• Bekennende fremdgänger?

    habe heute einen wunderschönen nachmittag erlebt mit meinem part-time-lover. abseits von familien, beruf und stress, treffen wir uns in mehr oder weniger regelmässigen abständen um miteinander sex zu haben. wir mögen uns, respektieren uns, sind uns einig, niemals unsere familien aufzugeben, da wir beide wunderbare partner haben, die wir nicht verlieren…
  • 112 Antworten

    noraja

    Zitat

    Eine intakte Beziehung? Ist für mich, wenn ich mich bei dem anderen wohl und geborgen fühle, dazu gehört auch Reden, Verständnis und auch guter Sex.

    Ja, sehe ich auch so. Ich muss aber mit meinem Partner auch nicht unbedingt über Linux reden können. Dafür hat er seinen Computerclub. Er muss mit mir nicht über Kunst reden können. Dafür habe ich andere Freunde, die sich auch dafür interessieren.


    Über Gefühle, Lebensvorstellungen, sexuelle Phanatsien, etc. sollte man m.E. aber doch mit seinem Partner reden können. Das meinte ich mit "beziehungsrelevanten" Themen. Wenn man auch noch sich überschneidende Interessen hat, über die man sich ebenfalls wie mit Freunden austauschen kann, um so besser. Aber es muss sich nicht überall überschneiden, wäre m.E. auch langweilig, wenn man interessensmäßig völlig im Gleichtakt schwingt.


    Es gibt auch Dinge, die find ich ganz interessant, aber auch wieder nicht so interessant, dass ich mich selber damit großartig beschäftigen würde. Wie praktisch, wenn dies dann ein Interesse meines Partners ist. Von dem kann ich mir dann etwas darüber erzählen lassen, ohne mich selbst intensiv damit zu befassen. So hatten wir immer wieder bereichernde Gesprächsthemen. Ich habe von ihm etwas Neues gelernt. Er von mir. Ähnlich wie in einem guten Jobteam. Da muss ich mich als Designerin auch für die technische Funktionalität interessieren, muss es aber nicht selber können, aber ich kann mich so erfolgreich mit den Programmierern austauschen und so entsteht ein in sich stabiles Ganzes, trotz Arbeitsteilung und unterschiedlicher Interessensschwerpunkte.

    @alle

    Für eine Diskussion, die das Thema betrifft, "was man von Fremdgehern oder von Fremdgehen hält" einen eigenen Faden eröffnen.


    Dieser Faden wurde von w-sieben wie folgt eröffnet:

    Zitat

    dieser faden soll einzig dem erfahrungsaustausch dienen, möglichkeiten aufzeigen sein leben in einer etwas anderen form zu leben und die sich daraus ergebenden vor- oder nachteile.

    Bitte um sachliche und themenbezogene Beiträge.

    Claudsia

    Zitat

    ich hatte meinen traummann, der war mein anderes ich, wir führten Gespräche in einer vertrautheit, der sex, es war wunderschön, aber er war noch nicht reif für eine Beziehung, ich war ihm nicht schön genug, das war sein kriterium, warum er sich nach anderen umsehen wollte, es aber nicht tat, weil er ja mich liebte, was ich wusste, er aber nicht. erst bei der trennung wurde es ihm klar, es war furchtbar, v.a. für ihn. aber ich konnte nicht mehr zu ihm zurück, er hatte mich zu sehr verletzt.

    Da haben wir ja sogar einen ähnlichen Hintergrund. Nur, dass ich ihn beinahe wieder bekommen hätte und mich jetzt in der Lage befinde, dass ich erstmal bezüglich einer neuen Beziehung abwarte. Ich bin mir aber nicht sicher, ob das Träumen von meinem verstorbenem Traummann je aufhört und ich das einem anderen Mann zumuten kann, immer mit einem verstorbenem Traummann zu konkurrieren. Ich habe schon gedacht, dass für mich vielleicht nur noch ein Mann in Zukunft in Frage kommt, der ebenfalls seine Traumfrau verloren hat. Dann haben wir gleiche Ausgangsbasis und können da auf vernünftige Weise mit umgehen und das Beste draus machen. Im Zweifel werde ich mich gar nicht mehr richtig auf eine neue Partnerschaft einlassen.


