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    Nur: wenn ich genauso drei Hobbies hätte und mich sonst um nix kümmern würde: wie soll das gehen?

    Dann wird alles im Haushalt schneller und nicht ganz so gründlich gemacht und weniger Fernsehen gesehen und u.U. weniger am PC gesessen ...

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    und hält insbesondere den Rundumservice-Ansatz seiner Mutter für richtig.

    Da hast Du meiner Meinung nach den Grund, warum Dein Mann ist wie er ist. Leider hilft Dir das nicht weiter. :|N

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    die die Staubersaugerbeutelnummer im Kopf haben und schnell nach der Arbeit im Supermarkt vorbei fahren, weil gestern klar war, dass heute das Milchpulver leer sein würde. Ist aber eher ein seltenes Pflänzchen, denke ich.

    Ob das so eine seltenes Pflänzchen ist, wage ich zu bezweifeln, vielmehr behaupte ich, dass fehlende Eigeninitiative z.B. in Haushaltsfragen kein geschlechtsspezifisches Ding ist.


    Mann und Frau können sich auch wunderbar ergänzen und z.B. auch gemeinsam Dinge erledigen (z.B. einkaufen, Wäsche aufhängen, ...) oder auch unterschiedliche Räume gleichzeitig aufräumen, oder ... Meine Frau kennt übrigens auch die Staubsaugerbeutelnummer nicht auswendig ...

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    und hält insbesondere den Rundumservice-Ansatz seiner Mutter für richtig.

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    Da hast Du meiner Meinung nach den Grund, warum Dein Mann ist wie er ist.

    es ist letztenendes eine persönliche Entscheidung bei der Partnerwahl ...

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    es ist letztenendes eine persönliche Entscheidung bei der Partnerwahl ...

    Mag sein, aber manchmal ändert sich auch die eigene Toleranzschwelle. Oder der andere wird noch extremer im Verhalten.

    Zur Partnerwahl gehören ja auch noch andere Themen als nur das. Und ich kann nur für mich sprechen, einen Mann zu finden, den man erotisch ansprechend findet, der ähnliche Zukunftsvorstellungen hat, der damit klar kommt, dass man auch arbeiten will in seinem Job, für den man ewig studiert hat und der einen toll findet: die wachsen nicht auf Bäumen. Da ist der Staubsaugerbeutel anfangs sehr sekundär und von Seiten des Mannes wird auch oft mehr Bemühen an den Tag gelegt.


    Und natürlich ist mein Mann wie er ist, weil es so vorgelebt bekommen hat. Mal sehen, wie er sich so in seiner Elternzeit (2 Monate) schlagen wird. Ich freu mich schon so auf den Tag wo ich nach Hause komme und frage: was gibt’s zu Essen? ;-)

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    Dann wird alles im Haushalt schneller und nicht ganz so gründlich gemacht und weniger Fernsehen gesehen und u.U. weniger am PC gesessen ...

    Mein Mann kann nix schneller und weniger gründlich machen: er macht ja nix 😊. Das ist doch das Grundproblem, nicht dass ich meine, es müsste alles immer top sein. Selbst mein Mann gibt zu, dass ich ziemlich entspannt bin, was Sauberkeit angeht, aber nochmal: einkaufen und Wäsche ist eine Notwendigkeit, nicht mein Hobby.

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    Er findet es völlig richtig, sein Kind mal zu verwöhnen und hält insbesondere den Rundumservice-Ansatz seiner Mutter für richtig.

    Weißt du was mein Kommentar zu dieser Ansicht gewesen wär?


    "Jo dann mach du mal einen auf Glucke, ICH mach das nicht. Wenn du willst, dass dein kind so groß wird, musst du es machen. Und zwar ALLE Aufgaben, die das Kind meiner Meinung nach hätte UND deine"


    Wir sind doch hier nich bei Wünsch-dir-was.... sondern bei So-isses.


    Du musst mal Ansagen machen. Nicht nur deinen Teil denken, sondern reagieren.

    Keine Sorge, ich hab ihm schon deutlich vermittelt, dass unser Sohn ein solches Leben nicht haben wird. Geht ja auch gar nicht, wenn ich arbeite. Inwiefern er das akzeptiert und unterstützt: wir werden sehen. Das Baby ist 3 Monate alt, da ist noch Zeit bis zur eigenen ersten Waschladung ;-)

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    es wird hier nicht sauber getrennt zwischen einem allgemeinen grad an eigeninitiative und dem grad der eigeninitiative für vom partner als wichtig angesehenen dingen.

    Das stimmt wohl.


    Aber gerade wenn (kleinere) Kinder im Haushalt leben, müssen manche Dinge einfach zeitnah gemacht werden, ob man will oder nicht.


    Bei uns sind eindeutig die unterschiedlichen Ansprüche an Ordnung und Sauberkeit "schuld" und die Vorstellung von der Reihenfolge der zu erledigen Aufgaben. Ich kann mich nicht in aller Ruhe auf das Sofa fläzen und lesen, wenn um mich herum das Caos herrscht. Mein Mann dagegen kann das wunderbar ausblenden.

