Angst um Beziehung

    Hi,


    ich würde gern mal einfach alles los werden und vielleicht hören was andere darüber denken, also verzeiht meinen dummen Beitrag.


    bei mir kommt einiges zusammen, das nicht gerade förderlich für eine harmonische Beziehung ist und mein Partner hat auch seine extrem packetchen mitgebracht. ich habe eine chronische Krankheit die mich ab und an fertig macht durch die ich auch eine leichte Depression bekommen habe, mit beidem kann mein Partner schlecht umgehen und meidet mich wenn es mal wider durchkommt obwohl ich gerne etwas Unterstützung in manchen Sachen hätte, zudem sind wir in dem Alter wo man sich doch schon bald mal über Kinder Gedanken machen kann um überhaupt noch welche zu bekommen und nicht zu sehr alte Eltern zu sein. dieses Thema löst jedes Mal einen Riesen Streit aus und es kommt doch schon verhältnismäßig oft auf. ich hätte gern welche, er findet es unverantwortlich da ich Depression hab und es wohl vererbbar sein soll.


    er verliert schnell mal die Geduld bei vielen Dingen und behandelt mich wie ein Kind - dieses Verhalten belastet mich von Zeit zu Zeit stärker als ich ihm sagen kann, denn dann würde es wider Streit darum geben warum ich mich denn damit auseinander setze. vor mir hatte er die perfekte Beziehung, aber sie hat mit ihm Schluss gemacht und ich glaube nicht dass ich diesen Platz einnehmen kann, diese Erwartung, falls er sie hat wenn auch nur unterbewusst, kann ich nicht erfüllen. dafür bin ich zu sprunghaft und emotional. viele Dinge bleiben undiskutiert weil er meist keine lust hat groß mit mir darüber zu sprechen, aber mir fällt es schwer eine Sache einfach ruhen zu lassen, ich will darüber sprechen, am besten sofort auf der Stelle. ich liebe ihn sehr und er sagt er würde mich sehr lieben, aber er sagt auch wir würden nicht an unserer Beziehung arbeiten können. also ist es offensichtlich eine Frage der Zeit bis er mich verlässt. nun sitze ich hier und fürchte mich vor diesem Zeitpunkt und muss bei jedem kleinen Streit losheulen, denn es können die letzten Minuten unsere Beziehung sein.


    danke

  • 7 Antworten

    Ganz ehrlich? Ich sehe da kein stabiles Fundament, auf das man eine gemeinsame Familie mit Kindern aufbauen kann. Du hast offensichtlich Torschlusspanik, das kann ich nachvollziehen. Aber das alleine ist doch noch kein Grund in einer instabilen Partnerschaft, bei der du befürchtest dass es jede Minute vorbei sein kann, die Familiengründung zu beginnen ":/


    Wie alt seid ihr denn und wie lange seid ihr bereits ein Paar?


    Du schreibst, dass einiges zusammenkommt, das für eine harmonische Beziehung nicht gerade förderlich ist. Wie gestaltet sich euer gemeinsamer Alltag, wie ist euer Umgang miteinander?

    Zitat

    ich habe eine chronische Krankheit die mich ab und an fertig macht durch die ich auch eine leichte Depression bekommen habe, mit beidem kann mein Partner schlecht umgehen und meidet mich wenn es mal wider durchkommt obwohl ich gerne etwas Unterstützung in manchen Sachen hätte

    Ich nehme an, dass du wegen deiner chronischen Erkrankung und den wiederkehrenden Depressionen bereits in ärztlicher und auch psychotherapeutischer Behandlung bist? Eventuell könntest du deinen Partner ja mal mit zur Therapie nehmen, damit er sieht dass du an deinen Baustellen arbeitest und er vielleicht auch lernen kann in welchem Rahmen er für dich da sein kann?


    Beziehungen zu (psychisch) Kranken können enorm fordernd sein und den gesunden Partner hilflos und überfordert zurück lassen. Weil man nicht weiß, wie man helfen kann. Weil es eigentlich gar nicht die Aufgabe des gesunden Partners ist die Defizite des kranken Partners zu kompensieren. Und weil ein Mensch schlicht nicht genug Kraft hat um dauerhaft für beide stark genug zu sein.