    Ich kann jedenfalls keinem versprechen, dass ich ihm mein ganzes Herz schenke, wenn ich das doch nicht kann. Er muss sich dann mit meinem halben Herzen zufrieden geben oder ich muss auf die ganze Beziehung verzichten. Das würde ich aber vorher mit ihm klären und die Bedingungen aufzeigen, unter denen er sich auf mich einlässt. Dann kann er immer noch entscheiden, ob er nicht lieber ganz Abstand von mir nimmt. Einen habe ich letztens schon "vergrault". In den war ich aber auch nicht verliebt. Vielleicht bin ich ja auch irgendwann wieder so weit, dass ich doch mein ganzes Herz verschenken kann.

    Zitat

    noch während dieser erfahrung lernte ich meinen jetzigen mann kennen

    Da würde ich persönlich es lieber bleiben lassen mit einer neuen Partnerschaft. Aber ich habe auch die Erfahrung von 9 Jahren ohne Partnerschaft und Kind großziehen ohne Rückhalt eines Partners hinter mir. Da finde ich die Vorstellung, allein zu sein (natürlich habe ich Freunde) nicht so schlimm. Gegen eine kleine Affaire hätte ich nichts, aber meine letzte hat sich dann (obwohl die Bedingungen klar waren) doch in mich verliebt und ich hab ihm das Herz gebrochen. Es kann auch umgekehrt sein. Das ist immer das Problem an lockeren Affairen, dass sie irgendwann doch nicht mehr so locker sind, wie es geplant war.

    Claudsia

    ist es dieser 1. Punkt wert alles aufs Spiel zu setzen??? sicher muß dies jeder für sich selber entscheiden und 9 Punkte finde ich schon echt viel.

    Zitat

    aber man kann sich das klitzekleine etwas erfüllen, das einem selber so gut tut und die Seele streichelt.


    und wenn man sich selber wieder wohl fühlt, kann man dies auch in der eigenen Beziehung zu 100 % wieder zurückgeben.

    das klingt eigentlich toll, aber hast Du nicht Angst Dich dabei zu verkalkulieren


    Ist es denn das Wert? unter Umständen auch viele Menschen zu verletzen? genau die, die man doch am meisten liebt.

    weps

    ich habe keine ahnung, wo das alles hinführt, man hat für sich so grenzen und unmerklich überschreitet man eine nach der anderen.


    Was, wenn das alles einmal über mich hereinbricht?


    aber darauf verzichten, nein, ich könnte es nicht, nein, ich würde einen Teil meines lebens verlieren...


    und ich habe einfach die hoffnung, dass es so bleibt, naiv, ich weiß.


    darum bin ich auch so gierig, von anderen zu hören, wie war es bei euch? muss es unweigerlich zur katastrophe führen? oder war es sogar gut, wie es gelaufen ist?

    Ist es nicht auch so, dass nicht nur das Risiko besteht, andere zu verletzen, sondern in gewisser Hinsicht auch sich selbst?


    Man muss ja dann im Endeffekt eine Art kleines Doppelleben führen und all die Zweifel, die aufkommen und der evtll. Verlust des Partners usw ist doch auch nicht außer Acht zu lassen???

    morgause, du triffst es auf den Punkt.


    Nun sagen wir mal so, in meinem fall setze ich die ehe nicht aufs spiel, mein mann sagt zu mir, ich muss wissen, was ich tue, er will es nur einfach nicht mitkriegen.


    das ist nicht, weil er mich nicht liebt, es war von anfang an tenor unserer ehe, dass seitensprünge "erlaubt" sind. Auf beiden seiten, wir haben uns (fast) immer davon erzählt, meist im Nachhinein. manchmal war es einfach besser zu schweigen, wobei reden an der ehe an sich nichts geändert hätte.


    ich gebe zu, dass das einfach ein sonderfall ist.


    aber ich WEIß, dass ich meinem Mann WEHtun würde, wenn er wüsste, WIE sehr ich den anderen liebe.


    es gab ein lied, dass mir ständig im kopf rumgeht "kann denn liebe sünde sein"...


