Aussichtslose Verliebtheit gefährdet mein Studium

    Hi,


    ich bin derzeit ziemlich psychisch belastet...zwar weiß ich dass es kein Patentrezept zur Lösung meiner Probleme gibt, aber vielleicht gibt es hier ja jemand mit ähnlichen Erfahrungen und Tipps :-)


    Und zwar ist das Problem recht einfach.


    Ich, mitte 20, könnte noch dieses Jahr meinen Masterabschluss erreichen, was für mich auch höchste Priorität hat. Leider hab ich noch ein paar Stressige Arbeiten vor mir, darunter zwei sehr schwierige Prüfungen mit Durchfallquoten meist zwischen 60-80%. Sprich ich sollte mich da sehr reinhängen....


    Leider befinde ich mich im größten Motivationsloch meiner Studienlaufbahn, denn ich bin so verliebt wie ein 16- jähriger Teenie, der für nix Anderes mehr einen Kopf hat. Die entsprechende Person ist mit mir seit Jahren gut befreundet und da wir fast den identichen Freundeskreis haben ist sie auch immer präsent. Aus dem Weg gehen ist also nicht, wobei ich das auch nicht will, denn wir verstehen uns sehr gut und sind sehr gute Freunde. Fakt ist (warum ist egal, tut auch nichts zur Sache!), eine Liebesbeziehung zwischen uns wird es zu 99,99% niemals geben! Das weiß ich schon lange, trotzdem krieg ich sie nicht aus dem Kopf. Bin seit 2-3 Jahren dermaßen verknallt, das hatte ich wirklich noch nie, und es wird gefühlt immer schlimmer!


    Nun, mein aktuell verkorkstes Liebesleben ist zwar traurig, aber viel schlimmer ist, dass mein Studium grad voll an die Wand fährt. Ich weiß es hört sich lächerlich an..."Motivationsloch"....aber es ist schlicht und einfach so, dass 99% meiner Gedanken bei ihr sind und ich es wirklich nicht schaffe, mein Studium angemessen ernst zu nehmen. Ich falle durch Prüfungen, lerne nur noch auf 4,0er, lasse Fristen verstreichen....und obwohl ich genug Zeit und die Intelligenz hätte um mehr rauszuholen, fehlt einfach komplett die Motivation.


    Statt zu lernen hänge ich stundenlang auf ihren Profilen ab, fange mit ihr belanglose Chats an und freue mich daruf, dass wir am Wochenende wieder was zusamen machen. Gleichzeitig frisst mich die Eifersucht wenn ich mal ne Woche nix von ihr höre und weiß sie hat gerade mit anderen Personen Spaß. Ganz egal ob dies Kollegen, Famile, Freunde, OneNightStand, oder was auch immer sind. Auf alle bin ich neidisch, was mich dann leider auch etwas depri und agressiv macht :-/


    Was ich nun will, ist wieder ein halbwegs klarer Kopf um meinen Master zu retten.


    Auch will ich sie in meinem engen Freundeskreis erhalten!


    Aber wie ich das hinkriegen soll, keine Ahnung....


    Michael


    Ps: Natürlich habe ich mir selbst mehr als genug Gedanken gemacht. Die Möglichkeit, komplett ehrlich zu sein fällt flach, denn damit wäre definitiv die Freundschaft hin und auch der restliche Freundeskreis wäre beschädigt.

  • 14 Antworten

    Kauf dir einen Boxsack, Boxhandschuhe. Dann hau drauf auf das Ding, bis deine Knochen schmerzen. Und dann lerne für deinen Master. Lerne, lerne, lerne. Und deine 'Verliebtheit'? Pro_kras_ti_na_tion! ---> Ausweg aus der Verantwortung.


    'Ich habs nicht geschafft, weil ich so verliebt war...' Is nich! Never!


    Box dich in deine Verantwortung.

    So wie ich es sehe hast du 3 Möglichkeiten:


    1. Du sagst ihr die Wahrheit, riskierst eure enge Freundschaft, die ohnehin schon keine mehr ist, weil du sie liebst. Dann weiß sie was Sache ist und du kannst entsprechend handeln. Kann dazu führen, dass du den Kontakt abbrechen musst oder zu einer großen Liebe.


    2. Du lässt den Kontakt einschlafen oder brichst ihn ab, auch wenn du dadurch einen neuen Freundeskreis finden musst. Dadurch würde es jetzt einmal schwierig für dich, aber wenn der Schmerz weg ist kannst du dich wieder auf dein Studium konzentrieren.