    Da einen vernünftigen Umgang für sich selbst und auch den kranken Partner zu finden, ist verdammt mühsam und ein Punkt, an dem viele Paare scheitern.


    Bevor das nicht geklärt ist und Stabilität erreicht wurde, würde ich auch von einer Familiengründung absehen.

    Zitat

    er verliert schnell mal die Geduld bei vielen Dingen und behandelt mich wie ein Kind

    Ich gehe davon aus, dass dein Partner auch hilflos ist und nicht weiß, wie er dir am besten helfen kann. Das macht einen selbst reizbar und man verliert oft die Augenhöhe zum (psychisch) kranken Partner. Bis man irgendwann eher auf einer Eltern-Kind-Ebene angekommen ist und die Paar-Ebene verlassen hat.

    Zitat

    vor mir hatte er die perfekte Beziehung, aber sie hat mit ihm Schluss gemacht

    Wenn seine Ex die Beziehung beendet hat, dann wird sie zumindest für sie nicht perfekt gewesen sein. Und wenn die Beziehung für einen Partner nicht perfekt war, dann kann die Beziehung als solche unmöglich perfekt gewesen sein.


    Es mag sein, dass die Ex für deinen Partner eine gute Projektionsfläche für eine perfekte Beziehung war. Aber das muss nicht notwendigerweise auch etwas mit der Realität zu tun gehabt haben. Seinen eigenen Blickwinkel und die eigene Erwartungshaltung wieder gerade zu rücken, das ist seine Aufgabe.


    Generell halte ich den Wunsch eine Nicht-Kompromiss-Beziehung haben zu wollen aber für nachvollziehbar und verständlich.

    Zitat

    viele Dinge bleiben undiskutiert weil er meist keine lust hat groß mit mir darüber zu sprechen, aber mir fällt es schwer eine Sache einfach ruhen zu lassen, ich will darüber sprechen, am besten sofort auf der Stelle

    Habt ihr denn schon mal gemeinsam versucht an eurer Diskussionskultur und eurem Kommunikationsverhalten zu arbeiten? Es gibt da durchaus einige sehr brauchbare Strategien, wie man bei Konflikten, Meinungsverschiedenheiten und auch im Alltag miteinander kommunizieren kann. So, dass es für beide Beteiligten passt.


    Wenn man das geschafft hat und eine Beziehung auf Augenhöhe mit einer vernünftigen, gewaltfreien Kommunikation erreicht hat, dann ist es auch absolut unüblich regelmäßig wegen Kleinigkeiten loszuheulen.


    Du bist nahe am Wasser gebaut und sprunghaft, dein Partner ist ungeduldig und behandelt dich phasenweise wie ein Kind. Das ist kein guter, stabiler Zustand. Und, wie geschrieben, meiner Meinung nach, auch (noch) kein Fundament für eine Familiengründung.


    Tickt deine biologische Uhr denn schon sehr laut?

    Solltet ihr nicht erstmal an eurer Partnerschaft und euren Problemen arbeiten, bevor ihr an Kinder denkt? Also aus deinem Text geht jetzt nicht hervor, wie gefestigt eure Partnerschaft ist, aber Depressionen sind für Partner oder Angehörige verdammt schwer zu ertragen und ich hoffe für dich, du bist in Behandlung. Insofern kann ich jeden Partner verstehen, der in so einer Situation nicht noch ein Kind in die Welt setzen will.

    tatsächlich baut unsere Beziehung auf gar nichts, wir haben weder ähnliche Hobbys noch sonderlich ähnliche Ansichten.


    und, da kann ich nur für mich reden, ich weiß nicht wo die Liebe her kommt, aber sie ist stark. es ist nicht so, dass ich die Beziehung um jeden Preis halten will, aber doch schon unheimlich gerne.


    wir sind beide Ende 20 und ich weiß nich ob es Tor Schluss Panik ist, aber ich will schon immer Kinder haben und jetzt zu hören, dass er aber keine mit mir will ist echt unschön.


    ich glaube nicht, dass er an unserer Kommunikation arbeiten wollen würde, immerhin flüchtet er vor jeder noch so kleinen Diskussion mit "ne, da hab ich jetzt keinen bock drauf"

    Zitat

    ..flüchtet er vor jeder noch so kleinen Diskussion mit "ne, da hab ich jetzt keinen bock drauf"

    Hier hast du deine Antwort, wo sich eure Beziehung hinbewegt. Ihr seid meiner Meinung nach lediglich aus Bequemlichkeit ein Paar. Keinerlei Gemeinsamkeiten können nicht verbinden; können für die Zukunft keine Basis schaffen. Such dir einen Partner, der dir gut tut. Dein jetziger Partner ist es definitiv nicht.

