@Maschinenkanone

    das sollte nicht aggressiv klingen - und ich war und bin es auch nicht. Gewisse gegenseitige Achtsamkeit ist ja in Ordnung. Mir hat es aber beim ersten Posting so geklungen als wäre es eine einseitige Achtsamkeit. Auch finde ich, sollte man die Achtsamkeit nicht übertreiben. Ich habs am eigenen Leib erlebt, dass es echt furchtbar nervig sein kann, wenn der Partner einem die Mütze hinterherträgt, wenn man mit nassen Haaren aus dem Haus geht. Wenn ich das so mache, dann will ich das so und dann vertrage ich das auch - und wenn ich mich irre, will ich, dass es mein Problem ist.


    Wenn ich mit meinen normalen Schuhen im Garten rumhampeln will dann WILL ich das so und dann hat mein Partner nicht auf meine "guten Schuhe" aufzupassen. Achtsamkeit kann leicht in Bevormundung umkippen. Es ist wichtig das richtige Maß zu halten.


    Das ist, was ich gemeint habe. Vielleicht hat es einfach etwas aggressiv geklungen, da ich diesbezüglich schlechte Erfahrungen gemacht habe und deshalb ne Macke hab.


    ... und ich habe auch nichs gegen Mitbringsel und liebe Worte - will nur davon nicht erschlagen werden.


    und ich denke, dass viele Frauen so denken wie ich. Von vielen, die ich kenne, weiß ich das sogar.

    Zitat

    Aber ich denke, es würde dir auch schmeicheln, wenn dir jemand die Autotür aufhält, oder?

    Hm.. nicht wirklich. Ist doch umständlicher, als wenn ich sie einfach selber aufmache. Wenn ich ein Date habe, und er hält mir die Autotür auf oder hilft mir in den Mantel, dann finde ich das ganz witzig, weil ich mir dann so vorkomme, als ob wir beide ein Theaterstück aufführen oder so... Äh.. weiss jetzt auch nicht so ganz, wie ich das erklären soll.


    Ich finde Aufmerksamkeiten wie dem nächsten die Türe aufhalten und drauf achten, ob der andere nicht vom Auto überfahren wird sind ganz normal. Das mach ich auch, wenn ich mit einer Freundin unterwegs bin (naja, ich hab zwar glaub noch bei keinem Erwachsenen darauf geachtet, dass er/sie nicht überfahren wird. Ausser bei meiner Grossmutter, die sieht nicht mehr so gut). Ich finde nicht, dass das irgendwas mit Mann oder Frau zu tun hat. Ich fühle mich da auch nicht besonder geschmeichelt.


    Dass du das mit der Eifersucht nicht unterstützen würdest, war mir eigentlich schon klar.


    Wie schon jemand gesagt hat: Diese Beschützen rutscht ziemlich schnell in ein Bevormunden ab. Ich kann mich an jemanden erinnern, der mir mein T-shirt zurechtgezogen hat, wenn es mal hochgerutscht ist, weil ich mich strecken musst, um irgendwas aufzuheben.. Vielleicht tatsächlich schlechte Erfahrungen, die einen auf sowas sensibilisieren.

    Aveline

    Zitat

    Wenn ich mit meinen normalen Schuhen im Garten rumhampeln will dann WILL ich das so und dann hat mein Partner nicht auf meine "guten Schuhe" aufzupassen. Achtsamkeit kann leicht in Bevormundung umkippen. Es ist wichtig das richtige Maß zu halten.

    ;-D;-D Das klingt für mich auch nicht nach einem Partner, sondern einem Vater. Umgekehrt, wenn ein Mann in mir den "Beschützerinstinkt" wach ruft, dann heißt es nichts anderes, dass er eine gewisse Hilfsbedürftigkeit ausstrahlt. Ich will kein Kind adoptieren, sondern einen ebenbürtigen Partner. Dann kann es umgekehrt auch nur so sein.

    Zitat

    ... und ich habe auch nichs gegen Mitbringsel und liebe Worte - will nur davon nicht erschlagen werden.

    Das hat meiner Meinung nach aber auch nichts mit dem Beschützerinstinkt zu tun. Abgesehen davon, wird das wohl auch gegenseitig sein.

