scarface1988

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    Wollen wir das jetzt wieder anfangen? Das war nach wie vor nicht der Fall, wie außer mir noch zwei weitere User nach Schilderung meines Gedankenganges sehr plausibel fanden.

    Wer "wir"? LovHus hatte dazu noch nichts geschrieben und Sunflower_73 hat kaum etwas zu Deinen Beiträgen geschrieben. Deine "wir"-Formulierungen bleiben trotzdem nur Deine Ansicht und alle andere haben auch eine, die nicht weniger richtig für sie selbst sind, wie Deine für Dich.

    LovHus hatte es als "peinlich" bezeichnet.


    Peinlich war einzig allein, wie sich hyänenartig auf einen Begriff gestürzt wurde, nur, weil man meinte, es besser zu wissen, aber im Grunde überhaupt nichts auch nur ansatzweise wusste, geschweige denn irgendetwas besser. Das war peinlich. Und vielleicht noch, dass ich mich auf so eine Art Diskussion überhaupt einlasse und eingelassen habe. Das war und ist auch peinlich. Sonst nichts.

    Dennoch bin ich der Meinung, dass es schwierig ist..


    Als Akademiker hat man bildungstechnisch einiges geleistet und hinter sich gebracht.. Auf dem Weg zum Abschluss Nerven und Zeit liegen lassen! Denke jeder der nicht gerade BWL oder Soziologie studiert (und viele ähnliche Studiengänge :-Dsorry!), der wird das bestätigen!


    Achja, an den ersten Poster hier im Forum. Ich bin ein Akademiker! Meine Eltern sind beide Flüchtlinge und ja wir sind in einer Sozialbauwohnung aufgewachsen und hatten nicht immer Fleisch oder frisches Gemüse auf dem Tisch!


    Trotzdem haben wir es dazu gebracht, aber wenn ich nicht gerade bei der Arbeit bin, werde ich im Süden Deutschlands auch nicht gerade angesprochen oder von gebildeten, reichen Menschen eingeladen.

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    Das war peinlich. Und vielleicht noch, dass ich mich auf so eine Art Diskussion überhaupt einlasse und eingelassen habe. Das war und ist auch peinlich. Sonst nichts.

    Peinlich ist es, herablassend und niedermachend zu reagieren, wenn man feststellen muss, dass die Diskussionspartner zwar sehr wohl wissen, worum es geht, sich aber auf diskursives Kumpelwichsen

    nicht einlassen mögen. ;-D


    Galoppierender Fremdwortgebrauch war noch nie ein Zeichen von Allgemeinbildung, sondern viel eher ein Anzeichen dafür, dass man nicht in der Lage ist, fachspezifische Begriffe gemeinverständlich auszudrücken. Man sollte als gebildeter Mensch fähig sein, in Diskussionen mit Leuten, die einem anderen Fach- oder Bildungshintergrund entstammen, den eigenen Wortschatz anzupassen. Wenn man das nicht kann, ist man ein bisschen doof. ;-D

    scarface

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    LovHus hatte es als "peinlich" bezeichnet.

    Ja, es. Nicht dich. "Es" war:

    Zitat

    Die Peinlichkeit, die dadurch entsteht, dass jemand sich mit Fremdwörtern schmückt, deren Bedeutung ihm nicht klar ist.

    Lola meinte, eine solche Peinlichkeit bei dir entdeckt zu haben. Kann sein, vielleicht auch nicht. Mir ging es nicht um die Richterrolle, sondern darum, dass Lola einen Sinn für diese Art Peinlichkeit hat.


    Der Bezug zu diesem Faden ist einfach: Es ist schwierig, mit einem Partner zusammen zu sein, den man ständig peinlich findet (oder der einen ständig peinlich findet).

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    Ähnlich wenn sich jemand an der Uni bewegt und man fragt sich, wie der sein Abi schaffen konnte. Was im Grunde heißt: Der gehört nicht hierher.

    Wer ist man? Ich habe mich das noch nie bei irgendjemandem gefragt! Ein Abitur ist doch heute schon lange nichts besonderes mehr. Ich sehe also keinen Grund, von jemandem mit Abitur irgendwelche geistigen Höhenflüge zu erwarten. Außerdem würde ich nie jemand als "nicht an eine Uni gehörend" einstufen. :|N Wer dort sein will und etwas lernen will, gehört für mich dort hin. Manche tun sich an der Uni leicht, andere müssen sich (aus welchen Gründen auch immer) mehr anstrengen. So what. Beides ist eine Leistung. Do wie es ebenso eine Leistung ist, wenn man eine Lehre absolviert und schon 10 Jahre Berufserfahrung hat, in dem Alter in dem Studenten mit ihrem Studium fertig werden.


    Und zum Thema Peinlichkeit: Peinlich finde ich -gänzlich bildungs- und wissensunabhängig - vor allem Arroganz. :=o

    Gerade im WWW gab es schon immer Leute, die sich besonders gerne durch große Worte hervortun. Mit Google im Rücken braucht das nicht wesentlich mehr IQ als eine Sau zum Grunzen benötigt. In der Realität verfliegt der vermeintliche Glanz allzu bald und wird ersetzt durch ein verbales Blitzlichtgewitter von Ööööhms und Äääähs, das selbst einem Boris Becker die Schamesröte in die Wangen schießen ließe.


    Diese Art Thread gibt es, seit es Chats und Foren gibt. Kein Grund, diese schöne Tradition nicht fortleben zu lassen, auf dass sich noch Generationen nach uns an ihnen erfreuen mögen.


