beziehungsebene eingewirkt haben durch die gemeinsamen Vater-Wochenenden.


    Eine Zwischenfrage lebt/wohnt ihr zwei bereits zusammen?

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    Ich muss nur einmal irgendwas zu seinen Kindern fragen, schon kommt er von einem aufs andere und erzählt plötzlich wieder über seine Exfrau und wie schön es damals für ihn war, bis es zur Trennung kam.

    Seine vorehelichen Kinder werden ihn immer an die schönen Anfänge seiner Ehe-Beziehung erinnern. Das liegt in der Natur der Sache. Sicher auch die Trauer darum, dass er ihren Alltag, ihre Entwicklung nicht so intensiv miterlebt hat wie er es als ständig präsenter Vater gekonnt hätte.


    Aber das erleichtert ihm nicht, sich etwas Neues im Leben aufzubauen solange er in diesem Gedankenkarussell verfangen bleibt. Die Vergangenheit kann Dein Freund nicht mehr korrigieren. Aber er kann seine Gegenwart neu gestalten, wenn er mehr Optimismus zulässt.

    Zitat

    Ich weiß nicht, was ich dann machen soll. Soll ich ihn trösten und es auch schade finden, dass die beiden nicht mehr zusammen sind? Dann hätten wir uns ja nie kennen gelernt.

    Hm, was soll man hier raten? Wenn Du in solchen Momente empathisch auf ihn eingehend tröstest, mag das für den Moment eine angenehme für ihn gute Situation sein. Aber was würde es wiederholt mit Dir machen, mit Deinen Gefühlen?


    Er würde zunehmend bei Dir in die Rolle rutschen, dass Dir Liebe, Respekt und Achtung vor ihm verloren gehen. Du bist noch zu jung, um diese Verlustgefühle für ihn über längere Zeit auffangen zu können.


    Wenn ihn das alles noch so schwer belastet, wäre eher eine Therapie angezeigt. Gespräche mit einem Fachmann/frau, die es ihm leichter machen mit der Situation umzugehen. Jemand, der emotional unbeteiligt von außen auf die Schmerzgefühle schaut. (Selbstzweifel lindert z.B.)

    Zitat

    Ich habe immer sehr starke Schwankungen. Manchmal denke ich, ich will auf jeden Fall mit ihm zusammenbleiben, dann denke ich wiederum, das passt überhaupt nicht.

    Das ist völlig normal, was Du empfindest und wird sehr häufig von seinem Verhalten in bestimmten Situationen beeinflusst. Ist Dein Freund eher weinerlich, destruktiv, pessimistisch in die Zukunft schauend sind Deine Zweifel massiv und groß.


    Das wird sich in solchen Momenten verändern, in denen eure Gefühle ausgeglichen sind. Phasen anlaufen in denen es kaum Problemfelder gibt.


    Wenn Du an dieser Beziehung festhalten willst werden klare Regeln, gemeinsame Ziele und Rahmenbedingungen auf die Tagesordnung gesetzt werden müssen. Sonst werden auf beiden Seiten Zweifel und Ängste bleiben, die sich dann vertiefen, wenn ihr alles weiter dem Selbstlauf überlasst.

    Zitat

    Der realistische Punkt ist allerdings, jeder Mensch geht mehr als ein Risiko ein, wenn er/sie sich auf Liebe, Nähe und den Aufbau einer Beziehung einlässt

    Ich schätze das Risiko bei einer deutlich jüngeren Partnerin als viel größer ein, nicht nur, dass es scheitern könnte, sondern dass man sich auch auf Dinge einlässt, die gar nicht mehr zu einem passen.