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    Das ist richtig und werde ich bei meinem Sohn tun. Mir ist sehr wichtig, dass er schnell versteht, dass sein Zuhause kein Hotel und seine Mama keine Dienstleisterin ist. Selbst bei diesem Ansatz geht mein Mann aber nicht so ganz mit. Er findet es völlig richtig, sein Kind mal zu verwöhnen…

    Das eine schließt das andere ja nicht aus.


    Unsere Kinder hatten im Haushalt klar strukturierte zu erledigende Aufgaben. Das ist sowieso besser, als so ein Wischewaschi wie, mach mal dies, mach mal jenes. Darüber hinaus haben sie sich entsprechend ihrer Interessen beteiligt.


    Außerhalb dessen wurden sie (so im Nachhinein betrachtet) doch ziemlich verwöhnt. Bei mir gab es das Lieblingsessen und überhaupt, die Schränke waren immer mit Leckereien gefüllt... Und mein Mann? Der hat den Chauffeur gegeben. Er hat ihnen sowieso jeden Wunsch von den Augen abgelesen.


    Ich war also mehr für die Vernunft zuständig, er für den Spaß.

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    und schnell nach der Arbeit im Supermarkt vorbei fahren, weil gestern klar war, dass heute das Milchpulver leer sein würde. Ist aber eher ein seltenes Pflänzchen, denke ich.

    Selten? Es ist völlig normal, dass mein Mann (bei Brot, Gemüse… ) nach Feierabend einfach am Geschäft vorbei fährt. Und bei dem was demnächst alle werden könnte, schreibt derjenige, der es merkt, einfach mit auf den nächsten Einkaufszettel.

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    Mann und Frau können sich auch wunderbar ergänzen und z.B. auch gemeinsam Dinge erledigen (z.B. einkaufen, Wäsche aufhängen, ...)

    Dass es bei Euch so ist, ist ja hinlänglich bekannt.


    Ich finde es effektiver, wenn einer einkaufen fährt (bei uns ist das bis zum nächsten gut sortierten Supermarkt immerhin eine Autofahrt von mind. 20 min pro Strecke). Das betrachte ich für mich als sinnlos vertrödelte Zeit. Ich mache währenddessen lieber was anderes (meinetwegen die Wäsche). Da bleibt dann mehr gemeinsame Zeit für andere Dinge.

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    Meine Frau kennt übrigens auch die Staubsaugerbeutelnummer nicht auswendig ...

    Das ist ja normalerweise auch "totes Wissen", was man jederzeit auf der Packung nachlesen kann. Ich bestelle die Beutel zwar schon lange im Internet, aber ansonsten -> Einkaufszettel. Man merkt das ja, wenn man den letzten Beutel einsetzt und nicht wenn der schon voll ist.

    Ich will ja nicht sagen, dass ein Partner, der NICHT auf die Milchpackungen achtet, ein schlechter Partner ist.


    Aber die Ansicht, dass es wirklich eher nur "seltene Pflänzchen" sind, die sich gleich-verantwortlich einbringen (was ja nicht heißen muss, dass alle immer 50 Prozent teilen, sondern dass man miteinander schaut, wie man es regelt)...das finde ich wirklich traurig. In meinem Umfeld ist es absolut unüblich, dass Männer NICHT gleichermaßen verantwortlich sind. Und zwar nicht, weil sie es sein müssen - also weil sie von ihrer Partnerin dazu erzogen werden - sondern, weil sie es sein wollen.


    Ich denke vielmehr, dass Partnerschaften längerfristig so eine Schieflage in der Verantwortung haben, zeigt, dass da bei beiden Partner irgendwelche Muster ablaufen. Beispielsweise das Muster "ich verwöhne meinen Mann", das die Partnerin anfangs an den Tag legt.


    Wie man da rauskommt, wenn man es gerne anders haben will (man kann das ja auch beiderseitig so verabreden und genießen, spricht ja nur dann was dagegen, wenn man es NICHT genießt)? Ich vermute, es geht nur über Gespräche (also klar machen, dass es so nicht weitergehen kann) und ein neues Verhalten im Alltag. Beispielsweise, indem man nur noch die eigene Wäsche wegräumt. Oder indem man sagt, gut, dann geh ich essen, wenn du dein eigenes Geschirr tagelang nur in die Spüle stellst. Oder eben indem man eine Haushaltshilfe engagiert.

