Ausweg aus blockierter Kommunikation

    Liebes Forum,


    ich befinde mich nun seit gut einem Jahr in einer schwierigen Beziehungskonstellation und weiß einfach weder aus noch ein, wie die Sache weiter gehen soll... Was ich hier im Forum suche, sind Tipps und Ideen, wie ich Bewegung in die Sache bekomme, denn mir selbst fehlt der Mut - und für den Mann, um den es hier geht, gibt es keinen Grund, sich zu bewegen.


    Die Situation ist folgende: Ich bin letzten Sommer einem Mann (wieder) begegnet, den ich aus meiner Teenagerzeit kannte. Ich war noch Schülerin und er ein Kommilitone meines damaligen Freundes. Unsere Wiederbegenung schlug sofort ein wie eine Bombe. Wir begannen uns fast täglich zu treffen - in der Mittagspause, nach der Arbeit... da sich die Institutionen, für die wir arbeiten, in der gleichen Gegend einer Großstadt befinden. Für mich als alleinerziehende Mutter war das organsatorisch sehr praktisch. Wenn wir uns trafen, gab es wilden Sex, aber auch intensive Gespräche. Es sagte, dass wir immer zusammen bleiben wollen... aber auch so seltsame Dinge, wie, dass ich keinesfalls eifersüchtig sein darf.


    Um es kurz zu machen, nach einiger Zeit fiel mir auf, dass ich noch nie bei ihm zuhause war und dass er gewisse Themen mied. Da ich, wenn auch verliebt, doch nicht ganz hirnlos war, mutmaßte ich, dass er mit einer Frau zusammen leben müsse, was er mir dann irgenwann auch bestätigte. Natürlich brach dennoch für mich eine Welt zusammen. Er sagte, das er und diese Frau schon seit Jahren nur noch wie Gewister leben würden. Zudem sei sie nicht sein Typ (er steht auf schlanke mädchenhafte südländische Typen), auch sei sie adipös und habe zudem ein Handicap. Er könne sie aber auch nicht verlassen... Meine Reaktion darauf daraufhin war, dass es wohl besser wäre, die Sache zwischen uns zu beenden, worauf er mir seine Liebe beteuert und sagte, dass es nicht richtig sei von mir wäre zu gehen. Nun - ich habe mich darauf eingelassen und bin nicht gegangen ... und das ist nun schon wieder fast ein Jahr her.


    Unsere Situation gestaltet sich seitdem wie folgt: Wir sehen uns immer noch fast täglich, passen sexuell sehr gut zusammen, haben eine nahezu identische Weltsicht, den gleichen Humor. Er kennt mittlerweile meinen Sohn und noch ein paar andere Familienmitglieder...


    Leider gibt es aber in meinem Kopf eine Blockade, das Thema anzusprechen, wie er sich nun zu mir positionieren will. Wenn er vor mir steht, habe ich einfach nicht den Mut, es anzusprechen. Es ist als wäre mein Hirn leer in dieser Hinsicht. Bin ich aber allein oder spreche mit einigen wenigen Freundinnen darüber, ist mir klar, dass wir darüber reden MÜSSEN und es nicht so weitergeht. Ich habe Angst, diesen Schritt zu gehen aber ich muss ihn gehen, denn er ist in einer sehr bequemen Situation mit zwei Frauen, die ihn gewähren lassen, nur um ihn nicht zu verlieren. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass die andere Frau nichts bemerkt, da wir uns extrem häufig sehen.


    Ja, nun nochmals meine Frage an Euch hier im Forum: Hat jemand eine Idee, wie ich diese Blockade zu reden brechen kann? Im Voraus vielen Dank für Eure Antworten!


  • 66 Antworten
    Zitat

    Leider gibt es aber in meinem Kopf eine Blockade, das Thema anzusprechen, wie er sich nun zu mir positionieren will. Wenn er vor mir steht, habe ich einfach nicht den Mut, es anzusprechen.

    Dann schreib ihm doch einen Brief, den kannst du ihm geben wenn ihr euch seht, und danach könnt ihr darüber diskutieren.


    Zitat

    Er sagte, das er und diese Frau schon seit Jahren nur noch wie Gewister leben würden. Zudem sei sie nicht sein Typ (er steht auf schlanke mädchenhafte südländische Typen), auch sei sie adipös und habe zudem ein Handicap. Er könne sie aber auch nicht verlassen...


    Ich wäre vorsichtig das alles zu glauben. Ich weiss nicht wie häufig ich schon gelesen habe, dass ein Mann seiner Geliebten gegenüber seine Frau schlecht macht, sie aber aus fadenscheinigen Gründen dennoch nicht verlassen kann. In den Meisten Fällen endet es für die Geliebte in Liebeskummer.


    Je länger du diese Beziehung laufen lässt und je mehr du dich emotional darin verstrickst, desto schwerer wird es dir fallen dich von ihm zu lösen, wenn er sich dennoch nie von seiner Frau trennt.

    Echt mal die Fakten betrachten.


