Aufgeben müssen

    Wenn schon mit dem ersten Wort, welches man tippt, klar ist, wie sinnlos der Text ist, den man in der Hoffnung schreibt, die Person, die gemeint ist, würde ihn lesen, verstehen und vor allem fühlen, – sollte man es dann nicht lieber direkt sein lassen?


    Wohin führt das, ....diese Farce, sich selbst zu offenbaren, wo doch immer der bittere Beigeschmack des sich-der-Lächerlichkeit-preisgebens mitspielt.


    Je länger, stärker und aussichtsloser der Hang zu der vermeintlich unerfüllbaren aber einzigen Liebe umso länger, verzweifelter und poetischer die Texte, die den eigenen Zustand beschreiben?


    Wie viele Sprichworte gibt es diesbezüglich, die Aufbauung beinhalten, Klarheit schaffen und Realitätsreanimierend wirken sollen?


    Was nützen gute Ratschläge, die nichts weiter beabsichtigen, als Dir das Liebste im Leben nehmen zu müssen.


    Wie oft hört man sich herzzerreißende Lovesongs an, in der Hoffnung, es klingle an der Türe, sie käme herein und böte ein Bild des Jammers, weil sie sich ebenfalls so lange nach Dir verzehrt habe.


    Ein Happyend à la Hollywood, dort klappt’s immer. Das ist genau jetzt der sich-selbst-erfüllende Traum auf den man immer gewartet hat, für dein Preis einer DVD; das Ganze ohne jeden realen Anlass zum Optimismus.


    Was ist schlimmer, bis ans andere Ende der Welt zu fliehen, um dort darauf zu hoffen, dass mit größtem Abstand das Vermissen bald verblasst? Oder direkt neben der Person zu stehen – und trotzdem zu vermissen?


    Was ist schlimmer, diese unerfüllte Liebe endgültig aufzugeben – oder sich selbst aufzugeben?


    Was ist richtiger – dankbar zu sein für die wenigen Momente, die man gemeinsam hatte, oder traurig darüber sein zu dürfen, das keine weiteren mehr folgen werden?


    Wie sinnlos alles ist.

  • 3 Antworten