Ich wüsste inzwischen auch nicht mehr, was hier wessen Eigentum ist. Sollte es nicht letztlich nach einer gewissen Weile des Zusammenwohnens so sein, dass die meisten (Alltags-) Dinge keine konkreten Besitzer mehr haben? Sonst fühlt man sich doch ständig fremd im eigenen Haus. Ich spreche natürlich nicht über meine Unterhosen, die würd ich schon gern weiterhin erstmal selbstbestimmt verwalten. Aber die Handtücher?

    Huch, jetzt sind plötzlich so viele Beiträge dazu gekommen.


    Ich versuche, auf die wichtigsten Punkte einzugehen, die mir nun im Kopf hängen geblieben sind. Bitte verzeit, wenn ich was vergessen hab. Die Infos reiche ich gern nach.


    Also, mein Freund ist nicht direkt zu mir gezogen. Er ist nur die meiste Zeit bei mir, fährt gelegentlich zu seiner Wohnung, um paar Dinge zu checken.


    Sprich: Er hat noch seine Wohnung. Er hat aber auch kein Problem damit, umsonst Miete zu zahlen, weil er nicht da ist. Das hatte er schon mal gemacht, als er für ein paar Monate woanders arbeiten musste.


    Wir wohnen seit Anfang des Jahres bei mir und das geht bis Ende Juni. Der Grund ist, weil er quasi woanders arbeitet für diese Zeit, und meine Wohnung ist näher dran.


    Dieses "sich frei bewegen dürfen" habe ich von ihm.


    Das sagte er auch zu mir, als ich erstmals in seiner Wohnung allein war, weil er arbeiten musste.


    Ich denke, damit meint er, dass er nix vor mir verheimlicht. Andere Gäste hat er nie allein zu Hause gelassen.


    An meinen Kühlschrank darf er sich auch bedienen, wie er will. Wir gehen ja meist gemeinsam einkaufen.


    Und wenn wir zusammenziehen, dann natürlich in eine neue gemeinsame!


    Und während ich das hier tippe, erkundigt sich mein Freund im Internet nach Wohnungen...


    Ich habe schon öfter "Horrorstorys" gelesen, was gemeinsames Wohnen angeht. In meinem Bekanntenkreis hab ich mehrere Fälle gehabt, wo sich Pärchen deshalb wieder getrennt haben.


    Aus diesem Grund wollten mein Freund und ich erst mal auf Probe zusammenwohnen.


    Ich habe so oft von der berühmten offenen Zahnpasta Tube gehört. Damals konnte ich nicht verstehen, wieso man sich deswegen so in die Haare kriegen konnte.


    Klar, ich musste meinem Freund öfter sagen, dass Dinge so und so haben möchte.


    Im Gegenzug habe ich auch die Wünsche meines Freundes erhört. Ich habe sonst nie Weichspüler benutzt, aber mein Freund mag den Geruch davon. Also benutz ich ihn halt.


    Wie gesagt, so richtig streiten tun wir nicht. Das mit dem Reiskocher nehm ich ihm nicht übel. Ich glaube auch, dass man aus Fehlern lernt.

    Zitat

    An meinen Kühlschrank darf er sich auch bedienen, wie er will. Wir gehen ja meist gemeinsam einkaufen.

    An diesem Beispiel sieht man, dass Du noch nicht bei einem "Unser" angekommen bist - ABER: Das finde ich auch völlig ok, solange Du Dir dessen bewußt bist und es für die Zukunft anstrebst. Auch das ist ein Prozess.


    Mein Partner und ich ziehen offiziell im September zusammen (und nicht nur das |-o ;-D ) - und noch immer rutscht mir manchmal ein "meine" Küche....oder so heraus ;-), immerhin war das über 10 Jahre lang auch "meine" Wohnung, für deren (Er)Haltung ich alleine sorgen musste. Emotional bin ich aber schon länger angekommen bei dem "Unser".