    Kleio

    Wie gehst du mit offensichtlichen Belastungen um, die der Partner dann und wann hat? Wenn es ihm schlecht geht und erwartet, dass man ihn stützt und das über längere Zeit? (Ich meine jetzt keine Schicksalschläge).

    @Flip Flop

    Zitat

    Ich finde Aufmerksamkeiten wie dem nächsten die Türe aufhalten und drauf achten, ob der andere nicht vom Auto überfahren wird sind ganz normal.

    Dann achte mal darauf, wer das auch noch macht...und wem das überhaupt auffällt...Es SOLLTE normal sein, ist es aber nicht.

    Monika65

    Zitat

    Wie gehst du mit offensichtlichen Belastungen um, die der Partner dann und wann hat? Wenn es ihm schlecht geht und erwartet, dass man ihn stützt und das über längere Zeit? (Ich meine jetzt keine Schicksalschläge).

    Ein Beispiel?

    vivamadrid

    Die Gegend kann vielleicht schon was ausmachen. Ich kannte mal eine Frau aus Wuppertal (bitte, ich kenn dich Stadt nicht), die meinte, in München seien die Leute soo viel netter und hilfsbereiter. Für mich absolut überraschend, da ich es nie so empfunden hatte, wie muss es dann um Wuppertal bestellt sein...

    wohne in der Schweiz :-)


    Hier halten auch Frauen einander die Türe auf. Es wird Leuten mit Kinderwagen auch immer in die Strassenbahn geholfen.. Vielleicht sind wir hier tatsächlich netter als anderswo..

    Monika65

    Zitat

    Beispiel Beruf, der ihn so schlaucht und stresst, dass er eigentlich nur noch nehmen will, aber kaum noch geben kann.

    Das heißt, dass sich dies in der Beziehung in weniger gemeinsam verbrachter Zeit auswirkt? Kein Problem - ist bei mir sowieso Gang und Gäbe.

    Aveline

    Zitat

    Auch finde ich, sollte man die Achtsamkeit nicht übertreiben. Ich habs am eigenen Leib erlebt, dass es echt furchtbar nervig sein kann, wenn der Partner einem die Mütze hinterherträgt, wenn man mit nassen Haaren aus dem Haus geht.

    Na, das ist ja schon pathologisch. ;-)

    Zitat

    Achtsamkeit kann leicht in Bevormundung umkippen.

    Und in Einengung. Ganz richtig.

    Zitat

    ... und ich habe auch nichs gegen Mitbringsel und liebe Worte - will nur davon nicht erschlagen werden.

    Stimmt.

    Zitat

    Es ist wichtig das richtige Maß zu halten.

    Richtig. Es muss "lebendige" Achtsamkeit sein, die auf die Wünschen des Gegenübers schaut und sich daran ausrichtet und nicht am eigenen Liebeswahn oder gar einem unterschwelligen Helfersyndrom.


    Gut. Ich denke, Verständnis ist hergestellt. ;-)


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    Flip_Flop

    Zitat

    Wenn ich ein Date habe, und er hält mir die Autotür auf oder hilft mir in den Mantel, dann finde ich das ganz witzig, weil ich mir dann so vorkomme, als ob wir beide ein Theaterstück aufführen oder so...

    Na also. Genau das meine ich. Es ist ein Spiel. Kein Mensch ist darauf angewiesen, in die Klamotten geholfen zu bekommen. Aber es macht doch Spaß, ein bisschen zu schmeicheln.

    Zitat

    Dass du das mit der Eifersucht nicht unterstützen würdest, war mir eigentlich schon klar.

    Äh ... woher denn? ???


    ;-D


    Ich wills - nach meinem Verständnis - noch mal so zusammenfassen:


    Ein "Mann mit Stil" (mir fällt keine bessere Formulierung ein) wird einer Frau genau die Aufmerksamkeit zuteil werden lassne, die sie sich wünscht. Genau das bedeutet für mich "Achtsamkeit" in einer Partnerschaft. Dass man Kontakt zum Anderen hat und spürt was er/sie wünscht und möchte.