Angst vorm Zusammenziehen

    Hallo an alle,


    mein Freund und ich sind bereits seit über 2 Jahren zusammen.


    Irgendwann kommt die Frage, ob und wann wir zusammenziehen.


    Derzeit wohnen wir auf Probe zusammen, d.h. er ist für ca. ein halbes Jahr bei mir "eingezogen". Und als extra erhöhten Schwierigkeitsgrad habe ich nur eine Einraumwohnung.


    Bisher lief auch alles sehr gut.


    Wir teilen uns die Einkäufe, er beteiligt sich am Haushalt und wir freuen uns immer aufeinander.


    Wir hocken schließlich nicht den ganzen Tag aufeinander, denn wir sind beide tagsüber auf Arbeit.


    Die einzige Sache, die mir in letzter Zeit etwas Kopfschmerzen verursacht hat... Mein Freund fragt zu wenig.


    Ich bin der Typ, der immer fragt, bevor er an fremdes Eigentum geht und vor allem, wie man damit umgeht, falls es sich um ein Gerät handelt.


    Mein Freund allerdings nicht. Ich meine, ich habe ihm gesagt, dass er sich bei mir wie zu Hause fühlen soll. Ich möchte nicht "meins und seins" trennen. Er darf sich frei bewegen und sich frei bedienen.


    Allerdings gab es in letzter Zeit etwas Streit, weil er z.B. in meiner Abwesenheit den Mini-Ofen gereinigt hat. Mit einem frischen und etwas teureren Schwamm und meinem auch noch recht unbenutzten Handtuch. Beides war danach nicht mehr zu retten.


    Ich hätte mir gewünscht, dass er mich vorher gefragt hätte, ob ich noch nen alten Schwamm und ein altes Handtuch hätte. Ich meine, als er mal mit Farbe hantieren wollte, fragte er mich auch, welches Handtuch er benutzen könne.


    Ok, er ersetzte mir beides, aber das ist nicht die eigentliche Problematik.


    Und gestern hat er erstmals meinen Reiskocher benutzt. Sonst habe ich immer den Reis zubereitet. Er verzichtete darauf, dass ich es ihm noch mal erklärte. Das Ende vom Lied: Er hat den Reiskocher nicht richtig ausgeschaltet, sodass er noch den halben Tag über lief!


    Von den zusätzlichen Stromkosten abgesehen, war ich enttäuscht, dass er behauptete, ich hätte es ihm SO gezeigt. Was überhaupt nicht stimmt!


    Er kann einfach nicht zu seinen Fehlern stehen!


    Ansonsten ist er ein echt toller Typ, kümmert sich liebevoll um mich und zeigt mir ständig, wie wichtig ich ihm bin!


    Aber ich habe Angst, dass wir uns durch das Zusammenziehen noch mehr streiten und uns dann doch auf die Nerven gehen.


    Jeder Mensch hat eben seine Eigenheiten und ich habe eben auch meine Vorstellungen, wie was laufen soll.


    Wann war für euch der richtige Zeitpunkt fürs Zusammenziehen?


    Hattet ihr auch Ängste? Wenn ja, welche?


    Habt ihr allgemeine Tipps?


    Danke im Vorraus. @:)

  • 21 Antworten

    Hm, ich sehe bei euch beiden eigentlich nicht den Zeitpunkt des Zusammenzugs als eigenständige Problematik, sondern eher die Art wie ihr miteinander kommuniziert miteinander. Du sagst ihm und signalisierst, betonst in Deinem Beitrag, dass Du die Wohnung das darin befindliche Eigentum nicht im Mein und Dein trennen willst.


    Dennoch kommt in Deinen Beitrag durchaus zwischen den Zeilen durch, dass Du erwartest, dass er sich vorher immer genau danach erkundigen möge, wie Du die Dinge siehst und behandelt sehen willst.


    Das macht im Grunde jede Spontanität im Zusammenleben faktisch unmöglich. Ich hätte es verstanden, wenn Dein Freund beim "Putzen" des Miniofens sehr massiv Schrammen und Kratzer in die Innenflächen des Ofens gebracht hätte oder deutlich Schäden verursacht worden wären. Sowas ist ägerlich und unnötig.