    3. Du lässt alles weiterlaufen wie bisher und leidest weiter vor dich hin. Meiner Erfahrung nach kann man nicht eng mit jemandem befreundet sein den man heimlich liebt. Tut nur weh. Ich würde auf Abstand gehen. Du sagst dein Studium hat höchste Priorität - dann handle danach. Der Kontakt mit ihr tut dir nicht gut - dann reduzier ihn auf das nötigste. Kopf hoch. Du bist noch jung - es wird sicher noch ein paar tolle Frauen in deinem Leben geben, die dich auch wollen - das Studium ist aber wichtig. #focus @:) :)*

    Zitat

    was mich dann leider auch etwas depri und agressiv macht :-/

    Sieh es doch mal nicht beschönigend als "Verliebtheit" oder als "Motivationsloch", sondern als "echte" psychische Krankheit: eine depressive Episode. Dann ist der Weg an sich gleich wie jeder anderen Krankheit eines Studenten mit langer Heilungszeit im Bereich von Monaten (z.B. Arm gebrochen, Tumor, große Operation):


    * Arzt (Psychiater) => Attest, Krankschreibung als Notbremse


    * für alles prozesshafte: Unis haben psychologische Beratungsstellen


    * sowie immer: Blick in die Studienordnung und Prüfungsordnung, wie der Ablauf bei Krankheit geregelt ist


    * Gang zum Prüfungsamt (sehr wichtig!) => Belegen der Krankheit (sonst: nehmen von Freisemestern, da gibt's immer was), Rückstellen der Prüfungen um einen großfristigen Zeitraum, z.B. 3 Monate oder 6 Monate oder dann 12 Monate


    Deine stark abfallenden Leistungen sind außerdem der Beleg für deinen rapiden Leistungsverfall.


    * währenddessen: die Krankheit behandeln lassen, ggf. Antidepressiva, ggf. eine stationäre oder ambulante Therapie zur Therapie der depressiven Episode, ggf. auch eine Kur


    Und: bei allen psychischen Erkrankungen behält der Patient sehr viel Eigenverantwortung.


    * Abstand suchen zu dem, was dir letztlich schlecht tut (also zu ihr) - und dieser Abstand ist möglich


    * diszipliniertes Lernen des Stoffes in der Auszeit, damit du eine Tätigkeit hast


    * Auszeiten nehmen: Urlaub einbauen, andere Hobbys pflegen, Kontakte zu Freunden und Verwandten pflegen


    Du klingst ja noch so fit, dass du die obigen Sachen selbst schaffen kannst. Falls du so down sein solltest, dass das auch nicht mehr geht, dann wird es eine Vollmacht brauchen, die du jemandem (einem Kümmerer - z.B. die Mutter, der Vater) ausstellst, damit diese in deinem Auftrag handeln können.


    Denk mal über den Weg nach. Den Master mal 12 Monate später abzulegen - ist kein Beinbruch. Aber durchfallen durch ganz viele Prüfungen -> kann dich den Abschluss ganz kosten und auch dafür sorgen, dass du an keiner anderen dt. Uni mehr die Prüfung ablegen kannst.


    Bei 60-80% Nicht-Bestehensquote wird es vermutlich eine 2. Chance geben. Aber dann sollte man auch die 1. Prüfung schon bei voller psychischer Kraft angehen und nicht in deinem aktuellen Zustand.

    Meine Meinung: mit der Angebeteten selbst (oder ihrem Verhalten) hat dein Zustand, Michi1211, an sich nicht wirklich was zu tun. Es ist dein psychisches Problem. Und damit liegt auch die Lösung bei und in dir. Psychisch gesunde Menschen haben sonst soviel Resilienz, um auch mal mit so einer Ablehnung klarzukommen - und sei es, indem man den Kontakt verringert oder für eine Zeitlang unterbricht (eine Unterbrechung ist kein Abbruch). Oder temporär 6 Monate woanders wohnt, wo er der Frau weniger begegnet. Oder indem er die Uni wechselt und die Prüfung(en) woanders ablegt, falls die Frau eine Mitstudentin sein sollte, die auch in den schriftlichen Prüfungen sitzt und damit wirklich "immer" in den entscheidenden Momenten präsent ist.


    Wenn du diese Widerstandsfähigkeit nicht haben solltest => liegt eine psychische Besonderheit nahe, die von einer ärztlichen Diagnose als psychische Erkrankung diagnostiziert werden kann.


