Austauschbar sein 2.0

    Hallo zusammen!


    Ich frage mich manchmal, ob ich zu einer aussterbenden Spezies gehöre: Derjeningen, für die Menschen (bei mir insbesondere Männer) nicht so einfach austauschbar sind.


    Tendenziell (natürlich kann es manchmal anders kommen, aber ich spreche von einer grundsätzlichen Einstellung) trauere ich einem Exfreund hinterher bzw. verarbeite die Beziehung, finde jemanden auch monatelang interessant, und nehme nicht den nächst besten, leichter zu habenden usw.


    Bin ich die Einzige, die so ist, oder was??


    Gibt es sonst noch Leute, die sich nicht sofort den/die Nächste suchen, die länger dran bleiben, wenn jemand mal nicht so einfach kennenzulernen ist?!


    Beispiel: Ein Typ wollte mal etwas von mir. Ich lerne jemanden lieber erstmal länger kennen. Da wir nicht bei der dritten Verabredung zusammen waren, hatte er kurz darauf eine andere.


    Oder: Mir ist jemand an der Uni aufgefallen. Wir haben eine zeitlang geflirtet, aber irgendwie hat sich keiner getraut, den anderen anzusprechen. Dann kam wohl eine, an die er leichter rankam, und er hat sie genommen.


    Oder: Mit dem Einen ist Schluss, und einen Monat später hat er eine Andere.


    Versteht ihr prinzipiell, was ich meine? Ich meine so eine Grundeinstellung und will jetzt auf keinem Beispiel herumreiten...


    Gibt es außer mir noch Leute, die nicht so oberflächlich sind?!

  • 17 Antworten
    Zitat

    Ein Typ wollte mal etwas von mir. Ich lerne jemanden lieber erstmal länger kennen. Da wir nicht bei der dritten Verabredung zusammen waren, hatte er kurz darauf eine andere.

    Also nach der 3. Verabredung "zusammen" zu sein, finde ich etwas heftig. Aber Sex sollte nach 3-4 Dates schon statt finden, man will sich ja auch körperlich kennen lernen.


    Du scheinst mir das alles sehr verkopft zu sehen. Unter'm Strich lebt niemand ewig und Deine Methode scheint doch zu mehr Einsamkeit zu führen als erforderlich.


    Wenn es dir damit gut geht: weiter so!

    Ich verstehe deine Einstellung und unterstütze diese auch. Aber an den Beispielen habe ich einiges auszusetzen:

    Zitat

    Beispiel: Ein Typ wollte mal etwas von mir. Ich lerne jemanden lieber erstmal länger kennen. Da wir nicht bei der dritten Verabredung zusammen waren, hatte er kurz darauf eine andere.

    Wenn aber bei euch einfach nicht der Funke übergesprungen ist, währenddessen aber bei ihm und der anderen schon?

    Zitat

    Oder: Mir ist jemand an der Uni aufgefallen. Wir haben eine zeitlang geflirtet, aber irgendwie hat sich keiner getraut, den anderen anzusprechen. Dann kam wohl eine, an die er leichter rankam, und er hat sie genommen.

    Du unterstellst Oberflächlichkeit - dabei ist das doch das oberflächlichste Beispiel schlechthin. Denn euer "Kontakt" bestand ja scheinbar nur aus Blicken. Also einer Fixierung auf das Äußere. Vielleicht fand er es einfach toll, von dir angehimmelt zu werden, und er hat mitgespielt. Vielleicht hat ihn die andere aber auch nicht nur optisch, sondern auch charakterlich umgehauen.

    Zitat

    Oder: Mit dem Einen ist Schluss, und einen Monat später hat er eine Andere.

    So schnell KANN es aber eben gehen. Ich habe auch bereits einem Mann ein Jahr lang hinterher getrauert, aber habe auch bereits nach 2 Wochen wieder einen Mann getroffen, der mein Interesse auf sich gezogen hat und mir 1000 mal spannender und besser vorkam, als sein Vorgänger. Was allerdings nicht heißt, dass eine dieser beiden Beziehungen nur ein 2-Wochen-Ding war, sondern durchaus etwas ernst zu nehmendes.

    Leute, ich hatte ja gesagt, dass ich nicht auf den einzelnen Beispielen herumreiten will und dass es natürlich auch mal sein kann, dass man kurz nach dem Ende einer Beziehung DEN MANN SCHLECHTHIN findet.


    Ich meinte eher so eine grundsätzliche EINSTELLUNG bz. LEBENSWEISE.


    Die Frage war eher: Muss ich BEI JEDEM MANN möglichst schnell machen, damit er es nicht bei einer anderen leichter hat, ZUGESPITZT formuliert.

    Zitat

    Gibt es außer mir noch Leute, die nicht so oberflächlich sind?!

