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    Darüber wie er drauf ist, wissen wir bis jetzt eigentlich so gut wie gar nichts.

    Na wir wissen das er körperlich und psychisch gesund ist und 23 Jahre ist und kein Bock zum arbeiten hat und gerne zockt. ;-D

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    Schon mal einen Blick auf die generelle Arbeitsmarktlage geworfen? Es ist heute eben nicht so einfach einen Arbeitsplatz zu bekommen.

    Naja, dank Mindestlohn ist echt durchaus möglich, mit 23 (vielleicht ist es jenseits der 50 wirklich schwer, ok...) "irgendeinen" Arbeitsplatz zu finden, mit dem man mehr als Hartz4 verdient, egal bei welcher Arbeitsmarktlage. Außer man ist strohdumm, hat null Auffassungsgabe, ist eine Schlaftablette, ist irgendwie psychisch oder phsysisch richtig krank und arbeitsunfähig oder man kann die einfachsten Regeln nicht einhalten (Pünktlich sein, den Arbeitgeber nicht beklauen/betrügen, nicht in Boxershorts oder besoffen auf Arbeit erscheinen etc...). Oder man will eben lieber den ganzen Tag nur zocken und nicht arbeiten.

    Er hat eine gute Ausbildung, aber ihm macht der Job keinen Spaß. In dem Beruf hat er 1 1/2 gearbeitet, vor meiner Zeit. Er sagt halt desöfteren, arbeitslos sein ist gemütlich und er war auf einer Veranstaltung für seinen "Traumberuf" , wo ein kleiner Aufnahme Test gemacht wurde (Viele Bewerber) bei dem er sich 0 Mühe gegeben hat, weil er meint solche Tests sind eh für nix. (Eigene Worte) Zwischendurch sagt er, er will gerne was machen aber er wirkt sehr zufrieden als Arbeitsloser. Wir passen ansonsten sehr gut zusammen , haben viel Spaß und seine Sachen zahlt er selber. Ich zieh ihn nicht durch oder mit, brauch ihn aber genauso wenig als Versorger. Obwohl ich "nur" studier, geht es mir finanziell besser. Ich will mal Ärztin werden und hab in Ö sehr gute Chancen, einen Job zu kriegen. Ich finde es so schade, dass er so wenig Eigenintiative zeigt, obwohl ich ihm schon 100 mal gesagt habe, dass das für mich kein Dauerzustand ist. Er könnte ja auch mal ein Praktikum machen, zum ausprobieren, aber nicht mal das... Es geht mir auch nicht primär ums Geld, sondern darum, dass er nichts macht, also um die Einstellung. Einmal sagt er, er würd gern was machen, dann sagt er wieder, daheim ist es so gemütlich. Das alles zusammen macht mir eine Entscheidung nicht leicht, vorallem weil es ja sonst gut passt.


    wegen der Depressionen: die haben sich schon vor ihm deutlich gebessert gehabt.

    ich bräuchte da vermutlich nicht soooo lange nachdenken. arbeitslos werden kann jedem passieren und ist nichts schlimmes. sich aber wie ein nasser sack aufs sofa setzen und einfach mal nichts tun - und das mit 23 jahren und körperlich sowie geistig in gesunder verfassung... sorry, da verliere ich jeglichen respekt vor einer person. und von daher wäre der einzige weg, dass er den arsch hochbekommt oder wir getrennt weiter ziehen. ich mag menschen, denen ich auf augenhöhe begegne und wenn dem nicht so ist, orientiere ich mich gerne "nach oben". aber einen waschlappen auf dem sofa der nichts gebacken bekommt - nein danke.

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    Naja, dank Mindestlohn ist echt durchaus möglich, mit 23 (vielleicht ist es jenseits der 50 wirklich schwer, ok...) "irgendeinen" Arbeitsplatz zu finden, mit dem man mehr als Hartz4 verdient, egal bei welcher Arbeitsmarktlage. Außer man ist strohdumm, hat null Auffassungsgabe, ist eine Schlaftablette, ist irgendwie psychisch oder phsysisch richtig krank und arbeitsunfähig oder man kann die einfachsten Regeln nicht einhalten (Pünktlich sein, den Arbeitgeber nicht beklauen/betrügen, nicht in Boxershorts oder besoffen auf Arbeit erscheinen etc...). Oder man will eben lieber den ganzen Tag nur zocken und nicht arbeiten.

    Klingt nicht so, als wärst du schonmal länger erfolglos auf Jobsuche gewesen. :|N Ich schon. Und zwar ohne, dass eine deiner vermeintlichen Erklärungen zugetroffen hätte.

    Wer in dem Alter keine Arbeit hat, bei dem stimmt irgend etwas nicht. Je länger er wartet desto schwerer ist er vermittelbar. Es wird niemand auf ihn darauf zu kommen und im Arbeit für gutes Geld anbieten. Aber das erwarten leider manche.

    Denkst du denn dein Freund ist spielsüchtig?


    Ich finde, das klingt schon sehr ernst und ich kann deine Gedankengänge total nachvollziehen.


    Für Arbeitslosigkeit kann niemand was. Aber fürs stundenlange Zocken.

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    er wirkt sehr zufrieden als Arbeitsloser. Wir passen ansonsten sehr gut zusammen

    Ist doch besser als ein unzufriedener, gestresster Arbeiter der seinen Mindestlohn bekommt (z.B. als Paketauslieferer ;-) ).




    Mir war immer wichtig, dass der Partner mit sich/seinem Leben zufrieden ist, egal was er macht... ich lege keinen Wert auf Status/Beruf etc. Es gibt so viele Auststeiger aus diesem System, was ich bewundere :)z




    Ich denke auch, du hasst eher Angst, dass es später nicht mehr passt... welche Ärztin will schon einen gesellschaftlichen Looser zuhause hocken haben... andererseits könnte er dann den Hausmann und Vollzeitpapa machen, hat auch was :)^

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    Für Arbeitslosigkeit kann niemand was. Aber fürs stundenlange Zocken.

    Was sollte er denn besseres/sinnvolleres/gesellschaftlich Anerkannteres mit seiner Zeit anfangen (Bewerbungsbemühungen ausgeschlossen)?

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    Was sollte er denn besseres/sinnvolleres/gesellschaftlich Anerkannteres mit seiner Zeit anfangen (Bewerbungsbemühungen ausgeschlossen)?

    haha, was für eine frage.... da fallen mir auf anhieb aber diverse dinge ein... lesen, sich bilden, sport treiben, ehrenamtlich tätig werden, zeitung austragen, musikinstrument lernen, malen, haushalt machen.... etc etc.


    alles besser, als täglich stundenlang mit dem arsch auf dem sofa zu sitzen und in einer virtuellen welt vor sich hin zu vegetieren. furchtbar.

    Ja, ich finde das auch nicht gerade inspirierend stundenlang zu daddeln, aber du kannst Menschen nunmal nicht ihr Hobby diktieren... und der eine malt eben gerne 4 std. an einem Bild oder retuschiert Fotos am Computer und ein anderer daddelt...