    Ich hab mit 18 oder so meinem gemeinsamezukunftsplanenden Ex gesagt: Falls ich schwanger werde, treibe ich ab, mit dir bekomme ich kein Kind. War er sehr verstört, aber es war so - ich wäre nicht mit ihm zusammengezogen, und ums Verrecken hätte ich mit ihm kein Kind bekommen. Ich hätte keine Geduld dafür, so einen Unfug mitzutragen, ich kann mit jemandem Spaß haben und vögeln und so weiter, der mehr redet als handelt, aber ein gemeinsames Leben bedeutet, dass da einiges zu erledigen ist, das man entweder gemeinsam anpackt - oder das der eine dem anderen zuschustert, wenn der andere es sich denn zuschustern lässt. Und wenn nicht gegeben ist, dass man das gemeinsame Leben auch als gemeinsame Verantwortung betrachtet, dann ist das in meinen Augen keine Partnerschaft. Ich witzle hier rum wegen der Wäsche und so, aber tatsächlich sind das nur so Albernheiten an der Oberfläche, und wir kümmern uns hier beide drum, dass der Laden läuft, weil wir es beide wollen. Und wenn der dringendstnötige Kram weggeschafft ist, dann kann der, der es gerade noch hübscher haben, rumpusseln, oder beide pusseln noch rum oder faulenzen gemeinsam. Aber wenn es ständig an den absoluten Basics hakt, dann ärgert man sich doch mehr übereinander, als dass man Freude aneinander hat, und das wäre für mich bei aller Liebe ein ziemlich akuter und umgehender Trennungsgrund. Nicht zwingend Trennung im Sinne von "Es ist vorbei, ich will dich nie wiedersehen", aber ich würde dann die gemeinsamen Angelegenheiten gründlich auseinanderdröseln, und jeder macht seinen Kram dann halt allein und wohnt auch in seiner eigenen Wohnung. Mit Kind wird das ungeheuer kompliziert, da sind wir wieder bei dem Punkt: Mit meinem Ex hätte ich ums Verrecken kein Kind bekommen. Einen gemeinsamen Hund auch nicht, eine gemeinsame Wohnung auch auf gar keinen Fall. Ich hatte ihn gern, aber ich hätte ihn sehr schnell verabscheut, wenn ich ständig seinen Scheiß vor den Füßen gehabt hätte, ich hab da nämlich auch keinen Bock drauf, mir reicht mein eigener Krempel völlig. Zu zweit gemeinsam den gemeinsamen Kram anzugehen ist hingegen schön, das macht mir mehr Freude als allein, aber allein macht mir sicherlich mehr Freude beziehungsweise weniger Ärger, als wenn ich so ein zu groß geratenes Baby mit durchziehen muss, herzlichen Dank. Ich hatte so einen Vater, das mit anzusehen hat mir für ein ganzes Leben gründlich gereicht (auch hier: an Liebe mangelte es nicht, weder bei ihm noch bei meiner Mutter noch bei uns Kindern, aber Liebe ist eben nicht genug).


    Bäh. Macht mich richtig sauer, mir das vorzustellen, und ich würde da auch keine Diskussionen führen, fürchte ich, sondern sehr schnell sehr harte Fakten schaffen. Wie gesagt - mit Kind alles viel schwieriger. Aber reden hilft nicht. Der andere muss es wollen, der andere muss ebenfalls das gemeinsame Leben auch als gemeinsame Verantwortung begreifen, solange er das nämlich nicht tut und nicht will, ändert sich nichts bis auf Kleinkram an der Oberfläche, und auch das nur vorübergehend. Und da muss man sich halt überlegen: Komme ich langfristig damit klar? Wenn die Antwort ja ist, prima, das gibt es wirklich, und dann ist es in Ordnung, wenn beide damit klarkommen. Ist die Antwort aber nein, würde ich wirklich sofort schauen, wie ich alles an gemeinsamer Verantwortung so auseinanderdrösele, dass mich sein Kram nicht mehr betrifft (gegebenenfalls bis hin zur Scheidung, obwohl man weiter zusammenbleibt), und dann soll er machen, wie er meint, das ist nicht mein Problem.

    Ich glaub, am meisten würde ich es einem solchen Nichtpartner übelnehmen, dass er mich mit seinem Verhalten in die Rolle einer keifenden, dauermeckernden Ftreundin/Frau zu drängen droht, so will ich nicht sein, und jemand, der das in mir hervorruft, müsste dann eben entsprechend weg.

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    mit seinem Verhalten in die Rolle einer keifenden, dauermeckernden Ftreundin/Frau zu drängen droht

    JA! Und das selbst bei dem Versuch, alles aufzudröseln. Selbst dann ist man ja der aktivere Part, der "böse", diejenige, der "so ein Theater um so ein bisschen Wäsche" macht o. ä. Denn würde es den anderen stören, also mäße er der Sache den gleichen Bedeutungsgrad bei, würde er sich ja bemühen (ich sage bewusst nicht, bessern, aber bemühen immerhin.)


    Das als "typisch männliches Verhaltenskriterium" anzusehen, das tut mir arg leid für die Männer und die Frauen, die scheinbar solche Männer in gehäufter Weise um sich rum haben. Und es wäre für mich auch tödlich, ich bin nämlich selbst viel zu chaotisch, als das Chaos anderer Menschen auch noch zu organisieren ;-D