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    Aber mit Hartz-4 scheiden solche Dinge einfach mal aus.

    Das ist aber auch eine Sache der Prioritätensetzung. So rein zum Leben braucht man nun wirklich nicht so schrecklich viel. Und manchen Menschen ist freie Zeit schlicht wichtiger als Geld.


    Mir zum Beispiel auch, Vollzeit in einem Beruf zu arbeiten der mich nicht total ausfüllt, das könnte ich mir nicht vorstellen. Deswegen praktiziere ich seit geraumer Zeit das Modell so wie ich gerade motiviert bin vor mich her zu studieren und Teilzeit mit schwankenden Stundenzahlen zu arbeiten. Grandios werde ich nicht bezahlt und Anspruch auf Urlaubs- oder Weihnachtsgeld habe ich als Werkvertragssklavin keinen, aber ich verdiene okej, ich kann mir meinen Arbeitsort ebenso aussuchen wie wann ich arbeiten möchte. Dadurch werde ich sicher nicht reich, bin mir nicht mal sicher ob ich nicht mit Harzt IV mehr bekommen würde ]:D , aber ich bin zufrieden, flexibel und habe meistens einen guten Batzen Freizeit, was ich liebe.


    Großartig Geld verschleudern ist nicht drinnen, aber ich habe eine wunderbare Wohnung, kann gutes Essen sowohl für mich als auch den Hund zahlen und selten ist sogar mal ein bisschen Urlaub drinnen. Mehr will ich grad eigentlich gar nicht und ich finde das durchaus legitim wenn es für einen selbst okej ist am Rande des sogenannten Existenzminimums zu leben.


    Absolute Antriebslosigkeit und Perspektivlosigkeit wie die TE das bei ihrem Partner sieht ist aber nochmal ne ganz andere Hausnummer, die von Erwerbsarbeit und/oder zur Verfügung stehendem Geld unabhängig ist.

    Vielleicht wirkt es wie ein Widerspruch, da gebe ich dir Recht:


    Damit der Widerspruch sich erledigt müsste man in die gesamte Argumentationskette nämlich noch zwei weitere große Themen dazu anführen: Schwarzarbeit und Sozialhilfebetrug...

    Eine Studentin in Österreich befürchtet, dass sie später mal dank eines mutmaßlich langzeitarbeitslosen Freundes zur alleinigen Ernährerin wird. Und ihr macht eine Grundsatzdiskussion über Sozialsysteme daraus.


    Ich würde mich nicht wundern, wenn sie sich aus ihrem Faden verabschiedet hat. ":/

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    Absolute Antriebslosigkeit und Perspektivlosigkeit wie die TE das bei ihrem Partner sieht ist aber nochmal ne ganz andere Hausnummer

    Das sehe ich auch so.


    Seinen Lebensunterhalt selbst zu bestreiten, zu studieren und finanziell keinen großen Sprünge machen zu können, um sich Freizeit zu ermöglichen, ist tatsächlich etwas anderes. Sofern man nicht der Allgemeinheit zur Last fällt.

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    Eine Studentin in Österreich befürchtet, dass sie später mal dank eines mutmaßlich langzeitarbeitslosen Freundes zur alleinigen Ernährerin wird. Und ihr macht eine Grundsatzdiskussion über Sozialsysteme daraus.


    Ich würde mich nicht wundern, wenn sie sich aus ihrem Faden verabschiedet hat. ":/

    Ooops, da hast du Recht. Man schweift immer so ab und verfällt in Grundsätzliches, wenn man über Dinge schreibt, die einem beruflich geläufig sind...


    Sorry, feles, für das "Mißbrauchen deines Threads". @:)

    Och schade, jetzt wollte ich noch etwas grundsätzliches zum Thema Sozialsysteme schreiben....aber gut ich sehe es ein... Obwohl vielleicht haben ja auch die verschiedenen Lebensansätze in einer Beziehung mit der Gesellschaft zu tun in der wir leben? Und kann man eine Beziehung überhaupt miteinander führen wenn beide grundverschiedene Vorstellungen haben, ich kann es mir nicht vorstellen.

