Zitat

    Aber sonst kommst du klar?! Du kennst mich ungefähr überhaupt nicht und erdreistet dich, dir nach 5 Beiträgen von mir, eine Pauschalmeinung zu bilden und mich hier öffentlich so hinzustellen? Ich wäre herabschauend? Denk mal darüber nach, wer du bist.

    Allein das Fettgedruckte ist maßlos arrogant. Aber auch nachfolgende Dinge zeigen jemanden, der herabschauend, dünkelhaft und neidisch wirkt:

    Zitat

    Nene, das ich mit Mitte 30 schon sagen muss "was ist aus der Jugend geworden" macht mich echt traurig.

    Zitat

    Und das macht mich nun einmal sauer, weil ich das überhaupt nicht nachvollziehen kann, dass man so wenig Eigenverantwortung zeigt und kein Pflichtbewusstsein hat. So ist aber ein Großteil der "Generation Play-Station". Und dass ich das als Anfang 30er sagen muss ist traurig und schlimm. Einfach schlimm.

    Zitat

    Aus meiner Sicht ist das ganze Sozialsystem in Deutschland sowieso viel zu spendabel angelegt. Wenn ich mir überlege, was Leute, die noch nie gearbeitet haben teilweise für Luxusgüter haben (neueste Smartphones, Flatscreen-TVs, etc.), da bekomme ich Hass-Attacken drauf.

    Zitat

    Und Arbeit lohnt sich in Deutschland. Entweder lebt man dann unabhängig von Sozialleistungen und hat mehr Geld zur Verfügung als ein Hartzer, oder man erhält aufstockende Leistungen (weil das Einkommen nicht ausreicht für eine 4köpfige Familie) und hat trotzdem mehr als jeder andere Hartz-4-Bezieher, weil man auf das Einkommen noch Freibeträge angerechnet bekommt.


    Was soll denn Jemand verdienen, der zwar in Vollzeit (aber als ungelernte Kraft) arbeitet?

    Zitat

    Vielleicht sollte man eher darüber nachdenken, ob man dann 2 Kinder haben muss, wenn man sich das finanziell nicht erlauben kann. Es zwingt einen ja Niemand, Kinder zu bekommen.

    Zitat

    Wenn sich jede ungelernte Vollzeitkraft als Alleinverdiener mit 2 Kindern Urlaub und ein Auto leisten kann, wieviel müssten denn dann alle ausgebildeten Kräfte, geschweige denn Akademiker verdienen?

    Teile und herrsche funktioniert ganz prima, wie man sieht.


    Das Schlimme ist, dass Du nicht nur gegen Faulpelze wetterst, was ich verstehen würde, sondern auch prinzipiell gegen Geringverdiener, und das finde ich scheußlich. Nochmal: Dein Neid ist mir unverständlich. Nur, weil man ein neues Smartphone hat oder einen Flat-TV, ist man nicht vermögend und hat ein tolles Leben, auf das andere neidisch sein müssten. Anstelle auf sozial Schwächere loszugehen sei doch lieber dankbar, dass Du es so gut getroffen hast. Allein ein bildungsfernes Elternhaus kann über Erfolg oder Mißerfolg im Leben entscheiden.

    Zitat

    Sehe ich nicht so. Es geht hier ja um's Grundsätzliche und nicht um Details. Strukturell ist das m.E. absolut vergleichbar. Und auch die Frage, wie man jemanden, der aktuell (oder dauerhaft) keinen Arbeitsplatz findet, gegegenüber steht, ist 1:1 vergleichbar. Hier wie dort gibt es immer noch Leute, die (fälschlicherweise) glauben, dass jeder, der arbeiten will, auch Arbeit findet. Das ist aber (leider) nicht so.


    Und vor dem Hintergrund sollte sich ein anderer, respektvollerer Blick ergeben.

    So ist es. In meinen besten Zeiten war ich Bankerin, in den schlechtesten für einen Monat H4, wo ich zum Amt einbestellt wurde, meine Kontoauszüge vorlegen musste und in eine Veranstaltung gedrückt wurde, die m.E. sehr unseriös war (was ich später auch von anderen Seiten gehört habe). Ich habe also Luxus erlebt, aber auch mal Willkür; wobei ich durch mein Bildungsniveau das System zu meinen Gunsten genutzt habe und auch den Bogen raushatte mit dem Amt zu meinem Vorteil zurechtzukommen. Dennoch weiß ich, dass das nicht jeder kann. Ich war überwiegend im Büro tätig, aber auch in einer Produktionshalle und an der Supermarktkasse. Ich habe viel gesehen und erlebt; Arbeit, von der man leben kann, gibt es nicht genug in unserem reichen Land, und das ist so gewollt.

