Angst vor Beziehungen

    Hallo Leute,


    ich bin neu hier im Forum und wollte mal Meinungen zu einem Thema hören, dass mich jetzt schon eine ganze Weile beschäftigt.


    Zu meiner Situation:


    Ich lebe seit nun schon über 2 Jahren wieder bei meiner Mutter, da diese aufgrund vom Tod meines Papas vor fast 6 Jahren schwer depressiv geworden ist. Sie kann ihren Haushalt bzw. Alltag nicht mehr stemmen und deswegen habe ich mich damals bereit erklärt, nach der Trennung von meinem Ex-Freund, wieder zu ihr zu ziehen. Ich bin auch offiziell ihre Betreuerin und gehe nebenbei noch arbeiten.


    Nun ist es so, dass ich seitdem irgendwie Angst davor habe, wieder einen neuen Mann in mein Leben zu lassen. Klingt vielleicht verrückt und gemein meiner Mama gegenüber, aber irgendwie schäme ich mich, dass ich keine "normale" Familie mehr habe. Das Haus meiner Eltern ist nun leider auch sehr alt und ich versuche es so gut es geht in Schuss zu halten bzw. es zu renovieren, aber das ist für mich alleine natürlich eine große Aufgabe und es gibt so viel zu tun. Meine engsten Freunde kennen meine Situation und akzeptieren mich natürlich trotzdem weiterhin.


    Jetzt hatte ich seitdem ich wieder bei meiner Mama bin keine Beziehung mehr, obwohl es schon wieder Männer gab, die Interesse an mir hatten. Nur habe ich irgendwie immer Angst, wenn es ernster wird, weil ich keinen dieser Männer (und allgemein fremde Personen) zu mir nach Hause einladen kann/möchte. Ich weiß nicht, ob ich Angst vor Ablehnung habe, oder ob das etwas anderes ist. Ich denke mir eben, dass diese potentiellen Partner mich deswegen ablehnen würden und setze so unterbewusst weitere Annäherungen in den Sand. %:| Die Männer verstehen natürlich auch erstmal nicht, warum ich sie nicht zu mir nach Hause einladen möchte und ich erzähle dann schon immer grob was los ist und es wird auch akzeptiert, aber auf Dauer ist das halt kein Zustand. Die einfachste Beschreibung die mir immer einfällt ist eben, dass ich mich irgendwie "minderwertiger" fühle deswegen. ??? :°(


    Ich hoffe ich finde hier ein paar Anregungen und freue mich auf Antworten *:)


    Liebe Grüße

  • 7 Antworten

    Was wurde unternommen gegen die Depressionen, wart ihr beim Arzt, gibt es eine medkamentöse Behandlung ?


    Bist Du gerichtlich bestellt oder hast Du lediglich die Vollmachten für die Bank ?


    Du bist 20 Jahre jünger als ich, Deine Mutter dürfte daher in etwa so alt sein wie ich, ca Ende 40.


    Soll heissen.. sie hat noch 40 Jahre vor sich oder mehr... willst Du so lange hintan stehen ? Du hast ein Recht auf Dein eigenes Leben.


    Deine Engagement in allen Ehren.. aber wie lange soll die Situation so bleiben ?

    Zitat

    Ich weiß nicht, ob ich Angst vor Ablehnung habe, oder ob das etwas anderes ist.

    Vielleicht ein schlechtes Gewissen Deiner Mutter gegenüber ? Du fühlst Dich verantwortlich, willst sie nicht allein lassen .. was absolut verständlich wäre.

    Meine Mama hat mich sehr spät bekommen, sie ist aktuell 68 Jahre alt. Ich bin gerichtlich bestellt worden und sie bekommt Medikamente, aber richtig aufraffen kann/will sie sich einfach nicht und ja das mit dem schlechten Gewissen klingt plausibel. Wir waren auch schon bei einigen Psychologen, aber da blockt sie leider total ab und ist dann bockig wie ein kleines Kind.