    Depressionen hätten auch Wechselwirkungen in Richtung: Essen/Körpergewicht, Schlafen, genereller Mangel von Ausdrücken von Emotionen aller Art, stark schwankende innere Emotionen, Symptome einer Burn-Out-Depression: unzuverlässige Planung, Termine werden verpasst, keine Zuverlässigkeit mehr der gemachten Zusagen in ganz einfachen Dingen, chaotischer Tagesablauf/-rhythmus.

    Zitat

    Kauf dir einen Boxsack, Boxhandschuhe. Dann hau drauf auf das Ding, bis deine Knochen schmerzen.

    "Bis es wehtut" muss man ja nicht so übertreiben, dass es schon selbstverletzendes Verhalten ist, denn dann ist es garantiert zuviel "des Guten" und garantiert Teil der psychischen Probleme.


    Sonst ist Sport schon ein guter Weg, mit einer depressiven Episode umzugehen, aber nur ergänzend. Und Boxen muss es ja nicht unbedingt sein, da gibt's auch andere Sachen: Laufen, Joggen, langes Walken/große Wanderung, Schwimmen (Sprint und Ausdauer), Kraftsport, ja ruhig was zum richtig Auspowern. Es bringt ne gute Ladung Endorphine und alle Aktivitäten ohne andere Personen (also Einzelsport, an der Stelle kein Mannschaftssport) sind ein prima (und konfliktarmer!) Weg, eigene innere Aggressionen loszuwerden. Und das ist ja wichtig, dass es dafür ein Ventil gibt. Wer die dann mal auf diese Weise loswird, kann auch über Mannschaftssport nachdenken, in einer Männermannschaft oder Mixed-Mannschaft, je nach Sportart.


    Und der andere Teil: auch für die sexuelle Seite/Sexualtrieb will ja eine überbrückende Lösung gefunden werden. Diese bleibt im aktuellen Zustand ja drastisch unerfüllt, aber schmerzlich vermisst, zumal bei dem regelmäßigen Sichtkontakt mit ihr, bringt damit aber maximal flüchtige Umarmungen/oberflächlichen Körperkontakt mit ihr, aber keine echte Nähe, kein Kuscheln, keinen Sex, kein Dopamin, kein Oxytocin. Einen Teil davon können Medikamente ausgleichen (=> Psychiater). Sonst wird man(n) eine Weile weiter mit Selbstbefriedigung auskommen müssen, wer sich andere Möglichkeiten (Kuschelparty, Kuschelabende, klassische Kontaktesuche für eine körperliche Seite) nicht vorstellen kann. Wer also den ganzen Menschen sieht, bezieht sowas mit ein. Und dann kann man es sich zumindest bei der Selbstbefriedigung selbst irgendwie schön(er) machen.

    Vielen Dank für die Meinungen :)

    @ parazellnuss:

    Zitat

    'Ich habs nicht geschafft, weil ich so verliebt war...' Is nich! Never!

    Ja, das ist der Punkt. Das muss ich mir klar machen. Es gibt viele (gute) Gründe, ein Studium aufzugeben, aber meiner ist kein guter Grund.

    @ Sommerkind44:

    Objektiv betrachtet hast du bestimmt weitestgehend recht. Ich wohn halt seit ca. 25 jahren im Dorf, ich habe alle meine Freunde und Bekannte hier und bin hier eben verwurzelt. Ich bin jemand, dem das super gefällt, ich möchte hier bleiben und nicht wegen einer hoffnungslosen Verliebtheit wegziehen müssen. Du sagst Freundschaft gibt es nicht, wenn einer heimlich verliebt ist, ja das mag sein dass ich da auch einiges durch meine rosa Brille sehe. Aber wir kamen schon super miteinander aus als ich noch nicht verliebt war und auch sie (die ziemlich extrovertiert ist und viel unter Leute kommt) sieht mich als einen der besten Freunde. Ich kann mirir schon vorstellen, dass ich in wenigen Jahren einen anderen Partner gefunden habe und dann doch alles beim Alten bleiben kann....das ist das worauf ich eigentlich baue.

    @ Mobula:

    Danke für diese ausführliche und eindringliche Meinung. Tatsächlich scheute ich mich bis jetzt, meine Probleme als ernstzunehmende psychische Probleme anzusehen und zum Psychologen zu gehen. Habe mich noch nie wirklich damit befasst was Antidepressiva etc. betrifft (also Vorraussetzungen, Chancen, Risiken...)....werde das aber wohl demnächst mal machen.