    Zitat

    Das Schlimme ist, dass Du nicht nur gegen Faulpelze wetterst, was ich verstehen würde, sondern auch prinzipiell gegen Geringverdiener, und das finde ich scheußlich.

    Jetzt mach mal nen Punkt und schreib hier nicht so ne gelogene Scheiße. Mit keinem Wort hab ich auch nur das Geringste hier gegen Geringverdiener gesagt, geschweige denn "gewettert". Es reicht mir jetzt echt, dass du meinst, du kannst dir sowas rausnehmen, mir Worte im Mund umdrehen, und mich hier als einen Menschen daratellen, der ich nicht bin.


    Außerdem ging es hier um eine inhaltliche Diskussion; du machst da ne persönliche Schiene draus und greifst mich für meine Meinung an. Wofür, frag ich mich? ":/


    Aber kann ich auch. Könnte es daran liegen, dass du schlecht Meinungen anderer Menschen akzeptieren kannst und so von dir überzeugt bist, mit all deinen achso tollen Ansichten so goldrichtig zu liegen, so dass Jeder, der eine andere Meinung hat als du, im Unrecht ist (ist 'ne rhetorische Frage, brauchst also nix drauf zu antworten)?


    Sowas nennt man glaube ich ignorant und intolerant und ist - nebenbei gesagt - ein ganz mieser Stil.


    Sorry, hätte hier gerne inhaltlich weiter zu der "Ausgangsthematik" geschrieben. Aber auf so 'ne persönliche Schiene brauch ich mir das nicht geben und verabschiede mich aus dem Thread.

    @ feles:

    Ich wünsche dir, dass du für dich in deinen Gedanken weiterkommst und Denkanstöße in diesem Thread erhalten hast, die dir weiterhelfen. Alles Gute für dich. :-)

    Danke :)


    Ich habe ihm klar vermittelt, dass es für mich kein Dauerzustand ist... dass er ja auch Praktika o.ä. machen könnt, wenn er nach oder während der 5 Wochen nichts findet. Er geht dort hin und macht dort mit. Wir leben in einer ziemlich großen Stadt und die Trainer dort helfen ihm denk ich ganz gut bei der Suche und zeigen ihm einuge Möglichkeiten auf. Ich hoffe er fällt nach den 5 Wochen nicht wieder in das alte Muster zurück, weil das spricht gegen eine Zukunft mit ihm :°(

    Feles, gibt es denn irgendetwas, womit du ihn unterstützen könntest? Ich denke, er wird leichter zurückfallen, wenn er dabei nicht deine Unterstützung erfährt, sondern sich vor dir beweisen muss.


    Für den ersten Schritt ist ein kleiner Tritt vllt hilfreich, aber langfristig denke ich nicht. Super jedenfalls, dass er versucht, in die Gänge zu kommen. Ich finde es übrigens nicht schlimm, wenn er das für dich macht, es ist nämlich nichts schlechtes für ihn und wenn ihn sonst nichts motiviert.. besser als wenn er weiter nur daddelt.


    Ich bin selbst gerade arbeitssuchend und habe mich gestern online etwas schlau gemacht. Dabei bin ich auf ein Buch gestoßen, das wohl von Arbeitsagenturen usw empfohlen wird und das wohl ganz toll sein soll. Es heißt ''Durchstarten zum Traumjob: Das ultimative Handbuch für Ein-, Um- und Aufsteiger" von Richard Nelson Bolles und Madeleine Leitner.


    Wenn du magst, kann ich dir per PM den Link schicken, wo ich das entdeckt hab?!? Dort stehen einige Infos zum Buch. Ich habe es selbst nicht gelesen, aber je nachdem, wie lange ich arbeitslos bleibe, ist es definitiv eine Option und bestimmt auch einfachso interessant zu lesen. Vllt kann euch das ja auch helfen. Liebe Grüße *:)