    Wegen eines Schwamms oder Handtuchs wäre ich ich weder verärgert noch gereizt gewesen. Das ist mir als Grund zu nichtig, um darüber ein Streitgespräch zu führen. Im Gegenteil, hätte mich darüber gefreut das der Partner sich aktiv an der Hausarbeit beteiligt.


    So ein Handtuch lässt sich ohne Probleme und teures Geld ersetzen. aber ständige Nörgelei und das Problematisieren von Kleinigkeiten kann eine Beziehung in eine Schieflage führen. Dein Freund könnte sich irgendwann einfach unwöhl in Deiner Wohnung fühlen und sich fragen, ob er dort überhaupt noch Dinge benutzen darf.


    Die Sache mit dem Reiskocher klar, ist ärgerlich und nicht ganz ungefährlich. Da sollte Dein Freund in der Tat aufmerksamer agieren, wenn er ihn benutzt. Aber auch hier:

    Zitat

    Sonst habe ich immer den Reis zubereitet.

    Hier klingt es für mich so, als ob Dir nicht daran gelegen war das Dein Freund Eigeninitiative entwickeln darf. Hier ist künftig notwendig, dass ihr euch in entspannter Atmosphäre zusammen setzt und über Vorstellungen zu Alltagsbläufen innerhalb 'Deiner' Wohnung gesprochen wird. Im Moment rechnest Du sehr auf. Weiß allerdings nicht, ob es generell Deine Art ist sehr genau zu rechnen und zu planen, oder es für Dich aktuell noch zu ungewohnt ist das Dein Freund in eurem "engen" Umfeld zu sehr in Deine bisherige Autonomie innerhalb der "eigenen" 4 Wände eingreift.


    Bei sehr privatem Eigentum, wie PC, teurer Stereoanlage o.ä. Einrichtungsgegenständen kann ich verstehen, dass man sich darüber verständigt wie der Umgang mit Haushaltsgegenstände erfolgen könnte. Bei einem Schwamm oder Handtuch wären mir solche Gedanken fremd. Oder ist euer Haushaltsbuget so extrem begrenzt? Redet über eure Vorstellungen und bitte nicht sofort in den Angriffsmodus gehen, und genervt reaigern, weil es nicht exakt Deinen persönlichen Vorlieben entspricht.


    Zu große Angst und Pingeligkeit kann das Zusammenleben auf Dauer extrem anstregend machen. Zudem kann es Deinen Partner auf Dauer verletzten, weil er durch Dein Verhalten zu gemaßregelt vorkommt und der Satz "fühl Dich wie Zuhause" mehr als Floskel gesehen werden kann, die inhaltlich nicht so gemeint ist.


    Ein Tipp, für geplante Putzarbeiten alte "Lumpen" oder Papiertücher/alte Zeitungen bereit legen, sodass es für Schmutzarbeiten genug Möglichkeiten der Benutzung gibt.

    Danke dir für deinen Beitrag, Dosis!


    Unser Budget ist nicht begrenzt, aber ich bin ziemlich sparsam und gehe gern sorgsam mit Ressourcen um. Von daher möchte ich keine Sachen nach wenige Male Benutzen gleich wegwerfen.


    Dass das Reiskochen immer ich übernommen habe, ergab sich einfach mit der Zeit. Ich habe es ihm so oft angeboten, es ihm mal zu zeigen, sodass er diesen in meiner Abwesenheit auch benutzen kann.


    Aber er lehnte ab, da er meinte, ich sei dafür zuständig.


    Ich denke, ich schließe zu sehr von mir auf andere. ICH persönlich frage immer, bevor ich an fremdes Eigentum gehe bzw. vermeide es.


    Ich selbst habe noch nie seinen Laptop oder Tablet benutzt, obwohl er es mir öfter angeboten hat.


    Ich bin übervorsichtig, was sicher an meiner Erziehung liegt.


    Erzieherinnen haben mir immer gesagt, wenn man fremdes Eigentum kaputt macht, muss man das ersetzen.


    Aus diesem Grund gehe ich da immer auf Nummer sicher.


    Und vielleicht erwarte ich das auch von anderen.