    Es rauft sich eben so zusammen, bzw. hat sich zusammengerauft. Für mich ist einfach ganz im Kern wichtig, dass ich immer noch sein kann wer ich bin, machen kann was ich will - ohne aber gemeinsame Dinge schleifen zu lassen oder ohne ein Opfergefühl (im Sinne von "darunter hätte ich zu leiden") zu berücksichtigen. Dies hinzukriegen ist für mich die Grundvoraussetzung für derartige Schritte.


    Ich möchte aber noch etwas zu dem Thema "fremdes Eigentum" sagen:


    Ich finde, hier wird ein wenig was durcheinander geworfen. "Fremdes Eigentum" in dem Sinne, sind für mich diese Dinge, die den Partner alleine betreffen, in seine Privatssphäre reinspielen. Das betrifft z.B. das Postgeheimnis (und dieses erweitere ich seit dessen Existenz auch auf Handy/Laptop/PC....), seine Brieftasche/Geldbörse - was auch immer. Wie gesagt, all' die Dinge, die nicht in die Zweierbeziehung gehören. Selbst seinen Nassrasierer würde ich ohne zu fragen nicht für meine Beinrasur benutzen.


    Aber gehupft wie gesprungen:


    Solange nicht eine gewisse Basis mit gewissen Eckpunkten, deren Gewichtung mindestens tendenziell passt, gegeben ist, funktioniert es nicht ohne, dass einer von Beiden zu viel von sich aufgeben müsste. Und das geht selten gut.

    Zum Thema Eigentum gibt es natürlich noch klare Grenzen.


    Bestes Beispiel ist eben SEIN Auto. Ich darf zwar damit fahren, aber nur wenn er es mir erlaubt.


    Schließlich hat er sich das Fahrzeug selbst gekauft und musste lange darauf sparen.


    Das würde sich ändern, wenn man sich als Paar gemeinsam ein Auto anschafft.


    Rein rechtlich müssen wir von "meiner" und "seiner" Wohnung sprechen.


    Wir zahlen jeweils nur unsre eigene Miete und jeder steht auch allein im jeweiligen Mietvertrag.


    So was würde sich erst ändern, wenn wir zusammenziehen.


    Und klar, gewisse Sachen müssen allein aus hygienischen Gründen getrennt werden. So hat jeder natürlich ne eigene Zahnbürste, nen Rasierer, Duschgel usw.

    MerryRose

    Also nicht wirklich ein Versuch. Dass in der Übergangszeit einer seine Wohnung behält und die Fixkosten Kosten teilweise noch nicht so aufgeteilt sind, wie sie es bei einer Wohnung wären, machen viele.


    Ich kann meine Frage nur wiederholen: Hast Du Deinem Freund alles so kommuniziert wie hier?

    Kleio

    Wirklich? Das machen viele?


    Ich dachte, nicht jeder wäre bereit, seine Wohnung für ein paar Monate aufzugeben. Vor allem, wenn man in die "einfachere" Wohnung zieht. Mein Freund hat bei sich mehr Zimmer, einen Fernseher, mehr Platz allgemein, eine Badewanne, einen Balkon usw.


    Also, inzwischen habe ich ihm das so kommuniziert.


    Er hat nicht groß was dazu gesagt, einfach nur zur Kenntnis genommen. Aber er kennt mich, dass ich eben meine Macken hab. :=o

    MerryRose

    Zitat

    Wirklich? Das machen viele?

    Ich bin zwar nicht "Viele" ;-) - aber Eine davon (bzw. natürlich auch mein Partner). Ich kenne aber noch Einige, die das in ihrer Anfangszeit/die ersten Jahre auch so gemacht haben.


    Ich kenne auch Einzelfälle, in denen die zweite Wohnung auf Zeit untervermietet wurde.


    Bei meinem Partner und mir stand schon recht schnell fest, dass es mit dem Zusammenleben wohl (sehr gut) klappen wird - dennoch haben wir ziemlich lange gewartet bis wir jetzt den Termin festgelegt haben, wann er seine Wohnung kündigt und hier in den Mietvertrag mit einsteigt.