    WM,


    wenn das alles so ist wie Du schreibst, dann lass dem H4-Empfänger einfach seinen TV und sein Handy, weil das wahrscheinlich häufig die einzige Freunde ist, die ihm in unserer konsumorientierten Welt bleibt, dann kommt auch keiner mehr auf die Idee, dass Du den Ärmsten was neidest (was ja nicht nur mir aufgefallen ist). Es ist desweiteren nicht fair zu schreiben, dass Geringverdiener keinen Anspruch darauf haben, Kinder zu haben oder ein Auto oder auch mal in den Urlaub fahren zu können. Warum nicht? Soll der einfach nur brav und unterbezahlt malochen und kurz vor der Rente ins Gras beissen? Wer in Vollzeit arbeitet und Steuern zahlt, sollte sich Kinder, zumindest ein kleines Auto und damit Mobilität sowie auch zumindest einen bescheidenen Urlaub leisten können! Denn nur dann lohnt sich Arbeit auch wirklich, das ist aber leider nicht der Fall, und auch das sehen die meisten Leute so. Jeder bekommt Arbeit ist nicht dasselbe wie jeder, der will, bekommt Arbeit, von der er leben kann.Ich kenne sehr liebe, anständige Leute, die von unserem System systematisch ausgenutzt werden, sie sind einfach gestrickt, aber sehr hilfsbereit und arbeitsam, und trotzdem müssen sie aller paar Jahre in eine billigere Wohnung umziehen, weil ihre Kohle, die sie zu unsäglichen Konditionen verdienen, einfach nicht reicht, wenn die Miete steigt. Diese Leute haben drei Kinder aufgezogen, die über die Runden kommen und dem Staat nicht auf der Tasche liegen. Trotzdem sind sie, glaube ich, nur zweimal im Leben verreist, ein Auto haben sie noch nie gehabt und auch einen Plasma-TV habe ich noch keinen in ihrer Wohnung gesehen. Inzwischen haben beide den Rücken kaputt. Menschlich standen sie mir näher als mancher Akademiker, der seine Nase hoch im Wind trägt und auf die kleinen Leute runterschaut. Ich finde Dünkelhaftigkeit unmöglich.


    TE,


    Praktika sind auf jeden Fall eine Chance, im Berufsleben Fuß zu fassen. Allerdings da auch aufpassen, dass man nicht zum Dauerpraktikanten wird, viele Firmen nutzen das gerne aus um jemanden unbezahlt für sich arbeiten zu lassen. Es gibt auch bezahlte Praktika, vielleicht hat er ja Glück. Auf jeden Fall eine gute Möglichkeit, mal in die jeweilige Branche reinzuschauen. Bei meinem Mann auf Arbeit gibt es immer wieder mal Praktikanten in verschiedenen Altersstufen, um mal zu schauen, was man dort alles tut. Auch bei einer früheren Arbeitsstelle bei mir hatte ich eine Studentin als Praktikantin bei der Hand, ich glaube, die wurde auch bezahlt und war sehr zufrieden. Im Lebenslauf sieht das auf jeden Fall besser aus als wenn da nichts steht. Ein Praktikum würde ich auf jeden Fall eher empfehlen als ein Ehrenamt in seiner jetzigen Situation.


    Wenn Du ihm gewissermaßen ein Ultimatum gesetzt hast, ist das zwar recht hart, aber zumindest weiß er dann, woran er ist. Es wäre auf jeden Fall schön, wenn Du auch seine Bemühungen anerkennen könntest, auch wenn es nicht sofort funktioniert.

    Ich bleibe gerade an der Formulierung hängen:

    Zitat

    sehr liebe, anständige Leute, die von unserem System systematisch ausgenutzt werden

    Werden die beschriebenen Menschen wirklich "vom System ausgenutzt", also zu dessen Nutzen von diesem verbraten, oder fallen sie, gemessen an der vergleichsweisen Wohlhabenheit der zufriedeneren Bürger, nicht einfach nur durchs Raster?

    Nun ja... einerseits verständlich, dass du jemanden an deiner Seite haben willst, der sein Geld verdient... andererseits scheint die Liebe dann ja nicht soooo groß zu sein, wenn das der einzige Trennungsgrund ist... es ist aber gut, dass du klar für dich weißt, was du willst :)^




    Was sagt dein Freund dazu? Weiß er, dass du nur mit ihm zusammenbleibst, wenn er estwas, deiner Ansicht nach, sinnvolles im Alltag tut (bestenfalls arbeitet)? Fühlt er sich nicht gegängelt/bevormundet von dir?

    Zitat

    Werden die beschriebenen Menschen wirklich "vom System ausgenutzt", also zu dessen Nutzen von diesem verbraten, oder fallen sie, gemessen an der vergleichsweisen Wohlhabenheit der zufriedeneren Bürger, nicht einfach nur durchs Raster?

    Ich habe schon öfters mal den Eindruck das in unserem System Menschen die bescheiden, nett und ehrlich sind ausgenutzt werden. Oder andersherum wer auf den Putz haut und bescheißt hat mehr Vorteile.