    Das hat finde ich nichts mit Oberflächlichkeit zu tun. Die Menschen, die mir nahe stehen, würde ich nie einfach fallen lassen wie eine heiße Kartoffel. Aber nicht jede Frau, die ich kennen lerne, steht mir gleich in dem Maße nahe und ich habe auch nicht bei jeder Frau den Wunsch, ihr nahe zu stehen. Manchmal geht es eben auch nur um ein schnelles Abenteuer – an dem Punkt würden wir beide dann eben auch nicht zusammenpassen.

    Ich kann Deine Einstellung zum Teil nachempfinden, geht es mir doch ähnlich. Aber ich bedaure es sehr, dass es so bei mir ist und ich nach Gefühlen für Person A eine Weile brauche um Gefühle für Person B aufbringen zu können.


    Obwohl ich jeden Menschen sehr individuell betrachte und rein theoretisch in Person B eben keinen "Ersatz" für Person A sehe – bin ich erstmal geblockt.


    Deine Beispiele würd ich aber auch anders gewichten. Beim Daten merkt man ja recht schnell ob es funkt oder man recht bald in einer Sackgasse landet. Ich lerne ständig unterschiedlichste Menschen kennen – darunter natürlich auch viele Frauen. Im Moment würde ich 5 meiner neueren weiblichen Bekanntschaften als menschlich intressant betrachten und somit auch potenziell als Frauen intressant. Also wärent ich mit Frau A date (wobei ich nie date – ich sehe solche Treffen immer als "freundschaftliche" und somit ungezwungene Verabredungen) kann es durchaus auch schon sein, dass Frau B bei mir Emotionen ausgelöst hat die mir aber noch garnicht so bewusst klar geworden sind. Jetzt nur mal als Beispiel. So kann es von aussen betrachtet durchaus so aussehen, dass ich mit einer Frau rummache und dann leichtfertig kurz drauf mit einer andere zusammenbin.


    Dein zweites Beispiel mit dem Flirten hingegen finde ich komplett sinnfrei. Ich flirte schon aus Höfflichkeit ständig. Ob nun mit Körpersprache und verbal – das ist gefühlsmäßig weitestgehend bedeutungslos – weil rein oberflächlich. Da kann ich auch problemlos an nem Abend mit den unterschiedlichsten Frauen "flirten".


    Mit dem Beziehungsende ist das so ne Sache – gibt Menschen die halten es nicht aus single zu sein, die gehen teilweise nahtlos von einem Partner zum nächsten – vorallem beim Frauen sehe ich das Verhalten sehr oft. Die Liebe zum Ex ist schon lange rum, aber es gibt keinen handfesten Grund die Beziehung zu beenden – ist bequem und man ist nicht alleine – dann taucht ein neues Partneropfer auf und schwupps hat man gewechselt. Bei Männern hingegen ist der sexuelle Drang oft ein Grund sich schneller auf eine neue Beziehung einzulassen. Oft ist sind halt Gefühle schon länger vor dem Beziehungsende nicht mehr vorhanden oder sonderlich stark – und wenn doch suchen viele auch gerne mal eine Trostpflasterbeziehung oder wollen dem Ex-Partner mit einer neuen Beziehung eins auswischen – so nach dem Motto: Schau ich hab die ja eh nie wirklich geliebt – hab schon was neues und natürlich viel besseres.


    Mach Dir nicht so viele Gedanken darüber wie anderen leben und lieben, letztendlich musst Du in erster Linie mit Dir selber klarkommen.

    Zitat

    Ich meinte eher so eine grundsätzliche EINSTELLUNG bz. LEBENSWEISE

    Warum von etwas Grundsätzlichem ausgehen, wenn man sich auch einfach offen und entspannt auf jemanden, den man kennenlernt, einlassen kann?

    Zitat

    Gibt es außer mir noch Leute, die nicht so oberflächlich sind?!

    Ich bin nicht sicher, ob diese Leute wirklich oberflächlich sind. Aber zumindest gibt es sicher Menschen, die emotional ebenfalls eher langsam sind. :)_

    Zitat

    Muss ich BEI JEDEM MANN möglichst schnell machen, damit er es nicht bei einer anderen leichter hat

    Nein, wenn es funkt dann funkts. Und wie schnell man vorrangeht ist doch individuell verschieden. Wenn man als Mann (wird bei Frauen nicht anders sein) aber das Gefühl hat, dass es nicht auf der partnerschaftlichen Schiene nicht vorrangeht, man gar das Gefühl bekommt der andere Part zeigt kein Intresse (mehr), dann würde ich auch das Intresse verlieren und mich anderweitig umsehen – bzw. es zumindest zulassen, dass sich meine Emotionen anderweitig orientieren.


    Anfänglich ist da ja keine "große" Liebe sondern nur das Potenzial für mehr.

    Mir fällt auch immer wieder auf wie schnell der ein oder andere (wieder) eine neue Beziehung hat, wie schnell das alles überhaupt geht. Ich staune darüber...