    Noch bin ich der Ansicht, stehe ich noch fest genug im Leben um mich alleine wieder hochzuziehen. Das mit der Motivationslosigkeit bezogen auf mein Studium ist zwar sehr ernst zu nehmen, aber ansonsten kann ich mich nicht beschweren. Habe durchaus viele Freunde mit denen ich viel unternehme und bin in der freiwilligen Feuerwehr. Also was soziale Kontakte und Lebenssinn betrifft, bin ich noch weit weg davon, mich aufzugeben.


    Nur das Studium fliegt mir ein bisschen um die Ohren, vor allem auch weil es hier so leicht ist, alles schleifen zu lassen. Jeden Tag bis 10 zu schlafen und die Arbeit immer wieder auf den nächsten Tag zu schieben weil ich wieder keinen Kopf dazu habe.


    In den letzten Ferien hatte ich bereits die selben Probleme, dort hab ich dann aber 3 Monate lang jeden Tag bei einer Firma gearbeitet. Ich war somit schlicht gezwungen aufzustehen, zu arbeiten und war abgelenkt. Diese Arbeit war anspruchsvoll und (zumindest vom Zeitaufwand) stressiger als mein jetziges Studentenleben aber dennoch gings mir dabei besser als jetzt.


    Ganz konkret zu den Studienleistungen: Statt 4 werde ich aktuell 5-6 Semester brauchen, meine Noten sind kein Weltuntergang, aber deutlich unterdurchschnittlich und durch zwei Prüfungen bin ich nun grandios durchgefallen. Und das obwohl ich mich bereits 4 Wochen vor der Prüfung regelrecht gezwunge habe, täglich viele Stunden am Schreibtisch zu verbringen. Nur dies war im Gegensatz zu früher wenig effektiv da ich keinen klaren Kopf hatte. Sind aber auch Prüfungen bei denen wie gesagt immer mehr als die Hälfte durchfallen, somit auch kein Weltuntergang. Nun kommt aber der Zweitversuch und hierfür sollte ich eben mit klarem Kopf einige Wochen intensiv lernen. Und genau das wird die nächste, enorme Herausforderung.


    Ps: Gerade einen 3. Post gelesen.Das das hier ja zum Glück anonym ist^^: Ehrlich gesagt ist der Sexualtrieb ein ziemliches Problem für mich. Ich hatte schon mehrmals (eher unerfolgreiche ;-D ) Beziehungen aber zumindest ein paar sexuelle Erfahrungen. Auch ging bei mir mit ca. 13 der große Spaß mit der Selbstbefriedigung los. Aber so krass wie jetzt war es noch nie. Um das Kind beim Namen zu nennen: Meine sexuelle Leistungsfähigkeit ist jetzt wesentlich besser als in der Hochzeit der Pubertät. Die Gedanken an sie reichen aus um es mir problemlos 5-10 mal täglich zu machen %-| . Und das nun seit guten 2 Jahren. Dies war früher kaum denkbar. -> Sprich meine Gefühle sind wirklich krass... hätte nie gedacht dass mir das mit mitte 20 nochmal so passiert.

    Also ich kann den wirklich psychischen Zustand von Michael nicht beurteilen


    Aber


    Nur wegen verliebtheit in eine nicht erreichbare Frau


    Klinik?


    ":/ ":/


    Vorschlagen, echt jetzt?


    Falls da mehr Probleme sind, wäre die erste Anlaufstelle der Hausarzt und dann ein Therapeutin.


    Wegen der Frage ansich wäre ich für ein offenes Gespräch. Tut zwar weh, aber entweder kommst Du mit ihr zusammen oder der Spuk hat ein Ende

    Schau dir mal die zeitliche Dimension an, Peddi:

    Zitat

    Bin seit 2-3 Jahren dermaßen verknallt, das hatte ich wirklich noch nie, und es wird gefühlt immer schlimmer!

    Und dazu das Zwischenergebnis:

    Zitat

    ich es wirklich nicht schaffe, mein Studium angemessen ernst zu nehmen. Ich falle durch Prüfungen, lerne nur noch auf 4,0er, lasse Fristen verstreichen....und obwohl ich genug Zeit und die Intelligenz hätte um mehr rauszuholen, fehlt einfach komplett die Motivation.

    Und dazu jetzt ergänzend (hab ich mir eh schon gedacht):

    Zitat

    Die Gedanken an sie reichen aus um es mir problemlos 5-10 mal täglich zu machen %-| . Und das nun seit guten 2 Jahren. Dies war früher kaum denkbar. -> Sprich meine Gefühle sind wirklich krass... hätte nie gedacht dass mir das mit Mitte 20 nochmal so passiert.