    Kann es schlimm sein, wenn man zwei Männer liebt? auf welche weise auch immer...


    Und - verzeiht mir - aber ich finde meinen augenblicklichen Seitensprung nach wie vor moralisch verwerflicher als meine ONS, die ich auch schon hatte, und die weder mir noch meinem Mann der Rede wert waren...


    Weps, mag sein, dass ich hier etwas überlesen habe, du hast anscheinend diese andere Seite erlebt. Ist es dir unangenehm, mir das zu erzählen? Oder hast du das schon beschrieben?

    Claudsia, genau das meinte ich. Du hast geschrieben, dass Du den anderen auch liebst und das ist ja schon ziemlich schwer zu ertragen, dass man diese Liebe dann "nur" als Seitensprung haben kann. Wie gehst Du damit um? Es kann doch eigentlich nicht ewig so weiter gehen und irgendwann kommt dann die Entscheidung, bei wem man bleibt. Auch wenn man jetzt sagt "Ich bleibe auf jeden Fall bei meinem Mann" etc kann man doch niemals nie sagen.

    also eines weiß ich so gut wie sicher, ich bleibe bei meinem Mann. der andere, nein, das wird in diesem Leben nichts mehr.


    und eines Tages wird diese Entscheidung kommen, dass ich mit dem anderen brechen muss, ja, oder, es hört einfach auf, es war einfach eine schöne Zeit, an die man irgendwann zurückdenkt.


    wir haben es schon versucht, ganze zwei tage haben wir ohne einander ausgehalten... und uns gefragt, warum um Himmels willen wir auf etwas so schönes freiwillig verzichten müssen. Sind wir denn blöd???


    Mein Mann kann mir das nicht geben, was ich da finde. Ich nehme meinem Mann nichts weg. Das sind meine entschuldigungen, die ich mir tagtäglich vorbete.


    Um auf das Problem Sex zurückzukommen, hier wäre es genauso, wenn das das Problem ist, dass ein Partner auf Dauer keinen Sex will, wie kann dieser "nichtwoller" von seinem Partner, den er liebt verlangen, dass er dennoch treu ist?


    Ist dieses Opfer nicht zu groß?


    "Du liebst mich, wir haben zwar keinen Sex, (kein Gespräch) aber ich will nicht, dass du das woanders kriegst, weil du gehörst schließlich zu mir!"


    Ich fand diese haltung schon immer selbstsüchtig.

    Das ist alles sehr facettenreich. Wenn der Partner keinen Sex will, dann ist immer noch erstmal die Frage zu klären, warum. Ferner kann man ja dann auch eine Lösung finden, aber eben gemeinsam. Ich finde eben nur, dass man nicht von Anfang an den Partner bewusst hintergehen sollte, denn dann hat er auch keine Chance etwas zu ändern. Einen Seitensprung z.B. nur zu verschweigen, weil man Angst hat, den Partner zu verlieren finde ich noch selbstsüchtiger. Und ich denke, dass eine intakte Beziehung aus nehmen und geben besteht, aber eben auch aus Verzicht. Mit kleineren Verzichten muss man im Leben immer klar kommen. Nur, wenn einen der Verzicht tatsächlich krank und unglücklich macht, dann kann es auch nicht das wahre sein. Ich bin auch im Leben schon fremd gegangen, aber für mich hat das eher Negatives hin ter sich her gezogen angefangen bei meinem schlechten Gewissen. Jetzt bin ich schon sehr sehr lange treu und manchmal denke auch immer drüber nach, wie es wäre, aber ich verzichte lieber darauf, weil es mir und auch meinem Partner so besser geht. Dazu muss ich aber auch sagen, dass ich das Glück hatte einen tollen Partner zu finden, bei dem ich so gesehen auf nichts verzichten muss. Kleine Abenteuer wären sicherlich ab und an reizvoll, aber das ist es mir nicht wert.


