• Austauschbar sein 2.0

    Hallo zusammen! Ich frage mich manchmal, ob ich zu einer aussterbenden Spezies gehöre: Derjeningen, für die Menschen (bei mir insbesondere Männer) nicht so einfach austauschbar sind. Tendenziell (natürlich kann es manchmal anders kommen, aber ich spreche von einer grundsätzlichen Einstellung) trauere ich einem Exfreund hinterher bzw. verarbeite die…
  • 17 Antworten

    Ich bin emotional auch eher langsam. Das kann ich nicht ändern und wenn ich es könnte, würde ich es nicht. Es ist gut so, wie es ist. Ich kann mit einem Menschen reden, lachen, flirten, aber das heißt nicht, dass ich für diese Person tatsächlich etwas Tieferes empfinde. Das braucht Zeit.


    Ich würde nicht unbedingt sagen, dass das ein Zeichen für besondere Tiefgründigkeit und Charakterstärke ist. Immerhin bleiben so die meisten Menschen in meiner Welt bloße Statisten, die der reinen Unterhaltung dienen, letztlich aber emotional austauschbar sind. Jemand, der schnell Gefühle entwickelt, lebt naturgemäß "flacher", weil er die Menschen nach einigen Wochen einfach nicht so gut kennen kann, wie nach einigen Jahren. Dafür lebt und liebt er aber "weiter": Es gibt mehr Menschen, die ihn emotional berühren können, wenn auch zuerst einmal nicht so heftig. Zumindest ist das meine Erfahrung.

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    Längeres platonisches Verknalltsein kenne ich nicht, das habe ich Gott sei Dank immer unterbinden können. So richtig verknallt bin ich auch nicht, solange es platonisch ist und wenn, dann wäre das Schwärmerei und mehr nicht.

    So ist es auch bei mir. Ich dieses umeinander Herumschleichen gar nicht.

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    Die generelle Antwort auf Deine Frage lautet – Ja. Auch wenn ich von Wertungen in Richtung "Oberflächlich" und "Charakterstärke" nicht viel halte. Dient doch letztendlich nur zur Selbstbeweihräucherung der eigenen Persönlichkeit und der Herabsetzung der Mensche die anders denken und fühlen, weil man selbst nicht in der Lage ist dies nachzuvollziehen.

    Das sehe ich genauso. Ich verstehe nicht, wie das von Dir gerügte Halten überhaupt objektiv so plump negativ bewertet werden sollte. Entscheidend ist doch auch immer die Motivation des Handelnden. Was Deine Beispiele angeht:

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    Beispiel: Ein Typ wollte mal etwas von mir. Ich lerne jemanden lieber erstmal länger kennen. Da wir nicht bei der dritten Verabredung zusammen waren, hatte er kurz darauf eine andere.


    Oder: Mir ist jemand an der Uni aufgefallen. Wir haben eine zeitlang geflirtet, aber irgendwie hat sich keiner getraut, den anderen anzusprechen. Dann kam wohl eine, an die er leichter rankam, und er hat sie genommen.

    Da wäre für mich auch der Hintergrund der Typen entscheidend. Deiner subjektiven Färbung ist zu entnehmen, dass Du mehr Interesse hattest, die Männer sich dann aber anderen zugewandt haben. Den Typen 1 scheinst Du ja besser gekannt zu haben, den Typen 2 eher gar nicht. Man (oder Du) weiß dann doch gar nicht, was bei demjenigen gerade los ist. Vielleicht hatte er tatsächlich Lust auf eine schnelle Nummer. Vielleicht hat er sich auch nur schlagartig und bis über beide Ohren in die andere verliebt. Vielleicht hatte er gerade eine lange Beziehung hinter sich und wollte erstmal was Lockeres. Vielleicht ist auch die "andere" die Frau seines Lebens und er wird viele kleine Kinder mit ihr zeugen und sie lieben und ehren bis dass der Tod sie scheidet. Weiß man doch alles gar nicht.


    Den Typen dann per se "Oberflächlichkeit" und "Charakterschwäche" zu unterstellen, finde ich nicht nur falsch sondern selbstgerecht, um nicht gar zu sagen... "oberflächlich". Du bist enttäuscht und sauer und machst Deine subjektive Wahrnehmung zur objektiven Wahrheit. Dadurch degradierst Du die (Dir unbekannte) subjektive Wahrnehmung der Dritten. Finde ich nicht richtig.


    Im Übrigen ist es nicht der einzig wahre und (wie huhngesicht sagen würde: edle) Weg, nichts zu suchen außer die sog. "Liebe des Lebens". Manche wollen sich erst austoben, andere sind allein und mit der einen oder anderen Affaire schlicht glücklich und zufrieden. Man kann es sich schlecht herausnehmen, das anhand des eigenen subjektiven Maßstabes zu werden und denjenigen mangelnde Tiefgründigkeit und Charakterschwäche unterstellen.