    Ist ziemlich logisch. Hormonhaushalt gestört (z.B. Serotonin, Dopamin, Noradrenalin) durch die als Verliebtheit (=Unglücklichkeit, sobald sie nicht mehr in der Nähe ist) verklärten/verwechselten psychischen Probleme, und der Körper gibt von der Steuerung (=Gehirn) her alles, um irgendwie mit eigenen Mitteln eine Eigenmedikation zu erreichen: denn SB bringt wieder diese Glückshormone, dazu Adrenalin. Aber 5-10x SB am Tag ist halt kaum noch gesellschaftsfähig, schon gar nicht in Prüfungen oder Lernzeiten. Sondern übersteigertes Kompensationsverhalten mit Suchtanteilen trifft es dann eher.


    Und für eine echte Verliebtheit, die wirklich erwidert würde, und dann auch im Bett zu zweit endet, ist die Geschichte ja auch überaus sinnreich. :-) Denn dann wird da ja auch was draus, wenn zwei krass Verliebte die ersten Tage/Nächte/Wochen sehr viel im Bett verbringen und Sex haben, denn dann hat diese Potenz ja auch einen Sinn. Aber wenn sich das (in endlicher Zeit, sagen wir Wochen/Monate) nicht erfüllt mit der trauten Zweisamkeit, dann müsste der Körper ja irgendwann mal zurückfahren und merken: ok, da geht nix, da kann ich mich auch entspannen (oder eine andere suchen). Wenn der Körper dann aber bei der Fixierung auf diese eine Frau bleibt (und das für 2-3 Jahre!), und andere wichtigere Sachen zurückpriorisiert, ??"Scheiß auf die Prüfungen, ich muss 5-10 mal am Tag nur an SIE denken und mir dabei einen runterholen, um klar denken zu können."?? naja, dann ist was faul in der Steuerung der Körperfunktionen, also im Hirnstoffwechsel.


    Und klar, auch ich kann den wirklich psychischen Zustand von Michael nicht beurteilen. Es ist ja hier ein Laienforum, also gibt's den Anspruch auch nicht.


    Ich habe aber eigene Erfahrungen damit gemacht und meinen Teil gelernt, den ich hier weitergebe. Bitte den medizinischen Teil meiner Worte nicht auf die Goldwaage legen, aber der passende Ansprechpartner ist eher kein Psychologe oder Psychotherapeut (dauert zu lange, kann nicht krankschreiben), sondern ja entweder Hausarzt (also Allgemeinmediziner) und dann Überweisung, oder gleich der/die Spezialist/in: ein/e Psychiater/in. Nur er/sie kann auch Medikamente verschreiben, wenn er/sie es als sinnvoll erachtet. Und die Offenheit um alle Körperfunktionen wie Essen, Schlaf, Sexualtrieb/SB, neben all den Emotionen und Fakten, die lohnt sich dort.

    Du solltest dich fragen, ob sie wirklich der Grund ist oder nur eine gute Ausrede für die Defizite, die du hast. Wenn du dein Studium ernst nehmen willst, dann tue es auch.


    Machst du Sport? Such dir einen Ausgleich, damit du abschalten kannst und "mal auf andere Gedanken" kommst. Muss nicht boxen sein, auch rudern, laufen, schwimmen, Yoga ist eine gute Möglichkeit. Gerätetraining eher weniger, weil du da zu viele Pausen machst.


    Dann such dir einen Ort, wo du dich konzentrieren kannst. Zuhause bin ich auch immer schnell abgelenkt, aber setz dich mal in die Uni-Bibliothek, Internet aus und schau mal was dann passiert. Und wenn du dann lernst, fokussiert bleiben, z.B. mit der Pomodoro-Technik: 25 Minuten arbeiten, 5 Minuten Pause. Es gibt nette Apps, die dabei helfen können. Musik (klassische oder Entspannungsmusik) kann auch helfen fokussiert zu bleiben.


    Also wegen einer Frau das Studium versauen ist nicht besonders schlau. Du musst sie doch auch nicht ständig sehen. Wenn du dich auf dein Studium konzentrierst, hast du automatisch weniger Zeit für deine Freunde. Und es sind doch nur ein paar Monate. Zieh es durch, am Ende kannst du stolz sein, wenn du es geschafft hast.