    Was immer du auch schon in Gedanken spinnst: er bekennt sich völlig zu dir, Frieden, Freude Eierkuchen bis zu: .... und wenn sie nicht gestorben sind.... Sind nix anderes als Spinnerei. Das ist die Realität.


    Du hast verschiedene Möglichkeiten:


    Diese glückliche Beziehung so weiterzuleben.


    Dann aber die Pistole einstecken, die du ihm auf die Brust setzen willst. Sonst ist genau diese glückliche Beziehung keine mehr. Solltest Du tief und intensiv inhalieren.


    Du weißt, der hat nicht den Mors in der Büx, sich zu trennen. Willst du solch einen Mann für immer und ewig? Tatsache tief inhalieren, man braucht kein Studium, um den Gehalt der Sache zu erkennen, nur Ehrlichkeit zu sich selbst. Die Lösung hieße: Trennung.


    Dann ziele aber büdde sehr nicht mit der Pistole auf dein Inneres, vielleicht hätte ich lieber doch nicht, vielleicht wäre ja doch irgendwann - oder ähnlicher quälender geistiger Müll.


    Was sind die eigentlichen Lebensziele? Ehe? Fakt: Der hier will das nicht. Zumindest nicht mit dir. Ihm ist eben die voluminöse Dame an seiner Seite so wichtig, du bist Nr. 2 - die Bequeme, wo er eben Zierlichkeit und Sex umsonst zur Verfügung hat.


    Wenn dir das echt wichtig ist, käme dafür nur ein anderer Mann in Frage.


    Was auch immer: niemand kann dir deine Entscheidungen abnehmen. Niemand ist für dich glücklich, aber auch nicht unglücklich.


    Und Fakt scheint zu sein, von glücklich ist hier keine Rede, sonst würdest Du ja nicht posten.


    Ich nehme an, du willst hören, das renkt sich irgendwann ein, mach weiter, nur Geduld.


    Mit anderen Worten: du bist unglücklich. Nur du wirst das ändern können. Aber dazu gehört mal richtiges Nachdenken, ein cooler Kopf.


    Seit einem Jahr hat sich nichts in Deine Richtung getan, das wird in 10 Wochen nicht anders sein, in 10 Monaten nicht und in 10 Jahren blickst du zurück und hast eine unglücklich vertane Zeit hinter dir.


    Du könntest einen Schlussstrich ziehen, 10 Wochen oder Monate Liebeskummer haben, dann aber nach überstandener Sache nach vorne blicken und in 10 Jahren zurückblicken und davon vielleicht schon 5 Jahre mit jemandem verheiratet sein, der es wert ist und dich abgöttisch wirklich liebt.

    ich sehe da keine blockierte kommunikation, wenn ich ehrlich bin.


    er hat dich anfangs belogen, du bist trotzdem da geblieben. und das, obwohl er dir danach sagte, dass er seine frau nicht verlassen wird.


    das warum ist halt das typische geschwätz, entweder kinder oder kranke frau oder haus und garantiert gibt es zu hause keinen sex mehr.


    somit wird da auch ein gespräch keine änderung bringen, die kannst nur du für dich beschließen, indem du es beendest, wenn dir der platz als affärenfrau zu wenig ist.

    Alias 941605 schrieb:

    denn mir selbst fehlt der Mut

    Dann lass ihn wachsen. Manche Dinge brauchen ihre Zeit; Dein Text hier im Forum ist ein Schritt davon. Deine Analyse der Situation scheint mir recht klar - das Problem ist, dass Dir die Lösung, die DU entscheiden kannst, nicht schmeckt.


    Werde Dir klar, was Du willst. Realistische Möglichkeiten, nicht Kleinmädchenträumereien. Spiele Gespräche und mögliche Ergebnisse im Kopf durch. Überlege Dir, mit welchen Varianten Du kurzfristig, mit welchen Du mittelfristig und mit Du welchen langfristig leben willst und kannst.


    Und dann, eines Tages, wird Dir entweder Deine Klarheit oder der (vermutlich zunehmende) Leidensdruck in der aktuellen Situation den Mut geben, das notwendige Gespräch zu führen und allfällige Konsequenzen zu ziehen.

    Danke für Eure Rückmeldungen! Ich versuche kurz auf ein paar Aspekte einzugehen:


    Interessant finde ich, dass mir hier die meisten raten, die Sache zu beenden ohne das Gespräch (was ich scheue) vorher zu suchen. Das wäre übrigens auch mein eigener Impuls. Mein Freunde, die davon wissen, sagen aber allesamt, ich solle doch unbedingt mit ihm reden, da er sonst möglicherweise denkt, dass ich gar nichts ernsthaftes von ihm will.

    Ob du mit ihm redest, hängt doch auch davon ab was du dir von dem Gespräch erhoffst. Wenn du dir sicher bist, dass es für euch keine echte Beziehung geben kann, weil er sie nicht eingehen würde, dann brauchst du kein Gespräch und kannst es beenden. Aber wahrscheinlich tickt bei dir irgendwo ein kleines bisschen Hoffnung, dass er sich doch zu dir bekennen könnte und deshalb denkst du über ein Gespräch nach.