    Für mich wäre das undenkbar. Okay, aber meine Vorlaufzeit sprengt jeden Rahmen – das ist wohl auch schon sehr extrem.

    Danke schon mal für eure Antworten, auf jeden Fall war da was zum Nachdenken dabei!


    Trotzdem habe ich den Eindruck, dass ich das, was ich eigentlich sagen wollte, nicht so richtig rüberbringen konnte.


    Vielleicht waren die Beispiele auch unglücklich gewählt.


    Hm :-/


    Wie kann ich das noch erklären. Ich glaube, ich meine, ob es grundsätzlich Leute gibt, bei denen ein längeres platonisches Verknalltsein oder ein längeres Nachtrauern einer Beziehung "drin" ist. Ob jemand grundsätzlich tiefgründig gepolt ist, sich – in welchem Stadium auch immer – auf EINEN Menschen konzentrieren kann, ihn nicht einfach entsorgen kann oder der Beziehungsanbahnung auch mehrere Monate geben kann.


    Das Gegenteil hatlt von den Beispielen von

    Zitat

    Flohranzen

    :

    Zitat

    Mit dem Beziehungsende ist das so ne Sache – gibt Menschen die halten es nicht aus single zu sein, die gehen teilweise nahtlos von einem Partner zum nächsten – vorallem beim Frauen sehe ich das Verhalten sehr oft. Die Liebe zum Ex ist schon lange rum, aber es gibt keinen handfesten Grund die Beziehung zu beenden – ist bequem und man ist nicht alleine – dann taucht ein neues Partneropfer auf und schwupps hat man gewechselt. Bei Männern hingegen ist der sexuelle Drang oft ein Grund sich schneller auf eine neue Beziehung einzulassen.

    Also die Frage war folglich: Gibt es Menschen, die entgegen dieser Beschreibungen über mehr Tifgründigkeit und Charakterstärke verfügen?

    Die generelle Antwort auf Deine Frage lautet – Ja. Auch wenn ich von Wertungen in Richtung "Oberflächlich" und "Charakterstärke" nicht viel halte. Dient doch letztendlich nur zur Selbstbeweihräucherung der eigenen Persönlichkeit und der Herabsetzung der Mensche die anders denken und fühlen, weil man selbst nicht in der Lage ist dies nachzuvollziehen.

    Zitat

    Ich glaube, ich meine, ob es grundsätzlich Leute gibt, bei denen ein längeres platonisches Verknalltsein oder ein längeres Nachtrauern einer Beziehung "drin" ist. Ob jemand grundsätzlich tiefgründig gepolt ist, sich – in welchem Stadium auch immer – auf EINEN Menschen konzentrieren kann, ihn nicht einfach entsorgen kann oder der Beziehungsanbahnung auch mehrere Monate geben kann.

    Für mich gehört das nicht unbedingt alles zusammen. Längeres platonisches Verknalltsein kenne ich nicht, das habe ich Gott sei Dank immer unterbinden können. So richtig verknallt bin ich auch nicht, solange es platonisch ist und wenn, dann wäre das Schwärmerei und mehr nicht.


    Aber was ich durchaus kenne ist die Konzentration auf einen Menschen. Nachtrauern hängt bei mir sehr davon ab, wie lange und intensiv die Beziehung war.


    Beziehungsanbahnung über Monate ..damit kann ich eher nichts anfangen. Es gibt keinen Punkt, an dem ich sage, jetzt bin ich in einer Beziehung, sie entwickelt sich oder eben nicht. Ich vergebe das Wort Beziehung (obwohl ich es nicht mag) ziemlich schnell, mache mir eher keine Gedanken darum, ob es eine ist oder nicht. Eher mache ich mir Gedanken darum, wie gut oder schlecht sie läuft, was man verändern könnte, was ich zu akzeptieren bereit bin etc.

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    Also die Frage war folglich: Gibt es Menschen, die entgegen dieser Beschreibungen über mehr Tifgründigkeit und Charakterstärke verfügen?

    Für mich geht's da nicht um was generelles – es kann sein, dass sich die Beziehung zu einem Menschen ganz einfach so entwickelt und ich mich dann auch gerne darauf einlasse, aber weder erwarte ich das, noch würde ich eine solche Erwartung erfüllen wollen. Eine Beziehung entwickelt sich einfach auf der Basis, wie sich beide darauf einlassen. Ich will selbst nicht mit Hilfe eines Schablonendenkens beurteilt werden und irgendwo "reinpassen" müssen, genausowenig betrachte ich meine Mitmenschen mit Schablonen.


    Ich verstehe nicht ganz, was du von uns wissen willst. Natürlich gibt es Menschen, die sich mehr Zeit lassen, jemanden kennenzulernen, genauso wie es Menschen gibt, die das nicht machen. Und genauso ist das nicht nur persönlichkeits- sondern vor allem situations- und beziehungsbezogen, finde ich.