• Beinamputation

    Hallo, ich heiße kerstin , bin 26 jahre alt und habe vor 10 Jahren durch einen unfall mein linkes bein ganz oben verloren. Eine prothese kann ich nicht tragen und so fällt mein manko auch sofort jedem, auch den männern auf. Und dies ist eigentlich auch mein großes problem. Wie jeder mensch sehne ich mich nach ehrlicher zärtlichkeit, wärme und…
  • 61 Antworten

    Filmtip

    Hi Kerstin,


    ist vielleicht ein blöder Tip, aber besser als gar nicht: Guck Dir mal "Deuce Bigalow - Male Gigolo" an mit Rob Schneider.


    Ich persönlich würde mich an sowas nicht stören, schwierig wäre für mich natürlich wie für alle das Kennen- und Liebenlernen. Aber die Problematik kennst Du ja sicherlich.

    dibbuk: "nicht Deine Behinderung wird das Problem sein, sondern Deine Einstellung dazu!" - hmm, die Antwort ist Müll, nichtssagend und Blabla, sorry, dibbuk.


    Kerstin:


    vielem von dem, was hier oben geschrieben wurde, kann ich zustimmen, aber vernachlässigt wurde, glaube ich, eines:


    ANGST.


    Du hast dich mit deiner Behinderung auseinander setzten müssen, hast gelernt damit zu leben. Das muss jeder einzelne, der dich sieht, der dich trifft in gewissen Weise auch. - Natürlich nicht damit zu leben, aber zu realisieren, dass du damit lebst.


    Wie geht man mit solchen Menschen um? Dir fehlt ein Bein, einem anderen fehlt ein Arm, der nächste ist Querschnittsgelähmt. Wie behandelt man die? Es wird immer gesagt: "Ganz normal." - Aber wenn ich mich jetzt ganz normal benehme, kann es doch einen Punkt geben, an dem sie nicht mehr hinterherkommen. Weil sie nicht so schnell laufen können, weil sie nicht zwei Dinge auf einmal halten können, weil sie keine Treppen steigen können. Ich will vermeiden, dass ich uns in eine Situation bringe, in der sie nicht weiter können und damit mit ihrer Behinderung konfrontiert werde und - so glaube ich - verletzt werden.


    Das will ich nicht, dass sie verletzt werden, also lasse ich es besser ganz. - Es ist Angst, Unsicherheit - vielleicht zu viel liebgemeinte Rücksichtnahme.


    Ich hatte mal versucht mir meine Frisur selber zu scheiden. Das ging natürlich voll in die Hose und auf der Straßen haben mir die Leute dann hinterher geguckt. Ich habe sie auf ihr Gucken angesprochen, ganz locker, nicht als Vorwurf, sondern "So schlimm?" - Okay, es ist keine Behinderung in dem Sinne, aber es war sonderbar - so läuft niemand herum. Sonderbar ist auch, wenn da ein Bein oder ein Arm fehlt, wo man es erwartet hat. Meine "Behinderung" war nach dem Besuch beim Frisör auch wieder beseitigt, aber es zeigt Offenheit und gibt vor allem den Menschen die Möglichkeit das Problem, das sie mit dem Sonderbaren haben, zu erörtern und damit vielleicht die Angst zu lösen.


    --- Tut mir Leid, dass ich immer so ausufernd schreibe. ---

    Sabine , 37

    Sabine, 37, kannst du mir mal deine Lebenssituation erklären?


    Also verheiratet mit einem Mann ("mein Mann") und in einer gleichgeschlechtlichen Lebenspartnerschaft mit einer Frau? ("Lebensfrau") - Geht sowas in Deutschland? - Oder habe ich da etwas falsch verstanden?


    Danke.

    Kerstin hat nur gefragt

    und Ihr überhäuft sie mit (teilweise versteckten)Partnerschaftsangeboten. Ich glaub nicht, daß sie deswegen hier geschrieben hat. Soll ich die entsprechenden Beiträge jetzt alle als Kontaktanzeigen "bewerten"?


    Zum Thema: Ich denke, daß man ohne Vorurteile auch eine körperlich behinderte Frau lieben kann. Allerdings sollte man sich vorher überlegen, wie weit diese Beziehung geht. Denn mit einer Partnerin mit Behinderung durchs Leben zu gehen wirft eine Unmenge praktische Probleme auf. (Arbeit, Urlaub, Treppen, Verkehrsmittel...) Es wäre insofern unverantwortlich, ihr Hoffnung zu machen, wenn man sich nicht 100%ig sicher ist, daß man alle Probleme auch bewältigen wird.

    Sven_

    Hallo Sven,


    ein Schulfreund von mir ist querschnittsgelähmt, außerdem arbeite ich ehrenamtlich mit Blinden und Sehbehinderten. Meine Erfahrungen diesbezüglich zeigen, daß man mit Behinderten tatsächlich ganz normal umgehen soll. Wenn sie nicht mehr hinterherkommen, melden sie sich schon. Die wenigsten Blinden trauen sich nicht, um Hilfe zu fragen zum Beispiel. Mein Kumpel (Motorradunfall 1997) steigt alleine aus dem Auto aus, das er selber fahren kann, baut seinen Rollstuhl zusammen und kommt ins Restaurant gerollt, wo wir uns ab und zu treffen. Und das, obwohl er nur die Arme bewegen kann, die Hände aber nicht!


