Ja, wobei eben gar nicht klar ist in wie weit Therapie und Einstellung da im Vergleich zur genetisch Anlage eine Rolle spielen, bei dieser Resilienz.


    ich finde es einfach gefährlich wenn man eine pauschale Opferumkehr zelebriert, in dem man demjenigen der leidet erklärt er würde halt schon wirklich was falsch machen. Das ist zwar gerade sehr dem Zeitgeist entsprechend, alles und wirklich alles, auf die Eigenverantwortung zu schieben. Aber die hat eben Grenzen. Ich kann mich nicht gegen alles absichern und das Leben tut zwischendurch richtig weh, aber die Erfahrung das man das aushalten und überleben kann und so, die ist ja auch viel wert.

    Könnte aber sein, das mit der Opferumkehr ist nun eine Überbewertung in die Gegenrichtung. Darum gehts jedenfalls nicht, sondern: Ein wenig mehr Macht über die eigenen Reaktionen kann Stärke vermitteln. Wenn ich selbst Einfluss nehmen kann, mehr als ich dachte, schiebt mir das noch lange nicht die Schuld in die Schuhe.


    Herrgott, warum muss das immer so absolut sein?! Ist wirklich immer nur das eine oder das andere möglich oder richtig? Warum gehts nicht, dass man einfach sagt: "Ist vielleicht ganz interessant, auch wenns für mich kaum infrage kommt"?

    Niemand bestreitet doch, dass die von Dir weiter vorn angeführte Vergewaltigung eine Verletzung schlimmster Art ist. Das perlt nicht einfach ab, und das ist selbstverständlich. Ebensogut könnte ich sagen, Mord ist nicht schlimm - aber bitte: Wer tut das?! Ich finde es sehr daneben, das als Vergleich heranzuziehen, sorry. So etwas braucht fast immer lange zur Verarbeitung, wenn es überhaupt zu bewältigen ist. So etwas meinte ich ausdrücklich NICHT.

    Die Aussage von rr2017 bzw. die Aussage um die es ging war:

    Zitat

    Von daher denke ich, sollte man sich durchaus klar machen, dass man zwar selber bestimmen kann, inwieweit anderen einen verletzen (da stimme ich Dir zu), aber keineswegs den Einfluß, den man auf andere hat, unterschätzen.


    rr2017

    Ich denke nicht, dass man das wirklich so frei selbst entscheiden kann, inweiweit einen etwas verletzt. Ok, außer man hat seine Empfindungen abgespalten. Das halte ich auch eher für egogeprägt, dass man so tut als ob man ganz alleine für sich entscheiden könnte, inweiweit einen etwas verletzt, das man erlebt bzw. andere tun. Jeder hat Schwachstellen und ist dort verletzbar. Das ist das, was ich dazu denke.


    (Mal abgesehen das das Ganze sehr ot geworden ist imho.)

    Und irgendwie scheinen immer viele daraus zu lesen "selber Schuld dass du so schwach bist" - statt zu denken "super, ein mögliches Instrument, es mir leichter zu machen".


    Wollen einige offenbar gar nicht. Nun gut, bitte. Und ja, sehr OT inzwischen...

    Ergänzung:


    Ursprgl. kam die Aussage in den Thread durch Leo2017Ds Beitrag am 25.06.17 um 08:03 Uhr.


    ... Und dessen Beitrag ist definitiv von Esoterik-Sekten-Blabla geprägt und sehr verstrahlt. Das ist nämlich dieses verdrehte Resonanz-Karma-Zeug. Wenn ich den Smiley am Ende richtig verstehe, nimmt der User seinen Beitrag aber selbst nicht ganz ernst oder ist durch seine Überzeugungen schon zu entrückt von der irdischen Welt oder trollt einfach nur.


    /ot

    Zitat

    ich finde es einfach gefährlich wenn man eine pauschale Opferumkehr zelebriert, in dem man demjenigen der leidet erklärt er würde halt schon wirklich was falsch machen. Das ist zwar gerade sehr dem Zeitgeist entsprechend, alles und wirklich alles, auf die Eigenverantwortung zu schieben. Aber die hat eben Grenzen. Ich kann mich nicht gegen alles absichern und das Leben tut zwischendurch richtig weh, aber die Erfahrung das man das aushalten und überleben kann und so, die ist ja auch viel wert.

    Genau so sehe ich das auch.

    Zitat

    Insgesamt kann es die Psyche schützen, wenn man sich weniger verletzlich macht, und dazu gibts psychologische Hilfestellungen, mehr wollte ich eigentlich auch gar nicht sagen.

    Zitat

    Ein wenig mehr Macht über die eigenen Reaktionen kann Stärke vermitteln.

    So formuliert finde auch ich das absolut ok.

    Ich find das gar nicht so OT, denn Cinnamons "großes Thema" ist nunmal "vernünftige soziale Beziehungen führen". Wir diskutieren hier lediglich die möglichen Punkte, an denen diese scheitern können.


    Ich kann mit "Für meine Gefühle mehr Verantwortung zu übernehmen" gar nichts anfangen. Was genau sollte das sein?


    Verständlicher finde ich, wenn man es so formuliert, dass man seine Gefühle kritisch reflektieren sollte und unterscheiden sollte, welche angemessen sind, und welche eher unangemessen bis krankhaft (da sie aus eigenen Vorschädigungen und Prägungen basieren und punktuell völlig überzogen sind). Man hat also nicht für die Gefühle Verantwortung, aber sehr wohl dafür, inwiefern man ihnen nachgibt.

    Im übrigen schließt sich da sogar der Kreis. Eigene krankhafte Gefühle erkennen und entsprechend nicht (über-)reagieren ist genau das, was eben nicht der besagten Opferhaltung entspricht, zu der man sonst neigen könnte.


    Wenn nun "arschiges" Verhalten, also ich-bezogenheit, Narzissmus etc. Folge dieses unreflektierten Verhaltens auf pathologische Gefühlsregungen ist, dann kann es ja genau an dieser Stelle unterbrochen werden.


    So gesehen sinds eigentlich zwei Seiten derselben Thematik.

    Ich sehe das genau wie Cote Sauvage. Im Grundsatz ist mir der Gedanke sehr vertraut und ich mag ihn auch, aber er wird oft so absolut formuliert und dann finde ich ihn wieder gefährlich, weil er etwas suggeriert was es nicht gibt.

    @ rr2017

    Genau genommen ist es nicht einmal nötig, eigene Gefühle zu hinterfragen, um sich für ein anderes Gefühl zu entscheiden.


    Hilfreich ist es allerdings, um zu verstehen, warum ich hier und da so und so reagiere, was ich gar nicht möchte, und sich zu fragen, ob die Reaktion "nötig" ist.

    Zitat

    Man hat also nicht für die Gefühle Verantwortung

    Wer denn dann wenn nicht man selbst?

    @ danae87

    Opferumkehr wie "selbst Schuld dass der Kerl dich begrabscht hat, was trägst du auch so ein kurzes Kleid - der konnte ja gar nicht anders" löst bei mir auch allergische Ausschläge aus. Aber so etwas habe ich ausdrücklich nicht gemeint.

    Gefühle kommen doch einfach von selber, man kann sie nicht beeinflussen. Verantwortung übernehmen würde ich eher für darauf aufbauende Handlungen.


    Ich hab auch keine Verantwortung dafür, wenn es irgendwo juckt. Allerdings durchaus, ob ich mich da dann deswegen blutig kratze, oder dem Drang widerstehe und mich nicht selbstschädigend verhalte.