    Hey, ich kann dich gut verstehen, weil ich auch so ähnlich bin, aber denke dass du eher daran arbeiten solltest, mal loszulassen und die Kontrolle abzugeben. Lass ihn seine Fehler machen und Sachen ausprobieren. Ich habe bei mir erkannt, dass ich gerne die Kontrolle übernehme und versuche mich da zurückzuhalten und meinen Ärger mit mir auszumachen, z. B.: wenn er iwas in der Küche macht und es geht schief und ich ärgere mich dann, weil er auch einfach hätte fragen können. Aber so hat er es dann gelernt und beim nächsten Mal weiß er es...und ich versuche mir dann zu sagen, dass es an meiner Art liegt, dass ich da wütend werde. Er wird beim nächsten Mal Reiskocherbenutzen sicher auch mehr aufpassen und das ist den Ärger und Streit eigentlich nicht wert. Genau wie ein Lappen oder ein Handtuch.


    Ich glaube daher auch dass es gar nicht so sehr um den Zeitpunkt geht, sondern eher darum, dass es eine Herausforderung für dich ist, die Kontrolle mal abzugeben oder auch zu akzeptieren, dass er Dinge anders macht.

    Felsheldin, das trifft den Nagel genau auf den Kopf!


    Ich hab schon immer gern die Kontrolle gehabt. Es gab mal eine Zeit, da hat meine Mutter eine Putzfrau eingestellt, die mein Zimmer aufgeräumt hat, und da sie alles völlig entgegen meinen Vorstellungen gestellt und gelegt hat, war ich echt sauer!


    Schon damals mochte ich es nicht, wenn jemand in meine "Ordnung" reinfutscht.


    Ich denke, auch heute würde ich austicken, wenn die Reinigungskraft meinen Schreibtisch auf Arbeit "aufräumen" würde. Zum Glück lassen sie die Finger davon.


    Ja, ich denke auch, dass ich froh sein sollte, dass er sich beteiligt.


    Ich habe vorher bereits in einer WG gelebt, in der ich mich um den ganzen Haushalt gekümmert hab.


    War zwar auch blöd, den Dreck für zwei wegzumachen, aber so hatte ich die gesamte Kontrolle.

    Einsicht ist der erste Weg zur Besserung. ;-)


    Wenn das Dein Hauptproblem ist, die Kontrolle zum Teil abzugeben und zu akzeptieren, dass es auch anders laufen kann als Du es Dir vorstellst, dann ist der richtige Zeitpunkt zum Zusammenziehen sicher nebensächlich. Das wird dann wohl eher in 3 Jahren nicht anders sein...


    Konkret: ich bin mit meinem jetzigen Mann quasi sofort zusammen gezogen ;-D Wir hatten beide unsere eigene Wohnung, er aber die 2 Zimmer Wohnung. Ich war dann irgendwie immer da und nur noch selten in meiner eigenen Wohnung (obwohl keine 10 Autominuten weg). Nach einem guten halben Jahr habe ich meine Wohnung gekündigt. Und ich bin bis heute der Meinung, dass es gerade deswegen so gut geklappt hat, weil es sich einfach ergeben hat und wir nicht groß überlegt haben. Wir sind im Herbst 20 Jahre zusammen, davon 17 verheiratet. :-D

    Hei MerryRose, wenn ich das bisschen so lese - also ich hätte an seiner Stelle massive Bedenken, mit dir zusammenzuziehen. Damit ein ebenbürtiges Zusammenleben langfristig funktioniert, musst du wahrscheinlich Kontrolle abgeben.

    Danke für eure Beiträge!


    Ich bin allgemein der Meinung, dass man lieber einmal zu viel fragt als einmal zu wenig. Das gilt auch in allen anderen Bereichen wie auf Arbeit oder so.


    Ich denke, er hat an sich kein Problem damit, wenn ich die "Kontrolle" hab, was Haushalt angeht. Er sagt über sich selbst, dass er faul ist und ein bisschen Klischee-Denken hat er auch. Frau macht eben Haushaltskram und Mann das Handwerkszeug.


    Dennoch bin ich der Meinung, dass Mann auch mal abwaschen kann. Auf einen Macho-Typen, der sich strikt weigert, "Frauenarbeit" zu machen, hätte ich keinen Bock.


    Meine ehemalige Mitbewohnerin hat auch ziemlich davon profitiert, dass ich mich um alles gekümmert hab.


    Aber ja, wenn man sich nicht ausnutzen lassen will, muss man wohl Kontrolle abgeben.