    Das Thema Behinderung ist heikel. Einerseits sind Behinderte faktisch "schlechter" als "funktionierende" Menschen (daher eben auch der Begriff Be-Hindert), andererseits lehrt unsere hochentwickelte menschliche Gesellschaft auch Toleranz. Zwischen diesen beiden Polen gibt es Grenzen. Soll man den ganzen Planeten für Rollstuhlfahrer einebnen? Für Epileptiker polstern? Für Farbenblinde nur schwarz/weiß anstreichen? Soll man sämtliche Pflanzen wegen der Allergiker ausrotten? Das geht nicht. Die Lösung liegt irgendwo dazwischen. Und daher sehe ich die Gegenwart als ganz in Ordnung: Akzeptanz durch geeignetes "Hilf Dir Selbst"-Programm. Wer sich nicht helfen lassen will, braucht das nur noch in den seltensten Fällen. Und wer sich als Behinderter hängenlassen will, der verliert - genauso wie Nichtbehinderte.

    Ahja...

    Zitat

    andererseits lehrt unsere hochentwickelte menschliche Gesellschaft auch Toleranz

    Sie LEHRT also...


    Ich denke, daß Toleranz hier das falsche Wort ist. Wenn ich heute noch quicklebendig ein anerkanntes Mitglied der Gesellschaft bin, werde ich morgen, nach einem Unfall, nur noch TOLERIERT? Ich denke, wir sollten jeden Menschen versuchen anzunehmen, jedenfalls soweit unsere Kraft reicht.


    Äh... hast Du "hochentwickelt" geschrieben, CF? *malrausgehtablachen*


    ;-D

    @ derKatrin

    Nunja, die Gesellschaft toleriert, die Mitglieder der Gesellschaft nicht. Ist ein extrem heikles Thema, über das wir bei entsprechender Euphorie locker einen Thread von mehreren tausend Postings hinbekämen. Unsere Gesellschaft ist hochentwickelt im Vergleich zu den anderen Gesellschaften: Ameisen- und Termitenstaaten, Rudel von Wölfen oder Herden von Antilopen. Sieh uns an und unsere Gesetze, unere gesellschaftlichen Normen und den grundsätzlich gegebenen Verständnisse - die sind nicht selbstverständlich! Hier wäre eine gute Gelegenheit, Star Trek anzubringen, dem das Thema Toleranz / Nichteinmischung zugrunde liegt. Wie dem auch sei: Toleranz wird gelehrt. Vielleicht nicht von jedem praktiziert. Aber gelehrt.

    Re:Kerstin

    Mir gehts genauso wie dir.


    Habe vor einen Jahr meinen linken Unterschenkel verloren.


    Durch einen Bruch im linken Oberschenkel kann ich leider bis


    heute noch nicht mit einer Prothese laufen.


    Meine Erfahrung.Höre nicht soviel azf das was dir Nchtbetroffende sagen,oder Sprüche wie wird schon wieder.


    Liebeskummer ist schon so eine Sache für sich,meistenz


    kann dir nur die betroffende Person helfen.


    Aber wie soll man das machen,Hallo ich habe nur ein Bein


    und würde dich gerne mahl ins Kino einladen,


    oder so änlich.


    So nun lass den Kopf nicht hängen.


    Schreibe mir doch mal wie du über dieses Problem denkst.


    Gruss Achim

    Achim und Kerstin

    Hallo Achim,


    ich halte es für eine gute Idee, daß Du Kerstin den Mailverkehr anbietest, im Gegensatz zu den anderen und mir weißt Du nunmal, wie sie sich fühlt. Ich habe eben meine älteren Ansichten nochmal gelesen und meine, sie sind etwas plump formuliert. Ich hab's nur gut gemeint, Kerstin, und ich will Dir nicht die Augen wischen mit "wird schon wieder" oder so, und ich hoffe, Du hast das auch gemerkt. Ich wünsche Achim und Dir viel Glück im Leben, denn die meisten Menschen haben Vorbehalte gegen Unbekanntes. Traurig.

    na und?

    is doch egal-finde ich jedenfalls! wenn du sonst ganz hübsch bist, würde mir das überhaupt nichts ausmachen! für mich wärst du dann perfekt!


    ich denke, die männer wissen einfach nicht, wie sie dir gegenübertreten sollen, wie sie mit dir umgehen sollen. sie sind eingeschüchtert, und fühlen, dass du ihnen überlegen bist, weil du mit deiner behinderung etwas hast, was sie nicht haben. das macht uns männer unsicher, obwohl du sicher bei ihnen nicht viel weniger chancen hast als andere mädels. verstehste, wie ich das meine?

    Kerstin sagt sie sieht gut aus. Es gibt bestimmt einige Jungs die gespannt sind wie das rein technisch beim Sex funktioniert wenn ein Bein ganz fehlt oder eben nur noch ein kurzer Rest da ist. Bestimmt reizvoll wenn man auf Akrobatik steht und gern viel miteinander ausprobiert. Auf jeden Fall ist sie was besonderes. Im täglichen Leben stört das bestimmt auch keinen . Ist eben Gewöhnung an das Besondere