    Schon allein wenn man mal sieht wer so in Chef-Positionen landet, soziale Kompetenz ist da manchmal nicht gerade stark ausgeprägt.

    Zitat

    Werden die beschriebenen Menschen wirklich "vom System ausgenutzt", also zu dessen Nutzen von diesem verbraten, oder fallen sie, gemessen an der vergleichsweisen Wohlhabenheit der zufriedeneren Bürger, nicht einfach nur durchs Raster?

    Ja, sie werden schlicht und ergreifend aktiv ausgebeutet. Sie waren viele Jahre lang unsere Nachbarn, daher kenne ich sie ganz gut. Ehe sie aufs Amt gehen würden, machen sie lieber jeden Job, egal zu welch unsäglichen Konditionen, das fängt bei der Bezahlung an und geht über eine total unmögliche Arbeitszeit. Ob sie bezahlten Urlaub bekommt, weiß ich gar nicht. E


    Ansonsten kenne ich noch jemanden, ein angehender Familienvater, der über Zeitarbeit irgendwo als Dreher angestellt war (war der froh, überhaupt in seiner Region einen Job gefunden zu haben). Er bekam nicht nur deutlich weniger Lohn als sein fest angestellter Kollege, es war so wenig, dass er bei Vollzeit und ständigen Überstunden (!) aufstocken musste.


    Wenn Leute bei Vollzeitbeschäftigung noch ausstocken müssen um über die Runden zu kommen, ist das ne riesen Sauerei. Und das hat mit mangelnder Zufriedenheit oder gar Anspruchsdenken nichts zu tun.

    Zitat

    Ich habe schon öfters mal den Eindruck das in unserem System Menschen die bescheiden, nett und ehrlich sind ausgenutzt werden.

    So ist es, und dieses nunmehr schon etwas ältere Ehepaar, das ich hier beschreibe, fällt definitiv darunter. Mich packt jedes Mal der Zorn, wenn ich sie treffe. Aber sie jammert nicht, sie resigniert und ist froh über die paar Kröten, die sie kriegt. Ich gebe ihr noch 10 Jahre, dann ist sie körperlich völlig hinüber und darf sich auf eine Rente freuen, mit der sie wahrscheinlich nur dann über die Runden kommt, wenn sie noch irgendwohin auf allen Vieren zum Putzen kriecht.

    Louisiana, wo wohnst du, wenn ich fragen darf? Also in welchem Teil von Deutschland? Großstadt, Kleinstadt usw.? Ich habe da einen etwas anderen Eindruck und ich kann mir vorstellen, dass das evtl. stark regionenabhängig ist?

    Es ist schon regionenabhängig - das merkt man sogar innerhalb von Berlin. Es ist sehr ungerecht, dass ausgerechnet in strukturschwachen Gegenden oder hier Bezirken besonders viel Druck auf Arbeitssuchende ausgeübt wird. Dabei regiert hier die Linke, da bin ich schon stark enttäuscht. Das nennt man dann wohl Realpolitik. Das Problem ist meines Wissens auch einfach, dass nicht gemeinsam gewirtschaftet wird. Wenn das stimmt, würde mich zumindest nix mehr wundern. Steglitz hat die paar Kröten für die wenigen Arbeitslosen im Bezirk einfach übrig, weil es so viele Steuerzahler gibt. In Marzahn ist es wohl genau umgekehrt. Und ähnlich ist es wohl auch in Teilen gon Sachsen im Vergleich zu BaWü, z.B. Da florieren auch noch die mittelständigen und Kleinunternehmen.

    Zitat

    Oder andersherum wer auf den Putz haut und bescheißt hat mehr Vorteile.

    Das liegt aber nicht am System bzw. dem Staat. Wer bescheißt hat keine "Vorteile", sondern begeht eine Straftat.

    Zitat

    Ehe sie aufs Amt gehen würden, machen sie lieber jeden Job, egal zu welch unsäglichen Konditionen, das fängt bei der Bezahlung an und geht über eine total unmögliche Arbeitszeit.

    Ist doch auch nichts verwerfliches dran, wenn sie sich zu stolz sind, sich vom Amt den Lebensunterhalt zahlen zu lassen und lieber selbst (wenn auch auf beschwerliche Weise) ihr eigenes Geld verdienen. Wobei man noch sagen muss, dass wir hier in Deutschland im internationalen Vergleich wohl noch sehr gute Arbeitsbedingungen haben.