    MerryRose


    Also grundsätzlich bin ich auch so wie Du: In meinem Haushalt habe ich die Kontrolle. Liegt auch daran, weil ich 30 Jahre lang (seit meinem Auszug aus dem Elternhaus) Niemanden darin hatte, der sich diesbezüglich wirklich beteiligt hätte. Sozusagen ein "Gewohnheitsrecht", welches zu einem "Kontrollrecht" wurde ;-) .


    Aber gerade weil ich mir dessen bewußt bin, achte ich bei meinem jetzigen Freund (er ist sehr oft bei mir, wir ziehen auch bald offiziell zusammen in meine Wohnung) sehr darauf, diese Kontrolle auch mal abzugeben, mache sie mir ständig bewußt.


    Um das Beispiel mit dem Ofen mal heranzuziehen: Ich hätte zwar gesagt "Oh nein, mein Lieblingsschwamm" oder Ähnliches - andererseits aber ist es mir dermaßen egal, weil ich die andere Seite dieser Aktion viel mehr schätze. Am Allerwichtigsten ist für mich aber daran: Ich kann nicht zu meinem Freund sagen "Das ist ab jetzt auch Dein zu Hause/fühle Dich wie zu Hause" und dann aus solch einer Aktion auf ein mal doch ein "Das ist aber meins!!!" machen. Wie soll sich Dein Freund dann jemals wohlfühlen?


    Was ich mich aber frage beim Durchlesen Deines Beitrags:


    Sind das wirklich die Gründe Deiner Angst vor dem Zusammenziehen? Hast Du da schon mal in Dich hineingehört?

    Sehe ich das richtig? Dein Freund ist zu dir gezogen – ihr wohnt also schon zusammen? Wenn dein Freund keine eigene Wohnung mehr hat in die er zurück kann, würde ich es so sehen, dass das jetzt aktuell eure Wohnung ist.

    Zitat

    Er darf sich frei bewegen und sich frei bedienen.

    Findest du das nicht normal, dass man sich bei sich zuhause frei bewegt und sich frei bedienen kann?

    Zitat

    Allerdings gab es in letzter Zeit etwas Streit, weil er z.B. in meiner Abwesenheit den Mini-Ofen gereinigt hat. Mit einem frischen und etwas teureren Schwamm und meinem auch noch recht unbenutzten Handtuch. Beides war danach nicht mehr zu retten.

    Beides ist in meinen Augen nur Zeug. Der Schwamm wäre mir komplett egal, das mit dem Handtuch fände ich (sofern es sich nicht um ein Küchenhandtuch handeln würde, an denen hänge ich nicht..) ein wenig ungut, andererseits hat dein Freund die Sachen ja eh ersetzt. Ich sehe das Problem nicht.


    Wie gesagt: Das ist alles nur Kram. Und wenn man zusammen zieht, ist es ganz normal dass man erst nach und nach eine gemeinsame Linie für Haushalt und Co findet. Da muss man drüber reden und sich zusammen einpendeln. Das geht aber nur, wenn sich beide Partner gleichberechtigt auf Augenhöhe begegnen ;-)

    Zitat

    Und gestern hat er erstmals meinen Reiskocher benutzt. Sonst habe ich immer den Reis zubereitet. Er verzichtete darauf, dass ich es ihm noch mal erklärte. Das Ende vom Lied: Er hat den Reiskocher nicht richtig ausgeschaltet, sodass er noch den halben Tag über lief!

    Shit happens? Passieren dir nie Missgeschicke? Die Stromkosten sind in meinen Augen vernachlässigbar und sonst ist ja auch nichts passiert, oder? Aus Fehlern wird man klug, ich denke in Zukunft weiß dein Freund, dass er den Reiskocher anders bedienen muss als letztes Mal.

    Zitat

    Jeder Mensch hat eben seine Eigenheiten und ich habe eben auch meine Vorstellungen, wie was laufen soll.

    Wenn man so fixe Vorstellungen hat, wie es laufen soll, ist man eventuell nicht für ein Zusammenleben mit anderen Menschen geeignet. Egal mit wem man zusammenlebt, es gibt immer Reibungspunkte. Immer.


