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    Ich habe den Begriff nur genannt um anzuzeigen, dass unterschieden wird.

    Sage ich ja: Weil du gebildet erscheinen wolltest, hast du unbedingt das Wort intrinsisch einbauen wollen. Nur hast du dadurch leider einen Satz produziert, der einfach Unsinn ist. Die Aussage stimmt nämlich nur OHNE dieses Wort. ;-)


    Dozieren zu wollen und dabei Fremdwörter falsch zu verwenden, kommt eben nicht so gut, sorry.

    Falls ich mal reinquatschen und kurz ausführen darf...


    Höhere Bezahlung zählt zu den extrinsischen Motivationen, also kann damit nicht die intrinsische gesteigert werden, weil sie ja gar keine ist. Also kann man das eigentlich gar nicht denken, bzw. würde man gar nicht denken.


    :-) Aber hey, das ist schon ein paar Jahre her, also hoffentlich habe ich mich jetzt nicht blamiert. :-p Und wenn ist mir das auch egal.

    Dabei muss ich glatt an Wolf Schneider denken, der bei der Mitübersetzung des Buches "Simulieren geht über Studieren - Akademisch für Anfänger" folgendes sagte:

    Zitat

    Noch mehr Zuwendung zu investieren halte ich für verfehlt bei einem Sprachprodukt, das offensichtlich nicht dem Verstandenwerdenwollen dienen soll, sondern nur dem Prunken mit der eigenen Sprachakrobatik.

    Es ist faszinierend, wie manche es schaffen, so viele Zeilen und Absätze mit Worten zu füllen, ohne auch nur das Geringste zu sagen. Ich frage mich ernsthaft, ab welchem Ausmaß man es damit zu einer ICD-10-Nummer schafft. ;-D

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    Sage ich ja: Weil du gebildet erscheinen wolltest, hast du unbedingt das Wort intrinsisch einbauen wollen. Nur hast du dadurch leider einen Satz produziert, der einfach Unsinn ist. Die Aussage stimmt nämlich nur OHNE dieses Wort. ;-)


    Dozieren zu wollen und dabei Fremdwörter falsch zu verwenden, kommt eben nicht so gut, sorry.

    Ich sehe es nicht so, dass der Satz nur ohne dieses Wort stimmt, denn die intrinsische Motivation wird bei der Dissonanzreduzierung im beschriebenen Fall eben genau wegen des Geldes verdrängt (hier besteht die Dissonanz zwischen der als unangenehm empfunden, langweiligen Tätigkeit und der als angenehm empfunden, extrinsischen Motivation in Form von Geld). :)z


    Es geht mir nicht darum, gebildet zu wirken, sondern darum, über diese Konzepte zu diskutieren, weil ich sie spannend finde. Wenn du mehr über kognitive Dissonanz weißt als ich, dann zeig doch argumentativ auf, was du meinst. Das fände ich interessant.


    [...]

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    Höhere Bezahlung zählt zu den extrinsischen Motivationen, also kann damit nicht die intrinsische gesteigert werden, weil sie ja gar keine ist.

    Ja, das stimmt. Das ist eben psychologisches Fachwissen, das durch die Studie zur kognitiven Dissonanz mitunter festgestellt wurde. Aber dazu braucht es eben erst Studien.

    Zitat

    Also kann man das eigentlich gar nicht denken, bzw. würde man gar nicht denken.

    Doch, finde ich eben schon. Ich finde es (ohne Fachwissen) nicht intuitiv, dass ein extrinsischer Faktor wie Geld nicht positiv mit der intrinsischen Motivation korreliert - auch dann nicht, wenn ich um die analytische Unterscheidung der Begriffe an sich weiß. Im Gegenteil, ohne Fachwissen würde ich intuitiv denken, dass eine solche positive Korrelation der Fall ist. Nur mit Vorwissen weiß ich, dass das nicht gilt.