    Michi

    Bevor Du das Studium jetzt an die Wand fährst, setze lieber ein oder auch zwei Semester (i.e. Urlaubssemester) aus.


    Und schaffe zuerst eine Lösung für Dein Problem.


    Wenn Du schon zwei Jahre "schmachtest", ohne dass irgendetwas passiert ist, lässt das darauf schließen, dass Du, was das Thema "Eroberungsfeldzüge" betrifft, eher weniger routiniert bist.


    Nun schreibst Du hier selber, dass Du Dir, wenn überhaupt, nur geringe Chancen beim Subjekt Deiner Begierde ausrechnest.


    Und schmachtest weiter... findest Du aber keine Lösung für Dein Problem.


    Mein Rat:


    Bringe es hinter Dich.


    Finde also heraus, ob Dein Wahrnehmung erwidert wird - oder eben nicht.


    Vorher wirst Du keine Ruhe finden.


    Ach und: Take it easy - but take it.

    Du bist verliebt in eine Frau, die unerreichbar ist. Hmm, dumm gelaufen! Du siehst klar, dass das in absehbarer Zeit zu keiner Beziehung wird. Sie blockiert aber alle deine Gedanken und du fürchtest um deinen Studienabschluss.


    Aber auch das Leben ist immer eine Gewinn/Verlustrechnung:


    Du hast den Verlust und Stress und Ärger, dass du eine unerreichbare Göttin anhimmelst.


    Wo liegt dein Gewinn?


    Lass es mich böse formulieren: Dein Gewinn ist, dass du eine gute Ausrede hast, wenn du deinen Abschluss versemmelst. Nicht du bist dann schuld, sondern diese Frau, die dir den Kopf verdreht hat. Dafür bist du ja dann nicht verantwortlich. Du warst nicht mehr Herr deiner Selbst. Deine Hormone machten mit dir. Diese Frau machte dich zu einem willenlosen Bündel, das nicht mehr fähig war, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Und du schreibst ja selbst, dass das Wesentliche dein Studium sei!! So kannst du bequem dein vorhersehbares Versagen im Examen entschuldigen und jeder wird dich verstehen, denn ach und jeh! der arme Kerl war ja sooo verliebt.


    Ja, ich weiss! Ich habe das sarkastisch und zynisch formuliert. Vielleicht solltest du aber doch mal über diesen Blickwinkel nachdenken und dann erkennen, worauf die die Schwerpunkte im Leben legen solltest. Ich selbst hätte auch so manche Phantasien mit J.Lo, Adele oder Helene Fischer. Wenn ich mal eine halbe Stunde Zeit zum relaxen habe, kann ich ja diesen Gedanken nachhängen. Realisieren werde ich davon nichts können. Es wird mir also gar nichts bringen, meine Lebenszeit damit zu verschwenden.

    @ gato:

    Zitat

    Du solltest dich fragen, ob sie wirklich der Grund ist oder nur eine gute Ausrede für die Defizite, die du hast.

    Naja, ich denke sie ist schon der wirkliche Grund. Andere gravierende Defizite gibt es eigentlich nicht. Abi war garkein Problem, Bachelor auch nicht wirklich und nun im Master bin ich dafür, dass ich nicht wirklich viel Zeit in das Studium investiere sogar teilweise ganz gut dabei. Also der Grund, warum ich so abgelenkt bin und warum ich nun plötzlich zum Dauerstudenten der durch Prüfungen durchfällt werde, ist schon sie.

    @ Verwundert:

    Ich denke du siehst das etwas falsch. Ich suche in keinster Weise nach ner Ausrede, ganz im Gegenteil. Im echten Leben würde ich nie und nimmer zugeben, dass ich deshalb den Master verbockt habe. Das ist mir absolut peinlich. Und Fakt ist, mein Studiengang ist eigentlich genau das, was mich schon immer interessiert hat und intellektuell kann ich das auch gut packen.


    Nur bin ich eben viel zu Hormongesteuert. Dass sie dafür garnix kann und das Problem allein ich bin, das steht ja auch außer Frage.


    Wenn ich es schaffen würde, 8-10 std am Tag nicht an sie zu denken und mich ums Studium zu kümmern, dann wär ja alles gut. Nur hab ich (im vergleich zu vor 2 Jahren im Bachelor) dazu nicht mehr die Willenskraft und plane statt dem lieber meine nächsten Ausflüge und Unternehmungen mit ihr.


    Mir ist ja komplett klar, dass das objektiv gesehen ziemlich schwachsinnig ist. Aber naja die Sehnsucht frisst halt den verstand.