    Ich habe mit meinen Eltern zusammengelebt, als AuPair mit meiner damaligen Gastfamilie, dann in zwei verschiedenen WGs, dann bei meinem Ex und jetzt in einer eigenen Wohnung (die mein Freund aber die allermeiste Zeit mitbenutzt).


    Die Probleme, die sich beim Zusammenleben ergeben können sind immer verschieden. Fakt ist aber: Sobald man nicht alleine ist, muss man sich mit anderen arrangieren.


    Und dazu gehört es auch, dass nicht einer das Sagen hat und der andere dem Folge leistet, sondern dass beide zu Kompromissen und Gesprächen bereit sind, um einen gemeinsamen Weg zu finden.

    MerryRose

    Zitat

    Jeder Mensch hat eben seine Eigenheiten und ich habe eben auch meine Vorstellungen, wie was laufen soll.

    Hast Du ihm die auch so erklärt, wie hier?

    Zitat

    Wann war für euch der richtige Zeitpunkt fürs Zusammenziehen?

    Unterschiedlich - mehr oder minder vom ersten Tag des Kennenlernens an bis "mit dem ziehe ich nie zusammen, weil wir im Zusammenleben nicht kompatibel sind."

    Zitat

    Habt ihr allgemeine Tipps?

    Naja, Du scheinst sehr wohl trotzdem in mein und Dein zu unterscheiden. Wenn ich es mir so überlege, ich glaube, ich habe das nie so gesehen. Wenn ich zusammengezogen bin, dann war Einrichtung unser, auch wenn klar war, welche Möbel für den Fall einer Trennung mir gehören und welche ihm. An der Benutzug gab es keine Bedingungen bzw. wurde besprochen, in welchem Regal was ist, etc. Kücheneinrichtung stand zur Verfügung, auch wenn sie "mir" gehörte. Also ein nicht-Abschalten könnte ja mir genauso passieren. Erwähnenswert im Sinne Strom zu sparen und gewisse Gerätschaften auch auszumachen, rein sachlich und ohne Vorwurf klar, aber kein Streitthema. Dass er ein neues Handtuch für eine Reinigung benutzt, würde ich auch nur darauf hinweisen, wo die Putztücher sind und er bitte wenn, dann seine Handtücher für solche Aktionen verwendet. Ich selbst bin nicht der Typ alles ist nur noch "unser" bzw. alles kann von beiden benutzt werden und deswegen würde ich das schlicht auch so kommunizieren. Mein PC, ist mein PC und da würde ich auch niemanden rangehen lassen wollen. Das heißt für mein Gegenüber ist dann auch klar, dass er da fragen müsste, falls er doch einmal etwas machen wollte.

    Zitat

    Ich denke, ich schließe zu sehr von mir auf andere. ICH persönlich frage immer, bevor ich an fremdes Eigentum gehe bzw. vermeide es.

    "fremdes Eigentum" und da sehe ich unter anderem eine Problematik, wenn er sich zu Hause fühlen soll. Da frage ich ja nicht, ob ich nun ein Gerät benutzen "darf". Da steckt schon eine Ambivalenz Deinerseits dahinter. Ich kann mich erinnern, als mein Freund bei mir eingezogen ist und sich meine Mutter über ähnliche Dinge aufgeregt hat, wie Du sie hier nennst. Der kann doch nicht das und das benutzen. Klar kann er das, er ist hier zu Hause sagte ich. Dann auch der Vorwurf, dass mir ja alles egal ist, weil etwas vielleicht kaputt geht und ihm ja offensichtlich auch. Nö, ist nicht gewollt, aber es passiert und nicht nur ihm. Dahinter steckt bei ihr so eine Vorstellung, dass irgendwie nichts kaputt gehen darf, aber schon gar nicht, wenn man selbst etwas kaputt macht. Nie, Geräte müssen immer und ewig funktionieren. Was soll man da machen?


    Fragen - will ich nicht, bin kein Kind. Zuerst werde ich animiert Reis zu kochen, dann mache ich es und bekomme einen Anschiss. Als nächstes würde ich es wieder lassen, was wohl wieder dazu beitragen würde, dass der Vorwurf kommt, dass ich ja keinen Reis mache. Ist ein elender Kreislauf und so ein Nörgeln könnte ich überhaupt nicht abhaben.

    Zitat

    Ich selbst habe noch nie seinen Laptop oder Tablet benutzt, obwohl er es mir öfter angeboten hat.