    Solche Begriffe swe extrinsische und intrinsische Motivation sindnicht von Natur aus gegeben, sondern haben sich erst durch solche Studien (nicht speziell durch die erwähnte Studie, sondern generell) als eigenständige Konstrukte herauskristallisieren lassen. Damit man so etwas weiß, muss man eben Dinge erforschen, die intuitiv vielleicht ganz anders liegen. Und deshalb finde ich den Satz nicht falsch.

    Vielleicht hast du nicht ganz Unrecht dass man das annehmen könnte, obwohl sich das für mich halt nicht vereinbaren lässt. ":/


    Entweder es sind Faktoren von außerhalb oder sie sind in mir drin, eine höhere Bezahlung kann nicht die innere Motivation steigern, das schließt sich für mich aus.


    (Aber ich persönlich bin nicht veranlagt nur durch Beweise/Studien/Fakten etwas als wahr anzusehen, dazu fehlt mir persönlich die Motivation und dazu bin ich viel zu sehr nach eigener Logik/Intuition gerichtet.)


    Und unter dem Gedankengang den du hast, ist der Satz so gesehen nachvollziehbar.

    Also zu einem Freund, der immer so Anfälle hat, Dinge, die man auch in 1 Minuten sagen könnte in extrem intelligent klingende 1-Stunden-Monologe zu verpacke und damit jedem auf den Keks zu gehen, sage ich immer: "Sprich deutsch!" ;-D .

    Ja, ich verstehe, glaube ich, auch deinen Gedankengang. Wenn ich mir bloß die analytische Trennung der Begriffe ansehe, dann ist es für mich im ersten Moment ebenfalls nicht intuitiv (da ja intrinsische Motivation bedeutet, eine Tätigkeit um der Tätigkeit willen für sich selbst auszuführen oder sie aufgrund von inneren Wertvorstellungen ausführen zu wollen). Mir ging es um die Korrelation / Wechselwirkung beider Arten von Motivation. Es ist für mich intuitiv, dass diese analytischen Begriffe in der Realität nicht unabhängig voneinander für sich existieren, sondern sich irgendwie beeinflussen. Alleine, dass die intrinsische Motivation bei monetären extrinsischen Anreizen sinkt, ist ja schon eine negative Korrelation. Jedoch eine positive Korrelation wäre, wie beschrieben, für mich eigentlich intuitiv gewesen.


    Das war unser Missverständnis, glaube ich. Da hätte ich vielleicht auch expliziter sagen sollen, dass ich mich auf die Korrelation beziehe. :)z

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    (Aber ich persönlich bin nicht veranlagt nur durch Beweise/Studien/Fakten etwas als wahr anzusehen, dazu fehlt mir persönlich die Motivation und dazu bin ich viel zu sehr nach eigener Logik/Intuition gerichtet.)

    Da wären wir wieder bei der Ausgangsfrage, denke ich: welche sozialen Voraussetzungen haben solche Einstellungen und wie korrelieren sie mit Interessen, Bildungsgrad und sozialer Herkunft? :)z


    Ich würde übrigens nicht alles als wahr ansehen, nur, weil irgendeine Studie irgendetwas herausgefunden hat. Ich würde mir da schon immer die Methodik ansehen - es gibt viele Studien, deren Methoden immer in irgendeiner Art und Weise kritisierbar sind. :-)

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    Ich würde übrigens nicht alles als wahr ansehen, nur, weil irgendeine Studie irgendetwas herausgefunden hat. Ich würde mir da schon immer die Methodik ansehen - es gibt viele Studien, deren Methoden immer in irgendeiner Art und Weise kritisierbar sind. :-)

    Natürlich nicht, aber deine vorausgegangenes Beispiel lässt mich darauf schließen dass du ohne Studien/Beweise/Fakten etwas nicht als, wie soll ich es ausdrücken, wahr/gegeben ansiehst. Sozusagen wissenschaftliches Denken, ohne Beweis ist erst einmal gar nichts wahr.