    Ansonsten verweise ich gerne nochmal auf das, was gauloise sagte: Intelligent ist nicht, wer einfache Sachverhalte möglichst kompliziert auszudrücken vermag sondern jener, der komplizierte Sachverhalte einfach auszudrücken vermag. Vielleicht ist das einfach eine Lektion, die man erst im wahren Leben lernt.

    Zitat

    Und zum Thema Peinlichkeit: Peinlich finde ich -gänzlich bildungs- und wissensunabhängig - vor allem Arroganz.

    Lola, dann vermute ich mal, dass ein arroganter Kerl eher kein Partner für dich ist.

    Zitat

    Schamesröte in die Wangen schießen

    Intelligenz, so finde ich, hat auch die Seite, andere nicht zu beschämen, bloßzustellen, zu demütigen.

    Statt einzeln auf Beiträge einzugehen, möchte ich meine Position nochmal in einzelnen Thesen zusammenfassen:


    1) Wer zu einem passt, das ist individuell höchst verschieden. Für den einen mag nur ein Akademiker in Frage kommen, für den nächsten gar nur ein MINT-Nerd, für den nächsten passt dagegen jeder, der den richtigen Humor hat, und für den nächsten nur einer, der wenigstens noch weiß, was Faust ist oder schon mal von van Gogh gehört hat.


    Nichts davon ist grundsätzlich falsch - es hängt ganz einfach von der jeweiligen Person ab, was für ein Partner zu ihr passen könnte.


    2) Es gibt tatsächlich Familien, in denen bei weitem mehr Gespräche mathematisch-naturwissenschaftliche Themen betreffen oder Themen aus mathematisch-naturwissenschaftlicher Sicht betrachten, als Otto Normalverbraucher sich das auch nur im Entferntesten vorstellen kann.


    3) Es mag Nerds geben, die sich wirklich nur noch über mathematisch-naturwissenschaftliche Fragestellungen unterhalten und mit denen man über das Wetter nicht sprechen kann. Ich weiß es nicht sicher - wenn ich Nerds treffe, können die Gesprächsthementhemen natürlich schnell in eine solche Richtung gehen. Mein Eindruck ist aber, dass die meisten der Nerds bzw. nerdähnlichen Personen durchaus noch ganz normale Personen sind, mit denen man auch über Allerweltsdinge reden kann. ??Möglicherweise aber fallen die, die noch soweit normal sind, nicht unter die Definition von Nerd. Daher schreibe ich vorsichtshalber "Nerds und nerdähnliche Personen"?? Dass man dazu fähig ist, sich über mathematisch-naturwissenschaftliche Dinge zu unterhalten, und das auch tut, bedeutet nicht, dass sich alle Gespräche und Aktivitäten darum drehen!


    4) Wer meint, "Allgemeinbildung" so definieren zu müssen, dass Faust, von Gogh und Opern darin enthalten sind, das Periodensystem der Elemente aber nicht, der wird auf entschiedenen Widerspruch zumindest eines Teils der Naturwissenschaftler stoßen, die sagen, dass naturwissenschaftliche Kenntnisse in der heutigen technisierten Welt von grundlegender Bedeutung sind, Faust dagegen nun wirklich nicht, und die sich einen Dreck um Faust und Opern scheren, Leute ohne mathematisch-naturwissenschaftliche Kenntnisse aber für ungebildet halten.


    Aber nochmal: "Akademiker" oder "Allgemeinbildung" sind völlig ungeeignete Kriterien, um ganz allgemein beschreiben zu können, wie ein geeigneter Partner aussehen könnte. Das lässt sich nämlich nicht allgemein beschreiben, sondern hängt von der jeweiligen partnersuchenden Person ab!


    Und nun oute ich mich mal: Ich wäre sicher nerd-kompatibel, bin aber nicht mit einem Nerd zusammen.


    Und noch ein Outing: Ich spiele Pokemon go ;-)

    Zitat

    Und noch ein Outing: Ich spiele Pokemon go ;-)

    Nicht überzeugend.


    Ein "Outing" wäre es, von Blau, Rot und Gelb bis Mond und Sonne zu spielen. :-D ;-D


    Wobei ich hier, doch sehr schmunzeln musste:


    http://www.spieletipps.de/n_35922/


    Daran angelehnt, dass der Pokemon Go Spieler der vorher nicht wirklich Ahnung davon hatte, statt Taubsi "Vogel" sagt.


    *kriechichinnerlicheWut*

    Interessanter Artikel von Nassim Taleb, der mir kürzlich untergekommen ist:


    http://www.nzz.ch/feuilleton/aktuell/nassim-nicholas-taleb-die-wohlwissenden-ld.128349


    Passt tw. zum Thema dieses Fadens, daher dachte ich, dass der Link hier vielleicht auch den einen oder anderen interessiert. *:)

    Nassim Taleb... Ein kluger Kopf. Ich habe viel von ihm gelernt: Mediocristan und Extremistan waren Pate meiner Unterscheidung zwischen Bedarfs- und Bedürfnisökonomie.


    Aber er ist auch ein Schattenboxer: Kämpft mit seinem eigenen Schatten (C. G. Jung). Was die Intellektuellen-Idioten auszeichnet, wenn ich ihn richtig verstehe, ist, dass sie nicht wissen, was sie nicht wissen und diesem Nicht-Wissen gegenüber völlig ignorant sind. Sich also einfach nicht von einem Nassim Taleb belehren lassen. Einen Mensch mit dem Temperatment eines Taleb kann das richtig wütend machen. ]:D