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    Macht ein wenig Hoffnung in Zeiten von Super-neoliberalen (die AFD braucht für das Parteiprogramm definitiv eine Steigerung von neoliberal) Parteien, welche mehr und mehr Zulauf bekommen von grade den Wählern, welche von deren Politik am wenigsten profitieren.

    Ja, aber elektroboi, wo sind wir denn hier?! Die AfD ist doch DIE Partei, schließlich will sie die ganzen pöhsen Assi-Ausländer und Asylanten aus dem Land kicken, die dem guten Deutschen die Arbeitsplätze wegnehmen. Also gleich mehrere. DAS ist doch Alles was zählt! Parteiprogramm... was war das nochmal gleich? Egal! Hauptsache, denen da oben mal nen Denkzettel verpassen!


    Okay, also ich hab heut mit ihm geredet und wenn er in den 5 Wochen keine Stelle für seinen Traumjob findet, dann macht er danach was anderes bis er eine Stelle für seinen Traumjob kriegt. Zumindest hat er mir das versprochen...

    Zumal ein Versprechen noch keinen Erfolg bedeutet. Niemand kann sagen, wie lange es dauert, bis er überhaupt einen Job gefunden hat. Danach muss feles wieder bewerten, ob seine Bemühungen ausreichend sind oder nicht. Da hat sie ja schon ein bestimmtes Bild, was durch die Vergangenheit geprägt ist. Und Ungeduld ist auch immer ein schlechter Berater.


    Wichtiger als sein Job - finde ich - ist, dass sie in Ruhe die Beziehung überdenkt und offen mit ihm darüber spricht. Das Gespräch über den Beruf hat ja schon stattgefunden, was immerhin ein Anfang ist. Aber es steckt in meinen Augen mehr dahinter, sie betrachtet ihn schon nicht mehr auf Augenhöhe, sondern als Problem. Das ist nicht allein mit Engagement wieder aufzuholen, sondern braucht Zeit und Ausdauer. Wenn er einsieht, dass ein sicheres Einkommen wichtig und wertvoll ist und man Verantwortung für den gemeinsamen Lebensweg hat und Entscheidungen treffen muss, dann ist es gut. Wenn er es aber nur tut, weil sie ihm die Pistole auf die Brust setzt, wird das kein dauerhafter Erfolg werden.


    Es kann genauso gut passieren, dass er in 5 Wochen einen Job hat, sie aber dennoch die Achtung vor ihm nicht wiedergewinnt und erkennt, dass das fehlende Einkommen nur ein Symptom war und sie eigentlich nur einen Grund bei ihm suchte, die gemeinsame Zukunft infrage zu stellen. Und das ist wichtig, dass sie sich darüber im Klaren wird und auch offen mit ihm spricht, wie es weitergehen soll und was sie empfindet.


    Ganz ehrlich: wenn man jemanden liebt, der finanziell nur schwach aufgestellt ist, dann schreibt man vor Sorge - nicht aber vor Wut. :-/

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    Eine Trennung stünde ja auch noch im Raum. Oder eben ein Kompromiss. Ich gehe da mit Comränchen, mit dem ich endlich mal wieder einer Meinung sein kann :-D :

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    Es kann genauso gut passieren, dass er in 5 Wochen einen Job hat, sie aber dennoch die Achtung vor ihm nicht wiedergewinnt und erkennt, dass das fehlende Einkommen nur ein Symptom war und sie eigentlich nur einen Grund bei ihm suchte, die gemeinsame Zukunft infrage zu stellen. Und das ist wichtig, dass sie sich darüber im Klaren wird und auch offen mit ihm spricht, wie es weitergehen soll und was sie empfindet.


    Ganz ehrlich: wenn man jemanden liebt, der finanziell nur schwach aufgestellt ist, dann schreibt man vor Sorge - nicht aber vor Wut. :-/

    Wut kann zwar auch ein Ausdruck von Sorge sein, aber es wäre sicherlich trotzdem sinnvoll, sich selbst da nochmal zu hinterfragen. Warum soll er denn unbedingt einen Job haben? Also nicht "Warum, um Gottes Willen?!", sondern welchen konkreten Grund hat die TE vor Augen?