    Ist ja an sich kein Problem, es sei denn es kommt irgendwann ein Vorwurf, dass er Dir das nicht oft genug angeboten hat oder Du das ja auch nicht machst. Er ist nicht Du.

    Zitat

    Ich bin übervorsichtig, was sicher an meiner Erziehung liegt.

    Letztlich liegt es an Dir. Du entscheidest ja selbst, wie Du womit umgehst und übervorsichtig zu sein ist ja nicht perse schlecht. Ich war/bin in gewissen Dingen meiner Ansicht nach auch "zu" und habe solche Situationen immer dazu genutzt, mir selbst etwas abzuschauen, wenn ich dieses "zu sehr" gerne auflockern wollte. Gerade solche Gegensätze können sich ausgleichen, wenn man das will, dazu gehört aber auch die Einsicht, dass dieses "zu sehr" nicht unbedingt immer optimal ist oder man kann zur Nörglerin werden, weil der andere nicht so ist, wie man selbst oder was auch immer.

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    Erzieherinnen haben mir immer gesagt, wenn man fremdes Eigentum kaputt macht, muss man das ersetzen.

    Aber das tut er ja. Streit eigentlich überflüssig, oder?

    Zitat

    Und vielleicht erwarte ich das auch von anderen.

    Weiß er das, was Du von ihm erwartest? Oder erwartest Du, dass er hellsehen kann?

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    Schon damals mochte ich es nicht, wenn jemand in meine "Ordnung" reinfutscht.

    Das kann schwierig werden, wenn Du nicht einen Partner hast, der dieselbe Vorstellung von Ordnung hat.

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    War zwar auch blöd, den Dreck für zwei wegzumachen, aber so hatte ich die gesamte Kontrolle.

    Möglicherweise auch eine Lösung, nur sollte es dann keine Nörglerei geben, dass nur Du alles richtig machst und er nichts. ;-D Nur, wo soll das hin mit der Kontrolle und es ist nur richtig, wie ich es mache? Ist das immer praktizierbar?

    Kleio


    Insgesamt: Zustimmung :)^


    Hier:

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    Zitat

    Schon damals mochte ich es nicht, wenn jemand in meine "Ordnung" reinfutscht.

    Das kann schwierig werden, wenn Du nicht einen Partner hast, der dieselbe Vorstellung von Ordnung hat.

    Kann: Ja, aber muß nicht ;-).


    Ich habe die Erfahrung gemacht (mache sie noch heute), dass es letztendlich in einer Beziehungsdynamik gar nicht darum geht wer nun die Zahnpastatube zuschraubt und wer nicht, sondern darum, dass man sich letztendlich so sein lässt wie man ist.


    Dinge, Kleinigkeiten, über die ich mich früher, bei anderen Menschen (Beziehungen) geärgert habe - über die lächle ich heute nur noch. Selbst nach längerer Zeit (also nix mit rosa-roter-Brille ;-)). Weil mein Partner das bei mir genauso handhabt. Und Dinge (selbst Kleinigkeiten) über die man sich dennoch immens stört - über die kann man reden. Und wenn der Andere diesbezüglich wiederum Rücksicht nimmt (so wie umgekehrt auch)....dann funktioniert es auch mit einer anderen Vorstellung in diversen Bereichen.

    Zitat

    Ich bin der Typ, der immer fragt, bevor er an fremdes Eigentum geht und vor allem, wie man damit umgeht, falls es sich um ein Gerät handelt.


    Mein Freund allerdings nicht. Ich meine, ich habe ihm gesagt, dass er sich bei mir wie zu Hause fühlen soll. Ich möchte nicht "meins und seins" trennen. Er darf sich frei bewegen und sich frei bedienen.

    Wow, wenn das nicht widersprüchlich ist ... Und "dürfen" - sorry - hat etwas von Gnadenakt. Ich meine, du müsstest mehr an deiner als er an seiner Einstellung feilen, aber wenn sich jeder etwas umstellt ... ist noch alles drin. ;-)

    Zitat

    Ich meine, ich habe ihm gesagt, dass er sich bei mir wie zu Hause fühlen soll.

    Ihr lebt, wenn auch nur auf Probe, zusammen, d.h., er ist bei Dir zu Hause. Du betrachtest die Wohnung aber immer noch als Deine und ihn damit als Gast.