    Ich habe leider keine Geschwister und auch sonst keine Verwandten in der Nähe, die mich da unterstützen könnten und ich bin gerichtlich zur Betreuerin bestellt worden.


    Wir hatten es auch zuerst mit einer externen Betreuerin versucht, aber das ging leider gar nicht gut aus, deshalb habe ich das dann übernommen.

    HHmmm.. schwierige Situation.


    Besteht die Möglichkeit, dass Du Dir einen bestimmten Tag der Woche rausnehmen kannst, der nur für Dich ist, Freunde treffen, Kino, Theater, was auch immer Deiner Erholung dient.


    Es nutzt Deiner Mama nichts, wenn Du aus den Latschen kippst.


    Kannst Du andere Hilfsangebote nutzen, zB caritative Einrichtungen oder kann man die Betreuung "teilen" ?

    Ich meine, als gerichtlich bestellte Betreuerin hast Du einen anspruchsvollen Job.


    Meiner Ansicht nach brauchst Du da Unterstützung, Schulung, Fortbildung oder zumindest einen Austausch mit anderen Betreuer/innen.


    Leider kenne ich mich damit nicht genauer aus, deshalb kann ich Dir keine konkreten Vorschläge machen.

    Schwierige Situation, das muss man sagen.


    Dein Mutter ist in ärztlicher Behandlung - das ist gut.


    Wenn sie Psychotherapie ablehnt, kann man das nicht ändern.


    Sechs Jahre Trauer sind eine sehr lange Zeit. Da müsste sich langsam etwas bewegen. Ich weiss nicht, ob du das tust, aber nimmst du deiner Mutter eventuell zuviele Aufgaben ab? Sie sollte langsam wieder selbständig werden und das ist schwierig wieder zu erlernen, wenn ihr alles abgenommen wird.


    Vielleicht hast du auch einen abgerenzten Lebensraum für dich in dem Elternhaus. Das wäre wichtig, dass du nicht jederzeit für deine Mutter abrufbereit bist. Sobald du dich genug abgrenzt, könntest du auch Besuch bei dir empfangen, wo nicht deine Mutter sondern du im Mittelpunkt stehst.


    Das Gefühl von Eigenständigkeit sollte euer Zusammenleben dominieren. Das könnte deiner Mutter auch Kraft geben, ihr Leben wieder in die eigene Hand zu nehmen.


    Längerfristig ist es sicherlich auch sinnvoll, dass du dir wieder eine Wohnung suchst. Nach dem Rechten schauen im Haushalt deiner Mutter ab und zu - das wäre ein gutes Ziel.


    Denkst du, das ist machbar? Es ist dein Leben und du solltest es nach deinen Wünschen gestalten können.


    Alles Gute dir @:)

    ich verstehe nicht so ganz, wieso du dich schämst.


    deine mutter ist krank - da kann niemand was dafür.


    du hast die komplette verantwortung übernommen, das is wahnsinn und ich kenne ganz andere fälle (arbeite in der hauskrankenpflege)


    du hast überhaupt keinen grund, dich da minderwertig zu fühlen. du leistest mehr, als so mancher es tun würde


    du solltest rausfinden, wo genau das problem ist. hast du wirklich angst, ein mann könnte dich ablehnen, wenn er merkt, daß du einiges an zeit für den haushalt von dir und deiner mutter brauchst?


    hast du angst, du hättest dann weniger zeit für deine mutter?


    ihr wohnt ja in einem haus zusammen. ist es da möglich, daß du einen privaten bereich hast oder ist das wirklich nur ein einziger haushalt und das ist nicht änderbar? weil, wenn da 2 wohnungen draus zu machen sind, gibt es doch nicht wirklich ein problem.

    Kannst Du Dir nicht jemanden suchen, der Freude am "Haeuslebauen" hat und mit Dir das Haus renoviert und zugleich so erweitert oder umbaut, dass sowohl Deine Mutter ihren Bereich hat als auch Ihre beide einen solchen?