    Und das brauch ich nicht um für mich persönlich etwas als gegeben anzusehen. Ich muss für mich keine Studie dazu als Beweis haben um nicht selbst für mich schlussfolgern dass die Kröten nicht die von innen kommende Motivation steigern können.


    Ich muss aber auch nichts auf wissenschaftlicher Basis beweisen. :-p Ich bin meist ganz glücklich mit meiner Wahrnehmung anderer Menschen/Situation, geben sie mir doch auch eine gewisse Freiheit, meist ist sie auch richtig.

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    Und das brauch ich nicht um für mich persönlich etwas als gegeben anzusehen. Ich muss für mich keine Studie dazu als Beweis haben um nicht selbst für mich schlussfolgern dass die Kröten nicht die von innen kommende Motivation steigern können.

    Es mag sein, dass du in diesem Fall "richtig" lagst (ein schwieriger Begriff, "richtig"), dennoch wird es auch für dich viele Intuitionen geben, die nicht den Tendenzen und Effekten entsprechen, die sich empirisch tatsächlich finden lassen. :)z Genauso übrigens natürlich für mich.

    Zitat

    Ich bin meist ganz glücklich mit meiner Wahrnehmung anderer Menschen/Situation, geben sie mir doch auch eine gewisse Freiheit, meist ist sie auch richtig.

    Ich verstehe schon, was du meinst. Ich möchte halt immer fragen, warum die Dinge so sind, wie sie sind. Viele Dinge, die wir alltäglich als die Welt ordnende Selbstverständlichkeiten betrachten ("so macht man das eben", "so ist es eben", "das ist der gesunde Menschenverstand"), sind unfassbar voraussetzungsreich. Alleine, dass es z.B. unterschiedliche Kulturen gibt, in denen (wertfrei gesagt) unterschiedliche soziale Regeln gelten, zeigt, dass viele Dinge eben nicht einfach naturgegeben so sind, wie sie sind.


    Mich interessiert, wie es dazu kam, dass die Welt, in der wir leben, so strukturiert ist, wie sie ist. Und da geht es gar nicht um große "Ausnahmeerscheinungen" wie Flucht- und Migrationsbewegungen (die übrigens über längere Zeitperioden betrachtet keine Ausnahmen, sondern regulär sind) oder den psychisch kranken Serienmörder - spannend sind die ganz alltäglichen Dinge, die immer schon so gegeben sind, wie sie sind.


    Wir könnten uns in jeder Situation immer anders verhalten (z.B. könnten wir jemanden nicht zurückgrüßen, den wir kennen und dem wir auf der Straße begegnen). Wir tun dies auch zuweilen und reflektieren über bestimmte Dinge, die wir dann explizit anders machen ("den Doofen begrüße ich nicht" oder "diese blöden Grußrituale, ich mache da nicht mit"). Wir müssen aber darüber reflektieren, dass wir sie anders machen. Wenn wir einfach nur zurückgrüßen, war da nicht viel Reflektion dabei. Sondern das geht fast automatisch. Wir überlegen uns nicht erst zwei Minuten lang, ob wir denn zurückgrüßen sollen - das müssen wir nur dann tun, wenn wir überlegen, ob wir es nicht machen möchten.


    Und solche Dinge finde ich spannend und solche Dinge zeigen meines Erachtens, wie unglaublich voraussetzungsreich gesellschaftliches Leben ist. Und das fasziniert mich. Deshalb will ich mich nicht damit zufrieden geben, meinem Gefühl zu vertrauen, dass die Welt so ist, wie ich sie empfinde.

    Nachtrag:


    Ich glaube eben, dass in solchen Erkenntnissen - warum verhalten wir uns, wie wir uns verhalten, obwohl wir uns auch immer ganz anders verhalten könnten? - ganz viel Potential liegt, mit bestehenden gesellschaftlichen Problemen umzugehen, weil die möglichen Antworten vielleicht die Komplexität sozialer Wirklichkeit berücksichtigen. :-)

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