    Die Frage ist also im Prinzip: Wie weit kann ich verzichten und wofür? Und wenn ich nicht verzichten kann (auf was auch immer), was ist dann die beste Lösung?

    Claudsia

    Ich hätte da insgesamt das Problem, dass ich die Liebe zu einem anderen Mann meinem Partner nicht verbergen könnte. Ich würde mich auffällig verändern. Ich würde mich von ihm distanzieren, irgendwo sitzen und unmerklich vor mich hin grinsen, wenn ich über den anderen Mann nachdenke und würde mich mein Mann dann fragen, wieso ich grinse, würde schon aus einem anfänglichem Verschweigen eine handfeste Lüge werden, denn ich könnte ihm ja nicht ehrlich antworten. Ich würde es auch als störend empfinden, wenn mich mein Mann in meinen Gedanken an den anderen ständig unterbricht. Er würde mich nerven und das würde man mir auch anmerken.


    Dieses Versteckspiel hätte also nicht lange Sinn, es würde nicht einmal kurz funktionieren. Würde es doch funktionieren, also mein Mann gar nichts von meiner gedanklichen Abwesenheit merken und dass ich ihn zunehmend abweise und ihm weniger Aufmerksamkeit schenke und sogar genervt auf ihn reagiere, dann wäre das ein klares Zeichen für mich, dass wir wohl nur noch aneinander vorbei leben und uns gar nicht mehr nah sind. Vielleicht wäre das dann auch der Grund gewesen, mich von der Aufmerksamkeit, die mir ein anderer schenkt, verführen zu lassen, aber ich denke, ich würde es schon merken, dass wir in der Partnerschaft nur noch aneinander vorbeileben, bevor ein anderer Mann bei mir Erfolg hätte.


    Aneinander Vorbeileben finde ich unerträglich. Da habe ich lieber meine Ruhe und bin allein, denn eine solche Beziehung würde mir mehr nehmen als geben. Ich muss mich ja trotzdem mit ihm arrangieren, mich um das Zusammenleben kümmern und kann nicht tun und lassen, was ich will. Das wäre mir eine Partnerschaft, wo man aneinander vorbei lebt, nicht Wert, meine Freiheit aufzugeben und vielleicht sogar "gezwungen" zu sein, meine Bedürfnisse heimlich auszuleben, so als würde ich ein Verbrechen begehen, nur um meine Bedürfnisse auszuleben. Da würde ich mich trennen, denn es wäre mir unerträglich.

    genau Morgause, natürlich gehe ich nicht davon aus, dass beim ersten Stürmchen das Handtuch geschmissen wird.


    Das meinte wohl auch w-sieben, als sie irgendwann hier von den Küken sprach, ich denke, sie geht wie auch ich davon aus, dass sie Beziehungen meint, die schon sehr lange funktionieren und gut funktionieren, und dass sehr viel, wenn nicht sogar alles schon probiert wurde.


    Nun ich kann 19 Jahre (heuer werden es 16 Jahre Ehe) zu buche führen, da kann man mir wohl kaum vorwerfen, dass ich zu schnell aufgebe oder nicht gelernt habe, zu verzichten und Kompromisse zu machen.


    Ich habe festgestellt, dass manche dieser Kompromisse mich krank machten. Ob mich mein Doppelleben vielleicht noch kränker macht, weil ich damit nicht umgehen kann, das weiß ich noch nicht. Im Moment weiß ich nur, dass ich unglaublich glücklich bin, zwei so tolle Männer lieben zu können.


    so blöd, naiv und oberflächlich á la Hollywood das auch klingen mag.


    Ich hab jetzt leider keine zeit mehr, ich danke euch fürs Zuhören und eure Gedanken, würde mich freuen, wenn ich noch mehr so tolle Anregungen und Bedenken lesen könnte.


    Bis später!


    mit dem Seitensprung, den man nicht sagt, ich bin mir nicht so sicher, manchmal ist es einfach besser, der Partner weiß von nichts... weil er vielleicht nicht damit leben könnte. aber das kann man auch nur von Mensch zu Mensch entscheiden...