    Zitat

    tatsächlich baut unsere Beziehung auf gar nichts, wir haben weder ähnliche Hobbys noch sonderlich ähnliche Ansichten.

    Wie verbringt ihr denn gemeinsam den Alltag? Was unternehmt ihr gemeinsam? Habt ihr gemeinsame Planungen für die Zukunft, gemeinsame Projekte?

    Zitat

    und, da kann ich nur für mich reden, ich weiß nicht wo die Liebe her kommt, aber sie ist stark.

    Das glaube ich dir schon, aber Liebe muss nicht notwendigerweise etwas rationales sein. Und Liebe alleine ist für eine langfristige, stabile und glückliche Beziehung schlicht nicht genug.

    Zitat

    wir sind beide Ende 20 und ich weiß nich ob es Tor Schluss Panik ist, aber ich will schon immer Kinder haben und jetzt zu hören, dass er aber keine mit mir will ist echt unschön.

    Ende 20 ist noch laaaange nicht Ende 30. Kinder zu wollen ist das eine, die passenden Rahmenbedingungen sind etwas anderes. Du bzw ihr habt noch lange genug Zeit um dieses Fundament zu schaffen.


    Dass er (jetzt) keine Kinder mit dir in die Welt setzen möchte, das halte ich, ehrlich gesagt, für absolut nachvollziehbar.

    Zitat

    ich glaube nicht, dass er an unserer Kommunikation arbeiten wollen würde, immerhin flüchtet er vor jeder noch so kleinen Diskussion mit "ne, da hab ich jetzt keinen bock drauf"

    DAS würde mich auch anpissen. Aber was ich meinte war nicht, dass ihr alles bis zum Ende ausdiskutieren müsst, sondern dass ihr erst mal vernünftige Kommunikationsstrategien braucht.


    Magst du vielleicht auch noch auf die anderen Fragen hier eingehen?

    Zitat

    Was genau liebt ihr aneinander bzw. warum seid ihr überhaupt zusammen?

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    wie lange seid ihr bereits ein Paar?

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    Wie gestaltet sich euer gemeinsamer Alltag, wie ist euer Umgang miteinander?

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    Also aus deinem Text geht jetzt nicht hervor, wie gefestigt eure Partnerschaft ist, aber Depressionen sind für Partner oder Angehörige verdammt schwer zu ertragen und ich hoffe für dich, du bist in Behandlung.

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    Ich nehme an, dass du wegen deiner chronischen Erkrankung und den wiederkehrenden Depressionen bereits in ärztlicher und auch psychotherapeutischer Behandlung bist?

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    immerhin flüchtet er vor jeder noch so kleinen Diskussion mit "ne, da hab ich jetzt keinen bock drauf"

    Man muss schon genauer hinschauen, woher dieses Abwehrverhalten rührt.


    Nicht selten entsteht sowas, wenn der andere wieder und wieder die gleichen Themen anbringt, oder sich aus vorangegangenen Diskussionen keine Entwicklung abzeichnet, und man quasi jedes Mal wieder bei Null anfängt, oder der eine dem anderen ständig ins Wort fällt, das Wort im Munde umdreht, oder wenn sich jemand vollständig und wiederholt den Argumenten bzw. dem Standpunkt des anderen verschließt, oder mit A anfängt, dann aber anstatt beim Thema zu bleiben, zu B, C und D überwechselt, so dass das ursprüngliche Thema überhaupt nicht mehr nachhaltig besprochen werden konnte.


    Und am Ende kann der eine derart mürbe sein, dass ihm/ihr nur noch dieser Satz übrig bleibt.