    Das kann immer ein Problem sein, wenn ein Partner in die bereits vollständig eingerichtete Wohnung des anderen einzieht, in der dieser bereits für sich seine Regeln gemacht hat.


    Mal abgesehen davon, dass Ihr das vermutlich ohnehin tun würdet, weil Ihr gerade in einer Einzimmerwohnung lebt, würde ich Euch empfehlen, dass Ihr Euch, wenn Ihr zusammen wohnen bleiben wollt, gemeinsam eine Wohnung aussucht und einrichtet und dann auch gemeinsam die Regeln des Zusammenlebens verhandelt. Sonst wirst Du immer das Gefühl haben, er ist in Dein Territorium eingedrungen, und Du hast da nicht mehr die Kontrolle drüber.


    Ob man jetzt grundsätzlich wegen der Putzaktion und des Reiskochers ein Fass aufmachen muss oder nicht, darüber lässt sich streiten, darum geht es aber m.E. nur am Rande. Es geht darum, dass Ihr zusammen leben möchtet. Dann müsst Ihr auch beide Kompromisse einzugehen lernen.

    Ich finde vor dem Hintergrund, dass man zusammen wohnt (und das tut ihr, Probe hin oder her) die mehrmalige Verwendung des Formulierung

    Zitat

    fremdes Eigentum

    ziemlich gruselig. Klar hat hier jeder auch noch seine eigenen Sachen, aber wenn ich bei Dingen, die den ganz normalen Haushalt betreffen, jedes Mal meinen Partner fragen sollte, ob ich sie denn benutzen darf, dann hätte ich wohl relativ schnell keine Lust mehr aufs Zusammenleben - ihr seid doch keine WG. Das Beispiel mit dem Schwamm empfinde ich als Kleinkram; die Sache mit dem Reiskocher mag ärgerlich sein, aber so etwas passiert nun einmal.

    Ich wüsste inzwischen auch nicht mehr, was hier wessen Eigentum ist. Sollte es nicht letztlich nach einer gewissen Weile des Zusammenwohnens so sein, dass die meisten (Alltags-) Dinge keine konkreten Besitzer mehr haben? Sonst fühlt man sich doch ständig fremd im eigenen Haus. Ich spreche natürlich nicht über meine Unterhosen, die würd ich schon gern weiterhin erstmal selbstbestimmt verwalten. Aber die Handtücher?

    Huch, jetzt sind plötzlich so viele Beiträge dazu gekommen.


    Ich versuche, auf die wichtigsten Punkte einzugehen, die mir nun im Kopf hängen geblieben sind. Bitte verzeit, wenn ich was vergessen hab. Die Infos reiche ich gern nach.


    Also, mein Freund ist nicht direkt zu mir gezogen. Er ist nur die meiste Zeit bei mir, fährt gelegentlich zu seiner Wohnung, um paar Dinge zu checken.


    Sprich: Er hat noch seine Wohnung. Er hat aber auch kein Problem damit, umsonst Miete zu zahlen, weil er nicht da ist. Das hatte er schon mal gemacht, als er für ein paar Monate woanders arbeiten musste.


    Wir wohnen seit Anfang des Jahres bei mir und das geht bis Ende Juni. Der Grund ist, weil er quasi woanders arbeitet für diese Zeit, und meine Wohnung ist näher dran.


    Dieses "sich frei bewegen dürfen" habe ich von ihm.


    Das sagte er auch zu mir, als ich erstmals in seiner Wohnung allein war, weil er arbeiten musste.


    Ich denke, damit meint er, dass er nix vor mir verheimlicht. Andere Gäste hat er nie allein zu Hause gelassen.


    An meinen Kühlschrank darf er sich auch bedienen, wie er will. Wir gehen ja meist gemeinsam einkaufen.


    Und wenn wir zusammenziehen, dann natürlich in eine neue gemeinsame!


    Und während ich das hier tippe, erkundigt sich mein Freund im Internet nach Wohnungen...


    Ich habe schon öfter "Horrorstorys" gelesen, was gemeinsames Wohnen angeht. In meinem Bekanntenkreis hab ich mehrere Fälle gehabt, wo sich Pärchen deshalb wieder getrennt haben.