    Als nicht selbst Betroffene ist es einfach was zu raten, aber aus deiner Position sieht es natürlich schon anders aus.

    Ich glaube der richtige Weg wäre ein Gespräch ohne Fragen. Also du überlegst dir deine Varianten:

    Lukas420 schrieb:

    Überlege Dir, mit welchen Varianten Du kurzfristig, mit welchen Du mittelfristig und mit Du welchen langfristig leben willst und kannst.

    Und diese teilst du ihm dann mit. Einfach als Tatsache. Was er draus macht.... wirst du sehen.

    Ja, Ratschläge sind immer Schläge.


    Ich denke, du fürchtest das Gespräch, weil nämlich genau das kommen wird.


    Wischiwaschi, ein sich Winden, kein auf deine Seiteschlagen.


    Du streichelst weiterhin die Hoffnung statt die bittere Wahrheit erkennen zu wollen.

    Kurzfristig genieße ich die fast täglichen Glücksmomente mit ihm, die immer wie ein kleiner Urlaub von meinem stressigen Job und Alltag sind.


    Mittelfristig spüre ich ein wachsendes Unwohlsein, da mir sein echtes Bekenntnis zu mir fehlt.


    Langfristig wünsche ich mir eine Beziehung mit einem Mann, der hinter mir steht und mit dem ich immer wieder Neues im Leben entdecken kann.

    Alias 941605 schrieb:

    Langfristig wünsche ich mir eine Beziehung mit einem Mann, der hinter mir steht und mit dem ich immer wieder Neues im Leben entdecken kann.

    Bist du verliebt? Liebst du ihn? Ist er der Mann für deine langfristigen Wünsche? Wahrscheinlich schon, oder nicht?

    Alias 941605 schrieb:

    Mittelfristig spüre ich ein wachsendes Unwohlsein, da mir sein echtes Bekenntnis zu mir fehlt.

    Das sagst du dadurch doch eigentlich schon, oder nicht?


    Teil ihm deine Wünsche genau so wie du es beschrieben hast mit! Aber bitte nicht als Bitte... Frage.... oder so! Nur als Mitteilung und du musst natürlich damit verknüpfen was du ihm damit auch sagen willst: So wirst du nicht weitermachen. Denn dadurch verschließt du die Augen für andere Männer, die dir so durch die Lappen gehen.

    Alias 941605 schrieb:

    Mittelfristig spüre ich ein wachsendes Unwohlsein, da mir sein echtes Bekenntnis zu mir fehlt.

    Dann könnte ein erster Schritt sein, ihm mitzuteilen, dass Du mit der Situation unglücklich bist.

    Für mich wäre eher die Frage: Möchte ich mit so einem Mann zusammen sein?


    Ein Mann, der seit 1 Jahr nach wilden, hemmungslosen und häufigen Treffen nach Hause zu seiner Frau geht und sich scheinbar so verstellen kann, dass nicht mal seine Frau eine Trennung herbei führt (da er die Trennung ja offentlichlich nicht will). Der bewußt lügt und betrügt?


    Du nimmst nur an, dass seine Frau nichts weiß oder bemerkt. Ich denke, es gibt sehr geschickte Lügner, die es schaffen, einem Partner nichts merken zu lassen.


    Für mich wäre so ein Mann nichts, weil meine moralischen Ansprüche an meinen Lebenspartner anders gelagert sind. Ich würde einen Partner präferieren, dessen Werte meinen ähnlich sind.

    Ich sehe es so wie Hasi.

    Wenn ich eins im Leben gelernt habe, dann dass sich Menschen nicht großartig ändern. Damit meine Ich, dass er selbst wenn er sich ganz für dich entscheiden sollte, dasselbe mit dir machen wird, was er jetzt seiner Frau antut.

    Wer weiß vielleicht erzählt er der dann auch über dich, dass du adipös und nicht sein Typ seist.

    Es gibt einfach Männer, die so gestrickt sind, dass sie nach gewisser Zeit was Neues brauchen, weil sie sich langweilen. Die Lügen dann, dass sich die Balken biegen, nur um das zu bekommen, was sie haben wollen!

    Alles schon erlebt und zeigt für mich ein Armutszeugnis von einem Mann

    Ich finde es übrigens gut, dass mir hier einige, wie Benita.B und auch HasiX ordentlich den Kopf waschen, denn er pflegt ja offensichtlich zwei parallele Beziehungen über einen längern Zeitraum... Das spricht nicht für ihn als Partner.


    Andereseits finde ich, wie Lukas420 schreibt, den Ansatz auch gut, ihm mein Unwohlsein und meine Traurigkeit mitzuteilen. Ich bin (leider) ein Mensch, der nach Außen hin sehr stark wirkt, beruflich erfolgreich, sportlich... ich wecke wohl keine Beschützerinstinkte bei Männern. Seine adipöse Frau mit Handicap anscheinend schon.