    Aus diesem Grund wollten mein Freund und ich erst mal auf Probe zusammenwohnen.


    Ich habe so oft von der berühmten offenen Zahnpasta Tube gehört. Damals konnte ich nicht verstehen, wieso man sich deswegen so in die Haare kriegen konnte.


    Klar, ich musste meinem Freund öfter sagen, dass Dinge so und so haben möchte.


    Im Gegenzug habe ich auch die Wünsche meines Freundes erhört. Ich habe sonst nie Weichspüler benutzt, aber mein Freund mag den Geruch davon. Also benutz ich ihn halt.


    Wie gesagt, so richtig streiten tun wir nicht. Das mit dem Reiskocher nehm ich ihm nicht übel. Ich glaube auch, dass man aus Fehlern lernt.

    Zitat

    An meinen Kühlschrank darf er sich auch bedienen, wie er will. Wir gehen ja meist gemeinsam einkaufen.

    An diesem Beispiel sieht man, dass Du noch nicht bei einem "Unser" angekommen bist - ABER: Das finde ich auch völlig ok, solange Du Dir dessen bewußt bist und es für die Zukunft anstrebst. Auch das ist ein Prozess.


    Mein Partner und ich ziehen offiziell im September zusammen (und nicht nur das |-o ;-D ) - und noch immer rutscht mir manchmal ein "meine" Küche....oder so heraus ;-), immerhin war das über 10 Jahre lang auch "meine" Wohnung, für deren (Er)Haltung ich alleine sorgen musste. Emotional bin ich aber schon länger angekommen bei dem "Unser".


    Es rauft sich eben so zusammen, bzw. hat sich zusammengerauft. Für mich ist einfach ganz im Kern wichtig, dass ich immer noch sein kann wer ich bin, machen kann was ich will - ohne aber gemeinsame Dinge schleifen zu lassen oder ohne ein Opfergefühl (im Sinne von "darunter hätte ich zu leiden") zu berücksichtigen. Dies hinzukriegen ist für mich die Grundvoraussetzung für derartige Schritte.


    Ich möchte aber noch etwas zu dem Thema "fremdes Eigentum" sagen:


    Ich finde, hier wird ein wenig was durcheinander geworfen. "Fremdes Eigentum" in dem Sinne, sind für mich diese Dinge, die den Partner alleine betreffen, in seine Privatssphäre reinspielen. Das betrifft z.B. das Postgeheimnis (und dieses erweitere ich seit dessen Existenz auch auf Handy/Laptop/PC....), seine Brieftasche/Geldbörse - was auch immer. Wie gesagt, all' die Dinge, die nicht in die Zweierbeziehung gehören. Selbst seinen Nassrasierer würde ich ohne zu fragen nicht für meine Beinrasur benutzen.


    Aber gehupft wie gesprungen:


    Solange nicht eine gewisse Basis mit gewissen Eckpunkten, deren Gewichtung mindestens tendenziell passt, gegeben ist, funktioniert es nicht ohne, dass einer von Beiden zu viel von sich aufgeben müsste. Und das geht selten gut.

    Zum Thema Eigentum gibt es natürlich noch klare Grenzen.


    Bestes Beispiel ist eben SEIN Auto. Ich darf zwar damit fahren, aber nur wenn er es mir erlaubt.


    Schließlich hat er sich das Fahrzeug selbst gekauft und musste lange darauf sparen.


    Das würde sich ändern, wenn man sich als Paar gemeinsam ein Auto anschafft.


    Rein rechtlich müssen wir von "meiner" und "seiner" Wohnung sprechen.


    Wir zahlen jeweils nur unsre eigene Miete und jeder steht auch allein im jeweiligen Mietvertrag.


    So was würde sich erst ändern, wenn wir zusammenziehen.


    Und klar, gewisse Sachen müssen allein aus hygienischen Gründen getrennt werden. So hat jeder natürlich ne eigene Zahnbürste, nen Rasierer, Duschgel usw.

    MerryRose

    Also nicht wirklich ein Versuch. Dass in der Übergangszeit einer seine Wohnung behält und die Fixkosten Kosten teilweise noch nicht so aufgeteilt sind, wie sie es bei einer Wohnung wären, machen viele.


    Ich kann meine Frage nur wiederholen: Hast Du Deinem Freund alles so kommuniziert wie hier?